Berlin: Polizist der Fahrradstaffel schwer verletzt

Ein Beamter der Fahrradstaffel verletzte sich heute Morgen bei einem Unfall in Mitte schwer. Nach den bisherigen Erkenntnissen folgten zwei Beamte mit ihren Diensträdern gegen 7.15 Uhr in der Invalidenstraße in Fahrtrichtung Sandkrugbrücke einem anderen Radfahrer, der zuvor bei „rot“ eine Ampel passiert hatte. Als der unbekannte Radler die Fahrradstreife bemerkte, trat er in die Pedalen und ergriff die Flucht. Als die Polizisten ihm nachsetzten geriet einer der beiden mit dem Vorderrad in die, auf der Fahrbahn befindliche Straßenbahnschiene und stürzte zu Boden. Der Polizeioberkommissar zog sich dabei eine Klavikulafraktur und Prellungen zu, die stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Der Rotlichtsünder entkam.

Pressemeldung der Berliner Polizei # 2458 vom 19.10.2014

117 Gedanken zu „Berlin: Polizist der Fahrradstaffel schwer verletzt

Kommentare-Feed
  1. Mikus, ich arbeite nicht für die Polizei, trotzdem stimme ich dem Kommentar von Michael S voll zu!
    Solche Kommentare wie der von dir hier sind einfach nur komplett daneben!

    Ich wundere mich sowieso immer wieder darüber, wie oft hier im Forum die Meinung vertreten wird, dass es völlig ok ist, wenn man als Radfahrer Verkehrsregeln missachtet.
    Meistens denken diese Leute nur an sich, Motto: „Ich gefährde doch Keinen!“, aber vergessen, dass sich Andere, insbesondere Kinder, dieses Verhalten abgucken, weil es ja so üblich und normal scheint. Und dann passiert denen ein Unfall, weil sie sich des falschen Verhaltens nicht bewusst sind.

    Im Straßenverkehr muss ich mich eigentlich darauf verlassen können, dass sich jeder an die Regeln hält, denn sonst brauchen wir keine. Das dient auch der Berechenbarkeit anderer Verkehrsteilnehmer und das wiederum ist eine grundlegende Voraussetzung für die Sicherheit.

    Wer meint, die Verkehrsregeln nicht akzeptieren zu müssen, der solle doch bitte in ein anderes Land ziehen, wo es die nicht gibt!

    Die Aufgabe der Polizisten ist es nun mal, die Einhaltung der Regeln zu überwachen und entsprechende Verstöße zu ahnden. Und wenn sie ihre Aufgabe wahrnehmen, kann man sie wohl kaum dafür verurteilen, wie es einige hier offensichtlich tun!

    Ich fände es im Übrigen gut, wenn die Fahrradstreifen auch mal Radfahrer ansprechen und freundlich darauf hinweisen, dass sie z.B. auch auf der Fahrbahn fahren dürfen und sollten, wenn diese Radwege benutzen oder auch Radfahrer, die dicht an parkenden Autos entlang fahren, auf einen Mindestabstand zur Vermeidung der Dooring-Unfälle hinweisen.

  2. @ Mikus: Beim Auffinden von Lächerlichkeit in Kommentaren musst Du wohl noch etwas an Dir arbeiten, mehr Tips kann ich dir nicht dazu geben.

    @ Karsten: Das Vorbild-Argument für Kinder finde ich eigentlich immer störend. Man könnte auch die Grün-Toten damit erklären, dass die als Kinder zu gute Vorbilder gehabt hätten. Regeln+Aufmerksamkeit sind für alle Verkehrsteilnehmer eine gute Sache und es fällt auch Eltern nicht schwer, dies Kindern beizubringen, selbst wenn andere Regeln übertreten. Das sehen Kinder ohnehin andauernd, nicht nur im Verkehr.

    Wir haben natürlich ganz klar ein Ungleichgewicht, das bei dem vorhandenen Regelsatz Autofahrer bevorzugt. Aber das sollte nicht dazu verleiten, Regelbefolgung an sich in Frage zu stellen, sondern dazu bewegen, die Regeln gerechter umzuschreiben.

    Ich behaupte mal, es gibt da so mehrere Strömungen, vielleicht findet Ihr ja noch mehr:

    Radfahrer, die sich nix dabei denken und mehr oder weniger über die Ampeln rollern, Farbe egal. Im Konfliktfall zahlen die ihr Ticket mit Maulen und Abzocke-Gequengel wie jeder Autofahrer auch.

    Radfahrer, die sich als staatlicherseits bekämfte Frontschweine verstehen und prinzipiell bei Grün verlangsamen, um dann bei Rot durchzuziehen. Im Konfliktfall brechen die sich lieber den Hals, als sich von den *piep* erwischen zu lassen.

    Radfahrer, die bewußt und aufmerksam Rotlicht missachten, dabei aber jeden Monat in Verkehrsausschüsse gehen, Ämter nerven, Unterschriften sammeln und Flashmobs an der Kreuzung der Wahl organisieren. Im Konfliktfall diskutieren die solange mit den Ordnungshütern, bis sie in Handschellen abgeführt werden (BTW: solidarischen Gruß an jemanden aus der Kölner Szene für diese Inspiration).

    Für die mittlere Gruppe fehlt mir das Verständnis. Fehlt mir der Zugang. Entspricht nicht meiner Erfahrung. Hab ich andere Infos zu. Also: ich verstehe die nicht.

  3. @ Michael S:
    Diese Sichtweise ist aber mal so richtig stereotypisch.
    Als Radfahrer halte ich mich grundsätzlich an alle geltenden Regeln, einschließlich dem Halten an roten Ampeln. Trotzdem gibt es Situationen, in denen ich mit vollkommen ruhigem Gewissen, dafür mit umso mehr Vorsicht, über eine in meinen Augen sinnlose (i. e. keine anderen Verkehrsteilnehmer weit und breit) rote Ampel fahre.
    Und gleich noch mehr Wasser auf deine Mühlen: als Autofahrer hätte ich an einer solchen Ampel trotzdem gehalten. Warum? Weil ich auf dem Rad eine viel bessere audio-visuelle Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens habe. Im Auto höre ich nichts und das Sichtfeld ist durch die immer dickeren A-Säulen (oder wie diese Dinger heißen) stark eingeschränkt.

    Zu sagen, man müsse sich an diese oder jene gesetzliche Regelung halten weil es ja Gesetz ist – sowas gibts wirklich nur in Deutschland.
    Natürlich haben Gesetze ihren guten Zweck und eine allgemeinverbindliche Wirkung. Aber Sinn und Unsinn erschließen sich eben nicht aus einem Gesetzestext, sondern entspringen in erster Linie dem menschlichen Verstand.
    Deswegen kann ich an einer verwaisten Ampel auch ohne jedes Unrechtsbewusstsein bei „Rot“ mit dem Rad rüberfahren.

  4. Also erstmal möchte ich sagen, dass ich die Diskusion im Großen und Ganzen wirklich angenehm finde. Meist artet ja sowas in wildem pseudoplotisch motiviertem „Bullen-Hass“ aus. Sind die „bösen Repressionsstaatsköter“ durchgekaut, sind die noch schlimmeren Autofahrer darn. Ist hier nicht wirklich passiert. Find ich gut.

    Eine Frage stelle ich mir aber doch. Was hätte der Polizeibeamte eigentlich getan, wenn er den Rotlichtsünder eingeholt hätte? Wenn der weiterhin nicht stehen bleibt muss er ja irgendwie auf ihn einwirken und dann wird es wirklich langsam kritisch. Bringt er ihn zu Fall? Riskiert er wegen einer folgenlosen Ordnungswidrigkeit Verletzungen beim Rotlichtsünder? Bleibt er so lange dran, bis der Rotlichtsünder von allein stürzt?

    In jedem Fall ist der Ausgang irgendwie nicht gut.

    Letztendlich ist es ein Teufelskreis. Werden nur Taten von Leuten geahndet, die stehen bleiben, wird niemand mehr, der halbwegs fit ist, stehen bleiben. Kommen aber regelmäßig solche Verfolgungsfahren mit entsprechenden Folgen zu stande, ist es auch nicht gut.

    Eine Lösung fällt mir hier auch nicht ein.

  5. @ Marcess: Tja, ulkig, nicht? Nur, dass ich zu meinem eigenen Rotlichtverhalten nix gesagt habe. Die meisten Menschen verhalten sich wohl ohnehin mal so, mal so, der Typ Prinzipienreiter (oh, ah, Danke, James/Mikus) ist eher selten und den gibt es als Totalbeachter ebenso wie als Totalignorierer.

    Weiter oben hast du kundgetan

    Der “Flüchtende” hat meinen Respekt!

    Diese Sichtweise ist aber mal so richtig stereotypisch.

    Wie sich jemand Respekt verdienen kann, der einfach nur eine Regel übertritt, ist mir schleierhaft, noch dazu wenn du andererseits sagst:

    Als Radfahrer halte ich mich grundsätzlich an alle geltenden Regeln, einschließlich dem Halten an roten Ampeln.

    Hättest Du geschrieben, „ich kanns nachvollziehen“ – ja, kann ich auch. Für Respekt brauchts bei mir ein bisschen mehr.

    Dieser Widerspruch erklärt sich nur, wenn Du Deine eigene Einschränkung, bei menschenleeren Straßen auch mal über eine rote Ampel zu fahren auf den konkreten Fall überträgst. Wir wissen aber GAR NICHTS über den Rotlichtverstoß. Die Meldung dreht sich um einen gestürzten Polizisten. Wir können jetzt annehmen, dass da ein geifernder, aus Hamburg zugezogener Bulle im Jagdeifer einen gemächlich auf leerer Straße vor sich hintrudelnden Rotlichtradler zur Strecke bringen wollte oder auch dass einer der beiden entspannten Typen, mit denen ich bei der Kreisfahrt gesprochen habe zugesehen hat, wie ein durchgeknallter Radramsauer auf dem Gehweg einem Jogger die Brötchentüte aus der Hand fetzte und mit gekonntem Stunt ner Taxe vor die Haube sprintete, dann scharf vor der anfahrenden Tram in die Kurve ging und über die rote Ampel heizte. Wie man diesen Fall auch immer wahrnehmen mag ist ganz allein von der Einstellung zu Polizisten und Rotlichtbeachtung geprägt.

    Abschließend nur so zur Info: Als Radfahrer halte ich mich grundsätzlich an alle geltenden Regeln, einschließlich dem Halten an roten Ampeln (war jetzt mit copy&paste einfacher). Allerdings weiche ich auch gelegentlich davon ab, suche dann aber auch nicht bei anderen den Fehler, wenns mal schief gehen sollte und brauche auch keinen paranoiden Überbau als Begründung dafür.

  6. Klemmi schrieb:

    Was hätte der Polizeibeamte eigentlich getan, wenn er den Rotlichtsünder eingeholt hätte? Wenn der weiterhin nicht stehen bleibt muss er ja irgendwie auf ihn einwirken und dann wird es wirklich langsam kritisch. Bringt er ihn zu Fall? Riskiert er wegen einer folgenlosen Ordnungswidrigkeit Verletzungen beim Rotlichtsünder? Bleibt er so lange dran, bis der Rotlichtsünder von allein stürzt?

    Naja, ich denke, das ist ein generelles Problem, wenn Polizisten Leute verfolgen. Das betrifft ja schon einen Dieb, der dann vielleicht vor ein Auto rennt. Die haben sicher Dienstanweisungen für sowas, von wegen Verhältnismäßigkeit und so. Was als verhältnismäßig gilt, ist dann wohl noch von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Köln steckst du eben auch mal in Handschellen, in Bayern brechen sie Dir die Nase (oder so). Mal ganz abgesehen von der Persönlichkeit/Tagesform des einzelnen Polizisten. Deshalb durften doch Ordnungsamtsmitarbeiter auch keine Gehwegradler stoppen – Polizei darf. Umgekehrt ist es doch aber auch eine Sache des einzelnen Verfolgten: man kann ja auch einfach anhalten.

  7. Michael! Langsam fehlen mir die Worte! Ich hoffe, dass du nie bei einer roten Ampel erwischt wirst, na na…

  8. Warum? Werde ich dann getreten und geschlagen? Zeigen dann Passanten mit dem Finger auf mich und rufen „Igitt“? Erhalte ich dann Kommentarverbot?

    Hast Du es schon mal ein Weilchen mit „Ommmmmmmmm“ probiert?

  9. 1.) es ist nicht kompliziert, auf ampeln zu achten
    2.) in der art, wie verkehr in der stadt gestaltet ist, ergeben ampeln leider sinn.

    d.h. nicht, dass rotradfahren per se etwas schlimmes ist. was auch MichaelS nicht behauptet.

    d.h. aber, dass argumente wie „abzocke“ nicht wirklich sinn ergeben. wer von der polizei erwischt wurde, gibt IMHO ein besseres bild ab, wenn er sagt: „ich idiot, ich bin ausgerechnet vor der polizei über rot gefahren“. oder auch: „schade, dass das mit dem idaho stop hierzulande nicht gilt“, als wenn er sich in ausflüchte und rechtfertigungen zu retten versucht.

  10. An Michael S.

    Ich finde die Argumente von James und Mikus auch etwas übertrieben, aber auch du solltest mal etwas mehr Fahrradfahren gehen und vielleicht dich etwas mehr auf die Seite der Radfahrer stellen. Man bekommt wirklich den Eindruck, dass du für die Polizei arbeitest oder vielleicht dort jemanden in der Staffel gut kennst.

    Ich hab von Kurieren gehört, dass die Polizei sie terrorisiert und klar gibt es auch bei den Kurieren schwarze Schafe, aber die meisten wissen was sie tun und fahren nicht wie „Kampfradler“, am schlimmsten sind Mütter (so wie ich 😉 mit schlecht eingestellten Damenrädern und Hollandrädern. Kuriere und Hipster mit Fixies, sind meist immer super in Schuß!

    Die Fahrradstaffel sollte sich um Abbieger, Falschparker und Fahrradwegbeparker kümmern, damit würden sie den Radfahrern helfen und die Kasse würde nicht mehr aufhören zu klingeln, denn darum und um was wirklich anderes geht es doch nicht!
    Aber arme Studenten jagen und Kurieren den Tag noch schwerer machen, ist lächerlich und deswegen wundere ich mich nicht über manch einen Kommentar hier…

    Zusammenhalten, als Radfahrer und versuchen zu verstehen, nicht alle haben Geld und E-bikes, lieber Michael!

    Danke!

  11. aber eigentlich geht’s doch grad‘ um ampeln und nicht um fixies?

  12. Ah-ja, Sabine. Du gehörst also zu „DEN“ Radfahrern. Ich nicht. Wenn ein Radfahrer sich wie ein richtiges Arsch verhält, habe ich Null Hemmungen, das so zu sagen. Das darfst Du jetzt bitte nicht auf den geflüchteten Rotlichtradler beziehen (von dem übrigens noch nicht mal sicher ist, dass er geflüchtet ist – vielleicht hat er die Polizisten noch nicht mal registriert), da ich nichts über den weiß. Einige Kommentare hier gehen aber schon in so eine Richtung, dass ich ein radfahrendes Arschloch als Urheber vermute – mit Sicherheit sagen kann ich das noch nicht.

    Wie schon gesagt, kenne ich von der Radstaffel auch keinen näher, habe nur während der Kreisfahrt ein kurzes Gespräch führen können. Kamen mir vor wie … wie soll ich sagen… Menschen, ja das ist das richtige Wort dafür.

    Was Geld und E-bikes mit einem gestürzten Polizisten zu tun haben sollen, verstehe ich übrigens nicht so ganz.

  13. Schön gesagt Sabine! Nein, wirklich!

    Denke, dass Sabine das mit den Fixies nur erwähnte, da sie anscheinend Kuriere kennt, die Probleme haben.

    Ich arbeite in einem Fahrradladen in Hamburg und kann dem nur zustimmen, Hollandräder und Mutti’s, ein Grauen!

  14. Nachtrag @ Sabine: Auch mal bitte den Beitrag von Bernd Zanke lesen (ziemlich am Anfang). Macht das Bild ein bisschen bunter. Schwarz-Weiß ist was für Künstler, das richtige Leben ist abwechslungsreicher.

  15. ADFC? Na ja, ich weiß ja nicht…

  16. Der Radfahrer, der am Sonntagmorgen bei Rot über eine Ampel fährt ist kein Täter. Er kann allenfalls Opfer werden. Opfer von Ordnungsfanatikern oder Radhassern, die zufällig Uniform tragen.
    Er ist bensowenig Täter, wie ein Fußgänger, der um die Zeit an einem unberlebten Übergang nicht auf grün wartet. Das sind KEINE Diebe, keine Outlaws und keine Sünder.

    „Naja, ich denke, das ist ein generelles Problem, wenn Polizisten Leute verfolgen. Das betrifft ja schon einen Dieb, der dann vielleicht vor ein Auto rennt.“
    „… betrifft ja schon einen Dieb,…“
    Na klar, wenn man „schon einen Dieb“ vor’s Auto jagen darf, dann darf man wohl erst recht ebenso mit einem Radfahrer verfahren, der früh am Sonntagmorgen bei Rot fährt.
    Denn Radfahrer sind, das weiß doch jeder, per se um Einiges krimineller als Diebe. Weil sie nun einmal Radfahrer sind.

    „Wenn ein Radfahrer sich wie ein richtiges Arsch verhält, habe ich Null Hemmungen, das so zu sagen. Das darfst Du jetzt bitte nicht auf den geflüchteten Rotlichtradler beziehen …“
    Nein, natürlich nicht. Um den geht’s hier ja auch gar nicht. Nur so dahingesagt. Um das Schwarz-Weiß Bild mal so büschen aufzulockern.

    Wenn sich da jemand „wie ein richtiges Arsch“ verhalten hat, dann doch wohl der Radpolizist.
    Sag’s doch einfach, ohne Hemmungen.

  17. @ Vorstadt: Mal die Sicherungen wieder reinschrauben bitte. Zu so einem Müll kann ich leider inhaltlich nichts sagen.

  18. Sabine schrieb:

    ADFC? Na ja, ich weiß ja nicht…

    Vielleicht weißt Du es irgendwann, wenn Du mit deinem Kind/deinen Kindern übern Gehweg läufst und ein vollmontierter Radprofi 10cm am Ohr vorbeipfeifft.

    Wenn Du nicht irgendwo in der Pampa wohnst, ist das Erlebnis garantiert, hatte ich schon mehrfach. Langsam kommen meine immerhin in ein Alter, wo eine Kollision auch zum Sturz des Radlers führen könnte, da nehmen die Abstände dann zu.

  19. @Michael:
    „…kann ich leider inhaltlich nichts sagen.“
    Macht ja nichts. Und, ma ehrlich, ist ja nicht wirklich was Neues.

    Du kamst doch mit:
    „Ich nicht. Wenn ein Radfahrer sich wie ein richtiges Arsch verhält, habe ich Null Hemmungen, das so zu sagen. “
    Oder galt das nur unter der Voraussetzung, dass du bestimmst, was richtig bzw falsch ist?
    Man muss andere Meinungen nicht gleich niedermachen („Müll“). Bleib mal locker.

    Aber, sag mal, moderierst du diesen Blog? Ist das nicht sehr zeitaufwendig, fast jede Diskussion hier anführen bzw. in den Griff bekommen zu wollen?
    Zumal du ja auch in unzähligen anderen Blogs, Fb-Fahrradgruppen etc sehr aktiv mitmischst.

  20. Was richtig und was falsch ist, mag ja schon verschiedenen Sichtweisen unterliegen. Dennoch gibt es viele Dinge, die einen breiten Konsens finden. Wenn sich jemand z.B. rücksichtslos verhältt, wird das im allgemeinen eher selten mit „Wow – Respekt“ quittiert, sondern weiter eher mit „So ein Arsch“. Scheinbar gibt es aber auch Leute, die bei der Bewertung von richtig und falsch allein nach Gruppenzugehörigkeit gehen. Mach Dir mal die Mühe, andere nicht gleich niederzumachen, dann sehe ich auch keinen Anlass, mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Zur Toleranz halte ich es eben mit Robert Long.

    Bei wie vielen Blogs hast du denn aufgehört zu zählen („unzählige“)? Das stimmt mich etwas nachdenklich, denn ich lese nur dieses hier fast täglich, da ich ohnehin oft am Rechner hocke (Hab da im Browser so eine tolle Sache entdeckt: das nennt sich „Lesezeichen“). Wenn es etwas für mich interessantes gibt, gebe ich halt meinen Senf dazu, dachte, dazu ist ein Blog da. Weißt Du da mehr? Muss ich da aufpassen? Womöglich ist jetzt eine Blog-Polizei hinter mir her?

  21. @Michael S: Hihi die Blogpolizei 😉

  22. @Michael S.
    „Hihi die Blogpolizei“. Nein, ist ja auch (in meinen Augen) nicht alles schlecht, was von dir kommt.
    Mir fällt halt dieses Moderative auf, dieses Lenken der Diskussion. Und sehr häufig, wenn’s um Kfz/Polizei/Politik vs Rad geht, suchst du Das Recht oder das Verständnis irgendwie grundsätzlich nicht auf Seiten des Radlers. Das finde ich schon auffällig.
    Ich finde einige Verhaltensweisen von Radlern auch ziemlich Scheiße.
    Z. B. erlebe ich immer wieder wie Radler sich nicht nur beim Abbiegen!!!, sondern selbst an Zebrastreifen rücksichtslos Vorrang vor querenden Fußgängern verschaffen, seien es auch Kinder, Mütter mit Kinderwagen oder Senioren. Keine Lücke zu klein, (mein) Flow is King, so denken sie.

    Zu verteidigen und gutzuheißen, dass ein Radler sonntagsmorgens früh wegen roter Ampel verfolgt wird (Pop! Stolizei!!), dass ist – in meinen Augen – bestenfalls skurriles law-and-order-deutsch, wenn es nicht auf Anti-Rad-Kampagne hinweist..

  23. Da wir gerade bei „Blogpolizei“ und Admingehabe sind:

    Regt euch mal ab! Wozu der Stress? 🙂
    Klar gibt es unterschiedliche Ansichten zum Thema Recht etc. Aber vielleicht könntet ihr euch ja drauf einigen unterschiedlicher Meinung zu sein und das dabei zu belassen? Ich fand den Blog hier bisher aufgrund seiner Sachlichkeit und dem freundlichen Miteinander sehr angenehm. Wäre schade wenn das durch persönliche Anfeindungen einzelner Teilnehmer in Mitleidenschaft gerät.

    Also schön objektiv bleiben 😉

    Das Problem, dass ich beim Missachten von Verkehrsregeln sehe ist folgendes:
    Wenn in einem Gruppenspiel (z.B. Menschärgeredichnicht) ein klares Regelwerk besteht und einer der Spieler ab und zu (oder auch dauerhaft) Regeln missachtet (z.B. seine Spielfigur bewegt obwohl er noch nicht dran ist), macht sich Unmut in der Gruppe breit.Letztlich wird ja das gesamte Spielkonzept in Frage gestellt. Bezogen auf den Straßenverkehr geschieht das gleiche: Werden Regelverstöße wahrgenommen sinkt die Hemmschwelle zum eigenen Regelbruch.

    So höre ich ab und zu von Radwegparkern die Rechtfertigung, dass ich als Radfahrer ja „auch immer bei Rot über die Straße“ fahre… obwohl der mich nicht kennt und ich das grundsätzlich nicht mache (auch nicht Sonntag früh an ner leeren Kreuzung).

    Wenn es dann auch keinen Schiedsrichter gibt, der den Regelbrecher des Spieles verweist, kommt es entweder zur Frustration (und. evtl. Verletzten) oder (seltener) zur Erfindung eines neuen Spiels.
    Solange es im Straßenverkehr keine bzw. zu wenige Schiedsrichter gibt und Regelverstöße somit ohne persönliche Konsequenz bleiben wird es bis zur Erstellung eines komplett neuen Regelwerkes weiterhin Frustrierte, Verletzte und Tote geben.

    Interessant ist dabei, dass die Regelbrüche so allgegenwärtig sind, dass sie in den Augen vieler bereits die Norm darstellen. So lässt sich auch erklären, weshalb sich viele der Schnellfahrer über die „Blitzer-Abzocke“ aufregen oder Fahrradfahrer über die hinterhältigen Polizisten schimpfen, die doch die Dreistigkeit besitzen sie fürs Rotlichtignorieren zur Kasse zu bitten.

    Ich jedenfalls halte es so, dass ich mich an die Regeln halte und somit keinen Rechtfertigungsgrund für andere Vergehen erzeuge. Klar, passiert mir ab und zu mal ein Versehen. Dann versuche ich aber auch sofort deutlich zu machen, dass mir mein Fehler bewusst ist, und es mir Leid tut.
    Letztlich leide ich dann nur noch darunter, dass sich Autofahrer über das Fehlverhalten andere Radfahrer aufregen oder die Spielregeln nicht ausreichend kennen und mich durch gestresste Aktionen gefährden.

    Ich weiß, dass in dem Text ein paar Unterstellungen zu Gedankengängen anderer vorkommen. Einiges verhält sich evtl. auch anders aber so erkläre ich mir jedenfalls das, was da auf der Straße geschieht.

  24. Mir fällt halt dieses Moderative auf, dieses Lenken der Diskussion.

    Ich moderiere nix. Allerdings appelliere ich schon. Ich kann halt nix damit anfangen, wenn die Leute nur mit Pawlow reagieren und dieser Beitrag hier ist dafür nahezu typisch. Da kommen die Stichworte Radfahrer, Rotlicht, Polizist drin vor und schon setzt die Überlegung aus. Das ist doch einem eigentlichen Meinungsaustausch nicht förderlich. Sich nur gegenseitig die eigenen Vorurteile um die Nase zu hauen… wem soll das was bringen?

    suchst du Das Recht oder das Verständnis irgendwie grundsätzlich nicht auf Seiten des Radlers.

    Woran machst Du das denn fest? Liest Du das aus irgendeinem meiner Beiträge hier heraus? Ich würde eher sagen, ich sehe das Recht irgendwie nicht grundsätzlich auf Seiten des Radlers. Wäre ja noch schöner, wenn ich ohne auf das konkrete Ereignis zu achten, Radfahrer immer im Recht sähe. Ich sehe das Recht dagegen auch nicht wie von Dir unterstellt grundsätzlich nicht auf Seiten des Radlers. Wäre ja noch schlimmer, Radfahrer prinzipiell im Unrecht zu sehen. Das grundsätzliche Verständnis darfst Du bei mir allerdings allein schon deshalb voraussetzen, weil ich mich fast ausschließlich mit dem Rad fortbewege. Das muss ja aber nicht zum totalen Unverständnis für andere Verkehrsteilnehmer führen.

    Und nochmal zu diesem Fall: Wir wissen gar nichts über den Ablauf, die Meldung dreht sich um einen Sturz in Straßenbahnschienen. Würden einige Leute hier sich mehr darauf konzentrieren, dass der Polizist ein Radfahrer war und in einer typischen Gefahrensituation zu Schaden kam, hätte das hier in eine ganz andere Richtung laufen können. Aber Polizisten zählen ja dann scheinbar doch nicht zu „DEN“ Radfahrern, die ich angeblich immer grundsätzlich im Recht zu sehen und für die ich Verständnis aufzubringen habe.

  25. @Bob Willis
    Zitat: „.. . . dass ich als Radfahrer ja “auch immer bei Rot über die Straße” fahre… obwohl der mich nicht kennt und ich das grundsätzlich nicht mache (auch nicht Sonntag früh an ner leeren Kreuzung).“

    So ein Verhalten finde ich faszinierend!
    Bin gestern in der tiefsten Nacht den Müggelheimer Damm langgeradelt, es war völlig still, kein Motorengeräusch auch nur zu ahnen und da stand ein Radfahrer an einer Kreuzung und unterwarf sich einer roten Glühlampe.
    Wieso verhält sich ein Mensch so? Lief da in der Kindheit was falsch?
    Hat das religiöse Hintergründe?
    Gibt es so etwas auch außerhalb Deutschlands?

  26. @ Michael
    Ich hoffe, du meinst nicht mich mit „pawlow“ und „setzt Überlegung aus“.
    Ist das selbstkritisch gemeint? Ansonsten gehört sich das nicht.
    Ich wüsste hier auch niemanden, auf den das zutrifft. Auch deine eigenen Überlegungen, die ich durchaus nicht teile, verdienen solcherart Selbstkritik meiner Meinung nach nicht.

  27. Mit Pawlow können sich alle angesprochen fühlen, die sich von entsprechenden Reizen ohne Einschalten des Verstandes zu nicht zielführenden Reaktionen hinreißen lassen. Gebimmel macht nicht satt und Genesungswünsche für einen gestürzten Polizisten bedeuten nicht, dass ich „für die Polizei arbeite“. Bedeutet nicht, dass ich nicht auch manchmal überzogen auf Reize reagiere 😉

  28. @figurenwerk-berlin:
    Ich finde es erstaunlich, dass man sich mittlerweile rechtfertigen oder erklären muss, wenn man sich an die STVO hält. Ist ja bei der Polizei teilweise auch so, dass die nachts regelkonform fahrende Autofahrer anhalten… könnte ja was zu verbergen haben.
    Aber okay, tu ich dir den gefallen:

    Ich denke das ist eine Entscheidungsfrage und hat mit Prinzipien zu tun.

    1. Bevor ich mir Gedanken darüber mache, welche Verkehrsregeln ich beachte und welche nicht, kann ich mich auch einfach nach bestem Wissen daran halten. Hat man erst mal eine Regel gebrochen, fällt es leichter auch andere Regeln zu missachten. Wo zieht man dann die Grenze?
    Um am morgendlichen und abendlichen Kfz-Stau vorbeizukommen wird dann einfach auf den Gehweg ausgewichen. Oder weil man in einem halben Kilometer eh nach links abbiegen muss, wird dann auf dem linksseitigen Radweg gefahren, damit man sich an der Ampel nicht erst einsortieren muss.
    Weil man bei Abwesenheit eines Radwegs Angst hat auf der Straße zu fahren, wird dann einfach auf dem Gehweg oder dem vorhandenen linksseitigen Radweg gefahren.
    Uswusf.

    2. Es besteht einfach nicht der Bedarf daran, Regeln zu brechen. Ich stehe morgens 5:30 Uhr auf und fahre je nach Wetter zwischen 6:45 Uhr und 7:15 Uhr los. Brauche dann für meine 14 km nach Schöneberg ca. 45 Minuten. Auf verpflichtenden Radwegen wird gefahren, an roten Ampeln gewartet. Alles ganz locker, kein Stress. Klar könnte ich auch versuchen ein paar Sekunden oder vielleicht ein-zwei Minuten schneller zu sein, indem ich bei Rot fahre, aber warum sollte ich das tun? Hab doch genug Zeit. Auch nachts oder sehr früh, wenn noch nicht so viel los ist auf den Straßen, gibt es für mich keinen Anlass Regeln brechen zu müssen. Zumal überflüssige Ampeln vielerorts nachts eh ausgeschaltet werden.

    3. Wie bereits in meinem vorherigen Beitrag steht, gefährden mich andere Radfahrer indirekt, indem sie den Kfz-lern eine Art Rechtfertigung für den eigenen Regelbruch bieten. Gereiztheit und Frust bei Autofahrern ist gefährlich für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Dazu will ich nicht noch extra beisteuern. Außerdem gibt es in meinem Umfeld Autofahrer, bei denen in Diskussionen immer von DEN bösen Radfahrern die Rede ist. In diesen Diskussionen möchte ich guten Gewissens sagen können, dass ich mich an die Regeln halte. Diese Entscheidung habe ich für mich getroffen und bleibe dabei.

    Ich kann die Frage ja auch mal umdrehen:

    Bin gestern mitten am Tag die Sonnenallee langgeradelt, es war voll viel los, viele Motorengeräusche waren zu hören und da fuhr ein Radfahrer auf eine Kreuzung und unterwarf sich dem Drang eine rote Glühlampe zu ignorieren.
    Wieso verhält sich ein Mensch so? Lief da in der Kindheit was falsch?
    Hat das religiöse Hintergründe?
    Gibt es so etwas auch außerhalb Deutschlands?

  29. PS: Ups… meinen Namen vertippt. Aber ist glaube ich schon klar, dass das von mir kam 😉

  30. Am komischsten finde ich eh, dass die Rotlicht-Debatte immer den Radfahrern untergejubelt wird.
    Ständig „sieht“ jemand Radler bei Rot fahren. Sind die alle blind? Machen die alle Anti-Rad-Propaganda oder jedenfallssind sie alle auf diese reingefallen?

    Aus einer ADAC !! Untersuchung http://www.mopo.de/nachrichten/adac-schlaegt-alarm-rotlicht-wahnsinn-an-hamburgs-ampeln,5067140,11642982.html

    „ADAC schlägt Alarm. Rotlicht-Wahnsinn an Hamburgs Ampeln

    Vier vielbefahrene Hamburger Kreuzungen hat der ADAC mit versteckten Videokameras 14 Stunden lang überwacht. Ergebnis: Insgesamt 1024 Autofahrer missachteten das Rotlicht. 734 davon fuhren sogar dann noch über die Haltelinie, als schon länger als eine Sekunde rot war. Bedeutet: Sie hätten für vier Wochen den Lappen abgeben müssen …

    Erstmals hat der ADAC auch das Verhalten von Radfahrern und Fußgängern an Ampeln untersucht: 618 Radler und sogar 4232 Fußgänger missachteten das Rotlicht.“

    Ist doch irre, oder?

    Die Gruppe der Radfahrer verhielt sich also in Bezug auf Rotlicht beachten am gesetzestreuesten, jedenfalls sind sie das geringste Problem. Von ihnen geht an Ampeln tatsächlich die wenigste Gefahr aus. Sie sind auch diejenigen, die real, d.h. zahlenmässig, am wenigsten von allen Verkehrsteilnehmern überhaupt bei Rotlichtverstössen beobachtet werden KÖNNEN.

    Trotzdem fühlt sich jeder gepiekt, wenn er, und sei es nachts oder sonntagfrüh, mal einen bei bei Rot radeln sieht.

    Selbstverständlich sollte für eine Strafverfolgung die tatsächliche Gefahr, die aus der kinetischen Energie eines möglichen Unfallgegeners stammt, eine Rolle spielen.

    Ach ja, die Folge des MoPo Artikels oben?

    Die Hamburger Polizei reagierte wie gewohnt:
    Knallhart, zeitnah und problemorientiert:

    3 Tage später war Großkontrolle an der Kreuzung Holstenstrasse gegen Rotlichtverstösse – nur gegen die von Radfahrern.

  31. Also ganz ehrlich, ich bin da irgendwie bei Michael S.

    Ich persönlich sehe absolut nicht ein, warum ich jemandem in irgendwas grundsätzlich recht geben sollte, nur weil er zufällig das gleiche Verkehrsmittel benutzt. Ich erlebe jeden Tag Ar***löcher auf Fahrrädern.

    Regelmäßig wird mir die Vorfahr genommen, wird zu dicht überholt, wird einfach in den Verkehr eingefahren und und und….und das alles von Radfahrern.

    Der UNterschied zum Auto ist einfach, dass es bei Radfahrer, subjektiv empfunden, weniger gefährlich ist. Stimmt aber nicht.

    Wenn ich mit 30 k/mh über die Busspur des Ku’Damms fahre und mich irgend ein übermotivierter Lycraaffe unbedingt überholen muss, passiert das regelmäßig in Wettkampfabstand, so um die 30cm. Im Falle eines Zusammenstoßes würden wir uns beide ordentlich weh tun.

    Also einige sollten sich wirklich mal zu herzen nehmen, dass man solche Diskusionen auch mal auf einer neutralen Ebene Diskutieren kann und nicht zwingend Partei ergreifen muss, nur weil jemand Rad fährt.

  32. @ Vorstadt: Was die übertriebene Aufmerksamkeit für radelnde Rotlichtfahrer angeht, hast Du sicher recht. Das ist scheinbar ein dankbares Thema für Politik und Medien gleichermaßen. Die Zahlen dazu würde ich aber nicht ganz so hoch hängen. Ohne Angaben zu den absoluten Zahlen der Verkehrsteilnehmer auf diesen Straßen kann man nicht wirklich was zur Häufigkeit des Regelbruchs sagen. Ich wüsste schon gern, wie hoch denn so der Anteil an Rotlichtvergehen unter Radfahrern für eine durchschnittliche Kreuzung in der Innenstadt oder in einem Außenbezirk so ist. Meiner subjektiven Wahrnehmung nach ist der Anteil unter Radfahrern deutlich höher – allerdings auch nicht so hoch, wie ihn Autofahrer und diverse Medien gerne sehen, nämlich „kaum ein Radfahrer hält sich an Rot“.

    Wenn man ehrlich wäre, würde man seitens Politik und Polizei eingestehen müssen, dass man hier nicht nach Unfallrelevanz geht, sondern nach einem verhältnismäßig einfach zu erkennenden Fehlverhalten sucht, um die Untätigkeit in anderen, unfallrelevanten Bereichen zu kaschieren.

  33. … ach so, und hierzu:

    Trotzdem fühlt sich jeder gepiekt, wenn er, und sei es nachts oder sonntagfrüh, mal einen bei bei Rot radeln sieht.

    Da wirst Du wieder unsachlich, wo es nicht not tut. Wenn sich nur diejenigen gepiekt fühlten, dies zu behaupten, die nachts und sonntagfrüh unterwegs sind, würde man kaum etwas zu dem Thema hören. Es ist ja nun mal logischerweise so, dass die meisten Rotlichtverstöße von Radfahrern dann stattfinden, wenn die meisten Radler unterwegs sind, zu genau den Zeiten, zu denen auch alle anderen massenweise unterwegs sind. Dieses Fehlverhalten gibt es ganz offen-sichtlich – ob man in der Bewertung allerdings nicht eine Stufe runterschalten sollte, ist dagegen eine berechtigte Frage.

  34. @Bob Willis:
    Gemach, gemach, sie müssen sich nicht für ihre StVO-Beachtung rechtfertigen, wenn sie lesen, daß einer wie ich einen Radfahrer, der nachts zu völlig verkehrsfreier Stunde vor einer roten Ampel hält, komisch findet.

  35. @ Michael S.

    Zu Unsachlich:

    Man wundert sich schon, was für unsachliche und sofort als nicht valide zu erkennende Argumente Radfahrern auf Radseiten ständig zugemutet werden.

    „Ohne Angaben zu den absoluten Zahlen der Verkehrsteilnehmer auf diesen Straßen kann man nicht wirklich was zur Häufigkeit des Regelbruchs sagen.“

    Man kann sehr viel dazu sagen und jedenfalls alles Wesentliche:

    Nämlich wie oft der Verkehrsteilnehmer pro Zeiteinheit die Chance hat einem Rotlichtsünder zu „begegnen“.
    Z.B. ich als Fußgänger/als Radfahrer: Ich habe fast doppelt so oft die Chance einem Rotlicht-Auto zu „begegnen“ wie einem Rotlicht-Radfahrer.

    Der Anteil der Rotfahrer an der jeweiligen Grundgesamtheit hat – für jeden leicht erkennbar – nur statistische, aber keine tatsächliche Aussagekraft.

    Es sind die tatsächlichen Rotlichtverstöße/Zeiteinheit (multipliziert natürlich mit der kinetischen Energie, die der betreffende Rotlichtverstoß potentiell freisetzt), die das Gefahrenpotential für die Verkehrsteilnehmer beschreiben.

    Da sollte man nicht rumnebeln.

    Da muss zuallererst das Verhalten der Kfz-Führer (ADAC: „Rotlicht-Wahnsinn!“) insb. von den Medien – die hier ihrer Verantwortung nicht nachkommen – in viel stärkerem Maße als bisher problematisiert werden und zweitens muss es von Polizei und Justiz um Einiges nachhaltiger gewürdigt werden.
    Die jetzigen Strafen und der jetzige Kontrolldruck reichen offensichtlich nicht, um diesen gefährlichen Trend zu brechen.

    Nochmal der Link:

    „Zum Vergleich: Bei einem identischen Test vor vier Jahren zählte der ADAC halb so viele Rotlichtsünder, nämlich 500 [Anstieg: 100%]. Und nur gegen 150 [Anstieg: knapp 500%!!!] Personen wäre ein Fahrverbot verhängt worden.

    „Das ist ein dramatischer Zuwachs“, so Matthias Schmitting, Sprecher des Hamburger ADAC. Und sein Kollege Hartwig Goldenbaum, Vorstand für Technik und Verkehr, erinnert daran, dass „bei jedem zweiten Rotlichtunfall mit Schwerverletzten oder Getöteten zu rechnen ist.“

  36. Am Anfang dachte ich noch. Wau die Radfahrerfraktion hat sich im Griff, steht auf der Seite des Verletzten, zeigt Mitgefühl und Verständnis für den Polizisten. Und wie sieht’s zum Schluss wieder aus. Das übliche Schwarz/Weiß Gut/Böse gelabber in dem jeder wieder besser als der andere ist. Und der Radfahrer ist das Unschuldslamm.

    Man, ihr seid alle nur der gleiche bekloppte Mensch, der sobald er die Fraktion wechselt, die gleiche Scheiße baut, über die sich die Gegenseite aufregt.

    Ich fahr bei Rot als Radfahrer, ich fahr mit 40 km/h in der 30er Zone und würde als Polizist Verkehrsverstöße ahnden.

    Der Mensch bleibt ein unvernünftiges Wesen und ist nur auf seinen Vorteil bedacht. Ausnahmen gibt es zum Glück, die Hoffnung das es mehr werden, besteht noch….

  37. Es sind die tatsächlichen Rotlichtverstöße/Zeiteinheit (multipliziert natürlich mit der kinetischen Energie, die der betreffende Rotlichtverstoß potentiell freisetzt), die das Gefahrenpotential für die Verkehrsteilnehmer beschreiben.

    Es geht ja nicht ausschließlich um das Gefahrenpotential, sondern auch um die Wahrnehmung von Regelbrüchen. Ich sehe Rotlichtverstöße von Autofahrern ebenfalls als gefährlicher an (noch dazu für andere) als von Radfahrern und sie gehören stärker und häufiger sanktioniert. Bei 2 knapp Dutzend stationären Blitzern in ganz Berlin ist da noch eine Menge Luft nach oben. Daneben fällt einem aber kein Zacken aus der Krone, wenn man anerkennt, dass Radfahrer ebenso Rotlichtverstöße begehen (- nach meiner Wahrnehmung deutlich häufiger) und dass es kein Drama ist, wenn sich die Polizei _auch_ darum kümmert.

    Die übliche schiefe Sichtweise auf die Rotlichtverstöße liegt vielleicht auch in ihrer unterschiedlichen Ausprägung. Wenn ich das richtig sehe, rauscht der typische Rotlichtautofahrer im Vertrauen auf die Räumphasen bei Noch-Gelb und Rot über die Kreuzung, danach stehen aber alle. Der typische Rotlichtradfahrer kümmert sich eher wenig um die Farbe an sich, sondern um die Verkehrssituation. Da können also durchaus alle schon lange an der Haltelinie stehen und dennoch zuppeln noch immer ein paar über die Kreuzung. Das fällt eben extrem auf, selbst wenn die absolute Anzahl und das Gefährdungspotential mit dem von Rotlichtautofahrern nicht vergleichbar ist.

  38. „bei knapp 2 Dutzend“ natürlich…

  39. sehe ich auch so – je mehr radfahrer unterwegs sind, desto mehr macht sich eben auch bemerkbar wer sich alles wo danebenbenimmt. und in der masse nervts dann alle.

    in den neunzigern konnte man sich im berliner osten (auf nem starrgabel-„mountainbike“ mit original-cantibremsen) noch so ein bisschen anarchisch fühlen, weil die wenigen radfahrer mit einer absurden verkehrsinfrastruktur zurecht kommen mussten. auf 20m breiten bürgersteigen konnte man dann schonmal irgendwo zur abkürzung ein paar treppenstufen runterfahren und es fiel nicht weiter auf…

    jetzt sind es halt deutlich mehr radfahrer. dadurch nerven dinge auch wenn sie nicht unmittelbar gefährlich sind.

    – neuerdings überholen mich regelmäßig schlaumeier rechts, weil ich ja außerhalb der dooring zone fahre, besonders in der anfahrphase nach roten ampeln (wenn die betreffenden dann von hinten kommen und gut im schwung sind, was mich dann zwingt, die erstmal vorbeizulassen, damit sie nicht in ihrer lücke zwischen mir und türen verhungern).

    das radeln auf fußgängerwegen stört inzwischen schon wirklich viele fußgänger, eine echte antiwerbung fürs radfahrern.

    über tiefrot einfach drüberknallen, während alle anderen warten ist auch schon ein bisschen so, als wenn man im supermarktgang einen sprint einlegt um der der erste an einer sich neu öffnenden kasse zu sein. kann man machen, ist vielleicht nicht mal gefährlich, elegant ist aber anders.

  40. @Michael

    Es wäre schön, wenn du nicht fortwährend alle Fakten missachten, das Verhalten der Autofahrer nicht nur immer relativieren würdest und den Radfahrer dagegen grundsätzlich schwarz malen.
    Die einfache Wiedergabe des Boulevardzeitungs-Geschreibsels bringt uns doch nicht weiter. Darauf kann man hier doch wirklich auch mal verzichten.

    „Wenn ich das richtig sehe, rauscht der typische Rotlichtautofahrer im Vertrauen auf die Räumphasen bei Noch-Gelb und Rot über die Kreuzung, danach stehen aber alle. Der typische Rotlichtradfahrer …“

    Das siehst du, mal wieder, falsch:
    Es ist nicht von Gelblicht- und knapp Rot, sondern von sog. qualifizierten Rotlichtverstössen die Rede. Sie sind die Mehrzahl und sie sind äußerst gefährlich. Und das nicht für den Fahrer, der gepampert zwischen Gurten, Sicherheitsdesign und Airbags hinter dickem Blech sitzt, sondern für unsereins.

    „Ergebnis: Insgesamt 1024 Autofahrer missachteten das Rotlicht. 734 davon fuhren sogar dann noch über die Haltelinie, als schon länger als eine Sekunde rot war.“

    Die Mehrzahl (Du weißt schon, was das ist, oder?) fuhr noch rüber, als länger als eine Sekunde rot war
    Und nein, Michael, das bedeutet nicht: nur eine sek
    Das bedeutet: länger als 1 Sekunde. 2, 3, 4 usw. Sekunden.

    P.S. Zur Ampel: Rot ist oben weißt du und Gelb das in der Mitte!

  41. Es wäre schön, wenn du nicht fortwährend alle Fakten missachten, das Verhalten der Autofahrer nicht nur immer relativieren würdest und den Radfahrer dagegen grundsätzlich schwarz malen.

    Du relativierst unter Hinweis auf das Fehlverhalten von Autofahrern permanent das Fehlverhalten von Radfahrern und ich verwahre mich dagegen, dass Du mir fortwährend unterstellst, ich würde grundsätzlich Radfahrer schwarz malen.

    Ich habe mich auf die einfach zu beobachtende unterschiedliche Form der Rotlichtverstösse von Auto- und Radfahrern bezogen, Du hältst mir die Zahlen aus der ADAC-Statistik vor. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn Du Schwierigkeiten mit dem oben vorgestellten Gedanken hast, erläutere ich den gerne noch einmal und verzichte dabei diesmal auch gerne – extra für Dich – auf eine passende Antwort zu deinem Ton.

    So wie ich das hier beobachten kann, fahren Autofahrer in relativ großer Zahl bei Gelb durch, obwohl sie noch ohne Vollbremsung hätten stoppen können. Auch dein verlinkter Artikel verweist darüberhinaus auf das inzwischen weit verbreitete Verhalten, bei Gelb statt zu bremsen noch einmal zu beschleunigen, weil man sonst bei Rot in die Kreuzung einfahren würde. Und dann sind da natürlich auch die Rotfahrer. Was es bei Autofahrern im normalen Stadtverkehr aber quasi nicht gibt (ich habe das in meinem ganzen Leben in Deutschland vielleicht 2-3 Mal gesehen), sind Fahrer, die an einer bereits seit mehreren Sekunden (sagen wir mehr als 5, um auf deinen vorletzten Satz zurückzukommen) rot geschalteten Ampel ankommen, typischerweise mit anderen bereits wartenden Fahrzeugen, abbremsen und dann über die Kreuzung fahren. Genau dieses Verhalten gibt es dagegen weit verbreitet bei Radfahrern und Fußgängern. Ich finde, das ist schon ein deutlich erkennbarer Unterschied und die Gründe dafür erschließen sich auch leicht. Dies zuzugestehen bedeutet keine übermäßige Verunglimpfung von Fußgängern und Radfahrern sondern kann ein weiterer Anlass sein, Rotlichtverstöße von Radfahrern und Fußgängern anders zu gewichten. Und es öffnet vielleicht auch den Blick für die schiefe Wahrnehmung was Rotlichtverstöße, ihre Folgen und demgemäß auch die Bewertung des nötigen Einsatzes zu ihrer Verfolgung angeht.

    Abschließend will ich das Thema jetzt für mich beenden, ich bin es Leid, Teilstücke meiner Aussagen immer wieder in ihren Gesamtkontext zurückbauen zu müssen, nur damit wieder Teile herausgeprokelt und mit kruden Unterstellungen garniert werden können.

  42. Michael! Geh mal Radfahren, dass ist ja unglaublich.

  43. Also ich finf’s nicht so unglaublich. Michael steht ja nicht allein.

    Ich denke, es handelt sich um eine ideologisch induzierte optische Täuschung.

    Das, was wir sehen, ist in hohem Maße das was wir aufgrund unseres allgemeinen Weltbildes (Ideologie) zu sehen erwarten.

    Wird uns jeden Tag erzählt oder verbreiten wir selbst, dass Radfahrer ständig bei Rot fahren, dann passiert zweierlei:
    Ddann bemerken wir jeden Radfahrer, der in unserer Nähe bei Rot radelt und jeder dieser Radfahrer, die wir bei Rot radeln sehen, bestätigt uns in dieser Anschauung (selffulfilling prophecy).
    Andere Rot“sünder“ die wir auch sehen könnten, verblassen quasi, da wir auf die rotfahrenden Radfahrer fokussiert sind, aber auch weil die anderen Rot“sünder“ uns nicht in unserer Ideolologie bestätigen.
    Die Bestätigigung unseres eigenen Weltbildes schüttet Serotonine (Glückshormone) aus und wird deshalb aktiv von uns gefördert.

    Insofern ist so eine kleine Studie vom ADAC, wo man ja ersteinmal davon ausgehen kann, der lässt im Zweifel die Autofahrer natürlich eher gut aussehen, ein schöner Anlass, das eigene Weltbild bzw die eigene Realität mit der äußeren Wirklichkeit abzugleichen.

  44. Leute,

    eigentlich habe ich dafür gerade gar keine Zeit, aber was man hier lesen kann, du grüne Neune…

    Michael S hat völlig korrekt auf den Unterschied verschiedener Rotlichtverstöße hingewiesen. Und Sabine ist wohl noch nie auf einem Fahrrad über eine öffentliche Straße gefahren. Und es muss auch niemand lamentieren oder Radfahrerverhalten schwarzmalen, damit es mir auffällt!

    Z.B. gibt es am Tegeler Weg in B mehrere Abzweigungen nach links (rechts ist die Spree, wird von Kfz eher selten benutzt). Einige dieser Abzweigungen sind ampelgeregelt. Wenn ich an die Rot zeigende Ampel heranfahre und anhalte, ist es die Regel, dass während der gesamten Rotlichtphase Radfahrer an mir vorbeifahren. Da ich denen im Weg stehe, benutzen sie auch gleich noch den Gehweg.
    Dass ein anderer Radfahrer auch das Rotlicht respektiert, ist die absolute und sehr seltene Ausnahme.
    In der Gegenrichtung (mit der abzweigenden Straße), wo nicht nur Fußgänger queren können, sondern auch Kfz, halten da schon mehr Radfahrer, aber längst nicht alle.

    Und zur Bemerkung von Vorstadt:

    Das siehst du, mal wieder, falsch:
    Es ist nicht von Gelblicht- und knapp Rot, sondern von sog. qualifizierten Rotlichtverstössen die Rede.

    Nein! Er liegt nicht falsch. Auch, wenn die Ampel für die Kfz schon 1 Sekunde Rot gezeigt hat, bleibt es für querende Fußgänger/Radfahrer auch erst noch rot.
    Ich fahre seit nunmehr 14 Jahren auf dem Weg zur Arbeit über den Jakob-Kaiser-Platz. Etwa 5 Mal ist es in dieser Zeit vorgekommen, dass dort ein Rotlichtverstoß eine Kfz so lang war, dass ich plattgefahren worden wäre, wenn ich denn bei Radfahrergrün sofort losgefahren wäre.
    Die weitaus meisten Rotlichtverstöße liegen dort in der Zeit von 0 bis 1,5 Sekunden. Erst bei zwei Sekunden Rot schaltet die Radfahrampel auf Grün. Wenn in dem Moment noch einer über die Haltelinie brettert, sehe ich das rechtzeitig (womit ich um Gottes Willen dieses Autofahrerverhalten nicht verteidigen will !) und kann entsprechend reagieren (ähnlich eines langen Sattelschleppers, dessen letzte Achse noch im Weg ist, wenn ich Grün bekomme oder einer Kolonne).
    Bis zu zwei Sekunden ist also der qualifizierte Rotlichtverstoß nicht wirklich problematischer als der einfache bis 1 Sekunde.

    Die Daten kann ich übrigens nennen, da ich seit einiger Zeit eine Videokamera am Fahrrad befestigt habe. Ein bisschen Abschätzung ist dabei nötig, da man die Haltelinie meist nicht mehr im Bildausschnitt sieht, leider auch keine Kennzeichen. Einige habe ich mir aber gemerkt und dann Anzeige erstattet.

  45. Natürlich können anekdotische Erlebnisse die Diskussion bereichern. Wir sollten jedoch beachten, dass unsere Interpretation der noch dazu recht kleinen Ausschnitte aus der Welt, die wir persönlich erleben, nicht unbedingt Allgemeingültigkeit für die gesamte Welt besitzen.

    Ich könnte aus HH eine Kreuzung nennen, wo man zur Rush hour trotz Fahrradgrün bei ca 3 von 4 Ampelphasen 1-3 Kfz durchlassen muss.
    Manchmal ist dann schon wieder Rot für’s Fahrrad. Als Radler kann natürlich auch trotz Rotraser losfahren mit dem eindeutig zu interpretierenden offensiven Verhalten:
    Wenn du mich umfährst, obwohl ich Grün habe, dann hast du die Schuld.
    Klappt auch meistens.

    Aber auch dies gibt das Gesamtbild nicht 1:1 wieder.

    Ein bisschen driftet die Diskussion ab.

    Also Kfz-Rotfahrer , die „nur“ einige Sekunden nach dem Rotlicht dieses missachten, sind angeblich nicht so schlimm, denn sie tun ja keinem was (Vielleicht wollen sie auch nur spielen.). Im Gegensatz zu einem Radler, der sonntagsfrüh bei rot Radelt und, logo, schließlich ist er Radler, mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt und bestraft gehört: Wo kommen wir sonst hin!
    Büschen crazy, die Diskussion.

    Zufalls-Google „unfälle kfz fussgänger rotlicht“

    An 1. Stelle der Suchergebnisse: Der Tagesspiegel :

    „Berlins Autofahrer verlieren den Respekt vor roten Ampeln. Im ersten Halbjahr 2011 stieg die Zahl der durch Rotlichtraser verletzten Fußgänger und Radfahrer. Viele Blitzgeräte an Ampeln funktionieren nicht.
    In Berlin ist die Zahl der Schwerverletzten durch Missachtung der roten Ampel im ersten Halbjahr 2011 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um mehr als zehn Prozent gestiegen. 326 Menschen wurden dabei verletzt, darunter 99 Radfahrer.“

    Lt mobilogisch ist Vorfahrt missachten (incl. Rotlichtverstöße) durch Kfz-Führer die Unfallursache Nr 1.

  46. Da habe ich doch neulich nächtens die Polizei gerufen, weil zwei benutzungspflichtige Radwege von einem LKW total zugeparkt waren.Der hat da nicht mal nur kurz angehalten sondern offenkundig Feierabend gemacht. Der stand im absoluten Halteverbot und hat gleich zwei Radwege unbenutzbar gemacht. Von der (nach kurzer Zeit) eintreffenden Polizeibeamtin wurde mir gesagt, man könne den LKW nicht umsetzen lassen. Das sei nicht angemessen und im Übrigen müsste erst ein Spezialfahrzeug angefordert werden (ja und wenn schon!). Damit würde man bei keinem Richter durchkommen. Nach dieser Erfahrung erlaube ich mir nun, es für ebenfalls unangemessen zu halten, wenn zwei Polizisten am Sonntag Morgen, bei vermutlich Null Verkehr, die Jagd auf einen Rotlichtradler eröffnen.

  47. Schon verrückt, dass Radseiten im Kommentarbereich, bis auf ganz wenige Ausnahmen, immer so erbärmlich nach Auspuff stinken müssen.
    Kaum auszuhalten.
    Das muss man doch besser administrieren können.

  48. Tja, die meisten Radfahrer sind eben ganz lockere undogmatische Typen und denk‘ dir nur, viele haben auch noch nebenbei ein Auto !
    Mach‘ doch selbst einen Blog auf und administriere dir da einen!

  49. Die meisten Radfahrer, locker und so, seh ich auch so. Schön, wenn man sich mal mit jemandem im Kommentarbereich einig ist.

    Ich meinte jedoch nicht die Radfahrer als solche, sondern die Kommentatoren hier. Bei manchen, ob zu Recht, ob zu Unrecht, wird ja schon angezweifelt, ob sie überhaupt radfahren.

    Eben weil sie mit sehr harten Bandagen noch das asigste Verhalten der Kfz-Fahrer verteidigen bzw den Radfahrern in die Schuhe schieben.

    Ehrlich gesagt, die ganze Diskussion mit den teils absurdesten Argumenten ist beispielhaft und festigt den Eindruck, dass die Kommentarseiten von Radblogs mitsamt dem dort aggressivst vertretenen VC ein Tummelplatz von Kfz-Apologeten ist.

    Dafür spricht ja auch das internationale Muster:
    Much VC – strong car-industry.
    No car industry – no VC

  50. “ Nach dieser Erfahrung erlaube ich mir nun, es für ebenfalls unangemessen zu halten, wenn zwei Polizisten am Sonntag Morgen, bei vermutlich Null Verkehr, die Jagd auf einen Rotlichtradler eröffnen.“

    Danke „Komfortradler“. Ich sehe das ganz genauso. Der Fisch stinkt bekanntermaßen vom Kopf her, in diesem Falle aus Richtung der Polizei. An deinem Beispiel sieht man ja sehr schön, welche Maßstäbe die Polizei für sich ansetzt wenn es um das Verhältnis Kfz-Fahrrad geht.

    Was gerade in Berlin passiert ist nichts weniger als eine schleichende „Kriminalisierung“ von Radfahrern: Bei öffentlichen und freien Radveranstaltungen werden die Teilnehmer von Zivilpolizisten gefilmt. Die Fahrradstaffel verfolgt täglich und schwerpunktmäßig Räder, um deren Verkehrstauglichkeit zu prüfen (welche Einheit der Polizei macht dies täglich und systematisch bei Autos?). Die CM wird seit Monaten arwöhnisch beobachtet etc. pp.

    Der polizeiliche Umgang mit Radfahrern in Berlin verändert somit den Status quo zwischen Rad- und Autoverkehr. Und zwar zum eindeutigen Nachteil des Radverkehrs. Eigentlich wurde ja das Gegenteil propagiert („endlich auf Augenhöhe mit den Radfahrern“). Jetzt erst verstehe ich, was damit gemeint war.

    Erst wenn der Kfz-Verkehr in dieser Stadt regelmäßig genauso streng an die Kandare genommen wird (tägliche Kontrolle von z. B. Umweltplaketten, Geschwindigkeitsverstößen, Falschparkern, Falschabbiegern usw. durch eine eigens dafür abgestellte Einheit der Polizei), erst dann bin ich als Radfahrer dazu bereit, mir Ordnungsgelder ausstellen zu lassen weil ich keine Klingel habe, oder die falsche Bremse, oder die falschen Reflektoren, oder die falschen Lichter, oder oder oder.

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