Polizei testet alternative Antriebe

Die Berliner Polizei stellt am 19. Januar elf alternativ angetriebene Fahrzeuge in Dienst. Damit soll der CO2-Ausstoß verringert und die Umwelt geschützt werden. Fahrräder befinden sich nicht unter den von Toyota, Opel, Mitsubishi und Renault gelieferten Fahrzeugen.

In Diskussionen über die Polizeiarbeit werden häufig Fahrradstaffeln gewünscht, da man sich davon ein besseres Einfühlungsvermögen in die Belange der Radfahrer erhofft. Kritikpunkte an der Polizeiarbeit sind u.a. häufige Verkehrsregelunkenntnis sowie parteiische Unfallberichte und -statistiken.

Berliner Polizei: Blau fährt jetzt grün

19 Gedanken zu „Polizei testet alternative Antriebe

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  1. Bei Fahrradstaffeln mit Uniform traut sich keiner nah zu überholen, zu schneiden etc. Da würden die Beamten kein allzu realistisches Bild kriegen.

  2. aber sie würden die schlimmen Radwege kennenlernen, alle 30m auf Radwegparker treffen, merken, dass sie permanent von Autos umzingelt sind. Und Rechtsabbieger die Radfahrern die Vorfahrt nehmen treffen sie auch zur Genüge an.

  3. Ich glaub auch nicht, dass das viel nützen würde. Da würden ohnehin nur die fahren, die auch sonst schon gern auf dem Rad unterwegs sind und die Situation aus ihrem privaten Leben kennen. Politiker auf dem Rad – das würde was nützen.

    @ Christoph: wo ist denn das? alle 30m Radwegparker ist zumindest für Berlin arg übertrieben. Einige Radstreifen leiden sehr darunter und jeder (Falschparker) ist einer zuviel – aber ich würd‘ die Kirche schon im Dorf lassen.

  4. Auf der Schlüterstraße zwischen Kudamm und Kantstraße wäre man schon sehr glücklich, wenn die Autos nur alle 30 m auf dem Radstreifen stehen würden. Ab das scheint ein rechtsfreier Raum zu sein.

  5. @ Tom: Du weißt was ich meine, oder? Auf Rad_wegen_ parkt in Berlin kaum noch jemand und bei Radstreifen gibt es einige Brennpunkte, meistens sind sie aber ok und wenn, dann stehen die Autos im Klump. Scheint was magnetisches zu haben, sind ja auch mit viel Metall. Wenn man mit „alle 30m“ so stark verallgemeinert, verliert man den Blick auf die wirklich schlimmen Stellen – da gehört die Schlüterstraße natürlich dazu. Wir können ja mal eine Top 10 aufmachen, wie wärs?

  6. Ich hab Katzbachstrasse, Urbanstraße, Dudenstraße, Schloßstraße im Angebot 😉 Überall wo Geschäfte oder Gewerbe ist, wird die Radspur zur Parkspur.
    Und zum Thema: Symbolpolitik im Sinne der Zukunftsmobilität wie sie sogar die Grünen sieht.

    Mehr Polizei auf Fahrrad wäre toll. Die Polizisten, die sonst nur zum Brötchen holen fahren oder den Sonntagsausflug machen, werden auch fleissig die Radwege benutzen. Nur Alltagsradler bei der Polizei werden auch die Fahrbahn benutzen. Ich denke, dass die trotzdem in der Mehrheit zu dicht überholt werden würden, weil die vorgeschriebenen Überholabstände ja gar nicht bekannt sind, selbst bei der Polizei nicht.

  7. Schlüterstraße
    Katzbachstrasse
    Urbanstraße
    Dudenstraße
    Schloßstraße. Erstmal sammeln.

    Vor zwei Jahren war ich mal bei einer kleinen Tour mit 15-20 Leuten durch Berlin dabei, begleitet von 2 Radpolizisten. Die hatten Mühe, von Autofahrern wahrgenommen zu werden, wenn sie mal eine Straße für uns freihalten wollten. Ohne Mütze fehlt denen was an Autorität (hatten übrigens auch keinen Helm auf, nur ein Basecap!)

  8. In Hamburg gibt es gute Erfahrungen mit der Polizeistaffel bei der Verkehrspolizei. Die Beamten sind passionierte Radfahrer und kennen die Probleme auf dem Rad auch aus privater Erfahrung. Sie tragen so auch innerhalb der Polizei zu einer anderen Sichtweise auf Radfahrerverhalten bei.
    Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie in HH bei Unfällen mit Radfahrern, wenn möglich, hinzugezogen werden! Dort gibt es keine, sonst weit verbreiteten, Vorverurteilungen dem Radfahrer gegenüber.
    Auf mehreren Hamburger Sternfahrten konnte ich mich von dem positiven Denken und Handeln der Radstaffel selbst überzeugen. Für mich ist die Hamburger Radstaffel ein echter Fortschritt.

  9. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie in HH bei Unfällen mit Radfahrern, wenn möglich, hinzugezogen werden! Dort gibt es keine, sonst weit verbreiteten, Vorverurteilungen dem Radfahrer gegenüber.

    Das hört sich allerdings nach einer guten Idee an.

  10. Wien hat auch ein paar (sehr wenige) RadpolizistInnen. Mir selber sind sie außer im Sommer bei den Critical Mass zwar nie aufgefallen, scheinen sich größtenteil im Touri-Zentrum aufzuhalten, einem Freund wurde aber mal sehr nett durch einen Radpolizisten gegen einen die Radspur blockierenden Taxifahrer geholfen (https://veloviel.wordpress.com/2011/11/08/es-geschehen-noch-zeichen-und-wunder/). Ein paar mehr und nicht nur im Sommer wären also sicher gut…

  11. @ a!: Großartig 😀

  12. Es gibt ja in Berlin durchaus so einige Polizisten, die in zivil mit dem Rad durch die Stadt fahren. Sei es dienstlich eben als „Zivis“, oder eben auch auf dem Weg zur Dienststätte.

    Das Problem dürfte sein, dass deren Erfahrungen bezogen auf den Radverkehr entweder überhaupt nicht ausgewertet werden, oder sie im Rahmen der bestehenden Hierarchie kein Gehör finden.

    Gerade bei der Radverkehrspolitik, und dazu gehören z. B. auch Aufträge an die Polizei zur „Überwachung des Radverkehrs“, geht es ja innerhalb des Apparates nicht um sinnhafte Maßnahmen, sondern um Umsetzung von Aufträgen, die letztlich aus der Politik kommen.

    In der Industrie würde man sagen: da muss ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 900x her. Übliche Qualitätsmanagementsysteme in der Industrie beinhalten nämlich Maßnahmen zur Erfolgskontrolle und Fehlererkennung, also Feedback-Schleifen, über die dann eine iterative Qualitätsverbesserung erfolgen kann. Sowas fehlt im Bereich der Verkehrspolitik völlig.

    Es ist prinzipbedingt auch schwer, bei der Polizei so etwas einzufordern. Denn die Polizei ist Exekutive und arbeitet paragraphen- und auftragsorientiert. Letztlich müsste der Impuls für ein solches Qualitätsmanagement aus der Politik kommen. Die aber wiederum hält sich ja selbst für allwissend bzw. ist ansonsten in ihrem eigenen Klüngel gefangen. Expertenmeinungen, z. B. von Polizisten auf der Straße, stören da den Betrieb nur.

  13. @Dan: stimmt. Was aber dazu nicht passt, sind z.B. die andauernden Aufforderungen der Polizei, Radfahrer sollen defensiv fahren, sich vor rechtsabbiegenden LKW hüten, generell auch auf nichtbenutzungspflichtigen Radwegen fahren (München). D.h. wenn die Polizei das ausführt/überwacht was Gesetze/Politik vorgibt, und dazu passend Präventivarbeit leisten will, müsste sie z.B. bei abbiegenden LKW-Fahrern um Vorsicht werben, Autofahrer darauf hinweisen dass Radfahrer jetzt auch auf der Strasse fahren, usw usw. Aber das tut sie nicht. U.a. weil ihre komplette Perspektive nur aus dem Auto stammt.
    Die Polizei weiss sehr wohl wie die meisten tödlichen Unfälle passieren und wer sie hauptsächlich verursacht.
    Wenn es z.B. ein Fahrradanteil von 10% am Modal Split gibt, sollte dieser Anteil auch bei der Aufteilung der Verkehrspolizei auf ihre Verkehrsmittel fest verankert werden.

  14. Aufforderungen der Polizei, Radfahrer sollen defensiv fahren, sich vor rechtsabbiegenden LKW hüten, generell auch auf nichtbenutzungspflichtigen Radwegen fahren (München)

    Da haben wir es hier in Berlin zumindest auf dem Papier besser:

    http://www.berlin.de/polizei/verkehr/liste/archiv/28671/index.html

    und…
    http://www.berlin.de/polizei/verkehr/radfahrer.html
    …zumindest unter dem Punkt „Nicht ausgeschilderte Radwege müssen nicht, können aber benutzt werden“

    (ich hätte gerne direkt aus den Links zitiert. Aber die Berliner Polizei mag keine ungenehmigte Verfielfältigung Ihrer Webseiteninhalte. Auch nicht auszugsweise)

  15. […] (685) 82. Gestern Nacht im Taxi (706) 83. Rene Schaller (714) 84. Hauptstadtblog (723) 85. Rad-Spannerei blog (742) 86. filmtagebuch (785) 87. SPREERAUSCHEN.net (787) 88. Nics Bloghaus II (808) 89. Missy […]

  16. Bei Fahrradstaffeln mit Uniform traut sich keiner nah zu überholen, zu schneiden etc. Da würden die Beamten kein allzu realistisches Bild kriegen.“

    aus den worten „das ist eine straße und kein radweg“ meiner versuchten nahüberholerin letztens (die dann doch nicht vorbeikam… hehe) schließe ich, dass sie sich durchaus nicht über die regeln im klaren war. also auch einen als solchen erkennbaren polizisten mit quasi inexistentem abstand zu überholen versucht hätte.
    aber ich vermute, bei diesem hätte sie nicht so ein theater mit ihrer hupe veranstaltet. und der hätte wahrscheinlich qua autorität auch die hürden überwinden können, an denen ich scheiterte („wie, argumente von so radfahrern? wozu hab ich meine elektrischen fensterheber…“) beim versuch ihr klarzumachen, dass sie es war, die eine üble aktion vorhatte.

  17. Tja, Polizisten sind auch nur Menschen und Menschen sind halt scheisse. Musst nicht erwarten das man durch einen Beruf automatisch zum STVO-Auskenner und Bessermensch wird. Wäre wünschenswert bei der Ordnungsmacht im Lande, ist aber utopie 🙁

  18. Tja, Polizisten sind auch nur Menschen und Menschen sind halt scheisse.

    tststs… hier hätteste wieder deinen erweiterten nick bemühen müssen… Was soll denn sowas?

    Nach meiner Einschätzung sind nur 10% der Menschen Arschlöcher oder Dummköpfe. Scheisse sind Menschen deshalb noch lange nicht. Das Problem ist, dass die 90% den 10% erlauben, über sie zu bestimmen, statt sie noch mal nach hinten in die Schlange zu schicken. Während man für die Dummköpfe in meiner Idealgesellschaft noch sinnvolle und befriedigende Aufgaben finden kann, muss man auf die Arschlöcher einfach nur höllisch aufpassen, sonst stehen sie bald wieder vor einem 😉

  19. Also wenn sich 10% der Leute vordrängeln würden, würde das echt nerven 🙂

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