EU fordert 30 kmh in Wohngebieten

Das Europaparlament fordert in einer Resolution fast einmütig Tempo 30 in Wohngebieten. In der am Dienstag beschlossenen Entschließung geht es um 103 Maßnahmen zur Verkehrssicherheit. Gefordert wird auch die verpflichtende Einführung von Alkolocks im gewerblichen Güter- und Personenverkehr. Alcolocks sind Wegfahrsperren im Auto, die ab einem bestimmten Wert an Atemalkoholgehalt des Autofahrers die Zündung des Autos blockieren. Teil des Maßnahmepakets ist auch der Punkt Visibility:
„High-visibility reflective vests should be carried in vehicles for all occupants, say MEPs. Cyclists, too, should be encouraged to wear helmets and reflective vests after nightfall, they add.“

Europäisches Parlament: Verkehrssicherheit: 103 Maßnahmen, um die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 zu halbieren

13 Gedanken zu „EU fordert 30 kmh in Wohngebieten

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  1. > Cyclists, too, should be encouraged to wear … reflective vests after nightfall.

    Sonst noch Schmerzen? Warum zieht man nicht einfach die Nachtblinden aus dem Verkehr, statt die Radler als Clown oder Weihnachtsbaum durch die Gegend fahren zu lassen?

  2. Hallo,

    Wohngebiet ist nicht dasselbe wie Ortschaft.

    Grüße
    Andreas

  3. @Andreas, danke, ich habe im Titel des Beitrags Ortschaften durch Wohngebiete ersetzt. Wörtlich heißt es: „Parliament strongly recommends a 30 km/h (19 mph) speed limit in residential areas and on all single-lane roads without cycle tracks.“

  4. Und wieder kriechen sie aus ihren Löchern, die Nudelsiebe.

    Anstatt alles, was nicht im Auto sitzt, mit „Sicherheitswesten“ wie Weihnachtsbäume auszustatten, sollte vielleicht mal darüber nachgedacht werden, ob das, was im Auto sitzt, überhaupt noch gucken kann. Das wird nämlich im Leben eines deutschen Autofahrers genau einmal überprüft, nämlich zum Zeitpunkt des Erwerbs des Führerscheines.

    Kompletter Schwachsinn.

    Weg mit dem Führerschein auf Lebenszeit! Regelmäßige Nachschulung und -Prüfung alle 5 Jahre — das schließt den Arztbesuch mit ein!

  5. Zumindest gibt es einen großen Unterschied zur deutschen Verkehrspolitik. Denn die setzt sich keine konkreten Ziele zur Verringerung der Unfallzahlen und erarbeitet ihre Maßnahmen auch nicht anhand der zu erwartenden Minderungseffekte. Auf der Webseite des Bundesverkehrsministeriums lese ich zur Verkehrssicherheit Sätze a la „Damit soll Mobilität ermöglicht, nicht verhindert werden“ – primär geht es also um die Erhaltung des Status Quo. Konkret lese ich etwas von neuen Alkoholregeln für Fahranfänger, besseren Spiegel-Vorschriften für Lkw und „modernisierten Verkehrssicherheitskampagnen“. Nette Maßnahmen, aber eben nicht geeignet, um das Unfallgeschehen maßgeblich zu verändern.

    Will man das Thema der Verkehrssicherheit wissenschaftlich angehen, so muss man schauen, welches die Hauptunfallursachen sind, und diese von oben nach unten abarbeiten. Das sind dann (in dieser Reihenfolge)

    – ungepasste Geschwindigkeit
    – Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren
    – Vorfahrt, Vorrang

    Dass die Geschwindigkeit einen erheblichen Einfluss auf die Unfallgefahr und -schwere hat, ist jedem bekannt, der auch nur geringste Physikkenntnisse hat. Wer logisch denken kann und ernsthaft Unfälle verhindern will, kann keine andere Resolution als die obenstehende verabschieden.

    Der Leuchtjacken- und Helmansatz ist natürlich wenig unfallbeeinflussend, so wie ich das verstehe, aber auch nur ein Nebensatz.

  6. Bei Tempo 30 ist der Unterschied zwischen Autofahrern und Radfahrern, zumindest vielen von denen, noch zu groß. Tempo 20 wäre ein großes Ziel, für alle.

  7. „Tempo 20 wäre ein großes Ziel, für alle.“

    Näää… das würde mir zu lästig, ständig Autos überholen zu müssen, um nicht vom Rad zu fallen. *lach*

    Scherz beiseite, ich fahre zwar häufig nahe der 30er Marke, aber wenn man bedenkt, dass Tempo 20 nur bedeuten würde, dass dann wirklich 30 (*) gefahren wird, wäre das okay.

    (*) Bei Tempo 30 wird ja auch eher 40 gefahren, ich werde da zumindest in einer Vielzahl der Fälle überholt, wenn ich 30 fahre, wo 30 die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist.

    Das mit den Westen bei Nacht, würde nur dann einen Sinn machen, wenn die Räder nicht bereits ausreichend beleuchtet oder mit zehntausend Reflektoren versehen wären.

    Helme ändern eher nichts an den Unfallzahlen, sondern etwas an Art und Umfang der Unfallfolgen.

  8. das europäische parlament hat überhaupt nichts zu melden. wirklich gesetze kann nur der europäische rat oder die eu-komission verabschieden. momentan sind diese 103 maßnahmen also nur vorschläge.

  9. @udo: macht nix. Je häufiger diese Forderung erhoben wird, desto weniger Aufregung und umso stumpfer die Waffen der Automafia.

  10. das stimmt natürlich. das europäische parlament ist sogar fortschrittlich, da sie wissen das aufgrund der verknappung der fossilen brennstoffe alternative fortbewegungsmöglichkeiten, wie das fahrrad, gefördert werden müssen. wenn man dem tenor der iaa in frankfurt gefolgt ist, wird man allerdings auch feststellen das sich die automobilbranche einig ist: das elektro-auto wird kommen. aber hoffentlich „leise“ und nicht so „schnell“.

  11. Ich finde, dass alles, was zur Sicherheitssteigerung beiträgt, grundsätzlich Beachtung finden sollte. Welcher Autofahrer wünscht sich schon, einen Menschen zu verletzen. Allerdings passt man sich leider oft an, wenn hinter einem gedrängelt wird…

  12. Tempo 30 in Ortschaften fände ich super! Hier in Köln gibt es diverse Hauptverkehrsstraßen, auf denen Autofahrer mit 70 km/h fahren dürfen. Das alleine ist schon unverschämt, weil es die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer zumindest potentiell gefährdet. So werden auch benutzungspflichtige Radwege gerechtfertigt.
    Mit einem Tempo von 30 auf allen Straßen wäre sichergestellt, dass die Radwegebenutzungspflicht keinerlei Bestand hat. Gleichwohl ich als Nichtautofahrer es nicht einschätzen kann, ob die angeordnete Verlangsamung aufgrund persönlicher Nervosität und dem Gefühl einer ungerechtfertigten Einschränkung zu einem rüderen Verhalten führen würde („wenn mich niemand beobachtet, fahre ich halt mal schneller, um ans Ziel zu kommen“).

  13. @ Jochen:
    Dass bei Tempo 30 nicht Tempo 30 gefahren wird, liegt auch daran, dass auch für die Polizei Tempo 30 nicht Tempo 30 bedeutet und bei Statistiken etc. auch nicht. Bei Verkehrskontrollen wird von der realen Geschwindigkeit einfach was abgezogen. Siehe ausführlich dazu:
    https://rad-spannerei.de/blog/2010/05/17/schneller-als-die-polizei-erlaubt/

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