Kerstin E. Finkelstein: Straßenkampf

Im heute erschienenen Buch „Straßenkampf“ untersucht Kerstin Finkelstein den Zustand des Radverkehrs in Deutschland am Beginn der zwanziger Jahre. Von Jahr zu Jahr fluten immer mehr Autos unsere Städte. Nicht nur die schiere Zahl der Kraftfahrzeuge steigt an, auch die Größe, das Gewicht, die PS-Zahl und damit das potenzielle Zerstörungsvermögen. Autos zerstören Leben und Gesundheit der Menschen, Geparkte Autos verwandeln unsere Kieze in lebensfeindliche Orte.

Dass das anders werden kann und muss, dessen ist sich ein großer Teil der Menschen in der Stadt sicher. Zahllose Volksentscheide und Bürgerbegehren zeigen, dass die Bürger eine andere Form unserer Mobilität wünschen, mit mehr Fuß- und Radverkehr, mit besserem und komfortablerem Öffentlichen Nahverkehr und mit deutlich weniger Autos. Dagegen stehen Politik, Rechtsprechung, Verwaltung und Autolobby auf der Seite der beharrenden Kräfte, die das Primat der „Flüssigkeit des Verkehrs“ verteidigen.

Finkelstein zeigt die Fehlentwicklungen in der deutschen Verkehrspolitik auf und belegt mit Beispielen, wie es besser wäre für alle. Die ehemalige Chefredakteurin der radzeit plädiert für mehr entspannten Radverkehr, für eine nachhaltige Form der Mobilität nicht nur in unseren Städten.

Kerstin E. Finkelstein
Straßenkampf – Warum wir eine neue Fahrradpolitik brauchen
Christoph-Links-Verlag
184 Seiten
13 Abbildungen s/w
ISBN: 978-3-96289-081-0
15,00 Euro

4 thoughts on “Kerstin E. Finkelstein: Straßenkampf

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  1. Super geschriebener und informativer Artikel :-). Eine sehr gute Aufstellung. In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen 🙂

  2. Schöner Artikel, ich fahre schon lange nicht mehr in der Stadt. Nur noch als Hobby in Wäldern und auf Trails mit meinem neuen E-Bike Fully. Mit einem E-Citybike macht es doch heutzutage gar keinen Spaß mehr in der Stadt. Zudem ist es auch viel zu gefährlich!

  3. Erstens: Seit wann sind Mofas (=MotorFahrräder) im Wald erlaubt???
    Zweitens: „In der Stadt ist es doch sooooooo gefährlich!!!!“ – Wie wäre es mit etwas Selbstbewußtsein?
    Sich nicht an den Rand drücken, sondern sich auch mal Platz nehmen?
    Nicht auf gefährlichen onboard-Radwegen fahren, sondern auf der Fahrbahn?
    An der Ampel nicht neben dem Laster plazieren (wo der Fahrer einen leicht übersehen kann), sondern dahinter, und bei grünem Licht hinter dem Laster herfahren, anstatt idiotischerweise auf seiner (eventuell zum Tode führenden) Vorfahrt beharren?
    Anstatt den direkten Weg auf oder entlang der stark befahrenen Hauptstraße zu nehmen, sich einen ruhigen Schleichweg auf den parallel laufenden Nebenstraßen suchen?
    Und so weiter, und so weiter.
    Viele dieser Dinge praktiziere ich übrigens schon seit Mitte der 80er Jahre. Ich habe sie damals gelernt – aus Büchern über das richtige Radfahren.
    Und damals waren die Autofahrer noch längst nicht so kooperativ wie heute, wo viele von ihnen auch Radfahrer sind.
    Der Autoverkehr war damals nicht geringer als heute – eher das Gegenteil. Und wenn man selbst erlebt hat, was damals aus den Auspüffen quoll – dagegen sind Großstädte heutzutage direkt Luftkurorte.

    1. Hallo CJB,
      der BikerEBiker schreibt, dass er auf seinem E-Bike Fully in den Wäldern und auf den Trails fährt. Von einem Mofa ist in seinem Post nirgends die Rede.
      Die anderen Teile deiner Hinweise kann ich nur bestätigen. Selbstbewusstes Fahrradfahren schützt in den Städten vor gefährlichen Situationen. Die gefährlichsten Punkte sind die, wo die sonst getrennte Wege der Autos und der Radfahrer wieder aufeinander treffen. Die Kreisverkehre mit den in sie führenden Fahrradwegen bilden oft Unfallschwerpunkte. Die Stadtplaner / Stadtverwaltungen haben Schwierigkeiten mit dem Begreifen, dass auf diesen Punkten der Radverkehr genauso wie die Autos betrachtet werden muss. Sprich: der Fahrradfahrer beansprucht die ganze Breite des Fahrstreifens.

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