Ramsauer will Helmpflicht

Bundesverkehrsminister Ramsauer will tödliche Fahrradunfälle reduzieren, notfalls mithilfe einer Helmpflicht. Sollte die Helmtragequote nicht innerhalb weniger Jahre auf mehr als 50% steigen, sei eine solche Pflicht unumgänglich. Derzeit liegt die Quote etwa bei 10%.

Nach Ramsauers Angaben habe jeder zweite tödliche Fahrradunfall mit Kopfverletzungen zu tun. Im Jahre 2010 gab es 381 tödlich verunglückte Radfahrer, 2009 waren es 462.

Laut Statistik waren im Jahre 2008 von 418 getöteten Radfahrern 226 am Kopf verletzt. (siehe Todesursachenstatistik, Volltextsuche nach „Kopfes“)

60 Gedanken zu „Ramsauer will Helmpflicht

Kommentare-Feed
  1. @Prokrastes: ekh hat doch geschrieben, dass er die Sache über die diversen Links hier abgeklopft hat und die Argumente gegen eine Helmpflicht akzeptiert, trotz der persönlichen Betroffenheit. Soviel Lernfähigkeit wünschte ich mir von jedem Schreiber. Muss man jetzt also nicht weiter vertiefen.

  2. Lieber ekh, das hat nichts mit feiern zu tun, ich denk ich habe es auch ausreichend ausgeführt, die anderen auch. Ich kenne jemandem dem XY passiert ist, ist einfach kein Argument für oder gegen irgendwas, gen Statistische ausreißer kann man sich nicht 100% absichern. Ich kenne Leute die haben viel Geld im Lotto gewonnen, das macht die Gewinnchancen für mich aber auch nicht besser.

    Die Sache mit dem andere als Idioten bezeichnen war nicht auf dich bezogen, hast du ja auch nicht getan. Das kommt aber bei Helmdiskussionen regelmäßig, die unheilige dreifaltigkeit der Argumentationsunfähigkeit : Anekdotische Belege, Ad hominem und es schadet ja nichts. Ist regelmäßig sowohl im Netz als auch in Vivo zu beobachten, wenbn es dich persönlich getroffen hat, tut mir das leid. Schön übrigens, dass du für argumente offen bist, trotz anekdotischer gegenerfahrung, das spricht für deine Vernunft 🙂

  3. Prokrastes schrieb:
    „Die Haupttodesursache für Radfahrer sind rechtsabbiegende Autos und LKW. Ein Helm ist da so nützlich wie rotes Lenkerband.“

    Dann wissen wir ja jetzt alle, was zu tun ist: Zusätzlich zur Helmpflicht auch eine Lenkerbandpflicht einführen! 🙂

  4. aber nur rotes

  5. Die Verlautbarungen der DGU werden ja auch von den Chefärzten formuliert, die diese wie jede Fachgesellschaft dominieren. Alles alte Autofahrer, da kann nicht viel anderes rauskommen. Und andere Statistiken haben die ja auch nicht, auch wenn es immer mal wieder kleinere Studien gibt, die bei den Radfahrern, die wegen einer Kopfverletzung behandelt wurden, eine geringere als die allgemeine Helmtragequote vermelden, aber wenn das dann mal 200 sind, ist sicher die Vergleichbarkeit mit allg. Bevölkerungszahlen schwierig.
    Der 18 Jährige, der gestern mal wieder durch einen rechten Haken eines LKW schwer verletzt wurde, hatte jedenfalls schwerste innere Verletzungen, Kopf war o.k.

  6. Das Problem ist meines Erachtens, dass es Experten in vielen Fachgebieten gibt, die bei der Unfallgefahr mitreden. Das sind Verkehrsexperten, Ärzte, Polizeien, Autovereine und -clubs. Sie alle haben eine bestimmte Perspektive, bestimmte Interessen und daher keinen unparteiischen Blick auf das Geschehen.

    Welche Institution beschäftigt sich denn ernsthaft mit dem Unfallgeschehen? Vielleicht noch die Krankenkassen und Versicherungen, denen wohl das beste Zahlenmaterial zugänglich ist. Die äußern sich in solchen Debatten sehr zurückhaltend, fördern im Gegenteil das Radfahren und schätzen Radfahr-Risiken so gering ein, dass sie bei Haftpflichtversicherungen nicht mal 10€ im Jahr verlangen. Und selbst wenn eine Versicherung gerne die Helmpflicht hätte, dann vermischt sich die Interessenlage ja wieder mit ihren Kosten – denn eine 100%-Tragequote gibt es mit der Pflicht nicht, Leute ohne Helm könnte man auf ihren Kosten sitzen lassen.

  7. Die Debatte verwechselt Risiko mit Schadenshöhe.

    Die Formel für Risiko lautet:
    Schadenseintrittswahrscheinlichkeit X Schadenshöhe

    Ein Helm senkt den Faktor Schadenshöhe um 50% gegenüber dem Worst Case (ungeschützt da kein Helm)

    Eine vorausschauende Fahrweise senkt den Faktor Schadenseintrittswahrscheinlichkeit um 95% gegenüber dem Worst Case (ungeschickter Tagträumer)

    Die Senkung des Risikos ist also durch Verkehrserziehung deutlich signifikanter zu erreichen als durch eine Helmpflicht.

  8. Dieser Artikel spricht mir als weiteres Argument gegen die Helmpflicht aus der Seele:
    http://www.zeit.de/auto/2011-10/fahrradhelm-pflicht-ramsauer-contra

  9. Gibt doch schon eine Helmpflicht ->

    Oberlandesgericht München, Urteil vom 03.03.2011 – 24 U 384/10 –

    […]Darüber hinaus hat das Gericht den Mitverschuldensanteil des Radfahrers und damit seine Haftungsquote aber auch noch deswegen erhöht, weil er gegen die Obliegenheit verstoßen hatte, einen Fahrradhelm zu tragen.

    Hierzu hat das Gericht ausgeführt, dass bei einem Radler, der, wie vorliegend der Fall, ein Rennrad mit Klickpedalen im freien Gelände benutzt, bereits ein so genannter Anscheinsbeweis für eine „sportliche Fahrweise“ spreche, welche eine Obliegenheit zum Tragen eines Schutzhelms begründet.[…]“

    Rückschlüsse erwünscht 😀

  10. […] Blog der Radspannerei […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.