Achte auf Radfahrer!

„Es ist leicht, etwas zu übersehen, wenn man nicht damit rechnet. Auf belebten Straßen kann das fatale Folgen haben. Achte auf Radfahrer!“

Mit diesem Appell endet der Zwei-Minuten-Spot mit Aha-Effekt von Transport for London. Stellt euch darauf darauf ein, nach der Hälfte des Spots auf die Stop-Taste zu drücken und die eingeblendete Frage zu beantworten.

[youtube]ubNF9QNEQLA[/youtube]

Transport for London

12 Gedanken zu „Achte auf Radfahrer!

Kommentare-Feed
  1. Sicher interessant, nur hat dieses „Finden Sie die Unterschiede“ mit Verkehr überhaupt nichts zu tun, sondern verdeutlicht, daß man alles zu Schwachsinn machen und unerkannt als solchen verkaufen kann.

  2. Auf http://www.dothetest.co.uk gibt’s auch den ersten Film zu sehen, der meines Ertachtens besser zum Thema Aufmerksamkeit passt,

  3. Straßenverkehr ist immer so organisiert, daß Situationen wie beim Basketball mit Bären normalerweise nicht vorkommen. Wer auf solche behaupteten Anwendbarkeiten reinfällt, tut das wahrscheinlich nur, weil RADWEG in seinem Kopf ist. Denn ausschließlich bei deren Anwesenheit hat man es plötzlich mit Bären im Rückwärtsgang zu tun.
    Das ist eben ein übler und üblicher Taschenspielertrick: Man schafft mit Radwegen Ausnahmesituationen, die man dann erkennen und bekämpfen muß. Und Artikel, die solche billigen Tricks nicht enttarnen, sondern als positiv verwerten, wollen solche Ausnahmen als Regel erscheinen lassen und so Radwegen unterschwellig ihren Segen geben.

  4. @Udo … es gibt in London / UK so gut wie keine straßenbegleitenden Radwege – also ein Fahrradparadies … 😉

  5. Ich frage mich immer noch, was eigentlich die Botschaft dieses Spots sein soll. Der Imperativ „Achte auf Radfahrer“ ist im Grunde genau so blöde wie es die Forderung „Achte in der Nähe von Aufzügen auf Gorillas“ als Schlußfolgerung aus Daniel Simons Demovideos zum Thema „unintentional blindness“ wäre.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Inattentional_blindness

    Udo schreibt „Straßenverkehr ist immer so organisiert, daß Situationen wie beim Basketball mit Bären normalerweise nicht vorkommen.“ Das ist zwar richtig, aber etwas mißverständlich. Wahrnehmung komplexer Situationen, auch die von Straßenverkehr ist offenbar so organisiert, daß schon sehr früh gefiltert und abstrahiert wird. Die Organisation von Straßenverkehr und ihre Wahrnehmung bedingen sich gegenseitig – und das ist eines der stärksten Argumente gegen Radwege: sie und ihre Benutzer sind ungefähr so aufgestellt wie die der Gorilla in Simons‘ Paper.

    Richtige Schlussfolgerungen wären zunächst, daß sich die Botschaft weniger an die Benutzer von motorisierten Vehikeln zu richten hätte (als ob die Radfahrer über den Haufen führen, weil sie bewußt auf diese _nicht_ achten würden!), als eher an Radfahrer. Und der Imperativ wäre: fahre deutlich, fahre wie ein Fahrzeug. Mach Platz, aber erst nach gegenseitiger Zurkenntnisnahme. Quetsche Dich nicht grundsätzlich an den äußersten rechten Fahrbahnrand. Vergiß Wimpel, Warnwesten oder sonstiges Lametta, das macht Dich nicht genau so wenig sichtbar wie ein Gorillakostüm. Fahr dort, wo Fahrzeuge erwartet werden und fahr so, wie es von Fahrzeugen erwartet wird. Dann wirst Du wahrgenommen und es braucht sich keiner der vergeblichen Mühe zu unterziehen, auf Dich zu achten.

  6. Deshalb finde ich auch komisch, daß die dort mit sowas ankommen. Nachdem, was man so im WWW sieht, ist England kein Radfahrer!Paradies, man versucht auch dort, sie zu verdrängen. Aber wir reden ja von Deutschland.

  7. @Udo … ich habe mich gerade mal wieder mit einem Kumpel ausgetauscht, warum es in Deutschland keine Fahrrad-Community gibt – die Leute wollen einfach Rad fahren und nicht über irgendwas mutmaßen, von dem sie keine Ahnung haben … 😉 viel Zeit und Kraft wird aber offenbar vor allem in letzteres gesteckt … 🙁

    Der zur Diskussion stehende Beitrag dreht sich ja nicht um Deutschland – also lohnt es sich möglicherweise mal nach London zu gucken. Da werden keine Radfahrer an den Rand gedrängt – es gab diese Spezies dort in der Vergangenheit praktisch nicht. Mit Ausnahme von Monty Python und ein paar Reiseradlern wie mir – ich werde übrigens noch immer groß angeguckt, wenn ich erzähle, dass ich wieder in England, Wales oder Schottland Rad fahren gehe.

    Meine persönliche Einschätzung ist, dass Radfahrer in Großbritannien weniger abgedrängt und schon gar nicht angehupt werden als in Deutschland. Radfahren auf Gehwegen ist nicht nur verboten und richtig teuer bei Zuwiderhandlungen – es ist auch nicht schick. Trotzdem ist Rad fahren in London nur was für Profis – wer nicht schnell genug antreten, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von eher deutlich mehr als 20 km/h unterwegs und auch sonst immer hell wach ist, hat nix zu lachen. Auf vielen Straßen der City of London wünscht man sich verzweifelt Radspuren – man kommt am Stau auch mit dem Fahrrad nicht wirklich bequem vorbei. Deshalb fahren in diesem Radfahrerparadies auch ja nur zwei Prozent der Londoner Rad – übrigens eine Ver-x-fachung, seit es die ersten Radspuren gibt … 😉

  8. @Udo:
    >> Straßenverkehr ist immer so organisiert, daß Situationen wie beim Basketball
    >> mit Bären normalerweise nicht vorkommen.

    Ohne jegliche Verkehrsteilnehmer wäre das sicherlich so…

    @Benno:
    Du hast Recht, in der City of London ist das Radfahren einfach scheußlich, während der Greater London-Bereich relativ gut zu befahren ist (zumindest der Norden und Westen).
    Londons Fahrradwege stellen meiner Erfahrung nach die schlimmsten Beispiele dar, wie man es nicht machen sollte: Radfahrer-Segregation in Reinkultur. Es gibt nur sehr wenige Wege, die das Unfallrisiko nicht (!) erhöhen. Gegenüber den ‚Wegen‘ erscheinen mir aber die ‚Spuren‘ ein Stück besser arrangiert. Dank der Fahrradstadtpläne und Radwegeausschilderungen von Transport For London kann man sich auch recht ordentlich durchs Straßengewirr navigieren.

    @Wolfgang:
    Ich pflichte Dir voll bei, dass eine sebstbewusste aber respektvolle Radfahrweise und nicht der Warnwesten-Ansatz zum sicheren Fahrvergnügen führen. Allerdings kann ich Deinem Schluss nicht folgen, der Film müsse in erster Linie an Radfahrer appellieren.
    Wie Benno bereits schilderte, war das Rad in Großbritannien als Verkehrsmittel praktisch ausgestorben. Es erlebt aber derzeit ein Revival, zumindest in den größeren Städten. Von daher ist es sehr wichtig, etablierte Verkehrsteilnehmer auf die neue Verkehrs’variable‘ aufmerksam zu machen, die die Gesamtrechnung Straßenverkehr verändert:
    Radfahrer sollen ja nicht nur nicht von hinten über den Haufen gefahren werden (übrigens eine recht seltene Form des Radunfalls). Beim Abbiegen, Spurwechsel, Aussteigen (Autos und Motorräder), Über-die-Straße-laufen (Fußgänger), Wenden, Anhalten und Anfahren (Taxis und Busse) müssen die Besonderheiten eines Radfahrers ebenso berücksichtigt werden. Der ist wesentlich flexibler, manchmal viel langsamer und manchmal viel schneller als andere Verkehrsteilnehmer. Und – aufgrund geringerer Masse – einer der potentiell Unauffälligsten obendrein.

    Ein Fallbeispiel von vor zwei Wochen:
    Ich stehe abends mit meinem Rad in Straßenmitte zwecks Rechtsabbiegen (in GB: Abbiegen über die Gegenspur) und warte auf eine Lücke im Gegenverkehr. Ich sehe mehrere Paare heller Autoscheinwerfer in ausreichender Entfernung, sodass ich entscheide abzubiegen.
    Erst ein paar Meter weiter realisiere ich, dass ich entgegenkommende Radfahrer überhaupt nicht in Betracht gezogen hatte, da ich völlig auf das Scheinwerferlicht der Autos fixiert war. Ich als Radfahrer habe also einen Fehler gemacht, den man jedem Autofahrer ohne Zögern vorgehalten hätte. Und in dieser Situation hätte vermutlich weder die klare Fahrweise noch die Warnweste eines ankommenden Radfahrers etwas an meiner Wahrnehmung geändert…

    Die Variable ‚Radfahrer‘ muss wieder Eingang in die laufenen Kalkulationen anderer Verkehrsteilnehmer finden. Wer nur die Pässe der bekannten Verkehrsmitspieler erwartet, erkennt nicht, dass das Spiel facettenreicher geworden ist.

  9. > Trotzdem ist Rad fahren in London nur was für Profis – wer nicht schnell genug antreten, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von eher deutlich mehr als 20 km/h unterwegs und auch sonst immer hell wach ist, hat nix zu lachen.

    Also Poppy sieht ja in Happy-Go-Lucky ganz entspannt aus… 😉

  10. @Johannes … lass mich mal raten: es ist ein Spielfilm, die Straße ist gesperrt und der Kamerawagen gurkt vor ihr her … 😉 ?

  11. Richtig: http://www.happy-go-lucky-derfilm.de/

    Im Trailer (ungefähr nach einem Drittel) sieht man die Hauptfigur kurz fahren – das ist dann wohl nicht der Londoner Fahrradalltag… 🙂

  12. … also wenn ein größerer Teil der Fans nicht immer so super zugedröhnt wären – im Sommer 2006 bin ich mal von einem ansonsten netten Konzert etwas früher abgereist … – könnte man doch auch mal ein kleines Video aus Berlin in die Runde werfen: http://www.myvideo.de/watch/563045/Seeed_Dickes_B … ab sec. 18 ist es soweit …

    Wie dieses Video ja zweifelsfrei beweist, konnte man glücklich und vor allem cool aussehend auch schon 2001 durch Berlins Straßen radeln – alle Achtung – aber damals gab es ja wordpress noch nicht … 😉

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