Schwerer Abbiegeunfall mit LKW in Falkensee

Die Polizei im Landkreis Havelland berichtet von einem schweren Unfall, der sich am vergangenen Freitag in Falkensee an der Kreuzung Falkenhagener Straße und Bahnhofstraße ereignet hatte. Die Meldung der Polizei im Wortlaut:

„Ins Krankenhaus kam ein Radfahrer nach einem Unfall am frühen Freitagnachmittag im Stadtzentrum. Der Mann war gegen 13.30 Uhr an der Rathauskreuzung mit einem abbiegenden LKW kollidiert. Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten in eine nahe Klinik. Polizeibeamte regelten vorübergehend den Verkehr. Die näheren Umstände des Unfalls an der ampelgeregelten Kreuzung werden noch untersucht. Offensichtlich hatte das Fahrrad des Verunfallten jedoch erhebliche technische Mängel.“

Man wüsste gern, welche technischen Mängel die Polizisten entdeckt haben.

Märkische Allgemeine: Falkensee: Radfahrer schwer verletzt

Dank an Gerrit für den Hinweis.

22 Gedanken zu „Schwerer Abbiegeunfall mit LKW in Falkensee

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  1. Der Rahmen des Fahrrads stellte sich als extrem verzogen heraus, die für die ordnungsgemäße Verkehrstüchtigkeit unerlässlichen Lampen waren alle gesplittert und abgebrochen, die wichtigen Reflektoren lagen auf der gesamten Kreuzung verstreut und die extrem verbogenen Räder schliffen an den Bremsen, deren Züge aufgrund des verzogenen Rahmens viel zu lang waren. Der Gesamteindruck des nicht verkehrstüchtigen Fahrrads erweckte den Anschein, als wäre ein schweres Fahrzeug darüber gefahren. Verkehrspolizist Meier, seit 35 Jahren im Streifenwagen unterwegs: „Bei nahezu jedem Fahrradunfall mit LKW-Beteiligung weisen die Räder die gleichen schwerwiegenden Mängel bis hin zu kompletten Rahmenbrüchen auf. Solange die Radfahrer ihre Fahrräder nicht in einen verkehrstüchtigen Zustand versetzen, werden immer wieder Unfälle wie der aktuelle geschehen. Ich habe bei in meinen 35 Jahren noch kein einziges verkehrstüchtiges Fahrrad unter den LKWs hervorgezogen, das ist ein Skandal.“

  2. Darf man lachen bei aller Tragik? Gute Besserung dem Verletzten!

  3. Klingel, Reflektoren oder Licht fallen als unfallrelevant wohl raus, bleiben in meinen Augen nur die Bremsen. Andererseits weist die Polizei bei überrollten Radfahrern auch gern auf den fehlenden Helm hin.

  4. Hier sind ein paar Luftbilder von der Kreuzung:

    http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=srv19cj2rqr0&lvl=19.209770011906834&dir=359.32746749836997&sty=b&where1=Falkensee%2C%20BB%2C%20Deutschland&q=falkensee&FORM=LMLTCC

    http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=falkensee&sll=51.151786,10.415039&sspn=21.197099,67.631836&ie=UTF8&hq=&hnear=Falkensee,+Havelland,+Brandenburg&ll=52.566929,13.103197&spn=0.00125,0.004128&t=h&z=19

    http://www.goyellow.de/map/?lon=13.10264&lat=52.56679&z=19&mt=Hybrid

    Die Auflösung der Bilder ist im Vergleich zu Berlin natürlich relativ schlecht und Streetview gibt es auch nicht. Ein Radweg ist aber definitiv nicht zu sehen.

    Das mit den technischen Mängeln am Fahrrad würde mich auch interessieren. Da der Unfall um 13:30 war, können Fehler bei Beleuchtung/Reflektoren ja nicht die Ursache des Unfalls sein.

  5. Es gibt eine Stummelfußwegradweg von West nach Ost und einen von Süd nach Nord. Aus den anderen Richtungen gibt es keinen. Der S/N Radweg endet an der Fußgängerampel, der W/O beginnt vor der Kreuzung und endet unmittelbar dahinter. Man muss sich dann vom Bordstein runter wieder einfädeln. Vielleicht kann ich am Wochenende Bilder machen, wenn Interesse besteht.
    Wo der Radfahrer unterwegs war, weiß ich leider nicht.

  6. Köstlich, Dieter. So wird’s gewesen sein.

  7. Für Radfahrer ist Falkensee gefährlich. Die Radwege entsprechen der Norm von vor 50 Jahren. Falkensee ist eine reiche Gemeinde im Speckgürtel mit vielen Radfahrern, aber ohne vernünftige Radwege. Das Land Brandenburg bewirbt sich als Fahrradfreundlich, davon ist Falkensee aber ausgenommen.
    Ich kenne einen Radweg auf meiner Strecke der ok ist, und der ist ca. 500m lang und wurde vor Jahren auf den Namen „Radweg der Sympathie“ getauft.
    Ich wüsche den Verunglückten eine gute Besserung.

  8. ich bin mit generator einverstanden

  9. Also entweder der Radfahrer hatte Vorfahrt, dann spielen technische Mängel keine Rolle. Ihm wurde die Vorfahrt genommen, ob er ohne technische Mängel nicht überfahren worden wäre ist Spekulation.
    Oder er hatte keine Vorfahrt, dann stünde es aber wohl in der Meldung und keine Stammelei von wegen technische Fehler. Da wird wieder mal die Unfallursache ausgeblendet und die Schuld dem Opfer zugeschoben.
    Oder aber der Rahmen fiel spontan auseinander und der Radfahrer kippte auf der Stelle um – unter den LKW.

  10. „Ich kenne einen Radweg auf meiner Strecke der ok ist, und der ist ca. 500m lang und wurde vor Jahren auf den Namen “Radweg der Sympathie” getauft.“

    500 m!!! Wow! Da sollte man extra langsam fahren, damit mit länger was davon hat.

  11. Es gab wohl zwei LKW-Rechtsabbiegeunfälle in Falkensee innerhalb 2 Tagen:

    „17.4. Verkehrsunfall mit schwerverletztem Radfahrer: Falkensee – Ein 55-jähriger Lkw-Fahrer, welcher die Falkenhagener Str. aus Richtung Berlin kommend befuhr, bog auf Höhe der Schönwalder Str. nach rechts ab, da die Ampel für seine Fahrtrichtung grün zeigte. Zur gleichen Zeit befuhr ein 29-jähriger Radfahrer den Bürgersteig in der Falkenhagener Str. aus Richtung Berlin kommend. Als er die Schönwalder Straße überquerte, ignorierte er die rote Fußgängerampel. Es kam zum Zusammenstoß, der Radfahrer fuhr auf Höhe des Beifahrers gegen den Lkw. Der Radfahrer erlitt dabei Verletzungen und wurde stationär ins Krankenhaus eingeliefert.“

    „15.4. Radfahrer kollidiert mit LKW: Falkensee – Ins Krankenhaus kam ein Radfahrer nach einem Unfall am frühen Freitagnachmittag im Stadtzentrum. Der Mann war gegen 13.30 Uhr an der Rathauskreuzung mit einem abbiegenden LKW kollidiert. Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten in eine nahe Klinik. Polizeibeamte regelten vorübergehend den Verkehr. Die näheren Umstände des Unfalls an der ampelgeregelten Kreuzung werden noch untersucht. Offensichtlich hatte das Fahrrad des Verunfallten jedoch erhebliche technische Mängel.“

    siehe http://falkenseeaktuell.de/2011/04/01/polizeibericht-falkensee-april-2011/

  12. Falkensee scheint echt ein übles Pflaster zu sein:

    „13.4. Radlerin angefahren – PKW fuhr weiter: Falkensee – Bei einem Zusammenstoß mit einem PKW wurde Dienstagnachmittag eine 66-jährige Radlerin leicht verletzt. Eine PKW-Fahrerin übersah die vorfahrtberechtigte Radlerin an der Kreuzung Karl-Marx-Straße / Feuerbachstraße. Der PKW setzte jedoch ohne anzuhalten seine Fahrt fort. Nach der Unfallaufnahme wollte sich die Frau selbständig in ärztliche Behandlung begeben. Informierte Polizisten leiteten Ermittlungen zur Unfallflucht ein.“

    „19.4. Kind bei Unfall leicht verletzt: Falkensee – Leicht verletzt wurde ein Elfjähriger bei einem Unfall Montagnachmittag in der Karl-Liebknecht-Straße. Durch eine Unachtsamkeit des jungen Radlers kam es zu einer seitlichen Berührung mit einem vorbeifahrenden PKW. Das Kind wurde von Rettungskräften vor Ort versorgt und konnte dann mit seiner Mutter wieder nach Hause. Es entstand geringer Sachschaden.“

    Alle zwei Tage ein Fahrradunfall. Da muss man ja eigentlich mal einen Untersuchungsausschuss einsetzen oder sowas. Und klar: Eine Unachtsamkeit des radfahrenden Kinds war heute Schuld am Unfall. Nicht etwa ein PKW-Fahrer, der den Mindestabstand beim Überholen und §3 2(a) StVO nicht beachtet hat.

  13. @chris du weisst doch Mindestabstand ist so weit das der Rückspiegel den lenker gerade so nicht berührt. All unsere ach so tollen Autisten sollten mal ab und zu nachgeschult werden in sachen StVO m(

  14. Bisher hatte ich eigentlich nicht das Gefühl mit dem Rad in Falkensee besonders gefährdet zu sein. Die Straßen sind im Allgemeinen so übel, dass kein Auto über Schrittgeschwindigkeit fährt und auch auf den Hauptverbindungen mache ich relativ wenig schlechte Erfahrungen. Die Unfallstellen sind aber verkehrsreicher und schneller zu befahren.
    Die Pressemeldungen der Polizei sind allerdings wirklich eine Zumutung, da hilft anscheinend auch keine Fahrradstaffel.
    Viele Radfahrer in Falkensee sind, so mein Eindruck, übrigens Schüler und auch Oma und Opa auf dem Weg zu Aldi.

  15. Interessante Statistik bei hembrow.blogspot.com:
    In ganz Holland sind im Jahr 2010 lediglich 4 (vier) Radfahrer von rechtsabbiegenden Lkws getötet worden. Davon kann man hierzulande wohl nur träumen.

  16. @Gerrit, die Frage, ob eine Fahrradstaffel langfristig hilft, Vorurteile abzubauen, finde ich interessant. Ich denke schon, dass das so ist – bei den vielen Aggressionen im motorisierten Verkehr kann es ja schon helfen zu zeigen, dass Radfahrer keine feindlichen Gesellschaftszersetzer sind, sondern normale Menschen. Das nimmt zumindest erstmal Aggressivität und Feindgefühle. Schwieriger wird es dann bei der fachlichen Einschätzung. Die meisten Leute kennen z.B. die STVO nur in Grundzügen und unterstellen Radfahrern dann gern Fehlverhalten, wo keines vorliegt. So etwas kann ein einigermaßen regelkundiger Radler schnell aufklären, im Zweifelsfall kann man in der STVO nachlesen.

    Schwieriger wirds dann bei der Einschätzung von Unfallverursachern. Radfahrer werden eher als chaotisch wahrgenommen, so dass man durchaus annehmen kann, sie seien meistens Unfallverursacher. Hinzu kommt ja das „Radfahrer sind Gast auf der Straße“-Gefühl, das Kraftfahrern instinktiv eine höhere Fehlertoleranz zubilligt. Das zeigen solche Polizeimeldungen immer sehr gut.

    Hier kann man nur mit Argumenten gegensteuern – also immer wieder auf Statistiken hinweisen, erklären dass auch Radfahrer Steuern zahlen und ein Nutzungsrecht des öffentlichen Raumes für alle besteht.

    Ist natürlich auch die Frage, wie engagiert, regelkundig und fehlertolerant ggü. Kraftfahrern die Fahrradstaffeln so sind. Wenn sie unhinterfragt die den Radfahrern vorgeworfenen Straßenreste nutzen und die übergeordnete Rolle des motorisierten Verkehrs hinnehem, ist nicht viel zu erwarten.

    Zuletzt muss man wohl auch annehmen, dass der Kommunikationsweg vom radelnden Polizisten zur Pressestelle ein langer ist.

  17. “19.4. Kind bei Unfall leicht verletzt: Falkensee – Leicht verletzt wurde ein Elfjähriger bei einem Unfall Montagnachmittag in der Karl-Liebknecht-Straße. Durch eine Unachtsamkeit des jungen Radlers kam es zu einer seitlichen Berührung mit einem vorbeifahrenden PKW. “

    *kotz* Wie können vermeintlich erwachsene und gereifte Menschen nur so einen Schei** schreiben und das allen Ernstes als Pressemeldung verbreiten.

    Erheblich zu enges Überholen – Mindestabstand sind bei korrektem Fahren 1,50m innerorts – eines 11-jährigen, aber es war natürlich die Unachtsamkeit des Kindes, dass es zur Berührung kam.

    Berührung … auch so ein Schönsprech! Das Kind wurde ANGEFAHREN!

    Wo sind die Blutdrucktabletten …. oh neeeee

  18. @Gerrit
    @berlinradler

    In der lokalen Presse rühmt sich Falkensee mit einer radfahrenden Polizeistaffel. Ich fahre seit 6 Jahren täglich von Spandau nach Finkenkrug und zurück aber radelnde Polizisten habe ich erst 2mal gesehen und das war immer an einem Sonntag im März beim „Lauf der Sympathie“.

  19. @ berlinradler, Ich stimme dir da voll zu. Wobei die Pressestelle ja auch nur Informationen verarbeiten kann, die sie von den unfallaufnehmenden Beamten bekommt.Und da frage ich mich dann schon wie solche Formulierungen entstehen. Naja, eigentlich frage ich mich das nicht. Ich bin 20 Jahre lang fast ausschließlich Auto gefahren und da ist die Sichtweise wirklich eine andere. Auch gelegentliche Radtouren ändern das nicht, denn man ist immer noch „nur“ Autofahrer auf dem Fahrrad. Aber täglich selbst kurze Strecken habe zumindest meine Sichtweise verändert (und viel in Blogs lesen :-)) In so fern freue ich mir ein Loch in den Bauch, das Berlin wieder so voll mit Radlern ist. Die Stadt wirkt gleich viel lebendiger und liebenswerter und der eine oder andere ist vielleicht ein Exautofahrer.

    @Spandau
    Ich hab sie schon zweimal gesehen. Ganz entspannt ohne Helm (was ich persönlich gut heiße) und weit weg von irgendwelchen Brennpunkten. (Aber ich glaube immer noch an das Gute, deswegen war das bestimmt nur Zufall.)

  20. „Die meisten Leute kennen z.B. die STVO nur in Grundzügen und unterstellen Radfahrern dann gern Fehlverhalten, wo keines vorliegt. So etwas kann ein einigermaßen regelkundiger Radler schnell aufklären, im Zweifelsfall kann man in der STVO nachlesen.“

    „RADWEEEEE!!!!!!“
    „Der ist nicht benutzungspflichtig, außerdem muss ich nächste links rum“
    „BEIM NÄCHSTEN MAL BIST DU TOT!!!!!“ *brumm* und rauscht über die rote Ampel…

    Ach berlinradler, bei dir klingt immer alles so schön eloquent. Schade, dass die Realität meist entmutigender ist…

  21. Übrigens auch meine Erfahrung. Wer auf „Radwege“ „hinweist“, rauscht gern bei Rot über die Ampel oder biegt bei der nächsten Gelegenheit mit einem Affenzahn nach rechts ab. Hab ich beides schon erlebt.

  22. Ich glaube die technischen Mängel sahen anders aus. Der Lenker war gerade und nicht rund, es war nur ein einziger Sitz vorhanden, und die Gepäckbeförderung bestand nur aus einem kleinen Blechgerippe.

    Dabei weiss doch jedes Kind, dass man zum Vorankommen mindestens 4 vollwertige Sitze braucht, ein Dach über dem Kopf, ringsherum doppelte Blechhüllen und weil das ganze sich so schlecht balancieren lässt, auch 4 Räder.

    Mit was anderem hat man auf der Straße doch nichts verloren.

    (Ja ok. Der erste Kommentar war origineller…)

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