Pendlersteuer statt Pendlerpauschale

Die Entfernungspauschale, im Volksmund auch Pendlerpauschale genannt, garantiert Steuerzahlern eine pauschalierte Minderung der Steuer, abhängig von der Entfernung des Arbeits- vom Wohnort. Praktisch bedeutet das: Großverdiener sparen eine Menge, Mittelverdiener schon deutlich weniger und Kleinverdiener gehen leer aus. Wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise wurde vor kurzem von der FDP gefordert, die Pendlerpauschale anzuheben. Vielverdiener sollten noch mehr sparen können und Menschen mit geringem Einkommen sollten weiterhin für Sprit jeden Cent aus der eigenen Tasche zahlen.

Der Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) Thomas Straubhaar plädiert dagegen für einen radikalen Kurswechsel. Die Pendlerpauschale gehöre abgeschafft, die Pendler sollten stattdessen sogar besteuert werden. „Abgase, Verkehrslärm, Stau oder Parkplatzmangel könnten gute Gründe sein, die Pendlerpauschale abzuschaffen und sie durch eine Pendlersteuer zu ersetzen.“ Damit würden Städter für das Leid entschädigt werden, das ihnen autofahrende Pendler antun, so Straubhaar.

Focus.de: Wirtschaftsexperte Straubhaar fordert Steuer für Berufspendler
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9 Gedanken zu „Pendlersteuer statt Pendlerpauschale

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  1. Irgendwie stimmt das nicht ganz. Pauschale bedeutet, dass jeder den gleichen Betrag pro Kilometer bekommt, egal ob Groß- oder Geringverdiener. Ein Großverdiener bekommt also nicht mehr Pauschale als ein Geringverdiener.

    Insbesondere die Geringverdiener wohnen, wie etwa hier in München, außerhalb der Stadt. Grund: Die hohen Mieten. Die Entfernungspauschale bekommt man unabhängig davon, ob man mit dem Auto, dem ÖPNV oder dem Fahrrad fährt. Die Geringverdiener können so also günstig wohnen und die hohen Fahrtkosten durch die Entfernungspauschale auffangen. Würde daraus eine Entfernungssteuer, dann müssten die Geringverdiener nicht nur lange Fahrzeiten in Kauf nehmen, sondern müssen mehr zahlen, weil sie sich die hohen Mieten in der Stadt nicht leisten können.

    In meinem Fall sieht es zudem so aus: Ich kann rund 20 km pro Richtung bei der Steuererklärung ansetzen und fahre 90 Prozent des Jahres mit dem Fahrrad zur Arbeit. Nur sehr selten muss ich mal den ÖPNV bemühen, um in die Stadt zu kommen. Ich werde also – nicht unerheblich – dafür entlohnt, dass ich mit dem Fahrrad zur Arbeit pendle. Ich möchte künftig nicht dafür zahlen müssen.

    Sinnvolle Alternative: Kraftfahrzeugsteuer abhängig vom Einkommen und dem Verbrauch des Fahrzeugs festsetzen.

  2. @Mark, das stimmt so aber auch nicht. Die Pendlerpauschale bedeutet, dass man seinen Einnahmen pauschale Kosten (durch die Pendelei) gegenüberstellen kann. Diese sind unabhängig von den tatsächlich entstandenen Kosten, und glücklicherweise auch unabhängig vom gewählten Transportmittel.

    Ein Geringverdiener, der beispielsweise gar keine Einkommenssteuer bezahlt, hat von der Pendlerpauschale gar nichts. Ob er seinem Einkommen Kosten entgegenrechnet oder nicht, ist egal.

    Ein mittlerer Verdiener hat einen geringen Steuersatz. Beträgt die Pendlerpauschale bspw. 1000€ und sein Steuersatz liegt bei 30%, so spart er 300€ durch die Pauschale.

    Ein guter Verdiener hat einen hohen Steuersatz. Wenn der z.B. bei 40% liegt, spart er 400€ durch die Pauschale.

    Arbeitsortfernes Wohnen pauschal zu besteuern, halte ich aber auch für falsch. Es gibt Faktoren wie die von Dir angesprochenen Wohnraumkosten, aber auch unsichere oder schlecht bezahlte Beschäftigung, die einen Umzug entweder sinnlos (wo wird der nächste Arbeitsplatz sein?) oder zu teuer machen.

    Generell kann ich dem Mehr-Kosten-Ansatz, den die Politik immer wieder zur Veränderung des Verhaltens vorschlägt, wenig abgewinnen. Als positiv denkender Mensch bin ich ein Freund von Anreizen. Ein gutes ÖPNV-Angebot und der Verzicht auf Überoptimierung für Kfz, dafür ein besseres Angebot für Fußgänger und Radfahrer sind ebenso Stellschrauben, an denen man drehen kann.

    Als Berliner habe ich bisher immer gut von der Pendlerpauschale profitiert. Ich habe eine Jahreskarte (ca. 700€) und hatte mindestens die immer durch die Pauschale raus. In einigen Regionen wird man es aber schwer haben, ohne Auto zum Arbeitsplatz zu kommen. Hier rächt sich nun die Sperrung von Politik, Industrie und Konsumenten, verbrauchseffiziente Fahrzeuge anzubieten. Den tendenziell steigenden Energiekosten wird man nur so etwas entgegensetzen können.

  3. Die Originalmeldung findet sich als PDF („HWWI Standpunkt“) unter
    http://www.hwwi.org/Leitung.2130.0.html

  4. Pendlerpauschale einstampfen und das Geld in den ÖPNV Ausbau stecken, gerne auch mit etwas Subvention.

    Aber nein, wer soll denn dann all die Autos essen? Verdammt 😉

  5. Pendlerpauschale einstampfen und das Geld in den ÖPNV Ausbau stecken, gerne auch mit etwas Subvention.

    Schöne Idee, doch da muss viel, verdammt viel Geld verwendet werden. Wenn man sich so Dörfer „in der Pampa“ ansieht, so rund um Berlin, dann sind die Fahrtzeiten zwischen ÖPNV und MIV sehr zuungunsten des ÖPNV.

    Mit dem ÖPNV braucht man beispielsweise auf der Strecke „Töplitz – Altstadt Spandau“ gut anderthalb Stunden. Das ist eine Strecke von noch nicht mal 30 km, wer einen 20km/h-Schnitt halten kann, schafft das ind der gleichen Zeit auch mit dem Rad. Mit dem Auto braucht man für die Strecke etwa eine halbe Stunde.

    Und bei der Entscheidung zwischen anderthalb und einer halben Stunde gewinnt … die halbe Stunde.

    Statt einer pauschalen Pendlerpauschale wäre eine wohnortsabhängige Regelung vielleicht sinnvoller.

  6. Ich denke auch, den Versuch, ÖPNV oder Rad IMMER schneller zu machen also das Auto, kann man nur verlieren. Gerade im ländlichen Bereich wird man ohne Auto eher schwer auskommen – was natürlich angesichts der hohen Unfall- und Totenzahlen in Flächenländern tragisch ist.

    Während man im städtischen Bereich auf einen Umstieg hinwirken kann, sollte man im ländlichen Bereich daran arbeiten, dass der Kfz-Verkehr nicht zu gefährlich ist und andere Verkehrsarten weniger verdrängt und behindert.

  7. Hall chen,Ich habe mit der Kombination Zoom H4 / Macbook bisher nicht so gute Erahrungen gahmcet. Jedes mal wenn ich mein H4 am Macbook (2,16 Core 2 Duo) anschliesse bekomme ich nur ein graues Fenster was mir sagt ich solle doch das Macbook neu starten. Ansonsten friert es v llig ein so das mir nur der Power-Schalter bleibt um das Dingen wieder zu starten. Ich hab mein Macbook zwar erst seit letzter Woche, aber ich finde das ist doch ein herber R ckschlag nachdem man einen Haufen Kohle f r das Dingen investiert hat. Mit dem Zoom H4 war ich bisher sehr zufrieden und ich benutze es f r Podcastin unter Win und in diversen Live-Situationen wie Interviews und Konzerten.Wenn du mir helfen k ntest w re das prima.Gr sse Christian

  8. Ich habe mit der Kombination Zoom H4 / Macbook bisher nicht so gute Erahrungen gahmcet.

    Kürzlich gab es im Supermarkt einen Stau. Und auf den Bürgersteig schiß mal wieder eine Taube.

    Ich geh jetzt ’nen Kaffee trinken.

    Off-Topic genug?

    OK, die Typos mit verknoteten Fingern bekomme ich nicht so gut hin wie „Hcc“.

    (Hinweis für Unverständige: Weder „Zoom H4“ noch „Macbook“ sind Fahrräder oder auch nur Gegenstände, die auch nur irgendwas mit Fahrrädern oder Fahrradfahren oder Verkehr im allgemeinen zu tun haben)

  9. Jom&Terry: Sorry für den Spam, der Spam-Filter scheint im Augenblick nicht so gut zu funktionieren. Bis der Filter wieder richtig läuft, überprüfe ich die Kommentare alle zwei/drei Stunden und schmeiße die Spam-Kommentare aus dem Blog. Tut mir leid für die Umstände.
    Gruß von Kalle vom Rad-Spannerei Blöog

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