Achtung: Polizei verteilt Bußgelder am Alexanderplatz

Besonders gemein, weil von der Verkehrsplanung eine untragbare Situation für Radfahrer_innen geschaffen wurde, die zu ordnungswidrigen Verhalten quasi zwingt:

Da die Rechtsabbiegespur für Fahrräder auf Höhe des Saturn-Gebäudes in Richtung Alexanderstraße fehlt, fahren viele (auch ich) auf dem Bürgersteig, um in die Grunertstraße abzubiegen.  Genau dort steht heute die Polizei und knöpft allen 15 € ab, die sich nicht zwischen die rechtsabbiegenden Autos quetschen wollen. Ein Beispiel von vielen für eine verfehlte Verkehrsplanung zu Lasten von Radfahrenden.

17 Gedanken zu „Achtung: Polizei verteilt Bußgelder am Alexanderplatz

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  1. Und genau da und auf der anderen Seite wird nachts aus den Radspuren illegal ein Taxistand. Und das interessiert natürlich dann niemanden …

  2. irgendwie wird mir aus dieser beschreibung nicht ganz klar, welche kreuzung gemeint ist. die nordöstliche ecke (alexanderplatz/otto-braun/karl-marx-allee)?

  3. Mir ist das Problem auch nicht ganz klar geworden, leider sind die Streetview-Karten nicht sehr aktuell, so dass ich mir die Abbiegesituation grad gar nicht vorstellen kann.

  4. Wie sieht denn überhaupt die Befahrbarkeit des Areals „Alexanderplatz“ aus?

    Ist das eine Fußgängerzone mit Fahrrad frei?

    Von der Grunertstraße in die Dircksenstraße abbiegend gibt es am Anfang der Zone eine Radfahrerdurchfahrtmöglichkeit nach links Richtung Rotes Rathaus (ungefähr hier: http://g.co/maps/qr85m ).

    Kommt man aus Richtung Otto-Brauns-Straße und folgt der Straßenbahn, so landet man an dieser Stelle http://g.co/maps/qqbc5 seit neuestem auf einem linksseitigen benutzungspflichtigen Fahrradweg. Dieser hat an der Kreuzung Alexanderstraße Fahrradampeln. Der Übergang wird natürlich auch gerne von Fußgängern genutzt…
    Nach der Kreuzung mit der Alexanderstraße „versandet“ der Fahrradweg dann plötzlich zwischen Straßenbahnhaltestelle und Saturn und geht in die normale Pflasterung des Alexanderplatzes über, ohne daß es eine irgendwie geartete Beschilderung gäbe.

    Darf man da entlang der Straßenbahntrasse weiter bis zur Rathausstraße fahren?

  5. Die Befahrbarkeit des Areals Alexanderplatz – also wirklich des Platzes – ist mir auch unklar. Es führen einige Straßen mit Fahrradfreigabe rein, die dann aber mit dem Platz verschmelzen. Neben den von Robert genannten fällt mir u.a. die Dircksenstraße aus anderer Richtung ( http://g.co/maps/e7hks ) ein, die im Haltestellenbereich rechterhand mit „Durchfahrt verboten“, linkerhand allerdings mit „Durchfahrt verboten, Radfahrer frei“ beschildert ist. Diese Straße führt auch in den Platz hinein, ohne dass seine verkehrsrechtliche Stellung geklärt würde. Es ist weder eine Grünanlage noch eine Fußgängerzone.

    Da es zwar explizite Fahrradfreigaben, an den fraglichen Stellen aber keine weiteren Klarstellungen gibt, gehe ich mal davon aus, dass man auf dem Alexanderplatz fahren darf. Gröbstenfalls so wie auf einer Fahrbahn – das würde ich allerdings nicht „durchsetzen“ und Fußgängern immer Vorrang lassen.

  6. @Michael: Das mit dem Taxistand auf der Fahrradspur ist mir auch schon mehrere Male direkt vorm Eingang des Alexas an der Fußgängerampel aufgefallen. Und zwar nicht nur Nachts…

  7. meint ihr diese stelle?

    http://www.huebsch-gemacht.de/radwege/filter.php?cmd=one&img=20110823_201801_0000

    da ist selbst mir aufgefallen, dass da was nicht stimmt.

  8. @CGast: Da sollte man mal jemanden mit Trial-Bike drüber schicken 😉

    Polizei und Ordnungsamt kümmert sowas ja nicht

  9. Das Ordnungsamt läuft an der Stelle (unteres Bild) ja selbst gern auf dem bestens versteckten Designerradweg, der rechts von dem Radweg zum Alex reinführt. Vom Bürger verlangt es hingegen teilweise eine dogmatische Regeleinhaltung.

  10. Designerradweg??? Ich seh auf dem Bild nur eine Rechtsabbiegespur, keinen Radweg der dazu gehört.

  11. … also die Sache ist wie folgt 🙁

    – ursprünglich war parallel zur Straßenbahntrasse über den Alex ein Radweg geplant, also in Fortsetzung des asphaltierten Europaradweges R1 von der Rathausstraße (der inzwischen ohne Baustellen-Umleitung wahrscheinlich längst in Vergessenheit geraten ist), unter der Stadtbahnbrücke hindurch bis zur Straße Alexanderplatz

    – dann gab es mehrere Vororttermine mit den anzuhörenden Verbänden, Verwaltungen usw.

    – dort gab es einen Vertreter eines Behindertenverbandes, der sich ganz sicher war, dass alle Radfahrer alle Blinden tot fahren oder so ähnlich

    – dann habe ich Unterschriften zum Beispiel bei den Blindentandemfahrern gesammelt (vorne sitzt immer der, der noch was sieht …), natürlich mit vollster Zustimmung für den Radweg

    – dann gibt es einen wie auch immer gearteten internen Abwägungsprozess, in dessen Ergebnis der klar definierte Radweg verworfen und das Rad fahren auf dem Alexanderplatz irgendwie in Gänze erlaubt wurde

    – bis heute stehen natürlich keinerlei Freigabeschilder (zumindest nicht aus Richtung Straße Alexanderplatz und meiner Erinnerung auch nicht an der Einfahrt von der (theoretischen) Rathausstraße), aber man kann sowohl den R1 durch die schicken Nägel im Pflaster erkennen als auch den neuen schicken Fahrradüberweg über die Straße Alexanderplatz (der natürlich dankbar von Fußgängern genutzt wird), der dann irgendwie imaginär über den Alex weiterführt

    Kurz um: Ich würde Jedem raten gegen ein Knöllchen auf dem Alex Widerspruch einzulegen. Und wie das Beispiel zeigt, ist Demokratie manchmal schwer auszuhalten, allerdings hatte der Fahrradbeauftragte damals auch weniger Macht als der gesetzlich verankerte Behindertenbeauftragte.

    Auch bemerkenswert: Natürlich standen auch heute Abend gleich drei Taxen und zwei Privat-Pkw auf dem Radfahrstreifen Grunerstraße in Fahrtrichtung Leipziger Straße Höhe Alexanderstraße. Aber wer kann da schon was gegen machen, wo doch nur etwa mehrere tausend Parkplätze am und unter dem Alex leer stehen …

    Stellen die eigentlich als Taxifahrer auch nur noch Blinde ein oder verstoßen die armen ausgebeuteten Prekarier auf vier Rädern etwa bewusst gegen die StVO?

  12. Spontan fallen mir folgende weitere Taxistände auf Radstreifen ein: Schlesische am Flutgraben, Schlesische Ecke Falckenstein, Köpi vor dem Rotlichtetablissement, Köpi vor Spindler/Klatt, Am Oberbaum Ecke Falckenstein, Am Oberbaum Ecke ehem. Gröbenufer, außerdem wird der Streifen auf der Oberbaumbrücke bei Veranstaltungen in der Halle am Ostbahnhof regelmäßig als Busparkplatz genutzt…

  13. Der Alex ist ein interessantes Beispiel, wie Verkehr ohne Autos funktioniert.

    An einigen Stellen sind – manchmal auch gut erkennbar – Radwege aufgebracht. Anders als Fahrbahnen werden sie aber von den Fußgängern nicht als Verkehrswege wahrgenommen und mitgenutzt. Die verkehrliche Trennung, wie sie zwischen Auto und Fußgängern stattfindet (was übrigens über Jahrzehnte hinweg konditioniert werden musste), funktioniert in einem System, das nur Fußgänger und Radfahrer kennt, nicht. Vielmehr spielt sich hier eine Variante ein, wie man sie aus alten Filmen (~1920) kennt – alle laufen und fahren wie sie wollen. Das funktioniert, so meine Erfahrung, ziemlich gut. Gäbe es die aufgezeichneten Radwege nicht, würden sich alle genauso verhalten – als Radfahrer würde man dann weniger dahingehend konditioniert, sich über die bösen Fußgänger auf den Radwegen aufzuregen.

    Einzig eine Klarstellung der Regeln (Vorsicht und Vorrang für Fußgänger) und vielleicht eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Radfahrer würde Sinn machen, manche fahren schon ziemlich hart Slalom um die Fußgänger. Die STVO böte hier allerdings nur den verkehrsberuhigten Bereich, der dann alle Fahrzeuge zulassen würde, oder die für Radfahrer freigegebene Fußgängerzone, was in diesem Beispiel wohl am besten passen müsste.

  14. ich stand neulich so ca. 20 min genau an der stelle und hab geguckt was so passiert. abgesehen davon das eher wenig leute abends ohne licht unterwegs waren habe ich 3 beinahe unfälle gesehen. einfach weil die autofahrer auf die abbiegespur wollen und die radler übersehen – radweg/fußweg hin oder her. an dem tag wurde bereits ne frau genau dort angefahren und ein kurier soweit mir berichtet wurde auch … dagegen sind die knöllchen ja noch beinahe banal… das ist einfach ne verdammt gefährliche stelle!

  15. Ihr seid antisoziales Gesindel dass den oeffentlichen Raum auf Kosten des Fussgaengers nutzt. Meinetwegen werden die Bussgelder fuenffach erhoeht. Bis dann schiebe ich alle Buergersteigradler mit Gewalt aus meinem Weg. Der Buergersteig ist fuer Fussgaenger. Alexanderplatz Radfrei!!!

  16. Auf dem Alexanderplatz fahren ist nicht unbedigt verboten.

  17. @CJ

    Yeah, genau das was wir brauchen, Eskalation!

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