Die Polizei bei der Leipziger Critical Mass

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat in seiner Sendung hier ab vier die Polizeiarbeit während der letzten Critical Mass in Leipzig am 28. August dieses Jahres dokumentiert. Solche Filmchen sind es, die mich daran zweifeln lassen, dass die Polizei jemals als Verbündeter der Radfahrer agieren wird.
via: da isser…

23 Gedanken zu „Die Polizei bei der Leipziger Critical Mass

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  1. Leipzig ist einfach eine unglaublich autozentrierte Stadt. Das fällt mir bei Jedem Besuch dort auf, mit welcher steinzeitlichen Aggressivität und Selbstverständlichkeit dort Radfahrer und Fußgänger von Kfz gescheucht werden.

    Wünsche der Leipziger CM viel Erfolg und viele CM-Touristen. (Tun es als Reflektoren eigentlich auch selbstklebende Reflexfolienstreifen in rot, gelb und weiß?)

  2. Da müsste man eigentlich glatt mal nach Leipzig kommen und mitfahren. Interessant finde ich, dass Verbände anmeldepflichtig sind – stimmt das so? Eigentlich gut, aber wohl leider nicht im Sinne von Radfahrern gemeint finde ich die Aussage des höheren Beamten, dass man „die Straßenverkehrsordnung durchsetzen“ möchte. Fragt man sich nur, warum nicht flächendeckend, sondern ausgerechnet bei seltenen Veranstaltungen. Auch seine Sorge eines Verkehrsunfalls dadurch, dass Autofahrer auf diese Situation „nicht vorbereitet“ sind, ist interessant – wenn man auf eine unerwartete Situation trifft, fährt man also erstmal munter weiter.

    Da kann man an die engagierten Leipziger Radfahrer nur richten: Weiter so!

  3. Verbände von KFZ sind anmeldepflichtig und brauchen eine Sondergenehmigung („übermässige Strassennutzung“), für Verbände von Radfahrer trifft das im allgemeinen nicht zu. Radfahrer können auch ohne Anmeldung im geschlossenen Verband fahren. Dabei müsste es dann allerdings einen „Führer“ des Verbandes geben, und das ist bei einer CM ja wohl nicht der Fall….

    Allerdings sind natürlich Demonstrationen mit Fahrrädern dann wieder aufgrund von Versammlungsgesetzen anmeldepflichtig, aber auch das will eine CM ja wohl nicht sein.

  4. ziel der polizei ist in meinen augen ganz klar: so viel schikane betreiben, dass keiner mehr lust hat auf die cm.

  5. Der Bullizist da vor Ort ist echt ganz schön bekloppt, um es mal höflich auszudrücken. Ich war auch mal in Dresden zu Fuß friedlich demonstrieren und für ca. 150 Demonstranten gab es 50 voll ausgerüstete Polizisten, die alle ziemlich grimmig drein blickten und teilweise mit Quarzhandschuhen ausgestattet waren. Wenn wir mal von Spatzen und Kanonen sprechen. Als Berliner ist man da ja echt verwöhnt glaub ich, weil einem hier seine Grundrechte so völlig unaggressiv eingeräumt werden. Da kann man fast froh sein, dass diese jungen Herren in Uniform hier nicht vor 20 Jahren jung und uniformiert waren..

  6. Unglaublich, wie sich die Leipziger Polizei hier aufführt. Eine reine Provinzposse. Überall auf der Welt kann die Critical Mass in Frieden fahren, aber die Leipziger Polizei muss da natürlich härter durchgreifen. Ob sie gegen Autofahrer auch so streng sind? – Wohl kaum. Aber Autos sind ja Verkehr, während Radfahrer den Verkehr nur stören. Stimmts?

  7. Gerade in Leipzig mit seiner demokratischen Vergangenheit sollten solche Veranstaltungen eigentlich kein Problem darstellen. Im allgemeinen Verkehrsgeschehen muss man in Leipzig sehr viel verkehrt machen, um der Polizei aufzufallen, normalerweise werden selbst unbeleuchtete Radfahrer toleriert.
    In Leipzig war ich noch nicht bei einer CM dabei, nur einmal in Budapest mit mehreren tausend Teilnehmern – einfach gigantisch. Hier scheint es irgendeinen diensthabenden Ordnungshüter völlig unbegründet gegen den Strich zu gehen. Hätten die netten Polizisten die Zeit lieber genutzt um gefährliches Fehlverhalten gegen Radfahrer durch Autos zu ahnden, wäre die Zeit effektiver genutzt worden.
    Ich bin in den letzten zwei Jahren in Leipzig dreimal unverschuldet angefahren worden. Gefährdet werde ich beinahe täglich, auch von grün-weißen Sixpacks. Dort sollte man ansetzen und sich nicht auf die kleinliche Suche nach fehlenden Frontreflektoren machen.

  8. Das läuft in Berlin doch nicht anders. Ich war im vergangenen Jahr mal dabei und die Polizisten, mit denen ich dort Kontakt hatte, waren so blöde, dass man es kaum glauben wollte. Kommt heute jeder Depp zur Polizei? Wahrscheinlich. Am krassesten finde ich diese dummdreisten, z.T. falschen Argumente gegen das gemeinsame Fahren sowie die aggressive Grundhaltung der sog. Ordnungshüter.

  9. Bezüglich der „Ordnungshüter“ kann einem ja wirklich nur noch der Kragen platzen … Sie sind halt Handlanger der Autospacken-Lobbyisten und handeln nach dem Motto „Bloß nicht selber denken“
    … das mußte jetzt mal sein 😉
    Bei Wikipedia schreibt man bezüglich Lobbyismus: „… gelegentlich in Deutschland auch als Fünfte Gewalt der parlamentarischen Demokratie bezeichnet “
    Wobei ich das mit der „fünften“ nicht wirklich glaube ….:-)

  10. wäre der wille der polizei tatsächlich vorhanden, dann würden sie n paar fahrradpolizisten abstellen, die die cm begleiten.
    ansonsten platzt mir bei der überheblichen art auch der kragen.

  11. naja, hin und herr… jedenfalls habe ich den netten jungen Mann in grün so verstanden, dass er „nur“ nicht möchte, dass sich ein sog. „Verband“ bildet – wegens bei rot über die Ampel fahren usw…

    Was spricht eigentlich dagegen, dass die CM-RadfahrerInnen, die es bei „Orange“ immer noch nicht über die Ampel geschafft haben, einfach stehen bleiben. Und die Vorausgefahrenen dann eben auf die Wartenden warten??? – also 100% regelkonform im Strassenverkehr… Natürlich dürfte es dann vor und vor allem hinter den Ampelkreuzungn ordentlich Staus und Engpässe für den restlichen Verkehr geben.

    Dann kann sich der junge Mann in grün überlegen, was ihm lieber ist.

  12. Btw. wann/wo ist denn die nächste CM in der Heldenstadt? Bin öfters mal zugegen, kann Rad mitbringen.

  13. 25. September, gegen 18:30 treffen vor der Oper oder dem Gewandhaus (alles Augustusplatz, ganz in der Nähe des Hbf), gegen 19:00 los (oder später, je nach Polizei).

  14. […] mal hier die Leipziger Polizei von der CM h

  15. Manomann, da muss man sich nicht wunder das die Polizei ein Image problem hat.

  16. Die vielen Kommentare zeigen ja, dass solche Polizeiauftritte nicht gut ankommen. Respektloser Umgang mit normalen Bürgern, und das vor laufender Kamera. Vielleicht lesen die Leipziger Polizisten ja mit und nutzen die Chance zum Umdenken.

  17. Leipzig wird seinem Status als Heldenstadt wieder gerecht. Es wird höchste Zeit, gegen die strukturelle Gewalt, die von der Autolobby ausgeht und bis zur Abwrackprämie geht, ein friedliches Zeichen zu setzen.

    Wie 1989 ist sich die Leipziger Polizei der Tragweite solcher Veranstaltungen bewußt wohl bewußt, sonst würde sie nicht so einschüchternd mit den Teilnehmern umgehen.

    Die Polizisten sollten sich was schämen! (Oder besteht das Volk nur aus Autofahren?)

  18. ACAB!

  19. Mal wieder ein Beitrag der Leipziger Internetzeitung zum Thema:
    http://www.l-iz.de/...

    Na dann mal sehen wie es heute läuft, so nach dem Gespräch und der versprochenen Entspannung der Situation und vielleicht wirklich weniger Unsicherheiten auf beiden Seiten.

  20. Der Zeitungsartikel wirkt ja vertrauenerweckend. Nach den Schilderungen und insbesondere dem MDR-Video hatte man den Eindruck, dass die Leipziger Polizei einen Sonderweg geht, der stark vom freundlichen Umgang mit dem Bürger, wie er in jeder Trash-Sendung, bei der Polizisten begleitet werden zu sehen ist, abweicht.

  21. Hmm. Irgendwie merkwürdig, denn diesmal war es fast wie in einem Film, mit Polizisten die überfreundlich und lieb waren. Verstörend.

    Ja, also hier mal eine Kurzfassung: es war weniger Polizeiaufgebot, es wurde nicht (zumindest nicht offensichtlich) gefilmt, es war keine Bereitschaftspolizei in unmittelbarer Nähe, sondern Verkehrspolizei mit einem Einsatzleiter, der es nicht nötig hat, seine vermeintliche Macht zu beweisen. Einer der schon bissl länger dabei ist und nicht gleich überreagiert.

    Es gab kurze Absprachen der Route zwischen zwei CM-Teilnehmenden und der Einsatzleitung, die Räder hatten wir bissl mit weißem Papier oder Stoff dekoriert (Erkennbarkeit, aber das war irgendwie eher alibimäßig, ich denke nicht dass man das sooo gut erkannt hat). Eine Person sollte sich als „Veranstalter“ benennen. Und dann ging’s eskortiert durch die Stadt, eskortiert von hauptsächtlich Motorrädern die dann Kreuzungen für uns frei hielten, sobald wir sie einfahren durften/konnten.

    Merkwürdig und extrem ungewohnt war, dass wir nach einer halben Stunde einfach mal am benannten Ziel waren. Ganz ohne Probleme. Aber eine undefinierbare Zerknirschtheit bleib in der Luft – isses das?

    Naja, aber scheinbar haben wir in Leipzig nur diese zwei Möglichkeiten – entweder kooperieren, eine Route festlegen, einen Veranstalter benennen und die Sicherheit zu haben, dass es keine Repressionen oder Unsicherheiten in den Anweisungen und Absprachen (falls es die gibt) gibt. Oder darauf verzichten und Verwarnungen, Radkontrollen, Bußgelder und widersprüchliche Anweisungen riskieren und – siehe Mai – auch mal vom Rad geschubst zu werden.

    Saure Äpfel und so.

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