Polizei walzt Fahrraeder in Kopenhagen platt

Heute stand der Protest gegen die Welt-Klimakonferenz in Kopenhagen unter dem Motto „Reclaim Power!“. Ziel war es die Verhandlungen zu unterbrechen, um einen Raum fuer die Anliegen derjenigen zu schaffen, die am staerksten vom Klimawandel betroffen sind, aber gleichzeitig am wenigsten Gehoer in der Diskussion finden: die Menschen aus dem sogg. globalen Sueden. Zwei normale Demonstrationen und eine „Bike-Block“ betitelte Fahrraddemo bewegten sich heute Morgen aus verschiedenen Richtungen zum Kongess-Zentrum, um dort vor der Tuer mit kritischen Delegierten aus der Klimakonferenz zusammen zu treffen. Dort sollte dann eine Peoples Assembly die alternative Agenda verhandeln. Doch dazu sollte es nicht kommen: Daenische Polizei attakierte die Demonstranten mit Traenengas und Knueppeln und verpruegelte auch die Delegierten, die aus dem Kongess-Zentrum zu der Peoples Assembly gelangen wollten vor den Kameras der versammelten Weltpresse. Mindestens vier Fahrraeder wurden auf der Demonstration von Mannschaftswagen der Polizei gezielt plattgefahren.
Wie der Klimawandel zu haendeln ist, das entscheiden in dieser Woche die Staatschefs. Andere Stimmen werden zumindest in der Naehe des Kongess-Zentrums nicht geduldet. Ein erstaunlich unentspannter Umgang mit abweichenden Meinungen im Staate Daenemark.

23 Gedanken zu „Polizei walzt Fahrraeder in Kopenhagen platt

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  1. Das wundert mich nicht. Seit Tagen werden Menschen einfach Hunderte von Menschen auf Verdacht festgenommen noch bevor sie irgendwo ankommen. Die „Demokratie“ duldet keine Widerspruch.

  2. Da kann man ks nur zustimmen. Erschreckend, wie schamlos heutzutage Grund- und Menschenrechte unter dem Vorwand der Demokratie mit Füßen getreten werden. Da zeigen die Regierungen ihr wahres Gesicht. Hinterher wird wahrscheinlich alles wieder „schöngeschwafelt“.

  3. Wenn „demokratische“ Staatssysteme auf die repressive Schiene geraten, dann zeugt das in erster Linie mal von Angst der Machthabenden. Und der Grund für diese Angst liegt vermutlich wohl darin, dass diejenigen ganz genau wissen, dass das, was sie tun, eben keineswegs so richtig „demokratisch“ ist. Mit ihrem Handeln liefern sie letztlich den Beweis dafür, dass sie nicht als Vertreter demokratischer Interessen, sondern ihrer eigenen Interessen agieren.

    Ob Proteste bei solchen Schauveranstaltungen wie jetzt in Kopenhagen etwas bringen, halte ich für sehr fragwürdig. Genauso wie die Nutzung des Demonstrationsrechts in Deutschland nur in den seltensten Fällen irgendwelche Effekte auf die Politik hat, die tatsächlich gemacht wird. Siehe z. B. Vorratsdatenspeicherung, Hartz-IV-Thematik usw.

    Als kritisches und *dieses* System nicht mittragendes Individuum ist man vermutlich am besten bedient, sich gar nicht mit öffentlicher Kritik aufzuhalten, sondern einfach sein Ding zu machen. Und dabei notfalls über die Leichen derer zu gehen, die sich einem in den Weg zu stellen versuchen. Damit verbessert man zwar weder die Welt, noch handelt man „moralisch“. Aber man hat so wohl noch am ehesten eine Chance, wenigstens in seinem eigenen Mikrokosmos einen Teil dessen, was man wirklich möchte, durchzuziehen.

  4. @dan: Folgerichtig, nicht falsifizierbar und nasskalt argumentiert – gratuliere! Und traurige Grüsse, schönen Abend noch.

    P.S.: Über welche Leichen gehst Du so an einem ganz normalen Deiner Tage?

  5. Ach dan, das ist doch alles viel zu negativ! Nimm Dir nen Keks oder einen Cookie. Mikrokosmos ist doch auch viel zu engstirnig. Oder in Forumssprache gesprochen: Vorausschauend fahren!

  6. @Joshua:

    An einem „ganz normalen“ Tag gehe ich über gar keine Leichen. Im Gegenteil verhalte ich mich eigentlich eher konfliktvermeidend. Aber wenn mir jemand einen Konflikt andient, dann kann ich gelegentlich schon mal unerwartet drastisch reagieren. Weil sanfte Opposition sich erfahrungsgemäß nicht als zielführend erwiesen hat.

  7. Ehrlich…und ich weiß nichtmal wogegen oder wofür die da überhaupt demonstrieren….zum einen interessiert es mich nicht wirklich…zum anderen halte ich Menschen, die meinen, dass sich Politiker dort in tagelangen Verhandlungen zu ihrem reinen Privatvergnügen hinsetzen schlicht für dumm.

    Genauso blöde finde ich es übrigens immer zu lesen, dass die jeweiligen Vollzugebehörden völlig grundlos irgendwas machen…das tun sie mit nichten. Irgend ein Reallifeversager, der sein Heil im Unruhestiften sucht, findet sich auch in der friedlichsten Demonstration. Dieses Hirn scharrt dann noch deinige Leute um sich, vertseckt sich hinter friedlichen Umweltaktivisten oder Globalisierungsgegner und stänkert. Was man dann im TV sieht ist die Polizei, die scheinbar harmlose Menschen verkloppt. Der o.a. Reallifeversager hat sich natürlich längst verpisst und schreibt einen Eintrag bei Indymedia über Polizeigewalt.

    Ich denke, wenn man nicht irgendwo die Möglichkeit hatte, sich alles vor Ort und als Unbeteiligter anzusehen, sollte man sich zu solchen Vorgängen keine Urteil erlauben…egal, ob nun im TV gesehen oder im Netz gelesen.

  8. Was man im Video nicht sieht: Die Frau rechts hatte den Polizisten rechts am Tag zuvor ihrerseits mit unmenschlicher Härte mit einem Schlagstock zum Krüppel geschlagen.

    Oder hatte sie ihn vielleicht beleidigt, in dem sie ihn geduzt hat, was man auf dem Video natürlich nicht hört?

    http://www.youtube.com/watch?v=fzSBeb8XR3k

    Oder wie meinst Du das?

    Ansonsten: Schön dass es Dich nicht interessiert und Du nicht weißt worum es da geht. Fragt sich nur auf welcher Basis dann der Senf stehen soll, den Du dann doch dazu abgibst.

  9. Ach Klemmi, selber keine Ahnung haben aber alle andern als „blöd“ hinstellen. Kein Urteil erlauben? Du bist wohl ein Überbleibsel aus der DDR. Die Mauer ist weg. Jetzt darfst Du wieder denken!

    Außerdem widersprichst Du Dir selber: Du fällst ein Urteil über Opfer die geschlagen werden und willst sie zu Tätern umfunktionieren aufgrund Deiner eigenen Vorurteile. Grotesk.

    Informier Dich einfach mal worum es da geht statt hier wilde Anschuldigungen zu fabrizieren.

  10. dan: ich würde das nicht so negativ sehen. Im Prinzip hast Du Recht. Im eigenen Umfeld kann man mehr verändern als durch bloße Appelle an Politiker die bitte was ändern sollen.
    Eine positive Einstellung hilft aber dabei, siehe Carrotmob etwa.

  11. Jetzt habe ich mir das Video auch mal angesehen. Da machen drei Leute eine Sitzblockade auf der Straße – gewaltlos. Ohne Vorwarnung wird mit Knüppel auf sie eingeschlagen – man hätte sie ja auch einfach wegtragen können. Hier eine Mitschuld der Opfer zu konstruieren ist hanebüchen. Solche Polizisten gehören aus dem Dienst entfernt.

  12. @ Video: Aua. Ich fühle gerade ganz krass Mitleid. Ja, was ist denn aus Wegtragen geworden? So schwer wird die Dame doch nicht gewesen sein. Gut dass das auf Video ist.

  13. „Du fällst ein Urteil über Opfer die geschlagen werden…“

    Mit nichten…mit nichten…einfach nochmal richtig lesen. Ich habe für niemanden Partei ergriffen…liegt mir auch fern. Ich rate euch nur, selbiges zu tun und nicht den Staat und seine Vollzugskräfte gennerell zu verteufeln. Die Tante in dem Video hätte übrigens auch einfach aufstehen und gehen können…hat sie nicht getan, Konsequenzen getragen und für die Kameras und damit „die Sache“ sah es auch noch gut aus.

    Warum der Polizist da nun kleich den Knüppel geschwungen hat, weiß ich auch nicht..finde ich auch nicht wirklich nötig…Auslöserin war aber sie…niemand sonst.

    P.S.: Um die Gewalt (beiderseitig) bei und um eine Demo festzustellen und zu bewerten, muss ich nicht wissen, worum es dabei geht.

  14. „“““Die Tante in dem Video hätte übrigens auch einfach aufstehen und gehen können…hat sie nicht getan, Konsequenzen getragen und für die Kameras und damit “die Sache” sah es auch noch gut aus.“““

    und diejenigen, die in der ddr über die grenze nach westen wollten, die hätten ja auch einfach in der ddr bleiben können. haben sie aber nicht getan und die konsequenz (erschossen werden) getragen.

    brrr, bei so einer logik läuft mir immer ein kalter schauer über den rücken…

  15. Zuerst mal, was habt ihr nur immer mit der DDR?

    Zweitens, ist es fast schon beleidigend, für die Maueropfer, sie mit irgendeiner Tante zu vergleichen, die bei einer kindischen Sitzblockade mitgemacht hat.

    Ich verstehe es echt nicht, Umwelt ja klar, Unterstützung der Entwicklungsländer ja klar…von mir aus sollten sie die ehemaligen Kolonialstaaten zu Mrd. von Reparationszahlungen verdonnern…aber dazu muss man sich nicht auf der Straße mit der Polizei prügeln…denn mal neben der Tante, die da rumsitzt, wurden da auch massig Steine geworfen, Stahlkugeln mit Zwillen verballert und reichlich gezündelt…also haltet mal die Füße still, geht in euch und denkt über den Sinn des Lebens nach, bevor ihr jeden Demoteilnehmer, der mal auf die Mütze bekommt, in den Mertyrerstand hebt.

  16. Was hast du gegen Demoteilnehmer, Klemmi? Immer schön zu Hause sitzen und sich die Welt von Politik und Medien schönreden lassen, während heimlich die Demokratie abgeschafft wird, ist ja wohl auch nicht das Gelbe vom Ei. Auch in Deutschland wurden die Grundrechte in den letzten Jahren großzügig beschnitten, trotzdem wurde eine heuchlerische 60-Jahre-Grundgesetz-Feier begangen. Eigentlich müssten viel mehr Leute regelmäßig auf die Straße gehen.

  17. Wozu überhaupt Rechtsstaatlichkeit? Wer etwas falsch macht, muss eben damit rechnen, von der Polizei verprügelt zu werden.

    Widerlich.

  18. „Was hast du gegen Demoteilnehmer, Klemmi? “

    Garnix…

  19. Hier mal friedlicher Protest am Beispiel Tirols! Damit wir mal von der DDR wegkommen und beim Thema bleiben.. 😉

    http://www.youtube.com/watch?v=nZsSIGH4T-o

  20. @Linda: Danke, sehr nett. Darüber denkt man ja häufig nach: wieviel Fläche versiegelt, zugeparkt, verölt, in Anspruch genommen wird. Die Gestelle scheinen sogar noch relativ klein, vielleicht Twingo-Grösse, der Standard PKW / Golf scheint mir noch grösser. Und wegen der hohen gefahrenen Geschwindigkeiten beansprucht ja jeder PKW noch viel mehr, die berühmten x-Fahrzeuglängen, eben je nach speed. Die Kopenhagener Polizisten könnten mit ihren Schlagstöcken mal lieber helfen die Nägel in solche Holzgestelle kloppen.

  21. @klemmi
    1. die fraus als „tante“ zu bezeichnen find ich sexistisch.
    2. die frau war teil einer sitzblockade gegen die abschiebung (in einer nacht & nebel aktion) irakischer flüchtlinge (die in einer kirche (!) schutz gesucht haben).
    http://austria.kanalb.org/clip.php?clipId=2429

    „Auslöserin war aber sie…niemand sonst.“
    nein, auslöserin war ein staat (od. system) das es nicht erlaubt menschen dort zu leben wo sie wollen, od. mit menschen, menschenverachtend umgeht, die schutz suchen.

  22. […] vor Allem durch seine beispiellose Polizei-Willkür berüchtigt. Fahrräder wurden sogar als Waffen beschlagnahmt und teils zerstört. Das OPENbike ist hingegen ein Hoffnungsschimmer. Wollen wir hoffen, dass etwas daraus wird. Was […]

  23. schlagstock…

    Wirklich hervorragende Seite hier zum Thema schlagstock, denn die Ausfuehrungen werden wirklich recht gut umschrieben. Werde die Seite auf jeden Fall als Bookmark speichern mich als begeisterten Leser outen (-:…

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