Urbanophil über den E-Bike-Boom

In keinem Wahlprogramm der bürgerlichen Parteien fehlt das Loblied auf Elektroautos, obwohl sie hier praktisch inexistent sind. Am 1. Januar 2012 waren in Deutschland 42.927.647 Pkw gemeldet, die Zahl der zugelassenen Elektroautos belief sich am Jahresanfang auf 4.541 Stück, also weit weniger als ein Promille. Prophezeit werden bis zum Jahr 2020 etwa eine Million Fahrzeuge.

Im Schatten der allseits bejubelten Elektroautomobiltät hat sich der Markt für E-Räder ganz anders entwickelt. Im letzten Jahr wurden in Deutschland 310.000 Stück verkauft, der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) schätzt, dass der Bestand an E-Bikes bereits heute die Millionengrenze überschritten hat.

Noch mal andere Zahlen werden aufgerufen, wenn es um den E-Bike-Boom in China geht. Zur Zeit werden jedes Jahr über 50 Millionen Elektrofahrräder in China verkauft, für das Jahr 2018 schätzt die amerikanische Marktforschungsgruppe Pike Research ein Volumen von 60.2 Millionen verkaufter Pedelecs in China.

Ein Doppel-Artikel im Urbanophil-Blog beschäftigt sich mit dem Aufschwung der Elektroräder in Deutschland und China. Wasilis von Rauch vom e-Radhafen beleuchtet im Beitrag Die (urbane) Mobilität der Zukunft fährt Elektrorad! den Wandel der Mobilität.

Nikolas Neubert, der seit 2009 in Shanghai lebt, beschreibt in China’s road to e-bike den dortigen Boom von Elektrofahrrädern.

17 Gedanken zu „Urbanophil über den E-Bike-Boom

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  1. Zufällig heute ein Artikel im Economist zu E-Autos:
    http://www.economist.com/blogs/graphicdetail/2012/05/daily-chart-3

    In China wurden letztes Jahr 8000 E-Autos verkauft trotz Subvention. D.h. dort stehen 8.000 gegen 50.000.000.

  2. Toll und eigentlich auch gar nicht überraschend.
    Aber wo bleiben die dafür notwendigen Änderungen in der Infrastruktur um diese „Massen“ auch tatsächlich sicher (und zügig) durch den Stadtverkehr zu bewegen?

  3. Welche Änderungen meinst du? Breite Strassen mit glatter Oberfläche gibt es doch genug. Mopedfahrer haben auch keine Mopedinfrastruktur, die fahren im Mischverkehr mit. Das sollte endlich wieder selbstverständlich werden.

  4. Wahrscheinlich meint er die Radwegpest? Pedelecs (und das sind bei weitem die meistverkauften Eletrounterstützten Räder) unterliegen genauso der Radwegebenutzungspflicht wie alle anderen Fahrräder, denn die gelten rechlich als Fahrräder.

    Mit Mopeds hat das alles nichts zu tun. Wer Pedelecs für Mopeds hält, glaubt wahrscheinlich auch das Zeug was man im Baumarkt kaufen kann wären Fahrräder.

  5. Was denn sonst? Was ist der Unterschied zwischen einem Mofa und einem Pedelec? Oder zwischen einem Grace und einem Moped? http://de.wikipedia.org/wiki/Kleinkraftrad http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:2007-08-cesko-137.jpg&filetimestamp=20091002192651

  6. @ Kai: Setz Dich auf beides mal drauf, dann kannst Du Dir Deine Frage selbst beantworten.

  7. @Kai: grade warens noch Mopeds und jetzt faselst Du von Mofas? Kennst Du wirklich den Unterschied nicht? Kannst Du auch in der Wikipedia nachlesen 🙂

  8. Was ist denn der Unterschied? Das hier ist doch ein Mofa, oder nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%A9losolex

    Und das hier ist plötzlich keins? http://www.das-elektrofahrrad.net/pedelec/

    Und ja, ich hab schon auf welchen draufgesessen und den „eingebauten Rückenwind“ genossen. Schöner Selbstbetrug.

  9. Und das hier: http://www.sfm-bikes.de/de/bike.php?bike_id=235

    Fahrrad oder Mofa? Unterscheidungsmerkmale zum Pedelec?

  10. Diese Teildiskussion um die Einordnung des Pedelec ist doch eigentlich völlig egal. Die totale Abneigung einiger Kommentatoren ist hinreichend bekannt. Dass Pedelecs einen Sonderstatus haben (gleiche Rechte und Pflichten wie Fahrräder) und dennoch einen Motor, ebenso.

  11. Ich verstehe die Zahlen für China nicht.

    Pro Jahr 50 Mio. Verkauft, und bis 2018 nur 60,2 Mio in China im Einsatz? Irgenwo ist da was flasch.

  12. @(hriss: Einfach mal auf den Original-Artikel gehen, das mit den 50 Millionen ist nicht pro Jahr.

    Danke an die Spannerei übrigens fürs Supporten!

  13. @berlinradler: Richtig, ich wollte ursprünglich auf den Widerspruch hinweisen, dass Menschen, die auf einem Kleinkraftrad sitzen, keine Angst haben, sich zwischen Autos zu bewegen, auch wenn sie dauernd von diesen überholt werden. Sobald es aber Pedalen hat, muss eine sogenannte „Infrastruktur“ her. Deshalb mein obiger Mopedvergleich. Mofas sind ja kaum noch unterwegs, aber alle möglichen Kleinkrafträder, die weniger als 50 km/h schnell sind.

  14. Da ist was dran. Als ich gestern so einen Benzin-Mo(ped/fa?)-Fahrer als Linksabbieger auf einer vielbefahrenen Straße sah, dachte ich auch, dass es doch komisch ist, dass Radfahrer sich sowas eher nicht drauen.

  15. Was der Kai hier immer wieder übersieht, ist, dass die überwiegende Mehrheit der Elektrounterstützten Räder, nämlich die Pedelecs rechtlich als Fahrräder gelten und daher genauso der Radwegbenutzungspflicht unterliegen wie normale Fahrräder. Das ist bei Mopeds (von denen Kai zunächst sprach) ganz anders und auch Mofas werden nicht völlig gleich behandelt.

    Und da diese Infrastruktur real existiert, die Benutzung verpflichtend ist und diese für Geschwindigkeiten um die 25km/h (Pedelec-V-Max) nicht geeignet ist finde ich den Einwand durchaus berechtigt, dass sich an der Infrastruktur was ändern muss. Wenn das die Abschaffung von Radwegen oder deren Benutzungspflicht die Konsequenz ist, soll mir das nur recht sein

  16. @Berlinradler:

    Wie, nicht trauen, wie soll ich denn sonst links abbiegen?
    Klar isses nicht weit her mit dem durchgelassen werden und wenn man als erster abbiegt kann man davon ausgehen, dass der Hintermann einen schneidet, aber ich mach doch keine Kindergartenabbiege mit 2 Ampelphasen, da wartet man ja mancherorts 5 minuten lang. (Hermannstraße z.B.)

  17. […] ohne eine einzige Pedalumdrehung, nur mit Hilfe des Elektromotors fährt. In Deutschland benötigen E-Bikes eine Betriebserlaubnis und sind versicherungspflichtig. Der Gesetzgeber sieht zwar eine […]

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