Vierte Fahrradstraße Berlins

Fahrradstrasse in Berlin MitteHey, junger Mann, das wäre nicht nötig gewesen, auf dem Bürgersteig zu radeln! Die ganze Straße steht Dir offen! Schließlich nimmt die vierte Fahrradstraße Berlins im Bezirk Mitte langsam Konturen an. Die Linienstraße verbindet den Rosa-Luxemburg-Platz mit dem Nordende der Friedrichstraße und kann die vielbefahrene, nur hundert Meter weiter nördlich gelegene Torstraße ersetzen. Eine kleine Testfahrt ergab, dass man künftig schnell und sicher durch die Linienstraße kommt, die für den Durchgangsautoverkehr gesperrt ist. Nur an drei Stellen sieht man die durchgestrichene Fahrradstraße, an der Tucholskistraße, am Koppenplatz und an der Rosenthaler Straße. Hier wird die Fahrradstraße aufgehoben, um nach der Kreuzung wieder als Fahrradstraße weitergeführt zu werden. Insgesamt wird das Radeln auf der Linienstraße aber deutlich stressfreier sein als das Radfahren auf der gleichermaßen verkehrs- wie ampelreichen Torstraße.
Artikel in der Berliner Zeitung zur Linienstraße

Fahrradmärchen

Beim Fliegen muß man die Luft aus den Fahrradreifen lassen, sonst platzen sie im Frachtraum. – Fahrradreifen mit abgefahrenem Profil sind gefährlich, besonders bei Regen. Aquaplaning droht! – Wer ohne Helm vom Rad fällt, spielt mit seinem Leben. – Spätestens wenn man sich zwischen Autos wagt, braucht man aber einen Helm. – Kinder sind bei einem Sturz besonders gefährdet. – Kind, halt dich rechts, dann passiert dir nichts! – Kind, brems hinten! – Radwege sind sicher. – Straßen sind gefährlich. – Auf Schnee fahren ist schwierig und sehr gefährlich. – Je mehr Reflektoren am Rad sind, um so sicherer fährt man bei Nacht. – Das Rücklicht sieht man sowieso nicht. – Vergammelt aussehende Fahrräder werden seltener geklaut. – Wenn Speichen reißen, waren sie vorher zu fest gespannt. – Das Benutzen von Kopfhörern beim Radfahren ist gefährlich und verboten, weil man damit nichts mehr hört. – Auch Radfahren gefährdet die Umwelt.

Die Auflösung der Fahrradmärchen findet man bei Wolfgang Strobel.

Der leichtsinnige Radfahrer

Zum Montag eine kleine Radfahrerschule von Jaques Tati. Der Postbote Francois hat nur ein Motto „Rapidité – Geschwindigkeit!“. Mit seiner Dienstauffassung wirbelt er die dörfliche Idylle durcheinander.

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Fahrraddieb

„Ich bin der Fahrraddieb!“ Diese gesungene Selbstbezichtigung stammt von der amerikanischen Ostküsten-Elektro-Kapelle „Freezepop“. Der Song „Bike Thief“ erschien 2003 als Single in kleiner Auflage. Als Freunde des Zweirads distanzieren wir uns ausdrücklich von der impliziten Aufforderung zum Fahrraddiebstahl!

Homepage von Freezepop

Fahrradbildungsurlaub – Themen, die bewegen

1976 wurde von der Bundesregierung das Recht auf Bildungsurlaub verabschiedet. Bildungsurlaub liegt im Zuständigkeitsbereich der Bundesländer, daher unterscheiden sich die Gesetze und Verordnungen. In der Regel haben jedoch alle Arbeitnehmer, die länger als 6 Monate in einem Arbeitsverhältnis stehen, Anspruch auf Bildungsurlaub bei Lohnfortzahlung. Knapp 3% nehmen diesen Anspruch wahr. Die Heinrich-Böll-Stiftung Berlin bietet Fahrradbildungsurlaube zu verschiedenen politischen Themen an.

Infos unter: www.fahrradbildungsurlaub.de

Fahrradlift in Trondheim Norwegen

In hügeligen Städten ist der Fahrradverkehr in der Regel niedrig. Dass in der drittgrößten norwegischen Stadt Trondheim trotz vieler Hügel eine große Zahl von Menschen mit dem Rad unterwegs ist, liegt unter anderem am Fahrradlift „Trampe“. Der Lift ist seit 1993 in Betrieb und absolviert durchschnittlich 20 bis 30.000 Fahrten pro Jahr. Der 130 Meter lange Lift befördert die Radfahrer mit einer Geschwindkeit von 2 Metern pro Sekunde nach oben und hat eine Kapazität von 300 Radfahrern pro Stunde, alle 12 Sekunden kann der nächste Radfahrer starten. Bisher hat es noch keinen einzigen Unfall gegeben.
Fahrradlift TRAMPE

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BVG-Bus überfährt Radfahrerin

Grafik Unfallort Berlin-JohannisthalWieder das Rechtsabbiegethema: Gestern früh gegen 7:00 Uhr wurde in Berlin-Johannisthal eine Radfahrerin von einem rechts abbiegenden BVG-Bus erfasst und mehrere Meter mitgeschleift. Die Radfahrerin erlitt mehrere Beinbrüche und kam ins Krankenhaus. Im Hauptstadtblog gibt es zu diesem Unfall und der Schuldfrage eine lange Diskussion.
Pressemeldung der Berliner Polizei
Hauptstadtblog: BVG-Bus überfährt Radfahrerin
Unfallort bei Google Maps
Grafik: Copyright by Hauptstadtblog

Nachtrag, 10.02.2007:
In der Galerie des ADFC kann man nun eine vierteilige Bilderfolge des Unfallorts Segelfliegerdamm Ecke Königsheideweg betrachten, bitte hier klicken. Es wird deutlich, dass auch die Verkehrsplaner nicht ganz unbeteiligt sind, wenn es immer wieder zu solchen Unfällen kommt. Vorschlag des ADFC: „Aufhebung der abknickenden Vorfahrtstraße und Markierung einer Radfahrerfurt über den Königsheideweg.“

Toter Winkel: LKW-Fahrer wird freigesprochen

Gestern wurde vor dem Amtsgericht Tiergarten ein Toter-Winkel-Fall behandelt, der sich bereits am 13. Oktober 2003 ereignet hatte. Damals war ein 60-jähriger Radfahrer an einer Ampel von einem rechts abbiegenden Sattelzug überrollt und getötet worden. „Wir können nicht ausschließen, dass der Radfahrer bei der Annäherung an die Kreuzung immer im toten Winkel des Lkw fuhr“, befand schließlich das Gericht und sprach den 43-jährigen Fahrer des Lastwagens frei. Statt eines Kommentars zu diesem deprimierenden Urteil die Presseberichterstattung:
taz: Totel Winkel im Visier
Tagesspiegel: Radfahrer überrollt – Freispruch
Morgenpost: Freispruch für Kraftfahrer nach Unfall

Riding Bikes von Robert Rauschenberg

Robert Rauschenberg ist ein US-amerikanischer Objektkünstler und Wegbereiter der Pop-Art. Rauschenberg vertritt die Ansicht, dass die von ihm angestrebte Wiedervereinigung der künstlerischen Bildwirklichkeit mit der Lebenswirklichkeit am besten dadurch gemacht werden könne, indem man Teile der realen Welt unverändert in die Kunst hereinholt. So kombiniert er in seinen Werken etwa Tennisbälle, Autoreifen, Fahrräder und ausgestopfte Ziegen auf hintersinnige Weise. Anders als andere Materialkünstler verändert er diese materiellen Reste der „realen Welt“ jedoch nicht, sondern belässt sie so, wie sie sind (aus der Wikipedia). In Berlin findet man nahe des Potsdamer Platzes auf dem Fontaneplatz die Skulptur „Riding Bikes“ von Robert Rauschenberg, allerdings nicht mehr ganz taufrisch, einige Neonröhren sind bereits blind.
Weitere Photos von Rauschenbergs „Riding Bikes“: [1], [2]
Robert Raushenberg: Riding Bikes

Radeln gegen die Klimakatastrophe

Wenn alle bei Fahrten unter 7,5 Kilometer auf das Auto verzichten und aufs Fahrrad umsteigen würden, dann würde das den CO2-Ausstoß um sechs Prozent verringern. Zu diesem Ergebnis kommt der holländische „Fietserbond“ in einer nun veröffentlichten Berechnung. In den Niederlanden könnte damit der Ausstoß von 2,4 Millionen Tonnen CO2 erspart werden.

Die Ergebnisse aus Holland können für Deutschland richtungweisend sein. Eine Schätzung des Umweltbundesamtes besagt, dass hier der CO2-Ausstoß um bis zu 13 Millionen Tonnen durch einen erhöhten Fahrradverkehr vermindert werden kann.
Pressemeldung des ADFC zur Wende beim Treibhauseffekt
Originalpressemeldung des Fietserbondes

Fahrradweg der Superlative

Man denkt immer, Radfahren sei ein Synonym für umweltverträgliches und nachhaltiges Handeln. Dass es auch anders geht, beweist dies Projekt: Im Emirat Qatar ist ein überdachter Radweg im Bau, bei dem mit Hilfe von Solarenergie Wasserdampf erzeugt wird, der dann die Radfahrer kühlen soll. Dadurch können die hohen Tagestemperaturen von 50 Grad um ca. 20 Grad gesenkt werden.

Der 35 Kilometer lange und sieben Meter breite Radweg wird pro Kilometer etwa ein Drittel einer in Europa gebauten Autobahn kosten. Überhaupt noch nicht geklärt sind die laufenden Kosten für die aufwendige Kühlung des Radwegs. Ich denke, dass bei einer solch gigantischen Energieverschwendung der ökologische Gedanke des Radfahrens sich ins Gegenteil verkehrt.
Fahrradweg Qatar
Velomondial über den Fahrradweg mit weiteren Photos und Schemazeichnungen der Kühlung
Cycling Podcast mit Slideshow und längerem Interview (15 Min.) mit dem Projektleiter des Fahrradwegs

Mit dem Rad nach Sanssouci

Nachdem das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz geändert wurde, kann man nun testweise mit dem Fahrrad auf ausgewiesenen Wegen in Potsdams Schlösserlandschaft fahren. Wörtlich heißt es in einer Pressemeldung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG): „Im Rahmen einer zunächst auf ein Jahr befristeten Ausnahmeregelung wird die SPSG das Radfahren bzw. das Mitführen von Fahrrädern auf ausgewiesenen Wegen erlauben. So sind die sogenannten Ökonomiewege (asphaltierte Wege) in den drei Potsdamer Parkanlagen zwischen 6:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit von dem absoluten Fahrradverbot ausgeschlossen. Zu beachten haben Radfahrer dabei, dass die Fußgänger absoluten Vorrang haben und die Wege nur in Schrittgeschwindigkeit befahren werden dürfen.“ Die Regelung betrifft Sanssouci, den Schlosspark Babelsberg und den Neuen Garten.
Pressemeldung der SPSG
Foto: „View from Cecilienhof in Potsdam“ von decade_null

View from Cecilienhof in Potsdam von decade_null

Oh la la! Kostenlose Räder in Paris

Im kommenden Sommer werden in Paris an mehr als eintausend Fahrradstationen Fahrräder kostenlos ausgeliehen. Die Stadt hat sich nun für den französischen Werbepartner JCDecaux entschieden, der das System der Fahrradleihe in den nächsten zehn Jahren organisiert. Danach sollen zwischen 14.000 und 20.000 Fahrräder mit Werbung bestückt werden. Für die Nutzer fällt eine Jahresgebühr von 5 Euro an, dann kann man ein Rad 30 Minuten kostenlos ausleihen, die nächste Stunde Fahrradleihe wird einen Euro kosten.
via: bikingbis

LaneLights – mehr Sicherheit für Radfahrer?

Im November 2006 wurde in Wien ein Pilotprojekt für mehr Sicherheit für Radfahrer gestartet. Eine neue, telematikgestützte Warnanlage soll brenzlige Situationen zwischen Autofahrern und Radfahrern an Kreuzungen entschärfen.

An der Ecke Margaretenstraße/Paulanergasse wurden parallel zur Fahrbahn dynamische LED-Markierungen namens LaneLights in die Fahrbahn integriert. Radarsensoren erfassen den am Radweg herannahenden Radfahrer, dadurch wird ein Signal an die Steuerung übertragen, die dann die LaneLights aktiviert. Ziel ist es, den Autofahrer durch Blinken der LaneLights auf den herannahenden Fahrradfahrer aufmerksam zu machen und so das Unfallrisiko zu schmälern. Das Projekt läuft bis April 2007.
Mehr Info: swarco.com