Steglitz: Radfahrerin verletzt

Man sollte am Jahresende von der Berliner Polizei eine detaillierte Statistik einfordern, aus welchen Gründen Radfahrer in Berlin verunglücken und wie schwer durchschnittlich welche Radfahrerunfälle sind. Die drei häufigsten Ursachen sind nach meinem Eindruck:

  1. Rechtsabbieger
  2. Rechtsabbieger
  3. Rechtsabbieger

Gestern hat es eine 59-jährige Radfahrerin aus Steglitz erwischt, übergebrettert von einer 30-jährigen Opel-Fahrerin. Die Autofahrerin wurde nicht verletzt, wie der Polizeibericht ausdrücklich vermerkt. Die Polizeimeldung Nr. 3551: "Schwere Verletzungen erlitt gestern Abend eine 59-jährige Frau bei einem Unfall in Steglitz. Die Frau war gegen 17 Uhr 15 auf ihrem Fahrrad vom Breitenbachplatz kommend in Richtung Südwestkorso auf dem markierten Radweg unterwegs. Eine 30-jährige "Opel"-Fahrerin übersah beim Abbiegen nach rechts in die Schildhornstarße die Radlerin. Die 59-Jährige kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Die Autofahrerin blieb unverletzt. Die Schildhornstraße war zwischen Breitenbachplatz und Brentanostraße 30 Minuten gesperrt."

Pressemeldung der Polizei
Unfallstelle bei Google Maps

2 Gedanken zu „Steglitz: Radfahrerin verletzt

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  1. … die Verkehrsopferbilanz kannst Du doch jederzeit im Internet nachlesen – gibt’s immer Mitte Februar jeden Jahres vom Polzeipräsidenten mit einer großen Pressekonferenz. Wie Du den Zahlen entnehmen kannst, liegen Radfahrer allerdings leicht vorn beim Hauptfehler: Benutzen der falschen Fahrbahn, also in der Regel des Gehweges oder des Radweges in falscher Richtung. Falsch ist die Darstellung der Polizei, es würde sich um einen „markierten Radweg“ handeln – selbiger ist an der Ecke Schildhornstraße baulich abgesetzt und dies geschätzt sechs Meter vom Bordstein hinter schönen Bäumen versteckt. Finden übrigens immer noch einige Radfahrer besonders sicher …

  2. Danke für den Link, den kannte ich in der Tat noch nicht. Die Statistiken erkären einiges. So kann man unter dem Punkt „Hauptunfallursachen gegenüber Radfahrern“ nachlesen, dass die Fehler beim Abbiegen die Hitliste der häufigsten Unfallursachen mit weitem Abstand anführen.

    Allerdings werden durch die Statistiken auch bestimmte Zusammenhänge verschleiert. Im Abschnitt Risikogruppen und dort unter dem Punkt „Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung“ kann man lesen, dass es im letzten Jahr in Berlin 6.504 Unfälle gab, in die Radfahrer verwickelt waren. Laut Statistik wurden davon 3.760 Unfälle von Radfahrern verursacht oder mitverursacht, macht einen Anteil von 57, 8 Prozent aus.

    Bei den Opfergruppen „Tote Radfahrer“ und „Schwer verletzte Radfahrer“ sehen die Anteile der von Radfahrern verursachten oder mitverursachten Unfälle aber vermutlich ganz anders aus. Ich bin mir hundert Prozent sicher, dass die neun toten Radfahrern des Jahres 2006 nicht zu „57, 8 Prozent“ ihren Unfall selbst verschuldet oder mitverschuldet haben.

    Es ist schade, dass die Polizei ihre Pressemeldungen bereits nach vierzehn Tagen wieder löscht. Deshalb kann ich meine Behauptuung nicht durch die Pressemeldungen belegen, aber nach meiner Erinnerung hatte in diesem Jahr nur ein Radfahrer „eindeutig“ an einem tödlichen Unfall schuld, so klang es jedenfalls nach der Veröffentlichung der Polizei.

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