Fahrradkontrollen in Berlin

Auf der Facebook-Seite „Fahrradkontrolle Berlin“ werden Polizeikontrollen gepostet. Heute werden zum Beispiel seit neun Uhr Einsätze auf der Kreuzbergseite der Oberbaumbrücke, an der Ecke Otto-Braun-Straße und Mollstraße sowie in der Grunerstraße in Höhe des Roten Rathauses gemeldet. Um 12:00 Uhr wird von einer Kontrolle in der Choriner Ecke Oderberger Straße berichtet.

Hier die Begründung für die Veröffentlichungen in „Fahrradkontrolle Berlin“: „Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Wir wollen niemanden auffordern, gegen Verkehrsregeln zu verstoßen! Wir sind für ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. Trotzdem sind Kontrollen eine nervige Angelegenheit, erst recht, wenn der Eindruck entsteht, dass diese mit dem Hauptzweck durchgeführt werden, die Kassen wieder aufzufüllen.“

Facebook: Fahrradkontrolle Berlin

21 Gedanken zu „Fahrradkontrollen in Berlin

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  1. Nichts gegen so eine Seite, aber die Begründung „Trotzdem sind Kontrollen eine nervige Angelegenheit, erst recht, wenn der Eindruck entsteht, dass diese mit dem Hauptzweck durchgeführt werden, die Kassen wieder aufzufüllen.” ist echt arm. Das ist das gleiche Abzocke-Gewäsch, dass wir sonst von der rasenden Autofraktion hören.

  2. Da muss ich Michael S zustimmen, diese Begründung hört man auch oft von der „Gegenseite“.

    Da würde ich doch eher mal hinterfragen, wer und was hauptsächlich kontrolliert wird und ob ein Zusammenhang mit Hauptverursachern und Hauptunfallursachen besteht. Meist besteht dieser Zusammenhang nicht, es wird ein Fehlverhalten kontrolliert, was zwar leicht festzustellen, unfalltechnisch allerdings nicht sonderlich relevant ist.

  3. ich bin positiv überrascht, dass die Berliner Polizei, Verkehrskontrollen durchführt. Ich hoffe, dass auch ganzjährig und flächendeckend die gängigen Verkehrsverstöße geahndet werden. Das würde die Kasse füllen und evtl. die 2% Fahrzeugführer aus dem Verkehr ziehen.

    Was mir täglich auffällt:

    – Geschwindigkeitsüberschreitung
    – Unberechtigtes Einfahren in Fahrradstraßen (Linienstr. z.B.)
    – Nichteinhalten des Sicherheitsabstands zur Seite und nach Vorne.
    – sinnlose, gefährliche Überholmanöver
    – Rotlichtverstöße (alle Fahrzeuggruppen, bei den Radfahrern sind es meistens die Langsamen)
    – Fußgägnger, die ohne zu schauen, auf die Straße gehen.
    – Autofahrer, die rücksichtslos die Türe öffnen oder aus der Parklücke fahren.
    – Radfahrer, die blind und ohne Handzeichen links abbiegen.

    und vieles mehr.

    z.B. 30er Zone: Wenn ich mit dem Rennrad entspannt gerade noch legal mit knapp über 30 km/h dahinrolle, passiert es praktisch immer, dass ich von Autos überholt werde. Natürlich ohne Seitenabstand und fast immer völlig sinnlos. Seitenstraßen sind fast immer von 2te Reihe Parkern so zugestellt, dass für Autos bei Gegenverkehr kein flüssiges Durchkommen möglich ist.

    Ich bin mir sicher, wenn ich 40 oder schneller fahren würde – konditionell wäre das kein Problem – ich würde trotzdem überholt werden.

    Verkehrserziehung tut dringend Not.

  4. Stimmt alles. Für Fahrradfahrer ist allerdings schon ein klarer Vorteil, dass sie nicht so wie Autofahrer vollautomatisch, massenhaft & völlig losgelöst von jeder Unfallstatistik & tatsächlichen Risiken kontrolliert werden können. Das ist aber auch kein Grund, Kontrollen nicht zu vermeiden & bin daher für die Infos dankbar.

  5. Letzte Woche haben sie in der Choriner (Fahrrad-) Straße Autofahrer kontrolliert. Fand ich trotz allem mal ’ne gute Idee: Weil man sich die Ausweisung von Fahrradstraßen grad mal sparen kann, wenn sich eh keiner an das „Anlieger frei“ hält und gewohnte Vorrechte weiter wie gewohnt mit Motorkraft durchgesetzt werden und Rücksicht aus bekannten Gründen (keine Zeit! Muss weiter jetzt!) unterbleibt.

    Ja, leider und sehr spießig: Regeln müssen manchmal durchgesetzt werden. Insbesondere solche zum Schutz mancher. Für meinen Geschmack in diesem Fall (Fahrradstraßen) durchaus auch mal öfter.

    Gruß, svenski.

  6. eben gerade die ersten cops auf rädern im einsatz gesehen. haben sich hinter einem stromkasten versteckt ende jannowitzbrücke richtung alex, ca. 15m vor der ampel und gewartet. haben dann einen von links kommenden linksabbieger (radfahrer) verfolgt. und am alexa zur strecke gebracht, keine ahnung was der verbotenes gemacht haben soll, wahrscheinlich weil er die fahrbahn zum abbiegen benutzt hat.
    ich glaube nicht, dass die den schutz von radfahrern als ihre aufgabe betrachten.

  7. @Spreenixe, waren die Polizisten auf Fahrrädern unterwegs?

    Der Radfahrer kam aus der Brückenstraße und bog nach links in die Stralauer Straße? Dort ist kurz vor der Kreuzung eine benutzungspflichtige Fahrradspur angeordnet.

    §9 (2) der STVO:
    Wer mit dem Fahrrad nach links abbiegen will, braucht sich nicht einzuordnen, wenn die Fahrbahn hinter der Kreuzung oder Einmündung vom rechten Fahrbahnrand aus überquert werden soll. Beim Überqueren ist der Fahrzeugverkehr aus beiden Richtungen zu beachten. Wer über eine Radverkehrsführung abbiegt, muss dieser im Kreuzungs- oder Einmündungsbereich folgen.

    Das ist wenig eindeutig, wie ich finde. Es gibt aber wohl Urteile zugunsten von Radfahrern, die zum Linksabbiegen einen Radweg verlassen haben (aus Zeiten, in denen Radwege prinzipiell benutzt werden mussten):
    http://www.pdeleuw.de/fahrrad/urteile.html#abbiegen

  8. @berlinradler, ja sie hatten schwarze, normale „trekkingräder“ ohne motor und mit halogenfunzeln. der verdächtige radfahrer kam aus der stralauer und bog auf der fahrbahn links auf den (nicht benutzungspflichtigen) radweg an der alexanderstrasse ein und sollte noch grün gehabt haben. ich und die rechts neben mir auf dem bürgersteig postierten gesetzeshüter hatten nämlich noch rot..
    ich nehme an er hat einen vortrag erhalten wie gefährlich das radfahren auf der fahrbahn ist und das es ihm auf dem friedhof nichts mehr nützt, blabla.

  9. Dort ists jedenfalls gleiche Situation wie die Brückenstraße, benutzungspflichtiger Radweg auf der Fahrbahn. Da kann man sicher viele Formfehler machen, z.B. auf die Linksabbiegespur wechseln ohne Handzeichen. Oder es ging schlichtweg um den Radweg. Naja, wenns mich betreffen würde, würd ich nen Anwalt einschalten.

  10. Ich interpretiere § 9 II StVO dahingehend, dass auf der Kreuzung die Radverkehrsführung auch eingehalten werden muss, wenn man sie erstmal befährt. Wer das direkte Linksabbiegen vorzieht und sich daher vor der Kreuzung (eventuell durch Verlassen einer Radverkehrsanlage) entsprechend einordnet, muss und kann eventuelle Radverkehrsführungen am rechten Fahrbahnrand nicht beachten. Sofern Führungen für Linksabbieger auch Führungen für linksabbiegende Radfahrer (also nicht am rechten Rand) vorweisen, wäre das wohl anders.

    Ich kenne im Übrigen nicht alle Radverkehrsführungen auswendig. Sofern ich mich (eventuell durch Verlassen einer Radverkehrsanlage) vor einer Kreuzung einordne, kann ich indirekte Linkasabbiegerführungen oft noch gar nicht erkennen. Vielleicht habe ich sogar schon Kreuzungen mehrfach als Linksabbieger befahren, ohne jemals die inirekte Führung entdeckt zu haben.

  11. @Rad-Recht, geht mir auch oft so. Von der Argumentation würde ich mir vor Ort dennoch nichts erhoffen.

  12. Auf streetview sieht man eine Aufstellfläche zum indirekten Abbiegen…
    Inwieweit bei so etwas eine Benutzungspflicht besteht, kann ich allerdings nicht sagen….

  13. Call to Bikes

    Kettenkundgebung gegen Rassismus in Deutschland und Europa – gemeinsam zu den Orten von Rassismus und Repression in Berlin am 27.4.2013

    Wir starten um 16 Uhr an der Europäischen Kommission Unter den Linden/Wilhelmstraße. Weiter geht’s um 17 Uhr an der Niedersächsischen Landesvertretung gegenüber vom Mahnmal für die ermordeten Jüdinnen und Juden in Europa. Um 18 Uhr gibt es eine Kundgebung gegen Springer, Bundesdruckerei und Senatsverwaltung für Soziales an der Rudi-Dutschke-Straße/Axel-Springer-Straße, um abschließend ab 19 Uhr gemeinsam antirassistisch im Görli abzuhängen.

    Die Kundgebungen werden angemeldet sein, um die Wege dazwischen müsst ihr euch selber kümmern. Es soll, wie unsere Meteorologie-Abteilung voraussagt, astreines Fahrradwetter geben ; )

    Die Uhrzeiten für die Kundgebungen stehen fest, ihr könnt also auch jederzeit dazustoßen oder erst ab 19 Uhr in der Görlitzer Park kommen und Erfrischungen, Grillequipment und gute Laune mitbringen. Kommt alle und bleibt in Bewegung!

    Das ganze findet im Rahmen von Fight racism NOW! statt.

  14. „…um abschließend ab 19 Uhr gemeinsam antirassistisch im Görli abzuhängen….“

    Oh Backe, noch bekloppter geht’s wohl nicht, oder? Gibt’s noch irgendwo ’ne Anleitung, wie man „richtig“ antirassistisch abhängt? AufRECHT im Sattel sitzen ist ja wahrscheinlich schon gefährlich nahe zum rechten Spektrum, oder?

  15. @ handwerker: Naja, sind Fahrradkontrollen nicht auch rassistischem Gedankengut entsprungen? Irgendwie, meine ich???

  16. @Michael, Du meinst um die Rasse der Verkehrssünder zu unterdrücken? 😉

  17. Ich mag Radkontrollen genauso wenig wie Autokontrollen. Beide zielen doch meist nur darauf ab, Geld in die klammen Kassen der Polizei zu spülen. Oft genug handelt es sich in keinster Weise um Unfallschwerpunkte wie uns die Uniformierten ja gern weiß machen wollen. Aber alles beschweren hilft ja nicht. Dann fahren wir eben mit einem funktionierenden Rad und mit dem Auto nicht zu schnell 😉

  18. @berlinradler
    Vor-Ort-Diskussionen führe ich nicht. Mit VT ohnehin nicht und mit der Rennleitung auch nicht mehr. Das dauert nur unnötig lang und evtl. fallen noch ein Verstoß gegen §64a StVZO oder ähnliche sicherheitsrelevante Details auf. Auf fachlicher Ebene diskutiere ich lieber schriftlich mit der StA. Vor-Ort sorge ich für ausreichende Dokumentation der für mich wichtigen Details.

  19. Witzig finde ich immer dieses „Kassen auffüllen“…was glauben denn die Leute, was da an Kohle zusammen kommt. Allein die Gehaltskorten unserer Ordnungshüter liegen täglich bei ner guten Million Euro und das ist noch niedrig gerechnet und ohne die Ordnungsamtsmitarbeiter.

  20. Wenn Berlin wirklich die Kassen füllen wollte könnte man ordentlich absahnen.
    z.B.

    Mobile Radarfalle auf der Havelchaussee. Dort ist 30 – meistens wird 60 gefahren.

  21. Um es vorweg zu nehmen: Ich bin begeisterter Rennradfahrer.

    ABER ich kennen keinen rücksichtsloseren Verkehrsteilnehmer als den Radfahrer. Das wird – nur zum Beispiel!!! – täglich im Baustellenbereich der U5 / U6 unter Beweis gestellt. Durch dieses Nadelöhr quetschen sich abertausende von Passanten und Herr und Frau Radfahrer meinen noch, da mit speed durchpreschen zu können.

    Ich freue mich schon auf die nachfolgenden dusseligen Kommentare: Zu Recht sollten die Ordnungshüter dort mehr abkassieren!

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