Schneeräumung auf Radwegen

Etwa ein Viertel aller Berliner Radwege sind benutzungspflichtig. Im Winter ist es allerdings nicht immer ganz leicht, der Benutzungspflicht zu genügen. Denn gar zu oft versinkt der Radweg oder die Radspur im Tiefschnee.

Dabei ist die Rechtslage im Berliner Straßenreinigungsgesetz klar geregelt. In Paragraf 3 Absatz neun heißt es: „Mit Kehrmaschinen befahrbare ausgebaute Radwege werden vom Schnee geräumt. Eine Eisglätte-. und Schneeglättebeseitigung findet nicht statt.“

Benno Koch, Berlins Fahrradbeauftragter, testete gestern 40 Kilometer Radwege und Fahrradspuren in Kreuzberg, Tiergarten, Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Lichtenberg, Marzahn und Hellersdorf. Ergebnis: „Radwege und Radspuren sind nicht oder nicht ausreichend geräumt und nicht sicher befahrbar. Einige der alten Radwege und der neuen Radspuren lassen durchaus die Spuren einer Kehrmaschine erkennen – von einer wirklichen Schneeräumung zu sprechen, ist jedoch übertrieben.“

Benno Koch: Winter in Berlin – Schneeräumung auf Radwegen mangelhaft
Bennos Bildergalerie Berliner Winter

18 Gedanken zu „Schneeräumung auf Radwegen

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  1. Na eher ist es doch so das der Gehweg reäumt und der schnee genau auf den Hochbord-Radweg geräumt wird wo dann eine fürchterliche vereiste schneeschicht entsteht.
    Nicht das ich jetzt zum Gehwegradeln auffordern will aber man ist doch schon sehr versucht, wenn die Gehwege so gut geräumt sind.

  2. @2: Komisch, auf die Idee würde ich nicht kommen.

    Warum nicht einfach auf der Fahrbahn fahren?

  3. Datt doch eh Jens, ich rede jetzt eher von den Stellen wo die blauen Lollis stehen.

  4. naja, wenn der radweg nicht benutzbar, ob pflicht oder nicht, ist er eben nicht benutzbar. dann ist es vollkommen in ordnung auf der fahrbahn zu fahren

  5. hab mich schon direkt bei der bsr per mail beschwert, auch wenn ich auf meinem arbeitsweg zu 90% die strasse benutze. aber 10% der strecke fahre ich aus bequemlichkeit eben radweg, normalerweise. nur eben an diesen tagen nicht.
    aber glaubt ihr, die hätten drauf geantwortet? natürlich nicht.
    gruß,
    philip.

  6. Schneeräumung, naja. Einige Radwege sind ja „geräumt“ – d.h. der Schnee wurde weggefräst und manchmal sogar noch etwas Splitt drauf. Wenn daneben die Fahrbahn aber sogar mit Salz geräumt wurde, dann ist der Qualitätsunterschied zwischen „Radweg“ und Fahrbahn noch größer als sonst.

    So recht aufregen über die mangelnde Räumung der Radwege kann ich micht nicht, eher über aufgebrachte Autofahrer, die hupen, wenn man deshalb auf der Fahrbahn fährt.

  7. … dieses überraschende und scheinbar häufigere Anhupen war für mich übrigens auch der Grund, das Thema mal wieder zu behandeln. Will mit mir mal jemand in den nächsten Tagen die Frankfurter Allee auf der Straße testen – gerne auch eine andere viel befahrene Hauptstraße in der Rushhour … 😉 ?

    Die BSR hat mir übrigens zugesagt, das Thema ernsthaft zu behandeln und hat es auch schon getan – die betroffenen Subunternehmer (Radwege auf Gehwegen sind fremd vergeben, Radspuren auf der Fahrbahn macht die BSR selbst) wurden oder werden vorgeladen. Wenn die Leistung nicht erbracht wurde, wird die Rechnung gekürzt.

    Das System ist also ganz einfach: den nicht oder nicht ausreichend geräumten Radweg konkret benennen – Foto ist immer gut – und normalerweise mit einen Kontaktformular unter http://www.bsr-online.de/bsr/html/2843.htm an die BSR schicken. Nur konkrete Beschwerden können konkret beantwortet werden. Die Mails werden dort alle beantwortet – wurde mir zugesagt – falls nicht, könnt Ihr auch mich in Anspruch nehmen …

  8. Hierzustadt werden nur die „wichtigen“ Radwege geräumt: Keine.

    Demnächst mach ich davon mal eine Fotodoku in mein Radweg-Blog. Dieses Jahr suche ich den größten Schneeberg in der Stadt. Ich hab da einiges gefunfen…

    achja. mit spike-reifen faehrt es sich auf festgefahrener Schneedecke sogar auf Radwegen recht gut. Wobei eine freigesalzene Fahrbahn natuerlich noch viel besser ist.

    Am ekeligsten sind im Winter jedoch die nicht mehr nutzbaren Radstreifen (Hallo ADFC!). Weil die Fahrbahn praktisch nur noch PKW-breit freigefahren wird, gibt es ein ziemlich dichtes Überholen und Gedrängel.

    Und da auf dem Radstreifen keiner raeumt und auch kein Auto faehrt, werden die noch tagelang mit Schneematsch und Eisklumpen übersät sein.

  9. war gerade mit dem Rad unterwegs und natürlich is nichts geräumt, soweit ich es von der fahrbahn aus sehen konnte. das muss doch mal konsequenzen haben bei der BSR? Muss man denen erst ans geld, was sie für die räumung bekommen, damit was passiert? bzw. den angeblich beauftragten subunternehmen?
    also ich hab die hoffnung aufgegeben. am montag wird dann alles schön vereist sein, nach mehrmaligen antauen und überfrieren.

  10. Hi Chris, Du weißt ja, ich suche noch immer Leute – gerne auch mit mir zusammen als Test – die die Radfahrerparadiese auf den stark befahrenen Hauptstraßen ohne Radverkehrsanlagen nutzen. In Berlin fallen mir da ziemlich viele ein, wo gar nicht oder wesentlich weniger als möglich Rad gefahren wird. Am meisten angehupt wurde ich in den letzten Tagen übrigens nicht neben Radspuren (den Dreck sehen ja auch Autofahrer), sondern neben benutzungspflichtigen Radwegen, trotz drei Richtungsfahrspuren und ohne Stau …

  11. ich wurde die woche nicht einmal angehupt

  12. … ist vielleicht nach der dpa-Meldung besser geworden – wo warst Du unterwegs?

  13. Mariendorfer Damm, Tempehofer Damm, Boelckestraße, Katzbachstrasse, Yorckstrasse, Bülowstrasse, Kleiststrasse, Tauentzienstrasse, Ku’Damm, Hardenbergstrasse, Ernst-Reuter-Platz …. in der woche

    und heute nur aus tempelhof in die schlosstrasse.

  14. … sind ja fast keine Radwege dabei und schon gar keine benutzungspflichtigen … 😉

  15. und das is genau der grund, warum ich diese strecke zur arbeit fahre 😉

  16. Da muss ich Philip zustimmen, angehupt wurde ich in den letzten Tagen garnicht, das obwohl ( oder gerade weil ?) ich ziemlich mittig auf der Spur fuhr, halt dort wo die Straße befahrbar war.

    Normalerweise werde ich Britzer Damm,Buckower Chaussee und insbesondere Johannisthaler Chaussee häufig angehupt weil ja ein nicht benutzungspflichtiger Hochbordradweg vorhanden ist und viele Autos aus dem Berliner Umland unterwegs sind. ( man mag von TF LDS und konsorten halten was man mag)

    Der Weg zur uni ist dagegen recht zivil was das hupen angeht Columbiadamm-Mehringdamm-Wilhelmstr und weiter raus bis zur Charité.

    Aber seit dem Schneemallheur habe ich ernsthaft das Gefühl die Autofahrer nehmen einen wahr, berücksichtigen Überholabstand und können plötzlich sogar blinken wenn sie einen Radfahrer überholen.
    Entweder das liegt am Winter oder an meiner Wintermontour mit Gesichtsmaske 😉

  17. wenigstens auch mal eine gute nachricht zu dem thema. ich zitieren den tagesspiegel:
    „Die schlampige Schneeräumung der Radwege hat Konsequenzen: Die BSR hat allen sieben von ihr beauftragten Subunternehmern Vertragsstrafen aufgebrummt. Die Beträge seien unterschiedlich, aber „so, dass es wehtut“, sagte Winfried Becker, der bei der BSR für die Straßenreinigung verantwortlich ist. Laut Gesetz müssen die von Maschinen befahrbaren Radwege vom Schnee befreit, aber nicht gestreut werden. Schnee von Straße oder Bürgersteig auf dem Radweg aufzutürmen, ist ausdrücklich verboten.“

    hier der link zum artikel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/BSR;art270,2728612

  18. […] ich inzwischen gesehen habe, hat mein Lieblingsfahrradblog, das Blog der Rad-Spannerei, das Thema Schneeräumung auf Radwegen schon aufgegriffen. Veröffentlicht in Allgemeines, Radfahrpraxis | Schlagworte: Eis, Schnee, […]

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