Je mehr Radverkehr, desto sicherer das Radfahren

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Quelle der Grafik: VCÖ (pdf)

Die Grafik ist zwar schon älter, aber die Grundaussage ist nach wie vor sehr aktuell. Sie verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Unfallhäufigkeit und der Menge des Radfahrens in einzelnen Ländern. Nach rechts abgetragen ist die mit dem Fahrrad im Alltag zurückgelegte Strecke pro Person und pro Jahr. Fahrradländer wie Dänemark und die Niederlande sind deshalb weit rechts, Länder ohne Fahrradkultur wie Portugal und Spanien sind weit links abgebildet. Nach oben abgetragen ist der Sicherheitsindex (Millionen Fahrradkilometer pro tödlichem Radunfall). Weiter oben ist besser, in Ländern wie Dänemark, Schweden oder Norwegen ist das Radfahren sicherer als in den Ländern der iberischen Halbinsel. Die Linie bildet den Zusammenhang zwischen ansteigendem Radverkehr und dem damit einhergehenden Sicherheitsgewinn ab. Je mehr Menschen mit dem Fahrrad auf den Straßen unterwegs sind, desto besser lernen die Beteiligten, Konflikte zwischen Fahrrad- und Kfz-Verkehr sicher zu lösen.

8 Gedanken zu „Je mehr Radverkehr, desto sicherer das Radfahren

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  1. Die Überschrift ist richtig, greift aber noch zu kurz. Mehr Radfahrer machen nicht nur das Radfahren sicherer, sondern den Verkehr insgesamt – weil Radfahren generell sicherer ist als Autofahren. Auch das kann man dem Factsheet des VCÖ und anderen Quellen entnehmen. Jede Substitution von Autoverkehr wirkt sich positv auf die Verkehrssicherheit aus (und nicht etwa nur Autoverkehrs-Vermeidung). Man kann es nicht oft genug sagen.

  2. … falls die Daten aus der EU-Broschüre „Fahrradfreundliche Städte“ sein sollten, was anzunehmen ist, sind diese bereits mehr als zehn Jahre alt – Erscheinungsdatum 1999. Bei einem Versuch von mir europaweit mal in den Ländern die aktuellen Daten abzufragen, endete selten mit jahresaktuellen Informationen und es scheinen auch die Erhebungsmethoden unterschiedlich zu sein.

    Sind nicht am kommenden Sonntag Europawahlen 😉 ? Was haben unsere Parlamentarier in den letzten Jahren auf EU-Ebene in Sachen Fahrrad denn so erreicht? Hat da mal jemand seinen Abgeordneten gefragt? In Sachen belastbarer Daten zum Modal Split und zur Fahrradnutzung ist mir da keine Veröffentlichung bekannt geworden. Besonders lustig ist die Veröffentlichung der Uraltdaten zu diesem Zeitpunkt in diesem Blog – war nicht auch gerade die total wichtige VeloCity in Brüssel mit brandaktuellen Daten 😉 ?

  3. @benno: „Was haben unsere Parlamentarier in den letzten Jahren auf EU-Ebene in Sachen Fahrrad denn so erreicht?“

    Hm – nichts? Ich wüsste keine einzige Verbesserung, die auf den Bund oder die EU zurückginge. Sehr viel positiver sehe ich die Arbeit des Berliner Senats, sicher auch durch Dein Engagement.

    Übrigens – eine interessante zusätzliche Information zur obenstehenden Grafik: Auf der Webseite der „Allianz pro Schiene“ gibt man an, dass es 3,02 Straßenverkehrstote pro Milliarde Personen-Kilometer gibt. Auf die Grafik umgerechnet muss man mit dem Pkw 331 Millionen Kilometer fahren, bevor man den statistischen Tod erleidet (zum Vergleich aus der Grafik: bei Radfahrern sind es ca. 35 Millionen Kilometer). Das ganze zeigt nur Größenordnungen – um genauer zu rechnen, müsste man schauen, ob die Angabe für Pkw nicht auch umgefahrene Fußgänger beinhaltet. Dennoch – erschreckend.

  4. @berlinradler:
    Durchaus haben die EU-Parlamentarier etwas erreicht: Dass in allen Zügen demnächst Fahrräder mitgenommen werden können, geht auf die EU zurück. Was ich nicht weiß: Vergrößern sich die Kompetenzen des EU-Parlaments im Bereich Verkehrspolitik durch den Lissabon-Vertrag?

  5. @Dirk, das wird sicherlich stimmen, ist in der Summe für eine fahrradfreundliche Politik aber natürlich ein Witz. Für meine Wege in der Stadt hilft es mir nicht, die gehen fahrradtechnisch oft noch durch Katastrophengebiet.

  6. … aufgrund der Fragen von Journalisten habe ich gerade mal ein paar EU-Abgeordnete angerufen, ob sie denn wüssten, dass morgen (3. Juni 2009) der Europäische Tag des Fahrrades ist – nothing … 🙁

    Vielleicht ist ja hier unter uns noch der eine oder andere Zombie, der sich an die Bedeutung, die Entstehung und den aktuellen Verwalter solch klangvoller Ehrentage erinnern kann … 😉 ? Müsste doch irgendwie die EU höchstpersönlich sein?

    Die Liste der Bewerber zum EU-Parlament liegt übrigens unter http://www.bundeswahlleiter.de/de/europawahlen/EU_BUND_09/ – vielleicht können wir ja da noch mal klären, wen und was wir am Sonntag überhaupt wählen. Wäre doch interessant den einen oder anderen Kandidaten und vor allem auch alten Hasen mal zu konkreten Aktivitäten zum Thema Fahrrad auf EU-Ebene zu befragen.

    Aber bitte nicht jeder Propaganda auf den Leim gehen – die EU-Richtlinie zur Nachrüstung von Lkw mit sichtverbessernden Systemen (Spiegel-, Kamerasysteme) gegen den Toten Winkel haben wir hier in Berlin mit einer Bundesratsinitiative und Wilbert van Waes als niederländischer DOBLI-Initiator zunächst außerparlamentarisch gestartet 😉

    Und auch nicht auf die angeblich vom EU-Parlament gelöste Fahrradmitnahme im Fernverkehr (ICE) reinfallen. Der entscheidende Satz in der EG-Verordnung unter §5 lautet:

    “… wenn sie leicht zu handhaben ist, dies den betreffenden Schienenverkehrsdienst nicht beeinträchtigt und in den Waggons möglich ist.”

  7. „Sie verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Unfallhäufigkeit und der Menge des Radfahrens in einzelnen Ländern.“

    Das ist so falsch. Die Linie zeigt die tödlichen Unfälle, nicht die Anzahl der Unfälle. Die Grafik bleibt beeindruckend, aber man sollte sie schon richtig vorstellen und nicht etwas hineininterpretieren, was nicht ausgesagt wird (werden kann).

  8. Eine alternative Interpretation ist, dass Leute dann mehr Radfahren, wenn das Radfahren sicherer ist.
    Noch eine andere Interpretation ist, dass eine bessere Fahrrad-Infrastruktur (z.B. ein gutes Radwegenetz) sowohl das Radfahren sicherer macht als auch mehr Leute animiert Rad zu fahren.

    Die Daten sind interessant, aber man sollte Korrelation nicht mit Kausalität verwechseln.

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