Fahrradunfälle in Berlin

Das Wetter wird besser und viele fahren nun wieder Rad. Leider gibt es damit einhergehend wieder einige Fahrradunfall-Berichte:

In Steglitz-Zehlendorf fuhr eine Radfahrerin nach Polizeiangaben bei roter Ampel in die Kreuzung Teltower Damm / Potsdamer Straße / Berliner Straße ein und wurde von einem Kfz angefahren und dabei schwer verletzt. Polizeimeldung 1321 vom 25.4.2012

In Kreuzberg wurde eine Radfahrerin von einem Lkw angefahren und dabei schwer verletzt. Genaueres zum Unfall, der an der Kreuzung Wilhelmstraße / Kochstraße stattfand, ist noch nicht bekannt. Tagesspiegel: Radfahrerin von Lastwagen angefahren vom 25.4.2012

Eine Radfahrerin auf dem Kurfürstendamm in Charlottenburg fuhr in die Tür eines Taxis, die von einem Gast unachtsam geöffnet wurde. Auch sie wurde schwer verletzt.  Polizeimeldung 1333 vom 26.4.2012

41 Gedanken zu „Fahrradunfälle in Berlin

Kommentare-Feed
  1. Und heute morgen erlitt ein Radfahrer schwere Verletzungen. Nach den bisherigen Ermittlungen war der 30-Jährige gegen 8 Uhr mit seinem Bike auf der Scharnweberstraße unterwegs und wollte links an mehreren Autos vorbeifahren, die an einer Ampel bei „Rot“ warteten. Dabei übersah er offenbar die herannahende Straßenbahn der Linie M 13. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem der 30-Jährige eine Armfraktur und Kopfverletzungen erlitt. Er kam zur stationären Behandlung in eine Klinik. (http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/369345/index.html)

  2. Ich vermisse den Winter. Jetzt sind die ganzen Chaosradler wieder da…

  3. Ist halt immer schwer, wenn nur man selbst die Wahrheit gefunden hat. Am besten, Du findest Dich damit ab.

  4. Die Chaos-Autler sind leider auch wieder da. Im Winter wird aus Angst ums Blech defensiv gefahren, jetzt nicht mehr….

  5. mh, alles höchst subjektiv.

    aber unbestritten, denk ich: mehr radverkehr -> mehr unfälle und mehr idioten unterwegs.

    aber unterm strich find ich das schon geil, wenn so viel radverkehr is. momentan fahren ja ganze kolonnen morgens im berufsverkehr. busspur wird zur radspur. is schon geil irgendwie

  6. @ Philip: eben. Fakten schaffen, ohne Waffen 😉

  7. Philip:
    >> aber unbestritten, denk ich: mehr radverkehr -> mehr unfälle und mehr idioten unterwegs. < KfZ-Verkehr) stattfindet, was den Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern angeht.

    In Ländern, teils auch in schlandischen Städten, wo der Radverkehr einen erheblich höheren Anteil hat, gehen die Unfallzahlen deutlich bis sehr deutlich zurück.
    Der umgekehrte Fall wurde ja in Australien auch dokumentiert, wo der Rückgang des Radfahreranteils (vermutlich infolge der eingeführten strikten Helmpflicht), eine signifikante Steigerung des Unfallrisikos für Radfahrer zur Folge hatte.

    Ein wichtiger Faktor in dem Gesamtzusammenhang ist m.E. die öffentliche Wahrnehmung, sowohl was Unfälle, als auch das Miteinander insgesamt angeht. Ein schönes Beispiel hierfür wird über diesen YT-Film aus NL vermittelt. http://www.youtube.com/watch?v=YeJ-d86pKsw (When cyclists matter)

  8. Beim Tagesspiegelartikel zu dem Taxi-Tür-Unfall äußert sich ein Polizist (Polizeiphilosoph) in der Richtung, dass er den vorgeschriebenen Überholabstand nur bei ausreichender Straßenbreite einhält, sonst aber nicht bereit ist, wegen eines Radfahrers langsamer zu fahren. Tolle Einstellung.

  9. @ berlinradler: Ja, habe ich auch gelesen (kopfschüttel). Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass es die Minderheit ist, gerade es sich oft anders anfühlt.

    Theoretisch bedeuten z.B. 36.000 KFZ auf der Treskowallee, das selbst bei nur 1% Nahüberholer immerhin 360 KFZ so fahren würden, also 15/Stunde wenn alles gleich verteilt wäre. Alle 3 Minuten schaffte es also einer, so an einem Radfahrer vorbeizuziehen. Ich muss ehrlich sagen, in der Realität sind die Abstände, in denen ich dort einen wirklichen Nahüberholer habe deutlich größer – die regen mich aber so auf, dass ich den Anteil gefühlt gleich auf 30% anhebe. In Tempo 30 Zonen ohne Überholmöglichkeit sieht es aber anders aus, da versuchen deutlich mehr Leute ein Überholmanöver. Ungefähr 10cm rechts der Mittellinie fahren hilft („Warum fahren Sie denn in der Straßenmitte!?! „Mach ich ja gar nicht!!!“), da kommt auch ein behaupteter Polizeiphilosoph nicht vorbei.

  10. „gerade _weil_ es sich oft anders anfühlt.“

  11. wahhhh… noch nicht mal rechnen geht mehr: alle 4 Minuten!

  12. aber unterm strich find ich das schon geil, wenn so viel radverkehr is. momentan fahren ja ganze kolonnen morgens im berufsverkehr. busspur wird zur radspur. is schon geil irgendwie

    letztens habe ich sogar gesehen, wie sich die massen nicht mal mehr mit dem sch(m)utzstreifen zufrieden gaben und die rechte spur in anspruch nahmen. aber so etwas passiert viel zu selten… nunja, ich hoffe, die radfahrerin, die mich anblökte, weil ich lieber auf der so gut wie freien fahrbahn fuhr statt auf dem überfüllten, nichtbenutzungspflichtigen radweg ist trotzdem ein einzelfall.

  13. Man muss sich jetzt teilweise wieder daran gewöhnen, im Pulk zu fahren. Ich muss gestehen, für mich ist das immer noch recht ungewohnt, früher™ gabs sowas gar nicht. Da hab ich teilweise Überholzwang, obwohls Quatsch ist.

  14. Naja blökende Radfahrer haben das genauso umsonst wie hupende Autofahrer.
    Wurde vorgestern auf dem Tempelhofer Feld auch geschnitten mit den Worten ich solle doch wenigstens gucken, solche Gespräche muss man direkt mit dem Fahrtwind wieder aus den Synapsen tragen lassen, es lohnt nämlich nicht, sich darüber aufzuregen.

    Eng überholt werden macht das natürlich, wegen des ausgeschütteten Adrenalins bei weitem nicht so leicht…

  15. Blökende Radfahrer hatte ich persönlich noch nicht. Autofahrer, klar – mal berechtigt, häufiger unberechtigt. Und Fußgänger – einer wies mich mal freundlich auf ein Stoppschild hin, das aber im Privatbereich eher unfachmännisch angebracht war und wo es wegen einer Sichtblockade (Wand) nur Sinn machte, wenigstens 1-2 Meter weiterzufahren, um zu stoppen. Schön fand ich auch – an fast gleicher Stelle – einen Satz a la „immer diese Radfahrer“, als mich jemand beim Ausparken zu einer Vollbremsung nötigte. Oder, wieder an gleicher Stelle eine Fußgängerin, die mich darauf hinwies, dass ich bei Rot nicht fahren dürfe. Dass ich Linksabbieger war und sehr wohl fahren durfte, hat sie nicht gemerkt, erstmal pauschal gemeckert. Ach, es gibt so viele Anekdoten … eigentlich im Nachhinein meist eher witzig.

  16. Bild ich mir das ein, oder sind es schon wieder mehr geworden? Ich stand neulich im Fahrradstau – und ich fahre nicht zu den Berufsverkehrszeiten! Spannende Entwicklung.

  17. @sascha: Das hört sich ja cool an. Reclaim the streets!

  18. Philip

    aber unterm strich find ich das schon geil, wenn so viel radverkehr is. momentan fahren ja ganze kolonnen morgens im berufsverkehr. busspur wird zur radspur. is schon geil irgendwie

    Seht Ihr? Ich gehöre doch nicht zur Wollkopf-Fraktion.

    Die Revolution ist nahe!

    Laßt uns schon mal überlegen, wie wir diese Entwicklung noch befördern können.

    Ich habe auch schon mal freundlich einem Autofahrer zu erklären versucht, daß ich nicht auf dem Radweg fahren muß.

    Hat zwar nicht geklappt, aber jetzt ist die Zeit der freundlichen Hegemonie.

    Wir erklären Autofahrern freundlich die Verkehrsregeln und anderes. Z.B. wie schlimm Radwege sind. Wir können jetzt großmütig und souverän sein.

    Das beeindruckt auch und zeigt, daß wir die Zukunft sind.

    Wir stehen darüber.

    Hinweis:
    Link des Kommentarschreibers wurde am 20.06.2012 gelöscht.
    Rad-Spannerei Blog

  19. @James: und vielleicht schaut dan zuhause einer doch noch mal in die Verkehrsregeln und stellt fest, dass das sogar stimmt, was der Zweirädrige da von sich gab!

  20. Seht Ihr? Ich gehöre doch nicht zur Wollkopf-Fraktion.

    Doch. Tust Du. Weil Du noch nicht mal erkennen kannst, daß es zwischen regelkonformem Fahren und dem, was Du für „souveränes Radfahren“ hältst (rote Ampeln inklusive, Scheiß-System! Scheiß-Autofahrer! Scheiß-Vorschriften! Scheiß-Fußgänger, die keinen Platz machen, wenn JTK, der Held der Wollkopffraktion vorbeikommt), nicht unterscheiden kannst.

    Die Wolle ist reichlich verfilzt.

  21. Ich finde dieses Forum sehr entspannt.

    Hinweis:
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  22. Auf meinen Hausstrecken merke ich noch nichts von der „Revolution“, also wenn mehr Radfahrer unterwegs sind, dann natürlich immer fein auf den herausfordernsten „Radwegen“ Südberlins…naja, wenn sie so hart sind…

    Ich persönlich fahre ungern im Pulk. Meiner Meinung nach ist der Anteil der Radfahrer in dieser Stadt, die sich nicht benehmen können größer als der der Autisten (und das will was heißen). Ich weiß schon, Gefahrenpotential und so, aber wie wäre es trotz alledem mal mit Hirn und Rücksichtnahme? Unter Radfahrern ist doch die „Ich bin ein besserer Mensch“-Attitüde sonst gern verbreitet…

    Neulich hat mich doch tatsächlich ein Fußgänger wegen des Ignorierens des tollen Radwegs angepöbelt, und ja, die Dinger werden auch von meinen Steuern bezahlt, ich habe nicht darum gebeten.

  23. @James T. Kirk, versuch doch einfach mal online oder in Deinem Umfeld, Leute davon zu überzeugen, dass Radfahren sinnvoll ist und manche Regeln anders sind, als man sich das ohne tiefere Beschäftigung damit so vorstellt. Zweikampf, auch argumentativ, bringt gar nix. Diskussionen sind nicht dazu da oder dazu geeignet, das Gegenüber vom eigenen Denken zu überzeugen. Durch Konfrontation bekommst Du niemandem aus dem Auto heraus oder auf das Rad herauf.

    @Anke, ich kenne keinen Radfahrer, der sich für einen besseren Menschen hält. Ich wüsste auch gar nicht, woraus ich das ableiten sollte.

  24. Ach komm Berlinradler, dass „die Ampeln gelten nicht für mich“ oder „ich tu was für die Umwelt und bin daher besser als XY“ schwingt schon öfter mal mit.

    Im Internet vielleicht mehr als auf der Straße, ausser bei den Ampeln 😉

  25. Hasenheide ab Südstern Richtung Hermannplatz. Da kommt es immer öfter vor, dass sich die Radfahrer die rechte Spur komplett erobern. Da braucht nur alle 30 Meter einer fahren. Dann machen sich die Autofahrer nicht mehr die Mühe, eng zu überholen, sondern sie fahren komplett auf der linken Spur. Das macht es für die Radfahrer plötzlich sehr angenehm. Dann entsteht auch genug Platz für die schnelleren Radler zum Überholen.

    Von daher kann ich nur an die ängstlichen Radfahrer, die mangels Radweg am Südstern in die Körtestraße abbiegen, appellieren, auf der rechten Spur der Haasenheide zu fahren, damit jende immer öfter zur Fahrradspur wird.

  26. Höäh? Ich bieg da eher in den Park ab, die Körtestr. führt mich doch nicht zum Hermannplatz. Die Radwegsführung am Ende der Bergmannstraßenfahrradstraße legt das sogar nahe. Park ist immer besser als Straße, besonders wenn man gerne entschleunigt fährt.

    Off Topic Ende.

    Und hallo? Klaro bin ich besser than thou als Radfahrer. Regeln sind übrigens für Spießer!

  27. @Ze Kohl, also „die Ampeln gelten für mich nicht“ hat doch aber nix mit „besserer Mensch“ zu tun. Das ist doch eher eine gesellschaftliche Einschätzung. Wenn ich übliche Sprüche a la „nur wir Autofahrer zahlen Steuern“ oder „ohne Autos gäbe es keine Wirtschaft“ lese, ist das doch auch eine Bessere-Mensch-Rhetorik, ebenso wie „der Staat darf mir keine Geschwindigkeiten vorschreiben“ und was man so alles liest. Vielleicht liegt mir ein Gedankensystem, in dem Menschen sich qualitativ vergleichen, aber auch einfach zu fern 😉

    @Linda, nun wäre nur noch zu klären, wie man innerhalb der Gruppe der Radfahrer abschätzt, wer der bessere Mensch ist 🙂

  28. Man sollte das „Nur ich Autofahrer zahle über meine KFZ-Steuern etc für die Straßen“ nicht mit dem „Radfahren ist gut für die Umwelt“ in einen Topf werfen. Das erste ist relativer Quatsch, das zweite absolute Wahrheit 🙂

    Das die Wahl des Verkehrsmittels in keinem der beiden Fälle den Menschen selbst besser macht, ist ja wohl logo.

    Es ist allerdings mit Anke das erste Mal, dass ich von einer Radfahrerin diese These höre, sonst lese ich das immer nur von Autofahrern, denen sonst kein Argument mehr einfällt. Umweltbewußtsein schön und gut, aber im Alltag würden die wenigsten wohl nur deshalb Rad fahren.

  29. Hallo Leute,

    mit „freundlicher Hegemonie“ meine ich eine gewisse Souveränität. Berlinradler scheint mich mißverstunden zu haben. Ich meckere keine Autofahrer (mehr) an.

    Ich meine das so: Ihr kennt die Stresemannstr. . Bin ich zum Potsdamer Platz gefahren. Dumme Baustelle. Fahre sowieso auf der Straße, Höhe Martin-Gropius-Bau. Dann nach der Baustelle natürlich keine ordentliche Einfädelung auf den Radweg mittels Markierungen.

    Ich fahre ganz unbekümmert auf der Straße Richtung Kreuzung Leipziger und so.

    Da hupt mich dann so ein bekloppter Autofahrer an, ich solle auf dem Radweg fahren.

    Ich bin dann umgedreht zu ihm (rote Ampel) und habe versucht ganz freundlich anzureden gegen eine wütenden Meute aus Fahrer und Beifahrerin.

    Die kamen erst mal gar nicht damit klar, daß jemand freundlich redet, blökten dumm rum und dergleichen.

    Ich habe freundlich gesagt: Man muß nicht auf dem Radweg fahren. Bin mit StVo gekommen und so.

    Dumme Sprüche wie: Haben Sie ne Fahrerlaubnis gemacht? oder ähnlich

    Oder: Ich hab ne Fahrerlaubnis. Ich weiß bescheid.

    Das meinte ich letztens mit „hat aber nicht geklappt“.

    Die Leute sind im Straßenverkehr natürlich meist ziemlich paranoid.

    Und man lernt aus all den Erfahrungen, die man macht.

    Je nach Situation kann man aber schon versuchen, die Variante der „freundlichen Hegemonie“ zu wählen und Autofahrer aufzuklären.

    PS: Ich bin übrigens durchaus der Meinung, daß Radfahrer gewisse moralische Vorrechte haben.

    Lärm
    Straßenabnutzung
    Klima
    Stadtlebensqualität, Platzverbrauch
    Unfallvermeidung/entschärfung
    Gesundheit

    und was weiß ich.

    Natürlich gelten formal die Verkehrsregeln und das ist auch gut so. Ich möchte die auch nicht abgeschafft wissen. Ich nehme mir in dieser fahrradfeindlichen Welt aber durchaus besondere Rechte heraus und bin auch bereit, die Folgen zu tragen.

    PS: Noch mal an einige Leute hier:

    Nur weil wir hier Fahrradisten sind, sollte man hier nicht in Paranoia verfallen und jegliche legitime Kritik an Radfahrern verteufeln.

    Gerade die Gelegenheits- und Tagesspiegel-Radler, die immer bei Rot halten sind wohl am häufigsten die, die wie bekloppt auf’m Bürgersteig und sonstwo fahren. Die also nicht bewußt und kontrolliert die StVo mißachten, sondern unbewußt und wirklich gefährlich bzw. unangenehm.

    Hinweis:
    Link des Kommentarschreibers wurde am 20.06.2012 gelöscht.
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  30. „PS: Ich bin übrigens durchaus der Meinung, daß Radfahrer gewisse moralische Vorrechte haben.“

    Gefährliche Argumentation, weil sehr emotional und ein es fehlt der sachliche Ansatz.

    Besser man geht anders vor. Eine Vielzahl von Verkehrsregeln sind entstanden, allein mit Blick auf die Wirkung bei Automobilen, bzw. eben durch die massive Schadwirkung von Autos (Unfallfolgen …). Wie sinnvoll oder eben (deutlich) unpraktisch sie für Radfahrer sind, hat dabei nicht interessiert.
    Hier sollte man ansetzen und nicht mit abgeschwebten Argumenten, die v.a. rasch Wut erzeugen können.

  31. mir wird immer schlecht, wenn man aus „ich lebe ja viel gesünder als du“ und „ich falle der allgemeinheit nicht so zur last wie du“ moralische überlegenheit und daraus vorrechte ableitet.
    ich fahre rad, aber ich rauche, ich trinke gerne mal ein oder auch zu viele bierchen, ich habe nicht so bald vor, kinder in die welt zu setzen und keiner hat das recht, mich deshalb herablassend zu betrachten.
    wenn ich ganz fies wäre, würde ich JTK fragen, wie er sich einen seiner argumentation gerecht werdenden umgang mit behinderten menschen vorstellte….

  32. wenn ich ganz fies wäre, würde ich JTK fragen, wie er sich einen seiner argumentation gerecht werdenden umgang mit behinderten menschen vorstellte….

    „… den check i net“ (der Hai Hart in „Findet Nemo“)

  33. @ JTK

    Ich bin übrigens durchaus der Meinung, daß Radfahrer gewisse moralische Vorrechte haben.

    Nicht vermittelbar, setzt Gesellschaftsverständnis voraus.

  34. @James T. Kirk :

    http://www.youtube.com/watch?v=oavMtUWDBTM

    Sorry, aber was du da vom Stapel lässt muss ich wirklich mit 7/10 „would be trolled again“ bewerten.

    Da sind so viele Sachen in einem Post, dass man überhaupt nicht weiss welcher man jetzt zustimmen soll und welcher nicht…

    Ich versuchs aber mal beim Ampelwarten: Meiner Erfahrung nach, sind es gerne die Radwegtorkler und die Gehwegradler, die sich einen scheiss um rote AMpeln kümmern, wenn man konsequent auf der Straße fährt, so wie ich es versuche, hält man sich idR. auch an Ampeln. Mit unsicherheit hat das aber wenig zu tun. Ich glaube einfach, der Anteil der Leute die Ampeln bewusst und auch mit notwendiger Umsicht ignorieren, so wie du es postulierst, ist immens gering. Meist wird irgendwie weitergeschlabbert, manchmal noch gemeckert wenn jemand die Radspur versperrt weil er an der Ampel wartet. (Passiert mir Wilhelmstraße gerne mal, mit div. beobachteten knappen Abbiegesituationen der Schlabberer)

    Moralische Vorrechte mag man vielleicht haben, die behält man aber, wie Religion und sexuelle Vorlieben für sich, es sei denn man wird danach gefragt. Ich renne nicht durch die Stadt und drücke Leuten ungefragt meine Religion auf die Nase und genauso wenig sage ich allen, wie viel besser ich als Radfahrer für die Umwelt und Gesellschaft bin. Wenn das Gespräch darauf kommt gerne, aber die moralische Keule bringt wenig, wenn man sein gegenüber von der Validität der eigenen Standpunkte überzeugen mag.

    @Berlinradler:
    Naja, ich denke schon, das sich die Leute die Ampel ignorieren dies entweder aus Ignoranz oder aus irgendwelchen Gefühlen der eigenen überlegenheit tun, vonwegen XY gilt für mich nicht, weil ich ja Radfahrer bin und toll für die Umwelt.

    Nur so als erklärung meinerseits, ich denke die „nur wir zahlen steuern“ oder ich fahr so schnell ich will-ideologien entstehen ebenfalls aus dieser gefühlten überlegenheit.

  35. @ ZEK:

    Zu den Ampelignorieren: Kommt vermutlich auf die Gegend an, so pauschal würde ich das nicht unterschreiben.

    Insgesamt werde ich nicht müde, all die einfältigen Radweg- und Gehwegradler in Schutz zu nehmen. Vielleicht sind sogar die die „besseren Menschen“ 😉 Sie sind sich keiner Gefahr und keines Vergehens bewußt, sie benutzen ihr Rad einfach nur als verlängerte Beine. Und so mancher Fahrbahnradler scheint sich mir in eine unterschwellige Konkurrenz zum Auto begeben zu wollen. Das ist so wie mit unserem Kleinen, der will auch schon Kaffee trinken, weil es die große Schwester darf, gut ist es aber für keinen der beiden.

    Moralische Vorrechte mag man vielleicht haben, die behält man aber, wie Religion und sexuelle Vorlieben für sich, es sei denn man wird danach gefragt. Ich renne nicht durch die Stadt und drücke Leuten ungefragt meine Religion auf die Nase und genauso wenig sage ich allen, wie viel besser ich als Radfahrer für die Umwelt und Gesellschaft bin. Wenn das Gespräch darauf kommt gerne, aber die moralische Keule bringt wenig, wenn man sein gegenüber von der Validität der eigenen Standpunkte überzeugen mag.

    Da gebe ich dir bedingt recht, sehe aber auch nicht das JTK das anders gehandhabt haben wollte. Bedingt in sofern, als dass man das an passender Stelle durchaus mal rauskehren sollte. Das ewige Unterm-Strich-zähl-ich ist zwar anerkannte Gemein(gefährliche) Meinung, das macht es aber nicht weniger falsch. Moral ist nicht mit Moralin zu verwechseln, dieses Missverständnis ist gewollt und eines der großen Probleme unserer Zeit.

  36. Moral ist schon ein sehr hoch gegriffenes Wort. Das ist ja letztendlich eine Unterscheidung zwischen Gut und Böse.

    Meine Entscheidung, im Gegensatz zum Kollegen mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, ist vielleicht nicht „richtiger“, aber in meinen Augen „sinnvoller“. Neben Vorteilen auf

    – die Lebensqualität (Gesundheit, Fittness) und für
    – den Geldbeutel habe ich
    – soziale Vorteile (geringere Unfallgefahren für Dritte, weniger Verkehrsbehinderung, weniger Ausbremserei) und auch
    – Vorteile für den Steuerzahler (geringe bis keine Straßenabnutzung, Abstellplatz [wegen politischer Fehlentscheidungen] im Privatbereich statt im steuerfinanzierten Straßenbereich).

    Eine objektiv denkende Gesellschaft müsste sich also fürs Radfahren starkmachen, und zwar ernsthaft. Das würde die Situation auch für die, die tatsächlich aufs Auto angewiesen sind, verbessern.

    In den letzten Tagen hab ich mir ab und zu im Berufsverkehr die Oranienburger Straße und die Reinhardstraße angetan – es sind ja wirklich nur 4-5 Autos, die bei einer Ampelphase durchkommen. Und es stehen bestimmt 10-20 in der Schlange. Wie halten die Leute das aus? Ich würde ja wahnsinnig werden, wenn ich zur Arbeit will, aber minutenlang dumm an Ampeln rumstehe. Eine Ampelphase pro Kreuzung ist ja ok, aber so viele – da muss man echt leidensfähig sein. Würden all die Leute, die gerade im Innenstadtbereich mit dem Fahrrad fahren stattdessen das Auto nutzen, denke ich, dass ein normal schnelles Vorankommen für niemanden mehr möglich wäre. Ich bin wieder auf meine Nebensträßchen ausgewichen … vielleicht langsamer, aber weniger dümmliches Rumstehen.

    Ich habe zwar Probleme damit, wenn ich als Radfahrer bei der Verkehrsplanung vergessen wurde – dann kürze ich auch manchmal über Fußgängerampeln mit Mittelinsel ab, da ich Umwege und konfliktreiche Verkehrsvorgänge spare. Im Allgemeinen wüsste ich aber nicht, warum die Vorteile des Fahrrads dazu führen sollten, dass ich die Regeln nicht einhalten müsste.

  37. Na ja, hier sind wohl einige Leute ein bißchen paranoid.

    Die sollten mal lernen, ein bißchen sachlicher zu argumentieren und nicht gleich den Teufel an die Wand zu malen.

    Ich argumentiere nicht emotional.
    Ich spreche nicht von moralischer Überlegenheit.
    Ich spreche von persönlichen Konsequenzen, die ich für mich ziehe, die ich aber nicht zum Maßstab für die Allgemeinheit mache.

    Wenn man in einem Unrechtssystem lebt, muß man im Zweifel seinen eigenen Gesetzen gehorchen, da die etablierten Gesetze und Zustände möglicherweise illegitim sind.

    Die Verantwortung dafür muß man selbst tragen. Also mögliche Sanktionen.

    Ich verurteile jeden Mord. Deshalb muß ein Georg Elser es mit sich selbst abmachen, wie er in einem illegitimen System handelt.

    Hinweis:
    Link des Kommentarschreibers wurde am 20.06.2012 gelöscht.
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  38. @James T. Kirk, „paranoid“ zu sein, bedeutet Verfolgungsängste bzw. Verfolgungswahn zu haben. Ich kann das im Zusammenhang mit der Diskussion schwer nachvollziehen.

    Ansonsten ist ja die Diskussion i.allg. auf der Ebene persönlicher Vorgehensweisen angekommen. Leben und leben lassen, denke ich mal 😉

    Dennoch will ich zumindest auf den Punkt des Unrechtssystems eingehen. Ein Unrechtssystem unterdrückt und benachteiligt systematisch bestimmte Gruppen. Grundlegend stimmt das für Radfahrer schonmal nicht – sie dürfen auf der Fahrbahn fahren und für sie gelten alle Regeln und Rechte wie für Kraftfahrzeuge. Selbst die Tatsache, dass es radfahrspezifische Spezialregeln gibt, sehe ich nicht grundlegend als Unrecht an, sondern einfach als pragmatische Notwendigkeit. In Teilen sehe ich ungerechte Behandlungen, u.a.

    – die einseitige Fokussierung auf steuerfinanzierte Parkmöglichkeiten für Kfz,
    – das Abkehren vom Verursacherprinzip, indem man Fehlverhalten von Kraftfahrern annimmt und Radfahrer zum Schutz davor auf wenig geeignete „Radwege“ zwingt,
    – benachteiligende Verkehrsführungen oder Ampelphasen.

    Eine Ampel per se ist kein Unrecht, sie bremst jeden Verkehrsteilnehmer potenziell gleich aus. Erst, wenn sie so gebaut wird, dass der Kraftverkehr auf Kosten anderer Verkehrsarten bevorzugt wird, ist ggf. ein Unrecht zu erkennen.

    Dafür werden manchmal auch Kraftfahrer benachteiligt, z.B. in für Fahrräder freigegebenen Fahrradstraßen oder durch nur für Radfahrer durchlässige Barrieren.

    Ich würde zwar keine Ausgeglichenheit bei den Benachteiligungen postulieren, aber wie gesagt – ein Unrechtssystem im Straßenverkehr vermag ich so nicht zu erkennen.

  39. Ich weiss immernoch nicht, was du mit der Paranoia meinst, meinst du die Leuts die hier schreiben, oder die Leute im Straßenverkehr an sich? Ich denke einfach nur, dass der idiotenanteil aller Verkehrsmodi ungefähr gleich hoch ist, vielleicht zu manchen Zeiten beim ein oder anderen Modus höher als im anderen. Aber alle müssen eigenes fehlverhalten kritisieren lassen, und auch hier ist der Anteil, der Leute die sich berechtigte Kritik zu herzen nehmen immens gering. Ampelschlabberer werden keksig wenn man sie darauf anspricht, Nahüberholer ebenso.

    Übrigens, ja im Straßenverkehr wird man meist verfolgt, von anderen verkehrsteilnehmern, der Verfolgungswahn ist also garnicht so viel Wahn 😉

  40. Hallo,

    Wir suchen für einen TV-Beitrag Leute, die regelmäßig schlechte Erfahrungen als Radfahrer im Straßenverkehr gemacht haben oder sogar schon einmal Opfer eines Verkehrsunfalles wurden.

    Wem das schon einmal passiert ist, bitte unter der:
    030/ 247 55 480
    oder der berlinrecherche@infonetwork.de
    melden.

    Vielen Dank schon einmal

  41. Läuft das jetzt schon unter RTL-eigenem Spam? Warum fragt Ihr nicht bei Kalle an, ob er nicht einen Beitrag mit eurer Bitte schreiben will, das käme vielleicht etwas seriöser rüber.

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