RadfahrerInnen und ReiterInnen gegen einen Asylknast in Berlin-Schönefeld

Die Eröffnung des Flughafens Berlin-Schönefeld verzögert sich hin und wieder um einige Monate, der Asylknast auf dem Gelände des Großflughafens ist aber schon fertig. Bis zu 30 Flüchtlinge sollen in der Haftanstalt eingesperrt und im so genannten Flughafenasylverfahren abgeschoben werden. Dabei wird der einreisende Flüchtling umgehend auf dem Airport in einem Sonderbereich interniert, wenn er keine korrekten Papiere hat. Sein Asylantrag muss dann innerhalb von zwei Tagen bearbeitet, ein Widerspruch innerhalb von zwei Wochen von einem Gericht entschieden werden. Danach erfolgt entweder die Einreise oder eine Abschiebung.

Die Initiative Friedensritt 2012 wird Ende Juli mit einen Wanderritt im Berliner Umland gegen den Asylknast protestieren. Friedensritt, das heißt mit Pferd oder Stahlross unterwegs sein, mit Flugblättern, Transparenten, Musik und Straßentheater (Pferde sind gute Schauspieler!). Gute Argumente und gute Laune sind auf unserer Seite. Wir unterstützen örtliche Initiativen bei ihrer Arbeit gegen Militäreinrichtungen oder Atomanlagen, auf Marktplätzen und in Fußgängerzonen.

Der Friedensritt wird an folgenden Orten Station machen:

  • Fr 20.7. – So 29.7.2012 Bernau > Königs Wusterhausen > Schönefeld
  • Sa. 21.07. [11 Uhr]: Bernau am Deserteurdenkmal ab 19 Uhr Film und Diskussion in der Alten Post
  • Do. 26.07.: Königs Wusterhausen Kundgebung vor dem Amtsgericht
  • Sa. 28.07. [12 Uhr]: Schönefeld Kundgebung vor dem Flughafen

MitreiterInnen und MitradfahrerInnen sind immer herzlich willkommen, auch auf Teilstrecken.

Flyer zum Friedensritt
Friedensritt Homepage
Kein Asylknast auf dem BBI!

7 Gedanken zu „RadfahrerInnen und ReiterInnen gegen einen Asylknast in Berlin-Schönefeld

Kommentare-Feed
  1. Ich weigere mich seit langem standhaft meine Leidenschaft für politische Zwecke zu missbrauchen.
    Ich fahre Fahrrad, weil es mir Spaß macht / mich erfüllt, nicht weil ich damit etwas bewirken will.

  2. ebenso könnte man gegen die klassische latschdemo argumentieren, sie würde das zu-fuß-gehen für politische zwecke missbrauchen.

  3. „Sein Asylantrag muss dann innerhalb von zwei Tagen bearbeitet, ein Widerspruch innerhalb von zwei Wochen von einem Gericht entschieden werden. Danach erfolgt entweder die Einreise oder eine Abschiebung.“

    Was ist daran jetzt falsch? Ist doch eine deutliche Verbesserung zum jetzigen Zustand, wo die Leute teilweise Jahre, sogar Jahrzehnte in der Luft hängen…

    P.S.: Was der Hannes meint ist wohl die allgemeine Politisierung des Radfahrens…

  4. Natürlich wird hier versucht, das zunehmend positve Image des Radfahrens politisch zu nutzen. Finde ich nicht problematisch. Die Idee eine Demo mittels Fahrrädern ist ja durchaus naheliegend. Ein Korso von 200 Demofahrern sicher öffentlicheitswirksamer als zweihundert etwas verloren wirkende Fußgänger. Das Anliegen, auf den Abschiebeknast eines Flughafens hin zu weisen, finde ich auch in Ordnung. Auch wenn mir die politische Ecke, aus der das vermutlich kommt, nicht zusagt. Asylverfahren und Abschiebung, besonders im Eilverfahren, sind zutiefst inhuman und ungerecht. Rein kommt letzlich, wer Kohle oder eine Seilschaft hier hat, die ihn unterstützt. Der landet erst gar nicht in diesem Knast, weil er eine formelle Einladung von einem deutschen Bürgen mitbringt.

  5. Ich denke auch, man sollte da jetzt nicht zu viel reininterpretieren. Mit dem Fahrrad demonstrieren ist eine schöne Sache. Und jeder ist ja frei, daran teilzunehmen oder nicht.

    Generell finde ich es problematisch, dass Nicht-Kriminelle in Gefängnisse eingesperrt werden, insofern hat diese Demonstration meine volle Sympathie.

  6. Ist doch eine deutliche Verbesserung zum jetzigen Zustand

    (Klemmi)

    abgesehen von der prinzipiellen ebene, auf der ich kl und berlinradler zustimme: nein, das sehe ich nicht so angesichts geschichten wie dieser:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article107281597/Gericht-empfiehlt-Lesbe-aus-Iran-diskreten-Lebensstil.html
    http://www.siegessaeule.de/queere-welt-1000/samira-darf-vorerst-bleiben.html

    durchgestanden ist die sache zwar noch nicht, aber in so einer eilabfertigung hätte diese frau überhaupt keine chance gehabt, denn die proteste, die zu dem aussetzen der abschiebung führten, wären so nicht möglich gewesen.

  7. Hm…interessant wäre ja mal, zu lesen, wie diese Entscheidungen begründet werden…ich bin kein Freund von „Kinderlein kommed…“, aber Leute direkt ins Verderben abzuschieben ist natürlich auch ein Unding…

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Deutschland sich hinter der Geschichte mit den sicheren Drittstaaten versteckt bzw. damit viel begründet…

    Naja, keine Ahnung. Was sich mir trotzdem nicht erschließt, ist der Sinn von Fahrraddemos…sicherlich stimmt es, dass 200 Radler mehr her machen, als 200 Fußgänger, aber anderer Seits ist es radelnd nicht so ganz einfach, seine Kundschaft nach außen zu tragen…

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