Wieso verbraucht man auf einer Critical Mass viel weniger Energie als auf einer Alleinfahrt?

Jedem, der an einer Critical Mass teilgenommen hat, wird aufgefallen sein, mit wie wenig Kraftaufwand man große Entfernungen in der Gruppe zurücklegen kann. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Zum einen ist der Fahrbahnbelag in der Regel viel besser als jeder Radweg, der über Gullideckel, Grundstückseinfahrten und wackelnde Bodenplatten führt. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass man in der CM an Kreuzungen häufig freie Fahrt hat und nicht an roten Ampeln stoppen und danach wieder beschleunigen muss.

Es gibt aber noch einen dritten Grund. Forscher der Universitären Eindhoven in den Niederlanden und Leuven in Belgien haben eine Gruppe von Terrakotta-Radfahrern in Form eines Pelotons in einen Windkanal gestellt und getestet. Das Ergebnis: Radfahrer, die sich im Zentrum des Pelotons befinden, haben einen Windwiderstand von 5 bis 10 Prozent, verglichen mit einem Radfahrer, der bei gleicher Geschwindigkeit allein unterwegs ist. Nun ist eine Critical Mass kein Peloton, in dem die Radfahrer eng an eng fahren. Dennoch reicht der Effekt des geringeren Windwiderstandes aus, um eine CM zu genießen, in der es wie von alleine voran geht.

Bikebiz: Peloton riding is planet’s most energy efficient locomotion, finds new research

App BikeSharingPlus zeigt alle Leihfahrradanbieter auf einer Karte

Die grüne Jugend Neukölln hat die App BikeSharingPlus veröffentlicht. Diese App hat nur eine einzige Funktion. Sie zeigt dir deinen Standort auf der Google-Maps-Karte und darüber hinaus werden die verfügbaren Leihfahrräder im Umkreis von etwa fünfhundert Metern angezeigt. Berücksichtigt werden die Mieträder von DB Flinkster (Call-A-Bike und Lidl Bike), Mobike, Nextbike, ofo, Limebike, Donkey Republic und Byke. Der Screenshot zeigt das aktuelle Leihradangebot im Gebiet nördlich der Torstraße.

Wenn man sich für ein bestimmtes Leihfahrrad entschieden hat, muss man immer noch auf die jeweilige App des Anbieters gehen und den Mietvorgang einleiten. Hilfreich ist die App dennoch, denn bislang musste man auf verschiedenste BikeSharing-Apps gehen, um abzufragen, ob gerade Räder im näheren Umkreis verfügbar sind. Aber mit BikeSharingPlus ist ein erster Schritt gemacht hin zu einer Plattform, auf der alle Leihräder in der Umgebung nicht nur angezeigt werden können sondern auch gemietet werden können.

Google Play: BikeSharingPlus
Apple Store: BikeSharingPlus
Grüne Jugend Neukölln: Find your next bike!

Rechenschaftsbericht der Berliner Verkehrssenatorin zum Ausbau der Fahrradinfrastruktur

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat im Dezember 2017 folgenden Beschluss gefasst: „Der Senat wird aufgefordert, jährlich, erstmals zum 30. Juni 2018, über den Stand der Umsetzung des Leitprojektes „Radewegeinfrastruktur“ zu berichten.“ Nun hat Regine Günther zum ersten Mal geliefert und einen Überblick über Radverkehrsprojekte veröffentlicht, die im laufenden Jahr durchgeführt wurden bzw. duchgeführt werden sollen.

Bereits im Vorwort wird konzediert, dass „gegenwärtig Zeitverschiebungen beim Umsetzungsbeginn der Infrastrukturprojekte für den Radverkehr bestehen.“ Aber immerhin wurde eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten in den Bezirken „festgelegt und angeschoben“. Aber leider noch nicht begonnen, möchte man hinzufügen und die Zeit wird langsam knapp, wenn man bedenkt, dass mehr als die Hälfte des Jahres bereits veronnen ist.

Wie wenig die Verkehrsverwaltung in den ersten sechs Monaten des Jahres auf die Reihe bekommen hat, wird deutlich, wenn man sich die Projekte anschaut, die durch die Bezirke ausgeführt werden sollen und die der Verbesserung der Verkehrssicherheit dienen sollen und für die dringliche Sanierung von Radverkehrsanlagen gedacht sind. Genannt werden hier 19 Projekte in 11 unterschiedlichen Bezirken. Bei 4 der 19 Projekten scheint sicher zu sein, dass sie noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden (Projektstand: Baubeginn in 2018). Bei allen anderen 15 Projekten ist keineswegs sicher, dass sie im laufenden Jahr umgesetzt werden (Projektstand: Umsetzung in 2018 angestrebt).

Nicht viel anders sieht es bei den investiven Mitteln aus, die dem Neubau von Radverkehrsanlagen dienen. Unter diesem Punkt werden 9 Projekte in 6 Bezirken genannt. Ein einziges Projekt trägt den Status „Umsetzung in 2018 größtenteils erfolgt“. Es handelt sich hier um das Projekt „Verbesserung der Bedingungen für den Radverkehr in der Mariannenstraße zwischen Skalitzer Straße und Kottbusser Brücke durch Einrichtung gegenläufiger Einbahnstraßen“. Gemeint ist vermutlich das Abschrauben alter und das Anbringen neuer Einbahnstraßenschilder. Weitere 5 Projekte besitzen den Status “ Baubeginn in 2018″ und bei drei Projekte steht der Projektstand auf „Umsetzung in 2018 angestrebt“.

Und dann gibt es da noch die Projekte, die durch die neu geründete infraVelo GmbH ausgeführt werden sollen. Darunter fallen die Grün- und Rotmarkierungen von Radverkehrsanlagen. Haupttendenz: „Aktuell läuft das Vergabeverfahren, sodass noch keine konkreten Termine genannt werden können“. Die infraVeloGmbH soll auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an Bahnhöfen bauen. 11 Bahnhöfe hat man schon mal ausgewählt, aber erst einmal sollen Aus- und Neubaupotentiale ermittelt werden. Sowas dauert bekanntlich.

Nach dem Lesen der 13 Seiten des Berichts der Radverkehrssenatorin drängt sich der Eindruck auf, dass die Radverkehrsoffensive in diesem Jahr noch nicht auf der Straße ankommt, dass man in der Verkehrsverwaltung aber guten Mutes ist, dass es 2019 endlich losgeht.

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: Umsetzung des Leitprojektes „Radewegeinfrastruktur“

Smarte Fahrradklingel für Senioren

In den Niederlanden ist ein Pilotprojekt mit intelligenten Fahrradklingeln für ältere Menschen gestartet worden. Die Klingel zeigt an, wenn man sich einem gefährlichen Ort nähert. Die ‚SafeToBike‘-Lösung besteht aus einer Smartphone-App und einer intelligenten Fahrradklingel. Dank GPS kann die App die Route eines Radfahrers kontinuierlich mit einer zentralen Datenbank abgleichen, die alle Orte enthält, an denen viele Fahrradunfälle auftreten. Über eine Bluetooth-Verbindung erhält er eine Warnung über ein Licht- oder Tonsignal an der elektronischen Fahrradglocke am Lenkrad. Einige Dutzend ältere Radfahrer in der Gemeinde Hertogenbosch werden nun mit diesem Gerät ausgestattet, um zu testen, ob das System hilft, Radfahrer im fortgeschrittenen Alter vor Gefahrenstellen zu sensibilisieren. Die Radfahrer haben ebenfalls die Möglichkeit, in der App Orte zu markieren, die sie selbst für gefährlich halten.

Nun sind Senioren nicht gerade als die Gruppe bekannt, die besonders häufig Smartphones mit sich führen. Das könnte sich jedoch in den nächsten zehn Jahren ändern. Gravierender erscheint aber, dass nicht vor einer konkreten Gefahr gewarnt wird sondern lediglich vor Orten, die statistisch gesehen Unfallschwerpunkte sind.

Fietsberaad: Slimme fietsbel voor senioren

Sonnabend, 14. Juli: Art Spin Berlin

Nach drei tollen Art-Spin-Touren zwischen 2014 und 2016 sowie einer Pause im vergangenen Jahr kommt am kommenden Wochenende wieder das beliebte Art Spin Berlin auf die Straße. Art Spin Berlin, das ist eine gemeinschaftliche interaktive Kunst- und Fahrrad-Tour zu kreativen Orten, ortspezifischen Kunst-Performances und Installationen in verschiedenen Berliner Kiezen.

Am Sonnabend, dem 14. Juli 2018 wird Art Spin Berlin eine Auswahl von Projekten auf einer 11 km-Strecke durch Pankow, Niederschönhausen, Heinersdorf und Weißensee präsentieren. „Berlin ist voll von Kunst- und Fahrradliebhabern, daher macht es viel Sinn, diese zu einem Event zusammenzuführen, der beide Welten hervorhebt”, sagt die kanadische Künstlerin und Art Spin Berlin Gründerin Vanessa Brazeau und fügt hinzu: „Es ist unser Ziel, zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum mit urbanem Radverkehr zu kombinieren, um neue Perspektiven in weniger bekannten Teilen Berlins zu eröffnen“.

Art Spin Berlin ist für alle offen, unabhängig von der eigenen Fitness oder Kunstkenntnis. Die Teilnahme ist spendenbasiert. Der empfohlene Beitrag ist 8,50 €. Hier der Link zur Anmeldeseite.

Zeit: Sonnabend, 14. Juli, 2018
Beginn: 17 Uhr ▪ Tour-Start: 18:00 Uhr
Ort: unterhalb der Bösebrücke (Norwegerstr.), S-Bahn Bornholmer Straße, 10439

Art Spin Berlin

Zum Abschluss ein kurzer Videoschnipsel von der letzten Art Spin Berlin.