Fahrradverkäufe in Europa

Der Europäische Radfahrer-Verband (abgekürzt ECF, European Cyclists‘ Federation) hat eine Sammlung von Zahlen und Fakten rund um das Fahrrad veröffentlicht. Unter den Grafiken befindet sich eine Übersicht der Neuradverkäufe pro eintausend Einwohner in den 27 EU-Staaten. Erstaunlich ist der große Abstand des Fahrradlandes Dänemark vor allen anderen EU-Ländern.

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Größere Grafik nach dem Klick auf das Bild.

ECF: Cycling facts and figures

6 Gedanken zu „Fahrradverkäufe in Europa

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  1. Entweder wird in Dänemark viel geklaut oder die Fahrräder sind dort sehr billig. Fallen jemandem noch andere mögliche Gründe ein? Ich glaube kaum, dass die Dänen mehr Rad fahren als die Niederländer.

  2. @Johann 170: das ist schon mal ein Ansatz wie man diese absolut unglaubwürdige Verkaufszahl erklären könnte.

    Die Verkaufszahl besagt, dass sich der durchschnittliche Däne vom Baby bis zum Plegefall ungefähr alle 6,5 Jahre ein neues Fahrrad kauft. In derselben „Studie“ wird auch behauptet, dass eben dieser durchschnittliche Däne 800 km pro Jahr mit dem Rad zurücklegt. Heißt, er würde nur 5200 km fahren bis er sich ein neues Rad kauft. Das ist geradezu haarsträubend unplausibel, muss man doch nach dieser Kilometerzahl und bei einer durchschnittlichen Asienqualität gerade mal Reifen und Bremsklötze wechseln.

    Für die möglichen Ursachen habe ich mal folgende Hypothesen aufgestellt:

    1. In Dänemark gibt es womöglich eine Abwrackprämie für Räder, die älter als 6 Jahre sind. Die Prämie ist so hoch, dass ein Neurad günstiger ist als der Kauf neuer Reifen und Bremsklötze.

    2. Radwege in Dänemark sind grob geschotterte Rüttelpisten, so dass Räder nach 5000 km am Ende sind.

    3. In Dänemark hat sich eine Fahrradmafia organisiert, die massenhaft Räder klaut und über die Grenze bringt.

    4. Dänische Räder sind günstiger als im angrenzenden Ausland, so dass ein reger Handel mit Grenzgängern eventuell im Austausch gegen Deutsches Bier stattfindet.

    5. Die Ersteller der Studie sind Schwachmaaten. Sie haben einfach nur vergessen, Exportverkäufe und Grenzhandel heraus zu rechnen.

    6. Es handelt sich um eine PR-Maßnahme der europäischen Fahrradwirtschaft und die Studie ist manipuliert. Das erinnert mich an Motivationsstrategien für Außendienstler. Dort wird immer der Umsatzstärkste in übertriebener Form als leuchtendes Beispiel hingestellt. Auch die Schwächsten führt man gerne vor. In diesem Fall bekommen z.B. Rumänien und Spanien einen Tritt in den Hintern, damit sie sich mehr anstrengen.

    Ich neige ja zu 5. und 6.

  3. @Johann @kl

    Ich verstehe nicht, warum die Grafik unglaubwürdig sein soll.
    Dänemark hat bekannterweise in den letzten Jahren eine gerdezu revolutionäre Radfahr-fördernde Verkehrspolitik betrieben. es ist durchaus denkbar, dass die Änderungen bzw. deren Aussicht zu einen Kaufschub geführt haben – der die Statistik natürlich stark verzerrt.

  4. @bruna: will ich nicht ausschließen. Möglicherweise so etwas Ähnliches wie der Fukushima-Effekt. Vielleicht weiß es ja jemand genauer?

  5. Also wir Austauschstudenten (und viele andere auch) sind damals, so vor 4 Jahren, in Aalborg (drittgrößte dänische Stadt mit ca. 200.000 Einwohnern), alle mit uralten Hollandrädern rumgegurkt. Aber wirklich jeder Student und viele Professoren kamen mit dem Rad, gab auch ne Fahrradtiefgarage an der Uni…
    Mh, wie das mit der Statistik klappt versteh ich trotzdem auch nicht. Die dänischen Gehälter sind ja recht hoch?

  6. Hallo,
    was ist denn der Fukushima-Effekt?
    Mein Statistikl-Prof hat gesagt, er traut keiner Statistik, die er nicht selbst gefälscht hat 🙂
    Ich bin aber fast sicher, dass bruna recht hat. V.a. in Kopenhagen: „Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen der Stadt ist mit über 36 %“. Schaut euch mal den Artikel über Kopenhagen an, da gibt es sogar einen extra Punkt über das Fahrrad!
    Und v.a. hab ich einen Artikel über die Fahrradpolitik Dänemarks gelesen. Angeblich informieren sich Politiker aus anderen Ländern in Europa, wie man eine anständige Fahrradpolitik macht!
    LG, Evi

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