Kamera dokumentiert Fahrradunfall

Vorab: das Video kann sich jeder ansehen. Kein Blut fließt, unmittelbar nach dem Unfall sieht man beide Radfahrer wieder auf den Beinen. Der kurze Film zeigt, wie zwei Radfahrer am Mittwoch, dem 25. April in Berkeley in den USA von einem Auto angefahren werden und zu Fall kommen. Der Fahrer begeht anschließend Unfallflucht. Einer der Rennfahrer hatte eine kleine Kamera am Lenker dabei, ein Videoschnipsel des Unfalls wurde bei Youtube gepostet. Das wiederum rief die Polizei auf den Plan. Obwohl das Kennzeichen der schwarzen Limousine nur eine Zehntelsekunde im Bild war, reichte es, das Kennzeichen des Unfallfahrers zu ermitteln. Der Eigentümer des Autos behauptete, sein Fahrzeug sei gestohlen worden und er selbst hätte den Unfall nicht verursacht. Er wurde dennoch festgenommen.

23 Gedanken zu „Kamera dokumentiert Fahrradunfall

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  1. In Köln könnte ich mir. in so einem Fall vorstellen, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellt weil kein öffentliches Ineresse besteht.

  2. Da könnte man ja echt ne Paranoia bekommen. Unerwartet und unvorhersehbar von einer Sekunde auf die andere. Die Hintergründe wären interessant – Schnarchnase oder Gewaltkrimineller?

  3. Wirklich übel.
    Ich versteh nur nicht, warum es den vorne Fahrenden erwischt hat. Vielleicht ist der Autofahrer just in dem Moment auf der Höhe eingenickert???

  4. Festnahme? Hier in Deutschland kaum denkbar. Ist ja nichts passiert. Und wenn doch: Der Radfahrer ist selbst schuld. Und wenn nicht: Die Sonne ist schuld.

  5. Da würden nichtmal Radfahrerpistolen helfen, hinterhältige Attacke…

  6. @Pol-Ente, stimmt. Ausserdem war es ein Unfall, also prinzipiell ein Versehen. Selbst wenns Absicht war.

  7. Was anders als Absicht ist ja nicht denkbar. Der ist ja wirklich voll reingefahren bei bester Sicht und wenig Verkehr. Der hintere Radfahrer war ja sogar noch in knallrotem Ganzkörperanzug unterwegs. Schon krass, was es für Leute gibt. Was mag die Motivation für so ein Manöver sein?

  8. … ich bin grundsätzlich für Videoüberwachung – auch weil damit so genannte Straßenverkehrsunfälle oft als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr enttarnt werden. Und dafür gibt es auch in Deutschland durchaus Interesse bei einigen Staatsanwälten.

    Bisher habe ich genau zwei Mal in Fällen wie diesem (allerdings ohne Sturz) die Polizei direkt zum Ort des Geschehens gerufen – und beide Male waren sie akribisch und ernsthaft an die Sache rangegangen.

    Beim letzten Mal waren zwar mehr als zehn Zeugen vor Ort, aber leider fehlte die Kamera am Fahrrad für den Videobeweis. So erklärte der Pkw-Fahrer anschließend das Übliche: Er hätte vorbildlich gehupt um auf sich aufmerksam zu machen, mit Tempo 30 die Gruppe in ordentlichen Abstand überholt und dann sei plötzlich ein Radfahrer ausgeschert. Richtig war: Er hat aggressiv gehupt, keinen Abstand gehalten, ist mindestens doppelt so schnell wie erlaubt gefahren und hat dann den ersten Radfahrer absichtlich geschnitten und berührt.

  9. Was lernen wir daraus? Ne ordentliche Cam gehört an jedes Rad.

  10. Aber nach 24h löschen 🙂

    Kann jemand ne Cam empfehlen?

  11. Was ist eigentlich die Motivation, sich eine Kamera ans Rad zu schrauben (oder am Helm zu tragen). Wirklich hoch ist die Unfallgefahr auf den einzelnen gesehen ja glücklicherweise nicht. Video-Tagebücher von einem selbst beim Radfahren stelle ich mir auch eher langweilig vor. Jemand ne Idee?

  12. Am geeignetsten wäre wohl eine Kombination aus PivotHead-Brille mit Wechselgläsern http://pivothead.com/ und Cerevellum Hindsight 35 (http://www.cerevellum.com/)…

    …dann ist man allerdings mindestens $650 los und wie das so ist mit der Preispolitik sicher auch min EUR 650.- wenn man das Zeug hier auch bekommen sollte.

    Bissl viel für Otto-Normalverdiener

  13. @Rod, generell kann man mit Materialien zu solchen Themen Diskussionen anregen, z.B. in Youtube. Das wäre für mich eine Motivation, die allerdings – zugegeben – so eher im Hau-Drauf-Bereich angesiedelt ist.

  14. @ Rod
    Kameras sind wohl in vielen Fällen der Versuch, der Ohnmacht im Straßenverkehr etwas entgegenzusetzen. Als Radfahrer erträgt man doch sehr viel Fehlverhalten im Straßenverkehr. Ein Videobeweis entlastet da mit dem Wissen, dass man im Ernstfall nicht nur mit einer belächelten, wirkungslosen Aussage dasteht.

  15. Gut, daß beide einen Helm aufhatten, könnte man in Bezug auf die Helm-Diskussion im vorigen Blogeintrag jetzt sagen. In der Zeitlupe schön zu sehen …

  16. @ Lars: Also tut mir leid, Einzelfallbetrachtung hin oder her, ich finde man kann in der Zeitlupe sehr gut sehen, dass der Kopf des RF überhaupt keinen Kontakt mit dem Auto hat und im Fall, wo er sich der Bordsteinkante bedrohlich nähert, dreht er sich in Bodennähe scheinbar weg. Dann kippt die Kamera selbst und man kann nicht erkennen, ob Helmkontakt mit Boden oder nicht. Ich würde mal ganz ketzerisch behaupten, das ist allenfalls ein Beispiel dafür, wie gut der Körper auf solche Unfälle reagiert und wie störend ein Helm in diese Reaktion eingreifen könnte.

    Nix für ungut, aber Helm ist bis auf weiteres Glaubenssache und im Moment glauben 90% der RF, dass sich das Tragen trotz Angstkampagnen irgendwie nicht lohnt und müssen sich von 10% der RF dumm kommen lassen, die andersgläubig sind.

  17. @Michael:

    Lars meint den Fahrer des Rads an dem die Kamera montiert ist. Dessen Kopf bzw. Helm-Boden-Kontakt kann man in der Zeitlupe sehr deutlich sehen.

    Ich für meinen Teil bin bei Zwei Alleinstürzen hart mit dem Kopf auf den Boden geschlagen 1x Asphalt, 1x Wiese. Ich war übrigens überrascht, wie stabil so ein Kopf doch ist. Aber beide male fanden statt als ich mit Klickpedalen gefahren bin.
    Ich bin ziemlich überzeugt, dass Stürze mit Klickpedalen um ein Vielfaches häufiger zu Kopfaufschlag auf dem Boden führen, als Stürze mit normalen Pedalen.

  18. >>> Ich bin ziemlich überzeugt, dass Stürze mit Klickpedalen um ein Vielfaches häufiger zu Kopfaufschlag auf dem Boden führen, als Stürze mit normalen Pedalen. <<<

    Und ich denke solche Probleme hat man v.a. mit Klickpedalen die sich nicht direkt lösen, wenn man es will und braucht.

    Ich bin früher SPD gefahren und kam bei verschiedenen Umfallern öfter nicht flott genug aus der Pedale.
    Beim RR (Crosser) habe ich von Anfang an auf Crank gesetzt und bin damit bislang sehr gut gefahren. Bei jedem Umfaller oder Abflug konnte ich mitunter regelrecht vom Rad springen, weil sich die Schuhe sich extrem leicht und zuverlässig aus den Pedalen lösen lassen.

  19. @ reclaim: Ah, ok, ja stimmt. Was ich allerding sehe, ist dass auch dieser Radfahrer zwar mit dem Helm den Boden berührt, aber richtig aufknallen, so dass dem der Helm von der Rübe platzt oder ein Zurückfedern zu sehen ist, kann ich nicht erkennen. Da kann ich jetzt noch viel berechtigter die Behauptung anbringen, ohne Helm hätte er noch nicht mal Bodenkontakt gehabt.

    Wie schon an anderer Stelle gesagt, geht es mir gar nicht darum, ob hier der Helm vielleicht schlimmeres verhindert hat oder nicht. Die beiden stehen nach diesem Erlebnis zwar geschockt, aber noch heile da und unterhalten sich über die Situation und das ist doch wunderbar. Sie selbst, so wie Lars auch, werden auf Nachfrage vielleicht sagen: Gut, dass wir einen Helm aufhatten, sonst wär unsere Birne Matsche. Ich hab nichts dagegen, und wer bin ich, ihnen zu sagen, schaut mal euer Video genau an, so klar ist das nicht, wer weiß ob nicht auch ohne … usw,usf. Aber ich hab was dagegen, wenn mir in meinem Berliner Radalltag, mit meinem individuellen Radverhalten und meiner individuellen, wohlüberlegten Entscheidung jemand erzählen will, ich sei doch doof, keinen Helm zu tragen, denn hier sieht man klar, wie toll der schützt. Schlechtes Beispiel eben. Allerdings gibt für so eine Aussage bestimmt bessere, wo ich dann in die Kiste mit den Studien, Australien, Nahüberholern usw greifen müsste (was alles nicht wirklich besser untersucht ist, als die Pro-Helm-Untersuchungen).

  20. @Michael S

    Ja, ich meinte den Radfahrer mit der Kamera. Und wahrscheinlich schlägt er (soweit ich das anhand des Videos beurteilen kann) nicht so stark auf, daß er ohne Helm lebensbedrohliche Kopfverletzungen davon tragen würde. Für mich war nur interessant zu sehen, daß man bei Stürzen (über Wurzeln, über Motorhauben, wegen schlechter Fahrradwege) durchaus auch von einem Helm geschützt werden könnte.

    Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er einen Helm tragen möchte oder nicht. Ich finde, daß das Argument „Du fährst doch viel mit dem Rad, warum trägst Du keinen Helm?!“ ins Leere greift. Aber ich habe, seit ich mich als ebenfalls Helmtragender etwas mehr mit dem Thema beschäftige, öfter das Gefühl, daß man das Tragen eines Helms generell als idiotisch hinstellt, weil derjenige dann wohl nicht alle möglichen Studien richtig gelesen hat oder die und die Statistik wohl falsch interpretiert.

    Ich persönlich habe für mich entschieden, daß ich mich mit Helm sicherer fühle. Deswegen ändere ich noch lange nicht mein Fahrverhalten. Denn (und das zeigt halt das Video) auch der geübteste Radfahrer ist vor unvorhergesehenen Stürzen nicht gefeit und wird das auch nie sein.

    Also wie gesagt, wir sind uns (glaub ich) eigentlich einig: Helmpflicht nein, Helm tragen (wer mag), bitte!

    Gruß, Lars

  21. @ Lars: Ja, da sind wir wohl nicht so weit voneinander entfernt.

  22. Die Frau hier wird sich z.B. dankbar über ihren Helm äußern und es wäre Quatsch, ihr den ausreden zu wollen.

    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/369614/index.html

  23. liest sich 7 Jahre später in einem ganz anderen Licht 🙁

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