Radfahrerin kollidiert mit Straßenbahn und wird schwer verletzt

„Unter einer Straßenbahn eingeklemmt wurde gestern Abend in Mitte eine Radfahrerin. Nach Angaben einer Zeugin war die Frau gegen 19.10 Uhr in der Zionskirchstraße entgegen der Einbahnstraßenregelung in Richtung Teutoburger Platz unterwegs. Beim Überfahren der Kastanienallee wurde sie von einer von links kommenden Bahn der Linie M1 erfasst, die in Richtung Weinbergsweg fuhr. Die Zweiradfahrerin stürzte und klemmte sich einen Fuß unter der Straßenbahn ein. Nachdem sie befreit worden war, brachte ein Rettungswagen die 30-Jährige zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der 31-jährige Straßenbahnfahrer wurde ambulant behandelt.“

Polizeimeldung Nr. 0954 vom 25.04.2017

Der Radfahrerin und dem Straßenbahnbahnfahrer ist zu wünschen, dass sie diesen Unfall ohne Folgeschäden überstehen. An dieser gefährlichen Stelle befahren Radfahrer häufig einen etwa zwanzig Meter langen Abschnitt der Zionskirchstraße entgegen der Fahrtrichtung. Wer vom Arconaplatz mit dem Rad zum Teutoburger Platz will, der wählt meist den Straßenzug Wolliner Straße, Griebenowstraße und Zionskirchstraße. Nachteil dieser Route: zuerst fährt man 100 Meter auf der östlichen Platzseite des Zionskirchplatzes entgegen der Fahrtrichtung und dann noch einmal zwanzig Meter zwischen Zionskirchplatz und Kastanienallee entgegen der Fahrtrichtung. Dabei müssen acht Schienen im 90-Grad-Winkel überquert werden. Beide Abschnitte sind für Radfahrer in Gegenrichtung nicht zugelassen. Dass dennoch neunzig Prozent der Radfahrer diese illegale Abkürzung nutzen, liegt daran, dass der legale Weg erheblich länger, beschwerlicher und gefährlicher ist. Legalerweise müsste man von der Kreuzung Griebenow und Zionskirch einmal um den Zionskirchplatz herum auf die Gleise der Veteranenstraße abbiegen und vierzig Meter weiter nach links in der Fehrbelliner Straße abbiegen. Danach muss man wieder links in die Kastanienallee abbiegen und hundert Meter den Berg zwischen den Schienen hoch fahren. 150 illegale Meter ebenerdig und leicht zu überquerende Schienen oder 500 legale Meter in Berg- und Talfahrt zwischen den Schienen.

Ein Gedanke zu „Radfahrerin kollidiert mit Straßenbahn und wird schwer verletzt

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  1. Das ist wirklich ein schwierige Stelle. Ich bin einer der täglichen Falschradler. Sogar die Polizei hat sich da schon hingestellt und Erziehungsgespräche mit Radlern geführt, die gegen die Einbahnstraße fuhren (ohne Bußgeld).
    Das besondere an der Kreuzung Kastanienallee/Zionskirchstraße ist die außergewöhnliche Vorfahrtssituation, eine Art abknickende Vorfahrtsstraße nur für die Straßenbahn aus der Veteranenstraße. Das Schild ist dabei nicht einfach zu interpretieren (Zusatzschilder sind normalerweise unter dem Hauptschild) und der Standort ist auf beiden Seiten extrem weit vom Kreuzungspunkt weg.
    https://goo.gl/maps/Gz6Ziq2uTYH2
    Aus der Zionskirchstraße Ost muss man Vorfahrt gewähren, also die ist Kastanienallee sowas wie die vorfahrtsberechtigte Straße, allerdings ohne das übliche Vorfahrtsschild Z301.
    Den Unfall hätte ich in einer anderen Konstellation erwartet, vor allem, weil die Straßenbahn ja recht langsam gewesen sein muss. Die Haltestelle liegt doch in nächster Nähe.
    Dennoch allen Beteiligten gute Besserung bzw. Verarbeitung.

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