Choriner Fahrradstraße kurz vor der Vollendung

In letzter Zeit machen die Bauarbeiten auf der zukünftigen Fahrradstraße Choriner Straße deutliche Fortschritte. An mehreren Stellen wurde der Querschnitt der Straße durch Fahrradständer verengt. Seit einigen Tagen stehen auch die entsprechenden Schilder, Fahrradpiktogramme wurden ebenfalls auf der Fahrbahn angebracht.

Die beiden Bezirke, die am Bau der Fahrradstraße beteiligt sind, gehen unterschiedlich vor. Während der Bezirk Pankow den herkömmlichen Straßenquerschnitt beibehalten hat, wurde die Choriner Straße im Bezirk Mitte verschlankt. Auf der östlichen Seite der Choriner zwischen Schwedter und Fehrbelliner parken die Autos nun schräg, das macht die Straße enger und schafft zusätzliche Autoparkplätze. Die Folge der Verengung ist bereits heute spürbar: Autos überholen Radfahrer im südlichen Teil der Chroiner seltener als im nördlichen, breiteren Teil. Dementsprechend wird im Pankower Teil der Choriner das Tempo 30 Gebot häufiger missachtet als südlich der Schwedter Straße.

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16 Gedanken zu „Choriner Fahrradstraße kurz vor der Vollendung

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  1. Aber was hat das für einen Nutzen? So viele „Anlieger“ wie in Choriner oder Linienstraße täglich fahren kann es gar nicht geben.

  2. > So viele “Anlieger” wie in Choriner oder Linienstraße täglich fahren kann es gar nicht geben.

    Die halten sich für Anlieger, wenn sie das Anliegen haben, da lang zu fahren.

  3. Aus Autofahrersicht sind die Fahrradstraßen/Anliegerstraßen schlecht erkennbar. Wer aus der Schönhauser in die Choriner abbiegt, weiß vorher nicht, dass er in eine Straße mit Durchfahrtverbot kommt. Erst wenn er sich schon einige Meter auf der Choriner Straße befindet, erfährt er, dass das eine Anliegerstraße ist. Gleiches gilt bei allen anderen Straßen, die die Choriner kreuzen.

  4. Das Problem solcher Straßen ist die durchgängige Befahrbarkeit für Kfz. Wäre die nicht gegeben, gäbe es auch weniger „Anlieger“.

  5. Ich lese immer nur Autos und Parkplätze. Der wahre Sinn von Fahrradstrassen scheint mir die Schaffung von Kfz-Parkraum zu sein. Ich würde da nicht fahren.

  6. > Das Problem solcher Straßen ist die durchgängige Befahrbarkeit für Kfz.
    > Wäre die nicht gegeben, gäbe es auch weniger “Anlieger”.

    O ja. Die Prinzregentenstraße ist eine aus unerfindlichen Gründen beliebte „Schleichstrecke“ parallel zur wenig entfernten Bundesallee. Vor ein paar Jahren wurden die beiden Tunnels in der Bundesallee modernisiert, da fing der Unfug an, heftig zu werden. Die Tunnels sind seit langem fertig, aber die Schleichstrecke ist nach wie vor beliebt.
    Und sie enthält eine „verkehrsberuhigte Zone“ (Durchführung durch den Volkspark Schöneberg), in der nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist.

    Stört den da lang“schleichenden“ Autofahrer nicht.

    Die Ausschilderung der Fahrradstraße allerdings ist auch bizarr: In gefühlt fünf Metern Höhe hängen Schilder, die einerseits die Tempo-30-Zone aufheben und andererseits die Fahrradstraße einleiten. Und das vor/hinter jeder Kreuzung.

    Woher soll aber der Autofahrer wissen, was a) eine Fahrradstraße ist und b) wie schnell er dort fahren soll?

    1976, als der typische Berliner Autofahrer spätestens seinen Führer!schein gemacht hat, da gabs das nicht, das irritiert, das macht ganz wuschig. Lieber mehr Gas geben.

  7. Ich merke als Radfahrer KEINEN spürbaren Unterschied, ob ich in einer Fahrradstraße unterwegs bin oder in einer normalen Zone 30 Wohnstrasse. Ich muss dort genau so aufmerksam sein wie in jeder anderen Wohnstraße auch. Schneller voran komme ich auch nicht.
    Fahrradstraßen sind nach meinem Gefühl verkehrspolitische Augenwischerei. Sie schaffen weder mehr Sicherheit noch besseres Vorankommen für Radfahrer.
    Zumindest ist das in der jetzigen Form so.

    Ein super Mittel das zu ändern wären speedbumps, die man als Radler umfahren kann und die Straßen nicht durchgängig für den KFZ-Verkehr zu machen.

  8. fahrradstraßen sind doch unnötig, zumindest solange es nicht straßen sind die ohne ausnahme nur für den radverkehr freigegeben sind. sobald in der fahrradstraße ein auto auftaucht, ist das sofort das signal für die anderen autofahrer das er dort auch durchfahren kann.
    es sollten besser auf allen hauptverkehrsstraßen fahrradstreifen entstehen und im kreuzungsbereich platz für radfahrer geschaffen werden.

  9. Wenn ich die Fahrradstraßen fahre, dann immer in der Mitte der Fahrbahn. Radfahrer müssen sich einfach den Platz nehmen, der ihnen in solchen Straßen zusteht. Defensives Fahren hin oder her, wo, wenn nicht auf einer Fahrradstraße, kann man Autofahrern zeigen, dass sie zweitklassig sind. Wenn das alle Fahrer machen würden, haben die auch die Schnauze voll mit Tempo 20 aufgehalten zu werden und meiden die Fahrradstraßen.

  10. > Ein super Mittel das zu ändern wären speedbumps, die man als
    > Radler umfahren kann und die Straßen nicht durchgängig für den
    > KFZ-Verkehr zu machen.

    Zustimmung! Gerade der von mir weiter oben angesprochenen Prinzregentenstraße täte eine Sperrung für den Autoverkehr im Bereich der Durchfahrung des Volksparks mehr als gut.
    Da wohnt keiner, und da muss auch keiner langfahren, um zu seiner Wohung zu kommen. Und die Jogger im Park würden sich auch nicht dran stören, wenn sie dort nur noch mit Radfahrern zu tun haben.

    Im übrigen bin ich der Ansicht, daß das südliche Segment der Bundesallee (zwischen Friedrich-Wilhelm-Platz und Walter-Schreiber-Platz) dringend umgebaut gehört: Web mit dem (nicht benutzungspflichtigen) Hochbordradweg), und eine der beiden Fahrspuren durch einen Angebotsstreifen ersetzen, genauso, wie es in der weiter südlich befindlichen Schlosstraße der Fall ist.

    Ist allerdings unwahrscheinlich, denn durch die schwachsinnige Bezirksreform ist Schöneberg (in dem dieses Teilstück liegt) leider an den Beamtenfriedhof Tempelhof gebunden.

  11. Sass gestern ne weile in der choriner und hab den autoverkehr beobachtet. Durchgangsverkehr kommt aus der Schönhauser oder der Oderberger (trotz gesperrter Durchfahrt) und fährt munter durch die Choriner. In der Viertelstunde, die ich dort warten musste, hat kein einziges Auto beim Fahrradstrassenschild auch nur gezögert. Geschweige denn gewendet.
    Ist allerdings wirklich bescheuert, dass das Schild mitten auf dem Strassenabschnitt steht und man nicht einfach in eine für Autoverkehr zugelassene Strasse abbiegen kann.

  12. @Markus: Ich habs mir zwar noch nicht angeschaut, aber auch bei der Choriner dürfte es sich nicht um eine reine Fahrradstraße handeln, sondern um eine, in der Kfz-Verkehr – zumindest Anliegerverkehr – via Zusatzschild erlaubt ist.

  13. Was ich in jedem Fall positiv finde, sind die neuen Fahrradabstellanlagen in der Straße. Das macht den Autofahrenden präsenter, dass hier viele RadlerInnen wohnen, leben, arbeiten und ausgehen. Vielleicht führt das auch zu mehr Rücksicht seitens der Motorisierten.

  14. @reclaim: Naja klar, aber dass alle Autofahrer Anlieger sind, will mir nicht so recht in den Kopf…

  15. > Naja klar, aber dass alle Autofahrer Anlieger sind, will mir nicht
    > so recht in den Kopf…

    Wie schrieb ich?

    > Die halten sich für Anlieger, wenn sie das Anliegen haben,
    > da lang zu fahren.

    Und das wird erst dann unattraktiv, wenn so eine Straße spätestens nach der zweiten Querstraße für Autos unbefahrbar wird.

    Ein Ansatz, wie man so etwas sehr schön und für die Anwohner auch lebensqualitätserhöhend umsetzen kann, zeigt sich in der Crellestraße. Die ist an der T-Kreuzung mit der Helmstraße einfach komplett gesperrt, da ist ein recht großer weitläufiger Platz entstanden.

    Wenn man so etwas bei jeder zweiten oder dritten Kreuzung auf einer sogenannten Fahrradstraße einsetzt (und dann noch sinnvolle Regelungen für das Radfahren auf den gesperrten Bereichen einführt und einhält), dann können die echten Anlieger (also die, die da wirklich wohnen bzw. die, die da mit ’nem Lieferwagen hinfahren müssen, weil sie eine Schrankwand oder so liefern) durchaus noch vor jedes Haus fahren, aber den falschen Anliegern (die, die wie oben beschrieben, nur das Anliegen der Straßenbenutzung haben) wird die Lust genommen.

    Damit so etwas funktioniert, muss es natürlich parallel zu Fahrradstraßen für Autos durchgehend befahrbare Straßen geben, auf denen deren Verkehr kanalisiert wird.

    Aber: Warum eigentlich nur Fahrradstraßen? So etwas sollte in Wohngebieten allgemeiner Standard werden.

  16. Prokrastes – ich stimme Dir 100% zu. Man muss nur mal den Verkehr in „abgeschirmten“ (also z.B. von Bahnlinien oder Gewässern begrenzten) Nebenstraßenbereichen mit dem in frei zugänglichen Gebieten vergleichen. Manche Autofahrer haben scheinbar keinen Bock auf Hauptstraße und nutzen daher gern die Nebenstraßen – Rückzugsgebiete für Nicht-Auto-Nutzer entfallen damit.

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