Holländer auf dem Holzweg

In der niederländischen Gemeinde nahe der deutschen Grenze entsteht bis zum kommenden Sommer der weltweit erste Radweg aus recycletem Holz und organischem Harz. Das so hergestellte Material soll sehr hart und extrem verschleißfest sein und angeblich länger halten als Asphalt oder Beton. Auf einem 200 Meter langen Abschnitt eines Radweges sollen vorproduzierte Platten aus zusammengeklebten Holzschnitzeln verlegt werden. Danach wird in einer mehrjährigen Testphase erprobt, als wie sicher (und vandalensicher) sich das Matrial erweist. Erste Ergebnisse werden in einem Jahr erwartet.

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8 Gedanken zu „Holländer auf dem Holzweg

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  1. Ein Radweg aus recycletem Holz? Finde ich gut. Das kommt der Umwelt zugute. Fahrradfahren ist ja ohnehin eine umweltverträgliche Angelegenheit. Wenn dann auch noch die Wege entsprechend verscheißfest hergestellt werden, führt kaum noch etwas an diesen zusammengeklebten Holzschnitzeln vorbei.

  2. Erinnert mich gerade an die schönen kleinen extrem rutschig holzbeplankten Brücken, die immer so schön grün von der Moos und Algenschicht sind.

  3. @Steve das ist, wie einen nassen Stein im Fluss mit Asphaltierter Fahrbahn zu vergleichen, kann man machen, hat aber wenig Sinn.

  4. Also ich bin auch noch nie über ein nasses Stück Holz gefahren ohne extreme Rutschgefahr – das ist meist glatter als Glatteis. Da braucht es auch kein Moos o.ä.

    Würde mich auch interessieren, ob das bei diesem „Holzweg“ anders ist und warum. Ich kanns mir irgendwie nicht vorstellen. Holzsplitter stelle ich mir auch recht pannengefährlich vor, wenn man nicht grade mit „Marathon Plus“ oder anderen Vollgummireifen fährt.

  5. Diese Brückenbretter mit Rillen scheinen mir eigentlich recht rutschfest zu sein, dürften dafür eine radwegähnliche hohe Reibung haben. Beim Holzradweg ist es wohl die Frage, wie man es macht. Wichtiger als ein „innovativer“ Untergrund scheinen mir die Eigenschaften – Reibung, Rutschgefahr, Langzeitstabilität auch mit Blick auf Wurzeln. Wenn die neue Methoda da Vorteile bringt, why not? Probieren sollte man es. Guter Asphalt (wie auf Fahrbahnen) ist bisher kaum zu übertreffen. Asphaltschichtchen auf Fernradwegen hingegen sind oft nach wenigen Jahren kaum mehr benutzbar.

  6. Guter Asphalt (wie auf Fahrbahnen) ist bisher kaum zu übertreffen. Asphaltschichtchen auf Fernradwegen hingegen sind oft nach wenigen Jahren kaum mehr benutzbar.

    Hm. Glaubst du, da werden andere (minderwertige) Asphaltmischungen benutzt oder warum sollte das so sein? Probleme sind doch eher Wurzelaufbrüche oder nicht?

    Ansonsten, der „Holzweg“ hier hat bestimmt nix mit zerschredderten Paletten zu tun. Holzsplitter und Rutschgefahr kann ich mir nicht vorstellen, sowas akzeptiert doch in NL kein Mensch.

  7. Pilotprojekte mit innovativen Oberflächen finde ich erstmal prinzipiell gut, da gerade im Bereich Oberfläche, wo in punkto Rolllreibung, gute Bremshaftung, Haltbarkeit, Rutschfestigkeit bei Nässe, Aufbruchresistenz, …, ….
    derzeit ein höchst unbefriedigender Zustand herrscht.
    Reisezeiten werden durch schlechte Oberflächen erheblich erhöht, der Komfort ist lausig, und auch die Unfallgefahr steigt nachweislich durch schlechte Oberflächen an.
    In NL sind die Qualitäten besser (besserer Oberbau, statt untauglichem 20-30 cm Standard bei uns), aber das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten.
    Ich frage mich nur, wie es bei „Platten“ gehen soll, dass die Fugen nicht spürbar den Fahrkomfort beeinträchtigen und die Durchschnittsgeschwindigkeit senken.
    Da braucht es schon einen sehr guten und ausreichend dicken Oberbau mit bestem Wurzelschutz.
    Ferner sind temperaturschwankungen zu berücksichtigen. Es kam ja schon bei starker Hitze zu tödlichen Unfällen auf Plattenfahrbahnen, weil sich die Platten durch Dehnung in ‚Dächer‘ verwandelt haben.
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/motorradfahrer-stirbt-auf-aufgeplatzter-autobahn-93-bei-abensberg-a-906839.html
    Alle mir bislang bekannten Plattelosungen haben sehr negative Eigenschaften in Bezug aus Längsebenheit.
    Auch auf Start- und Landebahnen sind billige Plattenlösungen nur dritte Wahl wegen der Fugen-Unebenheiten.
    Längsebenheit ist aber eigentlich DAS Kriterium für gute Radverkehrsoberflächen.
    Na ja, wie dem auch sei, es ist gut, wenn das vernachlässigte Thema Fahrbahnoberlfäche öfter probelematisiert und diskutiert wird.

  8. @Michael S, wir hatten hier das Thema mal, ich weiss aber nicht mehr in welchem Zusammenhang. Da meldete sich in den Kommentaren jemand, der scheinbar beruflich mit Asphaltdecken zu tun hatte. Jedenfalls konnte man aus seinen Meldungen schlussfolgern, dass die Asphaltdecken von Radwegen teils sehr dünn aufgetragen sind. Ich denke, sonst unterscheiden sie sich qualitativ kaum.

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