Bei Fahrradpech kommt der Fahrradnotdienst

In Berlin heißen sie RadAmbulanz, Verrücktritt oder Dienstrad / Dienstrad. Gemeint sind die mobilen Fahrradnotdienste, die vor Ort Fahrradreparaturen durchführen. Wer keine Zeit oder keine Möglichkeit hat, das defekte Fahrrad zum nächsten Laden zu schieben, kann einen Fahrradschrauber auch zu sich kommen lassen. Das ist in der Regel ein wenig teurer, weil zusätzlich zu den Reparaturkosten eine Anfahrtpauschale anfällt. Vom schlichten Platten bis zur kompletten Inspektion sind einfache Reparaturen, Reinigungs- und Wartungsarbeiten und der fachgerechte Austausch von Verschleißteilen möglich. Für den mobilen Fahrradnotdienst Fiestforce in Amsterdam wirbt das folgende kurze Werbefilmchen.

Fietsforce

11 Gedanken zu „Bei Fahrradpech kommt der Fahrradnotdienst

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  1. Finde ich voll gut. Schade, dass der ADFC so was für Mitglieder nicht anbietet. Würde sich vielleicht lohnen mal ne Umfrage dazu zu machen. Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Service auch mehr Mitglieder anziehen würde.

  2. Die Idee mit einem ADFC-Pannendienst halte ich für unrealistisch. Pannendienste durch Kleinunternehmer in großen Städten können jedoch Sinn machen. Bedarf und Notwendigkeit sind allerdings bei einer Fahrradpanne bei weitem nicht so groß wie bei einer Autopanne. Bleibt ein Auto liegen, wird es fast immer zu einem Verkehrshindernis oder muss irgendwo vorschriftswidrig abgestellt werden. Eine rasche Pannenbehebung selbst oder durch einen Pannendienst oder Abschleppen in die nächste Werkstatt sind unumgänglich. Dazu kommt, dass Autopannen, abgesehen von einem einfachen Reifenwechsel, oft recht schwer zu diagnostizieren und beheben sind.

    Beim Fahrrad stellt sich die Situation viel vorteilhafter dar. Wer auch nur über minimale handwerkliche Geschicklichkeit verfügt und ein paar wenige Werkzeuge und Ersatzteile mitführt (praktisch ist ein Ersatzschlauch), kann eine Panne gleich vor Ort selbst beheben. Wenn nicht, auch kein Problem. Man schiebt, nimmt das Rad in öffentlichen Verkehrsmitteln mit oder lässt das defekte Rad erst einmal angeschlossen stehen. Und später selbst reparieren oder zum Fahrradmechaniker bringen.

    Gar kein Vergleich mit dem Stress und den Kosten einer Autopanne.

    Insofern bedienen mobile Fahrradmechaniker in großen Städten lediglich eine Marktnische.

    Für Radler, die nicht selbst reparieren wollen oder können, empfehle ich Qualitätsreifen mit Protektor. Speziell pannensicher soll der Schwalbe Marathon sein. Ich selbst verwende u. a. Big Apples und hatte bisher auf 6000 km erfreulicherweise nur eine Panne.

    Dringend zu empfehlen ist dieser Radlergruppe auch eine regelmäßige Inspektion mit Austausch typischer Verschleißteile. Dann werden Pannen zu einem seltenen Ereignis und Pannendienste sind eigentlich überflüssig.

  3. Marktnische?

    Nach meinen Erfahrungen verdienen die Radläden gut die Hälfte des täglichen Lohns mit Reifenwechsel. Das kosten dann 40 Euro, aber die Mutti bezahlts. Insofern würde sich das mit dem mobilen Dienst schon lohnen, nur ist Berlin einfach viel zu groß dafür und mit dem Verkehrsnetz in Adam natürlich nicht zu vergleichen.

  4. Ich habe zumindest schonmal überlegt, einen solchen Service in Anspruch zu nehmen. Meist lasse ich das Rad in der Nähe der Arbeit reparieren – morgens hinbringen, abends abholen. Leider ist nicht an jedem Arbeitsplatz auch ein Fahrradladen vorhanden. Wovor ich etwas Angst habe, ist, dass dann vor Ort nicht genügend Auswahl vorhanden ist, bei vielen Fahrradteilen ist Qualität sehr wichtig.

    kl’s Tipp mit den Protektorreifen kann ich nur bestätigen, da hat man mehrere Tausend Kilometer keinen Platten mehr.

  5. @Peter, kostet ein Reifenwechsel echt 40 Euro? Das kostet doch (ohne Reifen / Schlauch) meist um die 10 Euro.

  6. @Peter: eine kleine Marktnische auf jeden Fall. Schließlich könnten die mobilen Mechaniker ja auch einen Homeservice anbieten. Erspart dem Radler, sein marodes Teil zu einem Fahrradladen zu transportieren. Ich weiß zwar nicht, wieviel Fahrradgeschäfte für die Behebung einer Reifenpanne verlangen, aber 20 Euro der Mobilmonteure scheinen da nicht ungünstig. Lustig, dass sie sich für die Reparatur an Hollandrädern nur moderate 5 Euro Aufpreis genehmigen. Die Dinger sind ja doch der wahre Horror.

  7. Ich betreibe DienstRad seit 2003, und die Grundidee war es, für den ADFC ein Service- Angebot zu entwickeln, um Mitglieder zu gewinnen. Dort wurde es unter Benno Koch abgelehnt, und im jetzigen Vorstand wurde es diskutiert, doch es fand sich noch niemand, dieses „Dicke Brett“ zu bohren. Viel Arbeit.
    Meine Absicht war es nie, ein Billigangebot zu entwickeln, sondern eine höchst Kunden freundliche Dienstleistung in höchst möglicher Qualität.

    Zum einen soll das Angebot in der Tat eine Offensive sein gegenüber so manchen Fahrradläden, die die Worte „Dienen“ und „Leisten“ nicht kennen (also mein schlichtes Ego: „Ich kann das besser“). Dazu gehört die Aufklärung darüber, dass zwar alle, die das wollen, Fahrräder verkaufen dürfen, aber nicht Fahrräder reparieren. Fahrrad- (Zweirad-) MechanikerIn und FahrradmonteurIn sind immerhin Ausbildungsberufe (die Radspannerei bildet aus!). Aus dem schlichten Grund, dass das Fahrrad Verkehrsmittel ist und eine gewisse Verantwortlichkeit und Fertigkeiten bei Reparaturen verlangt.
    Dass nun die meisten Kunden „Läden“ mit „Werkstätten“ gleichsetzen, ist eine andere Sache. Werkstätten von Läden dürfen laut Gesetz nur dann über eine gewisse Service- Leistung an den von ihnen verkauften Fahrrädern hinaus nur dann Reparaturen anbieten, wenn sie eineN MeisterIn oder eine vergleichbare Kompetenz im Betrieb haben.
    Also ist das scheinbar dichte Netz von Werkstätten in Wahrheit ziemlich löchrig, mangelnde Kompetenz, mangelnder Service. Diese Lücken will ich gefüllt sehen mit einem kompetenten Mobilen Service.

    Zum zweiten ist es gerade das Zufällige einer Unterwegs- Panne, die einen Mobilen Dienst hilfreich werden lassen. Ich habe aber gar nicht so viele KundInnen, deren Rad ich „unterwegs“ repariere. Die meisten Räder stehen am Arbeitsplatz, zu dem die Leute es geschafft haben, oder zu Hause. Und schon mehrmals habe ich es erlebt, dass bis ich zu dem Pannenrad kam, das unterwegs angeschlossen war, Teile von dem Rad abmontiert waren, also auch nicht die beste Idee…

    Zum dritten kann ich mir gut ein Kombimodell vorstellen, wo ein Laden oder eine Werkstatt mit einem Mobilen zusammenarbeitet, denn ein stationärer Laden kann nicht alles, ein Mobiler auch nicht. Mit meinem Anspruch an die Kompetenz der mobilen Dienstleister müssten die Läden allerdings mehr zahlen, als die überwiegend mageren Entlohnungen, von denen man vielleicht existieren, aber kaum etwa eine Familie gründen oder sich eine vernünftige Rente erarbeiten kann.
    Das führt zum vierten Aspekt der vorangegangenen Diskussion: dem Geld.

    Warum soll gute Arbeit nicht gut bezahlt sein? Pauschal sage ich meinen KundInnen: DienstRad kostet so viel wie ein g u t e r Fahrradladen plus Auftragspauschale. Ich muss mindestens so gut arbeiten wie stationär, habe aber eine ungleich aufwändigere Logistik zu bewältigen und fordere geradezu meine Kunden auf, Reklamationen geltend zu machen, wenn sie mit irgendetwas unzufrieden sind. Dies möchte ich natürlich vermeiden, damit ich nicht alles verliere, was ich vorher eingenommen habe. Also muss ich ans Optimum heran. Ich sehe also keinen Grund, meine mobile Dienstleistung billiger anzubieten als die vergleichbar guten stationären Werkstätten.

    Schön, dass es immer noch viele Leute gibt, die ihre Fahrräder selbst reparieren, ob sie es können oder nicht. Noch nie gab es so viele Medien, die einem zeigen, wie Fahrräder oder deren Teile repariert werden. Sie können aber auch DienstRad zu einer Reparatur kommen lassen und dann dem Mechaniker zuschauen (Gibt dann einen Kaffee extra 😉 und für die Ferientour lernen. Das Schöne ist doch, dass immer mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit fahren, wo man nicht gerne viel zu spät und mit schwarzen Fingern ankommt. Und noch viel schöner ist es für mich als Kunden, wenn jemand in meiner Arbeitszeit am Rad arbeitet und die Heimfahrt ohne Sorgen ist.

    Ich halte einen (Flächen deckenden, durchaus an gute Fahrradläden gebundenen) Mobilen Dienst nicht für eine Nische, sondern eine notwendige Verbesserung der Infrastruktur, damit immer mehr Menschen ihr individuelles Fahrrad als Verkehrsmittel benutzen.

    (Falls sich jemand auf meine Webseite wagt: Der Schalter „Wie“ funktioniert so halbwegs, ich bin Mechaniker und habe in diesem Gebiet versagt, oder halte es wie viele Unbekümmerte unter den bezahlten oder unbezahlten Schraubern: Funktioniert doch irgendwie…)

  8. @Ulrich Christ: du hast mich überzeugt. Also doch keine kleine Nische sondern eher eine respektable Marktlücke.

    Was du in Selbstironie über deine Webseite gesagt hast, trifft es auf den Punkt. Vermutlich selbst zusammengebaut, macht sie einen unzeitgemäßen und laienhaften Eindruck, der gar nicht zum angestrebten Image passt und auch wenig motiviert, sich mit dem tatsächlich hochwertigen Inhalt zu befassen.

    Ich würde dir empfehlen, eine Seite mit dem WordPress-System aufzubauen. Wer schon mal eine einfache HTML-Seite zum Laufen gebracht hat, schafft das ohne weitere Vorkenntnisse auch mit WordPress. Kannst das ja machen wie hier auch die Radspannerei. Der Blog, in deinem Fall die neue Webseite, steht in einem Unterverzeichnis der Domain und ist erstmal per Link über deine jetzige Webseite erreichbar. Viele wissen nicht, dass sich mit WordPress auch eine klassische Geschäftswebseite und nicht nur ein Blog aufbauen lässt. Ist die neue Seite perfekt, die alte Seite löschen und automatisch auf die neue umleiten. Vielleicht findest du ja jemanden in der Bekanntschaft oder unter den Kunden, der dir dabei behilflich ist, damit du nicht zu lange herumprobieren musst.

  9. Danke, kl, ich muss den Schmerz mit der Webseite aushalten, bis ein guter Mensch sich dem Schmerz unterzieht, eine gaaanz schlichte Website in HTML zu basteln. Alle wollen immer nur ihre Java- und CMS- und sonstigen Neuen Technologien an mir ausprobieren…
    Vielleicht kann der Webmaster dieses Blogs hier diesen Link als meine Webseite hineinmogeln ,-)

    http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/berlin/bau-handwerk-produktion/weitere/u1549472

  10. Ich halte es auch für eine Marktlücke, denn die Fahrräder werden auch immer komplizierter. Sei es der Vorraddynamo oder die Gabeldämpfer… Ähnlich wie beim Auto, auch dort kann man nur mit einem speziellen Laptop die Autos reparieren. Ein klassischer KfzMechaniker muss da aufgeben.
    Und wenn die Ebikes jetzt auch so groß rauskommen, wie sie promoted werden, denk ich schon, dass auch das Kosten Leistungsprinzip eher passt..

  11. Definitiv Marktlücke. Ich stehe Hier grade mitten in der pampa mit gebrochenm pedal und es ist Sonntag. LOL

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