Neues Fahrradverleihsystem in Berlin

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat heute in Berlin den ersten Nationalen Radverkehrskongress eröffnet und etwa 500 Teilnehmer aus Deutschland, dem europäischen Ausland und den USA begrüßt. Auffällig war der hohe Anteil von Teilnehmern von Planungsbehörden und regionalen Verkehrsverbünden aus den  amerikanischen Großstädten New York, Chicago und San Francisco, obwohl die Tagungssprache deutsch war.

Für Berlin kündigte Tiefensee das Pilotprojekt Öffentliches Leihfahrrad an, das im Herbst in Berlin starten wird. Durchgeführt wird das Projekt von der DB Rent GmbH, der Firmal also, deren Leihfahrräder man kennt als „Call a Bike“. Bei Call a Bike muss man sich vorher online anmelden und kann dann mithilfe des Handys frei im Stadtraum verteilte Call-Bikes freischalten. Weil Miete und Rückgabe örtlich flexibel sind, nennt die Bahn das bestehende System flex-System.

Zusätzlich wird es ein fix-System der CallBikes in Berlin geben. Insgesamt sollen im Rahmen dieses Projektes 1.250 Räder an mindestens 50 Stationen verfügbar sein. Hierfür werden spezielle Stelen entwickelt und an Straßen und Plätzen aufgestellt. Im Umkreis von 50 bis 70 Meter um die Stelen herum stehen die neuen Call-Leihfahrräder. Der Ticketinhaber kann das Leihrad buchen, ohne wie bisher ein Handy benutzen zu müssen. Die Fahrräder können an diesen Stelen zurückgegeben und über eine Funkverbindung wieder abgeschlossen werden. Gedacht ist das Ganze als „letzte Meile“ in der öffentlichen Mobilitätskette. Zum Beispiel ist denkbar, dass alle Monatskartenbesitzer der BVG 30 Minuten kostenlos ein Call-a-Bike im fix-System nutzen können

ADFC: Tiefensee eröffnet Nationalen Radverkehrskongress
Fahrradportal: Nationaler Radverkehrskongress 2009 in Berlin eröffnet

10 Gedanken zu „Neues Fahrradverleihsystem in Berlin

Kommentare-Feed
  1. wenn man sich in der amerikanischen blogosphäre umschaut – ganz besonders bei fahrradthemen – fällt auf, das wir da einiges verschlafen im moment. es gibt wohl nirgends auf der welt solche eine explosion an bike-sharing-programmen wie in den staaten seit ca. 1,5 jahren. wundert mich, welche infos sich die gäste aus übersee von unseren verkehrsexperten erhoffen.

  2. Naja Deutschland hat per se eine längere Fahrradgeschichte und sollte damit auch mehr Erfahrung haben mit dem Radverkehr, theoretisch natürlich.
    Wenn man 80 Jahre lang das Rad als Minderwertigen Verkehrsteilnehmer behandelt kann man halt auch nur ein gewisses Maß an Erfahrungen einbringen.
    In den Niederlanden oder Dänemark sieht das wieder ganz anders aus.

    Ich glaube aber in den USA passiert momentan soviel weil da die Leute mehr aktionspotential haben und halt weniger Hemmungen ihre Visionen umzusetzen, vielleicht werden ihnen nur weniger Stolpersteine in den Weg gelegt.

  3. Längere Fahrradgeschichte? Als wer?
    k.

  4. Als die USA, sollte ausm Kontext doch relativ klar sein.

  5. Hm. Seh ich anders. Fahrradfahren hat, wie in der „westlichen Welt“ seit den 1880er, 90er Jahren immer mehr Menschen interessiert. Angefangen hat es hüben wie drüben Ende der 1860er Jahre als Sport-Produkt für Neureiche, Adelige usw. Soweit so schön.
    Aber wenn man schon mit der Geschichte kommt, dann sind es England und vielleicht noch Frankreich, denen man eine „längere Fahrradgeschichte“ zuweisen könnte. In Deutschland wird das Thema erst ab etwa 1890 eine ernstere Sache. Also… wenndann: England (ist ja auch klar, die haben viel eher industrialisierte Strukturen und ein Mobilitätsproblem).

    besserwisserische Grüße,
    Konrad

  6. Ui Klugscheissen kann ich auch,
    http://de.wikipedia.org/wiki/Draisine_(Laufmaschine)

    Damit ist ja wohl klar das Deutschland eine längere fahrradgeschichte hat als die USA 😛

    Wie ich sagte, Deutschland ist nicht das Land dass die Fahrradkultur erfunden hat, jedoch beschäftigt man sich hier in der Verkehrsplanung länger mit dem Fahrrad als in den USA, und ja es wird in gewissem Maße als Verkehrsmittel anerkannt, nicht ausschliess von Frankreich England oder gar den Niederlanden rede ich hier nicht, klar sind die Niederlande und Dänemark uns meilen vorraus, ist ne Kultursache, uns wird ja auch täglich eingetrichtert wie wichtig zur Menschwerdung das Automobil sei.

    Trotzdem, sag du doch mal warum du glaubst das man eine delegation aus den USA nach Deutschland schickt um etwas über Fahrradinfrastruktur zu lernen, wenn du ne tollere Erklärung hast bin ich durchaus gespannt.

  7. Hahaha. Ich hab keine Ahnung. Aber vielleicht wollen sie gern mal nach old Europe reisen. Ist doch ein Anlaß. Und dann kann man sich das alles mal angucken: Das Brandenburger Tor, Den Rrrrreichstag, usw usw. Und nebenbei gibt es noch lecker Häppchen.
    Sonst wüsste ich nicht, was man in Sachen Fahrradinfrastruktur oder Ähnlcihem von Deutschland lernen kann.
    Dieses Fahrradverleihsystem ist doch völliger Quatsch. Jedermann hat ein Rad. Man muss sie nur dazu bringen, es auch aus dem Keller zu holen und benutzen. Egal. Hauptsache, es steht irgendwas vom Herrn Minister in der Zeitung und er kann irgendwo ein Bändchen durchschneiden….

    kg

  8. Hehe ja das erinnert mich daran das meine Mutter mal eine Damals noch West-Berlin Führung mit den Herrschaften vom US-Militär Flughafen Tempelhof gemacht hatte und gefragt wurde ob das nicht Leichtsinnig war den Reichstag so nah an die Mauer zu bauen.

  9. Also muss man das Rad bei dem fix-Sytem nun tatsächlich an den Ausgabgeort zurückbringen oder ist die Rückhave an eine der anderen 50 Stelen auch möglich?

  10. Eine Rückgabe des Leihrads wird an allen 50 Stationen möglich sein. In dieser Hinsicht ist das neue Fahrradverleihsystem so ähnlich wie das Pariser Velib-System. Das bedeutet natürlich auch, dass der Verleiher die Räder in Zukunft zwischen den Stationen hin- und hertransportieren muss, weil sich an manchen Stationen die Fahrräder stauen werden und an anderen Stationen keine Leihräder zur Verfügung stehen.

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