Fahrerflucht nach tödlichem Verkehrsunfall mit Radfahrer

„Im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall in Heinersdorf, bei dem ein Radfahrer gestern Abend tödlich verunglückt und der am Unfall beteiligte Autofahrer geflüchtet ist, sucht die Polizei Berlin nach Unfallzeugen. Passanten fanden gegen 21 Uhr 40 den 57-jährigen Radfahrer schwer verletzt auf der Fahrbahn der Blankenburger Straße liegend und alarmierten die Berliner Feuerwehr. Rettungskräfte versuchten vergeblich, den auf dem Nachhauseweg befindlichen Polizeibeamten, zu reanimieren. Er verstarb noch am Unfallort. Ein Autofahrer alarmierte kurze Zeit später die Polizei, nachdem er in der Rennbahnstraße einen silberfarbenen „VW-Polo“ gesehen hatte, dessen Frontscheibe auf der Fahrerseite gesprungen und nach innen gewölbt war. Der Fahrer bog dann von der Rennbahnstraße in die Roelckestraße ab und entfernte sich in Richtung Hohenschönhausen. Aufgrund des Zeugenhinweises konnte der 24-jährige Halter des Fahrzeuges ermittelt werden, der später einräumte, mit dem Auto unterwegs gewesen zu sein. Die Polizisten beschlagnahmten den Führerschein sowie den Wagen des 24-Jährigen. Da der Verdacht bestand, dass der Mann Alkohol getrunken hatte, wurde bei ihm eine Blutentnahme durchgeführt. Anschließend kam er wieder auf freien Fuß.

Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 2 fragt:

Wer kann Angaben zum Unfallhergang in der Blankenburger Straße machen?
Wer hat im Bereich der Blankenburger Straße Ecke Straße 30 gegen 21 Uhr 40 oder unmittelbar danach einen silberfarbenen „VW-Polo“ oder dessen Fahrer gesehen?

Hinweise nimmt der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 2 in Alt-Moabit 5 a in Berlin-Tiergarten unter der Rufnummer (030) 4664 – 28 18 00 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.“

Pressemeldung der Berliner Polizei # 3193 vom 03.10.2012 – 12:50 Uhr

22 Gedanken zu „Fahrerflucht nach tödlichem Verkehrsunfall mit Radfahrer

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  1. Die Radwegführung spricht für sich: http://goo.gl/maps/nbH7e

    Wobei das nichts sagen muss, es steht ja in der Polizeimeldung nicht, auf welchem Fahrbahnteil der Radfahrer unterwegs war – nicht mal, in welcher Richtung die Unfallbeteiligten fuhren.

    Dennoch, wenn der Mann wirklich dafür sterben musste, dass ein besoffener 24-jähriger „aus Spaß“ mal sein Gaspedal etwas durchgetreten hat, ist das wohl eine der schrecklichsten Todesursachen überhaupt.

  2. Der Autofahrer hat ja bereits eingeräumt, dass er den Unfallwagen selbst gefahren hat. Insofern muss er mit einer Verurteilung wegen Fahrerflucht rechnen. Bezüglich der Schuld am Unfall sind die Ergebnisse der Unfallsachverständigen und das Ergebnis der Blutprobe abzuwarten. Spätestens, wenn der Prozess ansteht, werden die Zeitungen ausführlich berichten. Interessant dabei, dass der Radfahrer Polizist war, dem man die üblichen Vorurteile gegenüber Radfahrern nur schwer anhängen kann.

  3. Die Radwegführung spricht für sich: http://goo.gl/maps/nbH7e

    Wo ist da ein Radweg? Ist das da rechts nicht einer dieser modernen Streifen für die Hundekacke?
    Mit geschätzt 60cm Breite kann das ja gar nichts anderes sein.

  4. da werden die kollegen wohl auch entsprechend gründlich ermitteln …

  5. @ bastian, das klingt eher nach ner typischen abbiege-geschichte.

  6. Autofahren in Berlin wird immer gefährlicher.

  7. @rbt: das klingt eher nach einer weniger typischen Abbiegegeschichte, da die Radlerin aus der Gegenrichtung kam. Aber da verstehe ich erst recht nicht, warum die Leute die Radfahrer nicht wahrnehmen, genausowenig wie bei Linksabbiegern, die immer wieder Leute ummangeln, die eben NICHT versteckt von hinten kommen.

  8. schau mal in die unfallstatistiken. aus der falschen richtung kommen bringt dir mit die höchste warhscheinlichkeit ein, tödlich umgebolzt zu werden.

    ich bin scho seit jahren nicht mehr auto gefahren, aber ich vermute, dass man sich als rechtsabbieger im entscheidenden moment um den außenspiegel kümmert und dann nichtmal die von links herankriechende oma wahrnimmt.

  9. @rbt: Dann vermutlich nur unglücklich formuliert. Hauptunfallursachen bei Radfahrern sind nach meiner Kenntnis falsche Benutzung der Fahrbahn (Gegenrichtung, Gehwege) und bei Autofahrern Abbiegefehler. Daraus kann man nicht den Schluß ziehen, die „typische Abbiegegeschichte“ beträfe rechtsabbiegende Autofahrer, die einen in Gegenrichtung falsch fahrenden Radfahrer umnieten.

  10. Ob der beschädigte VW überhaupt das Unfallfahrzeug ist, weiß man doch noch gar nicht. Das muss erst per KTU ermittelt werden.
    Aber immerhin steht in der überraschend ausführlichen Meldung nicht drin von „der Radfahrer ist offenbar übersehen worden“. Na sowas. *Sarkasmus Aus*

    Traurig, ja. Aber mich wundert rein gar nicht mehr. Hab vor nen paar Tagen (bin durch Hessen und das Sauerland ne längere Strecke geradreist) mehrfach offenbar komplett Hirnamputierte auf den Straßen erlebt, über die aber nicht lauthals gemeckert wird, weil: Is ja klar, „die“ Radfahrer sind ja immer selber schuld, wenn sie nachfolgende Gasfüße zu haarsträubenden Fahrmanövern zwingen. *augenverdreh*

  11. @Jochen, naja ein Fahrzeug mit eingedrückter Frontscheibe in unmittelbarer Umgebung eines solchen Unfalls – da erwarte ich keine Überraschungen.

  12. @Jochen, anstatt die paar Hanseln, die sich sich nicht benehmen können, mit Polizeikontrollen zu finden und zu bestrafen, werden lieber noch an den kleinsten Strassen Radwege gebaut. Die Täter werden also noch aktiv und wissentlich geschützt und die Radfahrer werden dann an den Knotenpunkten von eigentlich aufmerksamen Autofahrern geplättet, die keine Chance haben, die Radfahrer rechtzeitig zu sehen. So sieht Radfahrerförderung in D aus.

  13. Die Radwegführung spricht für sich: http://goo.gl/maps/nbH7e

    wirklich ein schicker Radweg 😉 Mit dem Rennrad möchte ich da nicht mit 30 Sachen lang fahren. Für ein Kind das schön brav langsam fährt reicht es vllt… Aber ein Bike mit Kinderanhänger muss da schon kapitulieren.

    Ansonsten traurige Geschichte aber das kommt leider immer wieder vor ausser in Münster da sind die Autofahrer echt Rücksichtsvoll. Die Radfahrer sind ja aber auch in der Überzahl 😀

  14. gestern nachmittag war ich sowieso zu fuß in heinersdorf unterwegs, habe mir dann auch diese ecke angesehen. seit das google-auto da durchfuhr hat sich die situation auch nicht geändert.

    dieses schmale etwas ist nicht benutzungspflichtig. die drei radler, die ich sah, haben ihn dennoch genutzt. als ich ein paar fotos machte (für den fall, dass streetview nicht mehr den aktuellen stand anzeigt) gab es auch fast einen kleinen unfall zwischen mir und einem radfahrer. dort wird der radweg ja auf den (für radfahrer freigegebenen) fußweg geführt.

    nach meiner erfahrung ist es zuweilen äußerst unangenehm, sich in heinersdorf die fahrbahn mit kfz zu teilen. offensichtliche alternativen, so beschissen sie sein mögen, dürften das verstärken. was die blankenburger konkret angeht, weiß ich es zwar nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass man als radler vor der wahl zwischen pest und cholera steht…

  15. @sascha restgrau, in Google Streetview hatte ich keine Freigabe des Gehwegs für Radfahrer gesehen – insofern scheinen Deine Fotos dann einen neueren Stand zu dokumentieren.

  16. Leider eine sehr ungenaue Unfalldarstellung, auch auf der Seite der Polizei. Aber wieder auffällig – der Lkw-Fahrer „übersieht“ die Radfahrerin, während eine 74-jährige Fußgängerin, die angefahren wird (anderer Unfall), „nicht auf den Fahrzeugverkehr geachtet hat“.

    Der Lkw-Fahrer hat also genau hingesehen und die Radfahrerin trotzdem nicht gesehen. Die alte Dame hats hingegen drauf angelegt, angefahren zu werden.

    So kann man geschickt Zerrbilder lancieren – aber ist ja nichts neues.

  17. er fährt sogar schon wieder mit seinem Auto, ob mit oder ohne Führerschein weiss ich nicht.

  18. @ Heiko K: Woher hast du denn diese Info?

  19. Weil ich ihn leider kenne

  20. […] Über den tödlichen Unfall des Polizisten auf dem Fahrrad haben wir Anfang Oktober 2012 berichtet: Fahrerflucht nach tödlichem Verkehrsunfall mit Radfahrer Am 4. April 2013 – also sechs Monate nach der Veröffentlichung des Blogbeitrags – wird in einem […]

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