Vier Radfahrer bei Verkehrsunfällen verletzt

Gleich vier Unfälle mit Radfahrerbeteiligung ereigneten sich gestern zwischen 15 und 22 Uhr in Pankow, Charlottenburg, Spandau und Zehlendorf und endeteten damit, dass die vier beteiligten Radfahrer ins Krankenhaus eingeliefert wurden, egal, ob sie selbst den Unfall verschuldet hatten oder nicht.

„Gegen 15 Uhr 30 übersah nach ersten Erkenntnissen eine 34-jährige „VW“-Fahrerin beim Abbiegen nach rechts in die Westerlandstraße in Pankow einen 32-jährigen Radfahrer. Dieser wollte auf dem Radweg der Berliner Straße weiter geradeaus in Richtung Mühlenstraße fahren. Er erlitt durch den Zusammenstoß eine Fraktur des rechten Armes.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1797 vom 06.06.2012 – 09:10 Uhr

„Ein Fußgänger ist nach ersten Erkenntnissen an dem Sturz einer Fahrradfahrerin in Charlottenburg verantwortlich. Der Unbekannte trat gegen 16 Uhr 10 plötzlich zwischen parkenden Fahrzeugen von der Fahrbahn des Spandauer Damms kommend auf den Radweg. Eine 37-jährige Radfahrerin, die in Richtung City unterwegs war, machte eine Vollbremsung, konnte aber einen Zusammenstoß nicht verhindern und stürzte zu Boden. Der Fußgänger sprach sie kurz an, setzte dann aber seinen Weg fort. Die alarmierte Feuerwehr brachte die Verletzte mit einer Schulterfraktur zur Behandlung in ein Krankenhaus.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1798 vom 06.06.2012 – 09:10 Uhr

„Eine 38-jährige Autofahrerin erfasste gestern Abend in Spandau einen Radfahrer. Gegen 19 Uhr 35 befuhr die Frau mit ihrem „BMW“ den Falkenseer Damm in Richtung Falkenseer Chaussee. An der Kreuzung Falkenseer Chaussee/ Askaniaring hatte sie sich an der roten Ampel zum Rechtsabbiegen eingeordnet. Als die Ampel auf „Grün“ schaltete, kreuzte nach ersten Erkenntnissen ein 69-jähriger Radfahrer die Spur. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem der Radler schwer verletzt wurde. Er kam mit Prellungen und Platzwunden zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1799 vom 06.06.2012 – 09:10 Uhr

„Gegen 22 Uhr 10 erfasste eine „BMW“-Fahrerin einen Radrennfahrer in Wannsee. Die 26-Jährige befuhr mit ihrem Pkw die Hohenzollernstraße und erfasste nach ersten Ermittlungen den 47-jährigen, offensichtlich vorfahrtsberechtigten, Radfahrer aus der Alsenstraße kommend. Dieser hatte noch versucht auszuweichen, was aber misslang. Er fuhr gegen die Beifahrertür des Fahrzeugs, schleuderte über die Motorhaube und blieb verletzt auf der Fahrbahn liegen. Er wurde von alarmierten Rettungskräften der Feuerwehr mit starken Kopf- und Rumpfschmerzen zur stationären Behandlung in eine Klinik eingeliefert.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1800 vom 06.06.2012 – 09:10 Uhr

16 Gedanken zu „Vier Radfahrer bei Verkehrsunfällen verletzt

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  1. Zweimal: Radwegnutzung.
    Zweimal: Rechtsabbieger-Unfall (einmal davon zählte schon zur Radwegnutzung)
    Und den Rennradler hat’s dann auch mit einfach mal Vorfahrt nehmen erwischt.

    Na Herr Ramsauer, alles Kampfradler oder was?

  2. Warum setzt die „Berliner“ Polizei eigentlich in ihren Pressemitteilungen alle „Automarken“ in „Anführungszeichen“? Sieht irgendwie komisch aus, und ich sehe den Sinn nicht….

  3. Warum erwähnt man die Marke überhaupt? Versucht man mitleid für gegebenenfalls aufkommende Schäden an den Autos zu heischen?

  4. is gut für die Statistiker. gibt schon lustige Untersuchungen zur Beziehung Marke Fahrverhalten.

    wenig überraschend sind die Fahrer von Premiummarken wenig zurückhaltend unterwegs.

  5. Und Falkenseer Chaussee / Askanienring war wohl hier? http://goo.gl/maps/vtp6 Dann dürfte der Radfahrer bei Rot gefahren sein.

    @Olli, naja – vier von ca. 20-30 täglichen Fahrradunfällen haben es in die Polizeimeldungen geschafft. Daraus kann man zunächst keine Schlüsse ziehen. Es gibt auch Tage, an denen nur solche Unfälle berichtet werden, die von Radfahrern verursacht wurden.

    @rbt, es gibt sicher viele interessante Statistiken, insbesondere bei Versicherungen. Da würd ich gerne mal Zugriff drauf haben 🙂

  6. Es ist diskriminierend, dass die Fahrradmarken nicht genannt werden 😉

  7. @ berlinradler … eine bekannte arbeitet an der erstellung der algorithmen, die dann die basis für die entsprechenden Tarifen darstellen. sie ist auch immer wieder schwer begeistert von dne vorhandenen daten.

    Leider geben die Versicherungen keinerlei Daten nach draußen. Die bräuchten aber auch keine Markenangabe in den Polizeitberichten, wenn wer Geld will medlet er sich wohl unter angabe aller notwendigen daten 😉

    Öffentlich zugängliche Informationen sind da wichtiger für wissenschaftler ohne kommerziellen Background

  8. Kann man noch die Meldung vom Vortag dazupacken, Radfahrerin vor Autotür.

    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/370997/index.html

  9. Zweimal: Radwegnutzung.
    Zweimal: Rechtsabbieger-Unfall (einmal davon zählte schon zur Radwegnutzung)
    Und den Rennradler hat’s dann auch mit einfach mal Vorfahrt nehmen erwischt.

    Na Herr Ramsauer, alles Kampfradler oder was?

    Sicherlich gibt es viele Kampfradler. Aber wirklich relevant sind vor allem Kampfraser. Und Kampfabbieger.

    Das ist das Lächerliche an Rampensauer.

    Ich ärgere mich selbst über Radler, die mit 15 oder 20 dicht an mir auf’m Bürgersteig vorbeifahren und keinerlei Bewußtsein für ihren Status erkennen lassen.

    Ich kann auch verstehen, daß man sich über Rotfahrer ärgert. Aber wen interessiert das?

    Das sind alles Lappalien gegenüber den PKW-Kämpfern.

    Da haben wir es wieder: Man regt sich vor allem über formale Verkehrsverstöße wie harmloses Rotfahren auf, weniger über Aus-Versehen-Delikte wie Übersehen von Radlern.

    Hinweis:
    Link des Kommentarschreibers wurde am 20.06.2012 gelöscht.
    Rad-Spannerei Blog

  10. Da ich persönlich sehr an meinem Leben und an meiner körperlichen Unversehrtheit hänge, habe ich mir inzwischen ein paar Dinge angewöhnt:

    – rote Ampeln interessieren mich nur noch am Rande.

    – grüne Ampeln nehme ich zur Kenntnis, sie sind aber kein Anlaß für mich, einfach los- oder durchzufahren. Ich prüfe die Unbedenklichkeit meines weiteren Weges selbst. Es ist nicht leicht, die notwendige Aufmerksamkeit dafür immer beisammen zu halten, aber wenn man genügend Beinahe-Crashs hinter sich hat, wird es schon noch…

    – Geradeausfahren, wenn die Autos rechts abbiegen dürfen, tue ich nur, wenn der Autofahrer mich deutlich erkennbar wahrgenommen hat. Ich nehme Blickkontakt auf. Wenn das nicht geht, bleibe ich stehen. Ordentlich klingeln und hinterherschimpfen kann ich natürlich, aber mein Radl bleibt heil und ich auch.

    Was habe ich von einem Grabstein auf dem zu lesen steht: Er ääte Vorfahrt gehabt 🙂

  11. „Gegen 15 Uhr 30 übersah nach ersten Erkenntnissen eine 34-jährige „VW“-Fahrerin (…)“

    Jedesmal wenn ich „übersehen“ lese kriege ich akuten Brechreiz!

    „Übesehen“ gibt es nicht! Da war dann einfach jemand zu faul für den Schulterblick. „Übersehen“ ist ein Euphemismus, der den Autofahrer ganz klar entschuldigt und wertend freispricht.

  12. In letzter Zeit waren viele Linksabbiegeunfälle in der Zeitung. Ein Autofahrer hatte ein Kind „übersehen“ und ‚zig Meter mitgeschleift. Bei Rechtsabbiegern kann ich in vielen Einzelfällen ja noch einigermaßen verstehen, wenn man sich da eine Reaktion zutraut, bei Linksabbiegern mit extremem Tempo wird das schwieriger.

    Es kann aber nicht sein, dass man einerseits Radfahrer immer zum Befolgen der grünen Ampel auffordert, andererseits aber das Missachten der Vorfahrt als dermaßen normal hinstellt, dass der Radfahrer sich eben unterzuordnen hat. Da haben wir derzeit ein Ungleichgewicht.

  13. Radfahrerpistole für die Chancengleichheit 😉

  14. @ hudelzwudel:

    Was habe ich von einem Grabstein auf dem zu lesen steht: Er ääte Vorfahrt gehabt

    Es gibt hier genug Fahrer, die sich aus bestimmten Gründen immer wieder auch offen gegen Beachtung roter Ampeln u.ä. stellen, was für sich genommen erstmal so zu diskutieren wäre. Aber deinen ganzen Beitrag finde ich im Gesamtzusammenhang ehrlich gesagt schräg und spätestens mit dem Zitat stellst du dich unter Trollverdacht. Wenn du hier ernsthaft etwas – auch gerne kontrovers – diskutieren willst, lass besser solche Sprüche.

  15. @hudelzwudel:

    Auf das mit dem Grabstein muss ich auch noch mal kommentieren. Auf deinem könnte stehen: Er hat sich auf dem Radweg sicher *gefühlt*.

    Wenn du so sicherheitsbewusst bist, solltest du nicht diesen Schwachsinn mit dem Blickkontakt machen, sondern gar nicht erst rechts neben Kfz fahren, sondern davor oder dahinter, das ist sicher und da braucht es kein Blicke oder Absprachen. Und ein Großteil deiner Beinahe-Crashes geht mit Sicherheit auch auf das Konto von Radwegen. Seit ich meist keine Radwege mehr nutze, ist die Zahl der Konflikte auf im Verkehr bei mir auf 1/10 (!) zurückgegangen.

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