Berliner Fahrradkarte des BMWGuggenheimLab

Das BMWGuggenheimLab hat eine interaktive Fahrradkarte für Berlin erstellt. Unter dem Titel Dynamische Verbindungen (Dynamic Connections) können Radfahrer Fahrradstrecken in der Stadt bewerten. Wer die Startseite des Projektes betritt, wird gefragt, wie man sich radfahrmäßig einschätzt. Anschließend wird man durch weitere fünf Fragen geprügelt, bevor man sich eine Karte mit den von Radfahrern bewerteten Straßen ansehen darf. Wer die Abkürzung direkt zur Karte sucht, klickt hier. Zunächst bekommt man allerdings erst die Weltkarte zu Gesicht, muss sich also zehn Stufen in die Karte nach Berlin hineinzoomen.

Bisher wurden fast ausschließlich Hauptstraßen in den Innenstadtbezirken bewertet, in der Peripherie fehlt jegliche Beurteilung. Es fällt auf, dass Straßen in den südlichen Bezirken Neukölln, Kreuzberg, Tempelhof und Wilmersdorf negativer eingeschätzt werden als Straßen in Mitte und Pankow.

Dynamic Connections

Es gibt eine Reihe von Gründen, die gegen das Projekt sprechen: So teilen die Macher nicht mit, wieviel Website-Besucher sich an der Bewertung beteiligt haben. Das Bewertungsraster ist unscharf und schlecht aus dem Englischen übersetzt. Dennoch ist der Grundgedanke der Erstellung crowd-basierter Fahrradkarten erfolgversprechend und vermutlich präziser als es herkömmliche Karten je sein können. Papiergebundene Fahrradkarten drücken ja lediglich aus, was Kartenmacher vermuten, welche Wege Radfahrer wählen. Eine Datenerhebung wäre noch einfacher, wenn eine Smartphone-App ähnlich wie My Tracks Wege von Radfahrern aufzeichnet. Wenn der Benutzer danach einzelne Unterstrecken und Punkte bewertet, ergäbe das eine Karte, die die wirklichen Wege von Radfahren akkurat beschreibt.

Dynamic Connections

12 Gedanken zu „Berliner Fahrradkarte des BMWGuggenheimLab

Kommentare-Feed
  1. Den Ansatz finde ich nicht verkehrt, wobei die Umsetzung noch etwas hakelig ist. So kann ich auf der Startseite auswählen, was für ein Radfahrer ich bin, und muss dann meine e-Mail-Adresse angeben. Kein Wort der Erklärung, wozu ich das tun sollte. Kein Mensch liest lange Beschreibungstexte einer Webseite, das ist klar. Aber meine Adresse angeben, ohne zu wissen wofür, das ist das andere Extrem.

    Ein Stadtplan mit roten und grünen Straßen ist eine gute Idee, wenn dies etwa meinem persönlichen Profil entspricht. Der eine mag Hauptstraßen mit Radwegen und markiert diese grün, der nächste mag ruhige Nebenstraßen, und wieder der nächste fährt gerne sehr direkt auf vielbefahrenen Straßen. Jeder wird eine völlig andere Bewertung für dieselbe Straße abgeben.

    Wenn ich doch mehr Zeit hätte … so ein richtig guter Fahrradstadtplan ist etwas, was ich gerne umsetzen würde. Den an ein persönliches Profil anzupassen und die Straßen am Ende nur grün oder rot zu färben ist ein guter Denkansatz, vielleicht wird ja noch mehr aus dem Guggenheim-Ansatz.

  2. Ich hab letztlich ne Karte von 3 Jahren Radfahren erstellt. Also eine GPX Map. Das ist dann schon sehr interessant für einen selbst 🙂
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=4393182553005&set=a.3415752997877.159289.1391648154&type=1&theater

  3. Man, ist nicht mein Tag heut.
    ggf. den Post vorher löschen.
    Hier die meine GPX Karte von 3 Jahren radfahren:
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=4380105706092&set=a.1217480282433.33232.1391648154

  4. @Berlinradler: Die e-mail-Adresse muss nicht angegeben werden.
    Aber generell stimmt es schon, etwas wenig Erklärungen auf der Seite…

  5. Bzgl. des GPS-Trackings gibt es übrigens grad einen Wettbewerb von Naviki. Die Personen, die am meisten Kilometer aufzeichnen, können was gewinnen, die Stadt, die am meisten Kilometer pro Einwohner hat, bekommt eine eigene Naviki-Seite: http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/wettbewerbe/wettbewerb.php?id=3687

    Hat sich hier jemand aus dem Forum mal damit beschäftigt (also viell. auch so generell) und eine Einschätzung zu Pro’s und Con’s?

  6. Ich find’s generell auch n guten Ansatz das so darzustellen, aber bin ich der einzige der sich nich wirklich in den Kategorisierungsfragen widerfindet?
    Für mich stehen bei den einzelnen Kategorien Kriterien die nicht notwendigerweise zusammengehören!
    Würde mich ja in die erste Gruppe einordnen, aber ich benütze sicherlich nicht IMMER die schnellste und direkteste Route.

    Und wieso benutzen Menschen die regelmäßig radfahren AUSSCHLIESSLICH „benutzungdflichtige Bürgersteige“ und Radstreifen? Ich finde das ham se sich zu einfach gemacht…

    Mein Hauptproblem mit der ganzen Geschichte ist aber die schon angesprochene „Informationspolitik“. Sieht halt alles ganz nett aus, n bissel bunt eingefärbt, aber wie, was, woher das nun im einzelnen kommt ist wohl nicht wirklich erkenntlich. Irgendwie pervers, dass „die Leute“ mithelfen sollen eine Datenbank aufzubauen, deren Informationen sie nachher nicht frei einsehen können.

    Mir geht es da ein bisschen wie berlinradler, wenn ich die Zeit hätte (mir das nötige Wissen anzueignen)…würde ich mir eine Karte mit meinen persönlichen Vorlieben und den mir wichtigen Informationen aus der OSM-Datenbank rendern. Bin nach der GoogleMaps Geschichte von letzter Woche auf den ADFC Lübeck gestossen die genau das getan haben (mit den für sie wichtigen Kriterien) und diesen dann gedruckt haben: http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Lübeck/Fahrradstadtplan
    Lustigerweise haben die auch rot und grün verwendet, wenn auch mit ganz anderen Bedeutungen.

  7. Wie wäre es, wenn auch alternative Angebote direkt im Artikel verlintk würden? Anbieten würde sich die Opencycle-Map oder auch BBbikes.de. Das ist auch crowd-basiert und kann jederzeit verändert werden, wenn sich neue Routen ergeben. Außerdem sind die Gebiete in der Peripherie teilweise sehr gut 😉

  8. @class:bicycle – das Rendering wär natürlich die Königsklasse, wenn man einen wirklich eigenen Online- oder Printstadtplan machen möchte. Guggenheim arbeitet nur mit Overlays, das geht vom Aufwand her noch …

  9. wyrias schrieb: „Außerdem sind die Gebiete in der Peripherie teilweise sehr gut.“
    Stimmt, vor einigen Tagen war in den Außenbezirken noch gar keine Bewertung, nun sind in der Tat eine ganze Reihe zu finden.

    Die Projektleiterin Rachel Smith sagt bei „Zeit Online“, dass inwzsichen 700 Bewertungen in das System geflossen sind.

    Die Zeit: Fahrradkarte per Crowdsourcing

  10. Warum gibt es eigentlich keine Fragen zum Zustand der Straße bzw. zu deren Oberfläche. Eine fast unbefahrbare Kopfsteinpflasterstraße, an der vielleicht auch noch ein Supermarkt liegt und die keine Kreuzungen aufweist, kann daher schon mal als grüne Strecke ausgewiesen werden. Aber vielleicht justieren die Macher hier noch einmal nach!

  11. Für Berlin kann ich eine weitere Radkarte bzw Radroutenplaner empfehlen.

    BBBike.de

    Die Routenplanung beinhaltet auch Ampelzeiten und Straßenbeschaffenheiten.

    Sehr gut. Vorteile der LAB-Karte sind jedoch doch das sie sich mit verändert, wächst und durch häufige Benutzung auch besser werden könnte.

    ahoi Bob

  12. zu bbbike.org

    super ding benutze ich sehr oft, manchmal auch rundkurse auf nebenstrecken um ein bischen was neues von der Stadt zu sehen.

    Der große ‚Vorteil von diesem Guggenheim Ding ist dass es eigentlich keine Vorbereitung braucht, die persönlichen einstellungen sind einmal gespeichert und los geht´s. Voraussetzung sind smartphone apps und mehr optionen.

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