S-Bahn setzt auf Kombi Zug + Fahrrad

Die Berliner S-Bahn schafft mehr Platz für radfahrende Kunden. In Kürze sollen die Züge der Baureihe 481 so umgebaut werden, dass in Mehrzweckabteilen eine Reihe Klappsitze wegfällt. Stattdessen gibt es mehr Stellplätze für Räder. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Fahrradmitnahmen um 50 Prozent gestiegen, teilte die S-Bahn mit. Der Trend hielt im letzten Jahr unverändert an. Von April bis Oktober 2008 stieg der Fahrradticketverkauf je nach Tarif um elf bis 40 Prozent an,  während der normale Fahrkartenverkauf nur ganz leicht anzog. Die S-Bahn profitiert davon, dass eine Fahrradmitnahme in Berlin rund um die Uhr möglich ist. Anders als in anderen großen Städten wie Hamburg, München, Paris, London und Kopenhagen gibt es in Berlin keine Sperrzeiten für die Fahrradmitnahme.
ADFC-Newsticker: Fahrradmitnahme in Berliner S-Bahn um 50 Prozent gestiegen
Morgenpost: S-Bahn schafft Platz für Fahrräder
Benno Koch: Mehr Fahrradtickets in Berlin-Brandenburg verkauft

12 Gedanken zu „S-Bahn setzt auf Kombi Zug + Fahrrad

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  1. schön ist, dass mehr platz für ein besseres mobilitätskonzept entsteht.
    schlimm finde ich allerdings immer noch, dass das fahrrad eine extra-karte braucht, dabei müssen nicht einmal kleine kinder karten kaufen. das rad ist also so was wie ein halber erwachsener oder etwas noch viel schlimmeres…
    ich komme aus offenabch bei frankfurt/main. hier beim rmv ist die rad-mitnahme gratis – oder anders ausgedrückt: das rad-ticket kauft sich jede mitfahrende person automatisch mit einem für den öpnv zu hohen preis, was mir als langjähriger student mit einem semsterticket aber lange nicht auffiel.
    aloha

  2. Die bisherige Lösung in der BR 481 ist eigentlich optimal. Im Fahrradabteil, also jedem zweiten Wagen, finden 4 Radfahrer Platz (Sitzplatz mit 2 Haltestangen davor). Das einzige Problem besteht darin, dass die Plätze meist sehr schnell belegt sind, natürlich nicht von Radfahrern. Abhilfe hätte hier auch eine andere Polsterung (mit aufgedrucktem Fahrrad und Kinderwagen) schaffen können.

    Sofern die ausgebauten Sitze dafür sorgen, dass ich mein Fahrrad in Fahrtrichtung abstellen kann, sehe ich keinen großen Fortschritt darin. Dann passen auf eine Seite 2-3 Fahrräder. Interessant wäre die Möglichkeit, Fahrräder quer zur Fahrtrichtung abzustellen. Dann würden sich die Kapazitäten tatsächlich erhöhen.

  3. Leider wird das Konzept nicht ganz zu Ende gedacht – die vor den „Leerräumen“ davorstehenden Längsstangen müßten auch ein klein wenig mehr zur Wagenmittelachse versetzt werden, damit die Fahrräder besser und einfacher ein- und ausgefädelt werden könnten. So wie sie jetzt sind, behindern sie eher…

  4. Die S-Bahn weiß offensichtlich, dass die Haltestangen noch optimiert werden können. Zitat aus dem Morgenpost-Artikel: „Derzeit tüfteln die Experten noch an Details wie etwa der Position der Haltestangen.“ Link siehe oben.

  5. „Abhilfe hätte hier auch eine andere Polsterung (mit aufgedrucktem Fahrrad und Kinderwagen) schaffen können.“

    Schon mal versucht, einen Mitmenschen höflich zu bitten, doch einen Platz in den umliegenden freien Viererabteilen einzunehmen? Anders herum hab ich es auch schon erlebt, ob ich denn nicht mein Fahrrad zur Seite stellen könne, damit sich die Damen setzen können.
    Die Sitze herauszunehmen ist IMHO eine konfliktreduzierende Lösung, geht ja offenbar nicht anders.

  6. Hab mich neulich schon gewundert. Na mal sehn. Die Stangen nerven, bzw. sollten zumindest gummiummantelt werden.

  7. Also ich setze mich ja auf einen der dreiersitze neben dem Verbinder der zwei Waggons und stelle das Rad vor mich, sofern Platz ist.

    Den Spaß um einen Platz im Fahrradabteil zu bitten hatte ich auch schon, sehr witzig wenn dann Mutti einen böse anguckt weil man es wagt sie auf einen der anderen Plätze zu bitten damit man mit dem Rad nicht allzuviele Menschen stört.

    Wozu die Stangen überhaupt da sind frage ich mich eh, klar die Längs-haltestange brauch bestimmt ne stütze oder so, aber 2 davon?
    Ein paar halteschlaufen an der Längsstange tätens meiner Meinung nach auch und das fahrradparken wäre keine Häkelei.

  8. @Anke, klar habe ich das schonmal versucht. Die entsprechenden Antworten kennt wohl jeder, die sind etwa auf dem Niveau, wie wenn man einen Raucher bittet, so zu rauchen dass man nicht mitrauchen muss oder einen Musikliebhaber fragt, ob er nicht einen Kopfhörer benutzen könnte.

    Das menschliche Miteinander funktioniert in unserer Gesellschaft nicht, und bevor ich mich über eine unfreundliche Antwort ärgere, frage ich gar nicht erst. Übrigens setze ich mich ohne Fahrrad auch sehr ungerne in die Viererabteile, da die Sitze mittlerweile zu Fußablagen geworden sind.

    Wie schon gesagt – die Haltestangen mit Sitzen dahinter sind zumindest für mein Fahrrad optimal. Man müsste halt nur den Fahrgästen ohne Koffer, Kinderwagen und Fahrrad klarmachen, dass andere stehen müssen, wenn sie in einer leeren S-Bahn gerade diesen besetzen. Den meisten ist das gar nicht bewusst.

  9. @berlinradler,

    „Das menschliche Miteinander funktioniert in unserer Gesellschaft nicht, und bevor ich mich über eine unfreundliche Antwort ärgere, frage ich gar nicht erst.“

    Richtig, ich frag auch nicht mehr, muss man sich wenigstens nicht mehr zum Deppen machen. Man hat ja auch noch die der Ausstiegsseite gegenüberliegenden Türen als Parkplätze zur Verfügung. Generell finde ich die Kombination Fahrrad und S-Bahn sehr unkompliziert, wer anderer Meinung ist, kann zur Abwechslung den RE1 nehmen ;).

  10. Ich finde die Idee super. Bin auch vor ein paar Monaten mal in einem der testweise umgebauten S-Bahnwagen mitgefahren. Endlich kann man sein Rad wirklich mal abstellen und muss nicht in einer halbleeren S-Bahn mitten im Gang irgendwie seinen Gefährt festhalten, weil keiner im Radabteil Platz macht (eine diesbezügliche Frage kann man sich wirklich sparen, wie wohl jeder weiss, ders schonmal probiert hat).

    Also wie gesagt, meiner Meinung nach alles richtig gemacht bei der S-Bahn. Ich kann nicht so recht verstehen wie man daran noch rumnörgeln kann.

  11. Hauptsächlich muss man sich, wie die erstschreibende Olga es schon tat, über die Gebühren für Fahrräder ärgern. S Bahn und Fahrrad in Kombination sind eine atraktive Alternative zum Autofahren. Wer sein Auto stehen lässt und diese Kombination nutzt sollte belohnt und nicht bestraft werden.

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