Radfahrerin in Lichterfelde schwerstverletzt

Böses ahnen lässt eine Pressemeldung der Berliner Polizei, die gestern Abend kurz vor 22:00 Uhr erschien. Danach wurde eine Radfahrerin im Bezirk Steglitz-Zehlendorf schwerstverletzt, wie es die Überschrift formuliert. Die Meldung im Wortlaut: „Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es heute Vormittag in Lichterfelde. Gegen 10 Uhr 45 überquerte eine 78-jährige Radfahrerin vom Woltmannweg kommend die Osdorfer Straße, offenbar ohne dabei auf die Vorfahrt zu achten. Sie wurde von dem Pkw eines 33-Jährigen erfasst und musste schwerstverletzt mit einem Notarztwagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Abend schwebte die Verunglückte immer noch in Lebensgefahr. Die Sperrung der Osdorfer Straße in Richtung Ostpreußendamm dauerte etwa zwei Stunden.“

Meldung der Berliner Polizei Nummer 1051 vom 15.04.2010 – 21:50 Uhr

Gerade eben hatte die Pressestelle der Polizei noch keine neuen Informationen. Wollen wir hoffen, dass zu diesem Unfall keine weitere Presseerklärung geschrieben werden muss.

10 Gedanken zu „Radfahrerin in Lichterfelde schwerstverletzt

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  1. Da hoffen wir alle das beste für die Dame.

    Dazu habe ich ja erst gestern etwas geschrieben. Alten Leuten werden hohe Gefahren aufgebürdet, indem ihnen ein Verkehrssystem vorgesetzt wird, das von ihnen blitzschnelle Entscheidungen verlangt, die sie körperlich manchmal nicht mehr treffen können.

    In Bing Maps könnte das eine RvL-Kreuzung sein. In dem Falle (spekulativ) kam die Frau aus dem Osten und der Autofahrer aus dem Norden. Somit hat sie eine Fahrspur schon überquert und müsste relativ mittig in der Straße, also gut sichtbar gewesen sein. Allerdings gibt es wohl eine Mittelinsel. Interessant wäre natürlich, wie schnell der Autofahrer fuhr, dass er nicht mehr reagieren konnte.

  2. ja, drückenw ir ihr die Daumen.

    @berlinradler ich denke, sie kam aus dem Osten und der Autofahrer aus dem Süden. Die Osdorfer Straße war Richtung Ostpreußendamm gesperrt, das ist Richtung Norden. Bei google-Maps sieht es auch so aus, als ob die Osdorfer Straße Vorfahrtsstraße wäre.
    Ich denke nicht, dass einem Verkehrsteilnehmer an einer solchen Kreuzung blitzschnelle Entscheidungen aufgebürdet werden, da kann man durchaus mal in Ruhe schauen.
    Und zur Schnelligkeit des Autofahrers: das kann alles von 20-80 km/h gewesen sein, je nach Verhalten der Radfahrerin.
    Wir wissen es nicht.

  3. Danke etg. Nachdem ich meinen Kommentar geschrieben hab dachte ich mir, es könne auch eine gepflasterte Ausfahrt sein, die keinen Vorrang hat. Allein die Tatsache, dass viele Kinder und ältere Leute verunglücken zeigt doch eigentlich recht deutlich, dass was faul ist im Straßenverkehr.

  4. Die Polizei sucht nun Unfallzeugen:

    Die Zeugen werden gebeten, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4 in der Eiswaldtstraße 18 in Lankwitz unter der Rufnummer (030) 4664 – 481800 oder bei einer anderen Polizeidienststelle zu melden.

  5. „offenbar ohne dabei auf die Vorfahrt zu achten“

    Und natürlich wie immer in Pressemeldungen der Polizei offenbare Achtlosigkeit bei Radfahrern und Fußgängern gegenüber kleinen Versehen die mal vorkommen können bei Autofahrern: Hätte die Radfahrerin Vorfahrt gehabt, hätte die Meldung gelautet, dass der Autofahrer die Radfahrerin „übersehen“ hat. Mit Glück hätte es bestenfalls vielleicht noch irgendwo im Nachsatz das Attribut „vorfahrtberechtigt“ für die Radfahrerin gegeben.

    Gute Besserung!

  6. Wie bitter. Wem mit knapp 80 Jahren diverse Knochen gebrochen werden, wird nicht mehr so lange leben (wie ohne diese Brüche). Viel Kraft für alle Beteiligten 🙁

  7. @chris: Immer noch besser als die Polizeimeldungen hier in NRW. „offenbar“ heisst für mich übersetzt „es wird vermutet. dass“ und steht im Gegensatz zu „offensichtlich“. Aber die typische Autofahrerbrille kann man auch bei euch erkennen.

  8. Liebe Polizei, die Berliner Feuerwehr hat keine Notarztwagen mehr, die heissen Notarzteinsatzfahrzeug! Und das seit 2 Jahren! Tolle Pressestelle…

  9. Das ist ja inhaltlich auch eine wirklich EXTREM wichtige Unterscheidung, ob die Kisten nun „Notarztwagen“ oder „Notarzteinsatzfahrzeug“ genannt werden.

    Man muss wohl in Deutschland leben, um sich darüber ereifern zu können.

    Das ist die Kiste, mit der die Frau ins Krankenhaus gebracht wurde! Fettich!

    (oder muss das jetzt Unfallklinik, Rettungsstelle oder wie genannt werden?)

  10. es geht darum, das die Polizei wissen sollte wovon sie in ihren Presseerklärungen redet- wenn das schon nicht mal mit den Begriffen klappt, dann fürchte ich manchmal um die korrekte Darstellung der Ereignisse! Klingt doch ein wenig logisch…oder? Das kann man aber nur wissen, wenn man schon mal Ärger aufgrund falscher Aussagen der Polizei hatte.

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