Tempo 30 auf Berliner Hauptstraßen

Das gesamte Berliner Straßennetz hat eine Länge von etwa 5.340 Kilometern. Hiervon fallen ca. 1.540 km Straßenlänge auf die städtischen Hauptverkehrsstraßen.  Im Jahr 2007 war für ca. 3,8 % des Hauptverkehrsstraßennetzes eine Reduzierung auf Tempo 30 angeordnet. Anfang 2009 war auf ca. 230 km, das sind knapp 16 % des Hauptverkehrsstraßennetzes, Tempo 30 angeordnet.

Nicht bei allen Tempo-30-Abschnitten im Hauptverkehrsstraßennetz wird rund um die Uhr ein Tempolimit angeordnet. Etwa 130 Kilometer sind von 0-24 Uhr temporeduziert. Auf 70 Kilometern ist die Geschwindigkeit zwischen 22-6 Uhr auf 30 km/h beschränkt, während 30 Kilometer sonstige zeitliche Beschränkungen hat.

Das geht aus der Antwort des neuen Verkehrs-Staatssekretärs Christian Gaebler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling hervor.

Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Hämmerling (pdf-Dokument)

26 Gedanken zu „Tempo 30 auf Berliner Hauptstraßen

Kommentare-Feed
  1. Tempo 30 anzuordnen ist das eine. Die Geschwindigkeitsreduzierung auch aktiv durchzusetzen das andere. Ich fahre mit meinem Fahrrad problemlos 30km/h in 30’er Zonen und so gut wie kein Autofahrer lässt es sich nehmen mich (deutlich zu schnell, ohne Sicherheitsabstand, schneidend, mit Hupkonzert und F*ckfinger) zu überholen, obwohl eigentlich kein Platz da ist und es durch die Geschwindigkeitsbegrenzung auch nicht notwendig bzw. möglich wäre. Ein paar Meter weiter trifft man sich dann wieder an der roten Ampel, an der sich der Dosentreiber die Pool-Position erkämpft hat um sich von seinen Abgasen anfurzen zu lassen.

    Dieses „Massenphänomen“ der dauerhaften Geschwindigkeitsüberschreitung ist scheinbar normaler Alltag für Bürger mit Blechdose vorm Kopf. Das dadurch Menschenleben gefährdet werden ist in Autodeutschland irrelevant.

  2. @Heinzer: In einer 30er Zone kannst Du doch entspannt so mittig in der Strasse fahren, dass dich keiner überholen kann wegen fehlendem Platz. Wenn Du mal angenommen 20-25 fährst, wird dabei auch kaum ein Autofahrer völlig kirre und aggressiv. Und in so breiten 30er-Zone-Straßen wo das nicht klappt, können Autos ja entspannt überholen.
    Also in 30er Zonen finde ichs sehr entspannt, Rad zu fahren, vielleicht ist das bei euch in Berlin ja anders.
    Die schlimmsten Straßen sind 50er Zonen, eng und haben einen nihctbenutzungspflichtigen Radweg und man benutzt auch rechtmäßig die Strasse. Da geht so einem Golf 6 Fahrer, der 2 Jahre für sein Gefährt auf Urlaub und Essen verzichtet hat schon mal der Puls hoch.

  3. @ Christoph: im Prinzip hast du recht, gilt auch für Berlin. Aber dennoch können es einige nicht vertragen, dass man vor ihnen herfährt. Besonders schlimm erlebe ich das auf einer schnurgeraden Strecke von 700m mit mehreren Rechts-vor-Links-Kreuzungen. Wenn da einer hinter Dir fährt, hat der immer das Ende der Strecke vor Augen und fühlt sich ausgebremst, auch wenn ich wegen der besseren Übersicht viel konstanter fahren kann, als die Autos. Selbst wenn sie hinter einem bleiben, drängeln sie sich auf 2-5m heran, eine Entfernung, wo keiner bremsen könnte, wenn ich mal stürzen sollte. Dass aber „so gut wie kein Autofahrer“, wie Heinzer meint, sich rücksichtslos verhält, würde ich verneinen.

  4. @Michael S: wenn Du mir nicht glaubst, dann mach doch einfach mal den Test. In einer etwas höher frequentierten 30er Zone fährst Du zehn Mal mit 30km/h soweit rechts, das ein Pkw Dich potentiell überholen könnte. Ich wette mit Dir, dass Dich acht von zehn Pkw überholen werden.

    Und ja, Christoph, natürlich kann ich mittig fahren um knappe Überholmanöver zu verhindern (und mache das auch des öfteren). Allerdings geht das stressfrei nur mit guten Kopfhörern und lautem Trashmetal, damit ich das Dauerhupen hinter mir nicht ertragen muss. Kein Scherz! Vor ein paar Wochen fuhr eine Dose etwa einen Kilometer lang hinter mir in einer 30er Zone mit durchgedrückter Hupe her, weil er mich nicht überholen konnte und sich durch meine pure Anwesenheit scheinbar belästigt fühlte.

  5. oh, ihr habt hier wohl etwas noch nicht begriffen. tempo 30 bedeutet in der wirklichkeit tempo 30 plus toleranz plus noch ein bißchen freiheit. also wird so ca. 45 kmh gefahren. kostet schlimmtenfalls 15€ strafe.
    solltet ihr als radler 30 fahren und ein überholen nicht ermöglichen ist das quasi freiheitsberaubung und da kennen wir in d-land keinen spass.
    ist so gewollt von ganz oben und von ganz unten.
    bin selber hilflos..

  6. @ Heinzer: Hm. Verstehe ich nicht ganz. In einer 30er Zone Wohngebiet hast du normalerweise Parkverkehr und relativ schmale Straßen. Wenn ich mich 1 m von den Parkern fernhalte, ist schon mal kein Platz mehr links neben mir für korrektes Überholen. Du wirst von mir ja nicht verlangen, dass ich für deinen Test dicht wie Harry an den Türen langfahre, nur um Autos das Überholen zu ermöglichen. Mit dem Abstand rechts fahre ich zwar noch nicht mittig (das würde die feinfühligen unter den Autlern besonders provozieren), aber doch so, dass mir nur wirklich ab und an mal einer mit 40cm durchflutscht, wo ich nicht rechtzeitig durch unsichere kleine Schlenker signalisiert habe, dass ich die Spur nicht zuverlässig halten kann. Meistens hat man aber natürlich jemanden hinter sich, der gerne so überholen würde, es im Endeffekt aber nicht tut (kann je nach Veranlagung auch zu bedenklich hohem Adreanlinspiegel führen und ist insofern natürlich eine ganz eigene Gefahr – so einen hattest du wohl hupend hinter dir) – was ich durchaus auch als belastend empfinde, wenn der zu nah auffährt. Damit ist aber auch die Sache für die nachfolgenden Autos geregelt (- die sehen das vermutlich auch entspannter, haben sie doch keine freie Sicht auf das ersehnte Ende der Tempo-30 Strecke… ). Deine propagierte massenhafte Nahüberholerei sehe ich nicht, es sei denn du gibst ihnen etwas zuviel Raum zum knappen Überholen.

  7. Radfahrerpistolen! Was in den 1920 so gut funktioniert hat sollte man doch eigentlich mal wieder etablieren 😉

    Nee aber mal im Ernst, ohne rabiate Verkehrskontrollen nützt es auch nichts 100% der Straßen zu Tempo30-Zonen zu machen, da muss einfach an jeder Ampel ein Blitzer stehen, vorher passiert da nix. Wie war das noch, diese Firma mit ihren silbernen Blitzersäulen wollte die Stadt Berlin gegen Umsatzbeteiligung (oder war es Werbefläche?) kostenlos ausstatten mit Verkehrsüberwachungsanlagen, doch uns Wowi lehnte ab. Da ist sie wieder, die heilige Kuh…

  8. @Heinzer: Anhalten und hinten am Rad gucken, ob irgendwas kaputt ist, hat sich bei Hupern bewährt. Natürlich dabei mittig auf der Strasse stehen bleiben. Dann zu dem Autofahrer sehen, ratlos gucken und mit den Schultern zucken. Klappt leider nicht immer, weil ich mein Adrenalinspiegel mich bei so hartnäckigen Typen meist zu härteren Massnahmen greifen lässt.

  9. In Berlin scheint ja der reinste Straßenkampf zu herrschen. Für Frankfurt am Main kann ich das jetzt überhaupt nicht bestätigen. Werde nie von hinten angehupt und nur selten zu knapp überholt. Liegt einerseits wohl daran, dass ich reichlich Sicherheitsabstand nach rechts halte und auf der gleichen Fahrbahn gar nicht überholt werden kann und dann an meiner eher zügigen Fahrweise von ca. 25 km/h. Andererseits neigt der typische Frankfurter zu Toleranz nach dem Motto „Leben und leben lassen“. Auch Frankfurter Ordnungshüter drücken bei kleineren Verkehrsverstößen gerne mal ein Auge zu (nicht zuletzt bei Radlern) oder belassen es bei einer freundlichen Ermahnung, wo andernorts z.B. in Stuttgart, gnadenlos Bußgelder verhängt würden. Das sorgt für gutes Klima zwischen den Verkehrsteilnehmern.

    Tempo 30 ist nach meiner Meinung vor allem dort gerechtfertigt, wo ein vernünftiger und vorsichtiger Autofahrer auch freiwillig nicht schneller fahren würde oder wo das Schnellerfahren keinerlei Vorteil bringt. Tatsächlich gibt es aber viele Tempo-30-Zonen ohne rechte Begründung, die von Autofahrern als Schikane empfunden werden. Dazu gehört natürlich speziell die Forderung nach generellem Tempo 30 in Städten. Das ist Schikane pur und kommt von den Grünen. Man braucht sich dann nicht wundern, wenn Autofahrer, dort wo keine Kontrolle zu befürchten ist, häufig schneller fahren. Das lässt sich direkt mit den ebenfalls häufigen Rotlichtverstößen von Radfahrern an Fußgänger-/Radfahrerampeln vergleichen. Hier in Frankfurt sind die Ampeln auf freie Fahrt für Autos programmiert. Anforderungsampeln reagieren oft gar nicht, viel zu langsam oder sind so geschaltet, dass man zwei Rotphasen abwarten muss. Schikane oder Gedankenlosigkeit. Kein Wunder, dass Radler dann eben radeln, wenn frei ist. Ich kenne eigentlich nur eine einzige Radfahrer- und Fußgängeranforderungsampel, die an einer viel befahrenen Straße für Autofahrer umgehend auf Gelb schaltet, so dass sich das Drücken lohnt. Dort fährt niemand bei Rot. Allerdings steht die Ampel nicht in Frankfurt.

    Man sollte Verkehrsregelungen allgemein und speziell auch Geschwindigkeitsbeschränkungen so gestalten, dass sie auch als vernünftig angenommen und nicht als sinnlose Schikane gesehen werden. Auch wer sich an die schikanösen Regelungen hält, ärgert sich oder wird gar agressiv. Ganz schlecht fürs Verkehrsklima.

  10. Also so aggressiv wie Heinzer empfinde ich das Radfahren in Berlin auch nicht. Klar wird manchmal gehupt und gepöbelt, aber für mich ist das eher die Ausnahme.

    Die regelmäßigen Regelübertretungen seitens der Kraftfahrer kann ich hingegen bestätigen. Auch die der Radfahrer, aber einen Nahüberholer bei Gegenverkehr nimmt man eben stärker wahr als einen Radler, der sich vorbeischlängelt, wenn man bei Rot wartet.

    @kl, dass Tempo 30 „Schikane“ ist und „von den Grünen“, sind für mich keine Argumente. Argumente sind z.B. wissenschaftliche Untersuchungen zum Unfallgeschehen – auch die stark gesunkenen Unfallopferzahlen in Berlin seit der immer flächendeckenderen Einführung von Tempo 30. Laut Grundgesetz gibt es ein Recht auf körperliche Unversehrtheit – durch Verzicht auf Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr wird das regelmäßig verletzt.

    Wenn ich derzeit zur Arbeit fahre, dann habe auf einer ausgeschilderten Fahrradroute (TR4) am Rummelsburger Ufer ein „Radfahrer absteigen“-Schild. Keine Vorwarnung, keine Umleitung. 500 Meter weiter auf dem benutzungspflichtigen Radweg der Stralauer Allee parkt regelmäßig ein weißer Pkw. Paar Meter weiter, weiterhin benutzungspflichtig, steht ein Baugerüst auf dem Radweg. Die Gedankenlosigkeit, mit der teilweise Barrieren für die aufgebaut werden, die eben keine Ordnungswidrigkeiten begehen wollen, ist bemerkenswert.

  11. @kl Du scheinst Dich ja schon gut an den Autowahnsinn angepasst zu haben, wenn Du meinst das ein stadtweites Tempo 30 eine „Schikane“ darstellt. Städte sind primär Lebensräume für Menschen und nicht für Maschinen. Durch die Massenmotorisierung, beginnend vor nicht einmal zwei Generationen, sind diese Lebensräume zu lebensfeindlichen Todeszonen geworden, in denen man sich nur unter ständiger Gefahr für Leib und Leben bewegen und permanent aufmerksam sein muss um den Rest seines Lebens nicht im Rollstuhl verbringen zu müssen. Unsere gesamte Kultur hat sich durch das Blech verändert. Und das nicht zum Guten. Kinder dürfen nicht mehr auf den Straßen spielen und werden entweder zu Hause vor der Playstation, auf dem eingezäunten Spielplatz oder in Mamis Blechdose eingepfercht, damit sie nicht unkontrolliert vor ein Auto springen oder mit ihrem Fußball eine heilige Blechdose abschiessen. Das impliziert, dass unsere Kinder den Bezug zur Umwelt und Natur verlieren, in das Lebensschema ihrer Eltern rutschen und selbst zu passiven Konsumenten werden, die in der Blechdose zum Bäcker fahren, weil sie zu Bequem zum laufen geworden sind. Das ist natürlich überspitzt formuliert, fasst aber meine autokritische Beobachtung der letzten zwanzig Jahre zusammen.

    Wie auch immer. Entscheidend ist, dass die Unversehrtheit der unmotorisierten Verkehrsteilnehmer gewahrt wird, denn diese sind nicht von 1,5 Tonnen Blech und Airbags geschützt. Und dazu trägt ein generelles Tempolimit genau bei. Dann gibt es nämlich keine Sonderfälle (so wie jetzt mit den Tempo 30 Zonen, in denen niemand Tempo 30 fährt weil (angeblich) das Schild zugewachsen in der dunklen Ecke steht), sondern diese Geschwindigkeit entspricht der Norm und wird genau andersrum explizit an bestimmten Stellen aufgehoben bzw. angehoben. Tempo 30, oder besser noch Tempo 20, sind insofern absolut Sinnvoll, da sie die Überlebenschancen eines jeden unmotorisierten Menschen deutlich erhöhen, ebenso wie die Lebensqualität der Stadtbewohner, denn es reduziert neben der Lebensgefahr auch den Autolärm, welcher ein weiteres, massives Problem in den Städten darstellt. Nebenbei wird dadurch das Radfahren und Fußgehen attraktiver gemacht und das Fahren auf der Fahrbahn wird für Radfahrer möglich, die jetzt Todesängste ausstehen – und das sind sehr, sehr viele.

  12. Naja, also hier in meinem Wohngebiet (Pankow) gibt es einige Straßen, die mit 50 befahren werden dürfen, aber so eng sind, dass sie da eigentlich nicht für frei gegeben werden dürften. Absolut gefährlich und schon für einen LKW zu eng. Außerdem holt man so den Verkehr in die Wohngebiete, obwohl die großen Straßen rundherum für Millionen sarniert worden sind. Also hier in Pankow gibt es zu wenig Tempo 30.

  13. @Heinzer, sehr drastisch formuliert – und trotzdem muss ich Dir voll zustimmen 😉

    @Reisel, welche Straßen meinst Du konkret? Ich hatte mich mal geärgert, weil ich die Fahrradfreigabe einer Einbahnstraße (Kreuzstraße) in die Gegenrichtung angeregt hatte, dies aber wegen Tempo 50 nicht möglich war. Übrigens eine der vielen Maßnahmen, die Radfahrer von den Nebenstraßen auf die Hauptstraßen drängen, auf denen aber nach wie vor Tempo 50 erlaubt ist.

  14. Also hier bei mir im Kiez z.B. Thulestr. (schön bergab, wenn zwei Kleintransporter aneinander vorbeiwollen, müssen sie mit 10 km/h fahren, damit sie sich nicht die Spiegel demolieren), Neumannstr. (zeitweise 30 aufgrund von Schulen), Kissingenstr….Die beiden letzteren haben Mittelstreifen. Die Straßen sind aber so eng, dass z.B. der Bus (Kissingenstr.) dort nur mit 20 fährt. Wie gesagt, für mich sind das Wohngebietstraßen, die nur zur Umfahrung der Berliner Str. bzw. der Prenzlauer Promenade dienen.

  15. @Heinzer: Fast dasselbe hätte ich auch geschrieben. Hier noch ein Link zur Überlebenswahrscheinlichkeit Tempo 30 vs Tempo 50:

    http://www.bfu.ch/German/strassenverkehr/beratung/Seiten/tempo30zonen.aspx

    Die bfu ist übrigens in der Schweiz. Also nix mit Spinnerte Ökos und so, Herr kl. 😉

  16. @berlinradler: ich bin ja nicht gegen eine sinnvolle Ausweitung von Tempo 30, aber gegen pauschal Tempo 30 statt jetzt Tempo 50 in der Stadt. In Artikel 2 des GG findet sich übrigens auch das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Kann natürlich in Konkurrenz mit dem dort ebenfalls postulierten Recht auf körperliche Unversehrtheit treten. Bei der Terrorismusbekämpfung sehen wir ja, wohin es führen kann, wenn die körperliche Unversehrtheit (= Sicherheit) über alles gestellt wird. Nämlich schlimmstenfalls in einen repressiven Überwachungsstaat. Und die Grünen spielen mit, so ist etwa der grüne Ministerpräsident von BW für die Einführung einer europäischen satellitengestützten PKW-Maut = Totalkontrolle von Wegen und Geschwindigkeiten. Und sein ebenfalls grüner Verkehrsminister für den Radhelm „ohne Wenn und Aber“. Jetzt freuen wir Alltagsradler uns zwar noch über Repressionen gegen Blechdosen aber bald kann es uns auch selbst treffen. Natürlich nur zu unserem Besten.

  17. Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit hört da auf, wo die Gesundheit und das Leben anderer gefährdet wird. Und das ist beim Thema Auto schon viel zu lange der Fall. Es ist erstaunlich zu beobachten, wie vehement der Nichtraucherschutz durchgesetzt und von der Mehrheit der Bürger befürwortet wird, im gleichem Atemzuge aber jedes Jahr weltweit eine Millionen Menschen durch Autofahrer getötet werden (Quelle: Schätzung der WHO) und den Menschen jeden Tag zugemutet wird mehr als 200 karzinogene Schadstoffe aus Autoabgasen einzuatmen. Und kein Mensch interessiert sich dafür, weil alle Benzinsüchtig sind.

  18. @kl: Dein Vergleich ist sowas von schief, der passt einfach nicht. Dass du mit dem Auto in der Stadt schnell fahren kannst, ist eine gesellschaftliche Konvention, die sich in den vergangenen Jahrzehnten gebildet hat. Das muss aber nicht so bleiben. Deine Persönlichkeitsentfaltung geht natürlich nur soweit, wie es andere nicht einschränkt oder gar gefährdet. Wenn du schnell fahren möchtest, fahr auf die Autobahn oder eine Rennstrecke. Ich darf auch nicht so laut Musik hören, dass ich meine Nachbarn störe. Schon gar nicht Nachts. Ich kann aber ungestört und legal mit einem schweren LKW Nachts an Häusern schlafender Menschen vorbeidonnern. Das ist doch pervers. bist du eigentlich Mitglied in der CDU oder im ADAC?

  19. @Kai: Volle Zustimmung, bis auf den letzten Satz. Interessiert mich nicht, ob kl dort oder im Hasenzüchterverein Mitglied ist, ich kann mich trotzdem mit seinen Argumenten auseinandersetzen, solange er sie nicht nur penetrant mit copy&paste wiederholt ohne auf die Antworten einzugehen wie ein gewisser G. an anderer Stelle hier im Blog (Trollverdacht).

  20. Freie Entfaltung muss allen ermöglicht werden. Wenn Schulen Flyer mit „sicheren“ Schulwegen herausgeben (und damit implizieren, dass man viele Straßen lieber nicht zu Fuß nutzt), wenn Radfahrer viele Strecken meiden, weil sie als No-Go-Areas für Nichtmotorisierte ausgestaltet sind, ja, wenn die meisten eben nicht die Wahl sehen, statt mit dem Auto doch mal mit was anderem zu fahren, dann ist eine freie Entfaltung nicht gegeben.

    Mit dem Aufkommen des Automobils wurde die Freiheit der Fußgänger und Radfahrer immer mehr eingeschränkt. Und auch das Denken wurde ins absurde umgekehrt – die Berliner Polizei sieht bei Unfällen mit Kindern diese mehrheitlich als Unfallverursacher. Was für ein perverses System, das Kindern ihre natürliche und intuitive Fortbewegung verbietet und ihnen dann, wenns mal kracht, auch noch die Schuld in die Schuhe schiebt?

    Die freie Entfaltung der Autofahrer geht zu Lasten von uns allen und eine Aufrechterhaltung der derzeitigen Zustände kann ich nicht gutheißen.

  21. Richtig! Tempo 30 ist erforderlich!
    Nur so können die tödlichen Unfälle zumindest minimiert werden!

    Von 59 Verkehrstoten in Berlin starben im letzten Jahr
    40 Menschen. Die sogenannten „Schwachen Verkehrsteilnehmer“. 29 Fußgänger und 11 Radfahrer!

  22. Sorry, ein Tippfehler.
    2011 gab es in Berlin 54 (nicht 59) tödlich verunglückte im Straßenverkehr.

  23. Von 59 Verkehrstoten in Berlin starben im letzten Jahr
    40 Menschen.

    @ Bernd: Na, na, soweit würde ich nun doch nicht gehen, auch Motorradfahrer und Autofahrer sind Menschen.

  24. Ein Tempolimit von 30 km/h kann auch nicht alle Probleme lösen. Vielleicht sollte man lieber unsere Probleme mit der S-Bahn lösen. Da kann man wohl nur von Glück reden, das der Winter so mild ist. Ist denn die Aufmerksamkeit bei Tempo 30 nicht viel geringer, da man sich „total“ sicher fühlt? Für mich gehört die 50 auf die Hauptstraße.

  25. wo kommt eigentlich der unfug her, tempo 30 sei eine einschränkung der entfaltung der persönlichkeit? was ist mit autofahrern, die sich dabei wohl fühlen, mit 20 sachen lässig durch die stadt zu treiben? (kenn ich einen, der fährt nur so wenn die straßen frei sind. bin gerne bei ihm mitgefahren, als wir noch in der selben stadt lebten.) deren persönlichkeit wäre dann doch auch durch die zum diktat mutierte höchstgeschwindigkeit eingeschränkt. was manche als freie entfaltung der persönlichkeit betrachten, ist es gerade nicht. es ist das durchsetzenwollen eines rechts des schnelleren. ätzend. gerade in der stadt.

  26. @Sascha Wollen wir denn, das die Deutschen ein Volk von Kleinwagenfahrern werden?Welcher unserer zauberhaften Verkehrsminister(oder Wirtschaftsminister?) war es noch gleich?

    Ich glaub dieses Tempolimit und Radarkontrolle ist Freiheitseinschränkung und Abzocke ist ne sehr Deutsche Sach, freie Fahrt für freie Bürger und so 🙁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.