Rechtsabbiegeunfall mit 87-jährigem Radfahrer

Unter der Überschrift „Radfahrer bei Verkehrsunfall mit LKW schwer verletzt“ erschien heute folgende Polizeimeldung:

„Ein 87-jähriger Radfahrer geriet heute Vormittag in Wilmersdorf aus bislang ungeklärter Ursache unter einen LKW und verletzte sich dabei schwer. Der 36-jährige LKW-Fahrer befuhr mit einem „DAF“-Sattelzug gegen 10 Uhr 50 die Königin-Elisabeth-Str. und wollte rechts in den Kaiserdamm in Richtung Theodor-Heuss-Platz einbiegen. Dabei erfasste er den Radfahrer. Dieser geriet unter den LKW, konnte aber selbständig wieder unter dem Fahrzeug hervorkommen. Der Senior erlitt Kopfverletzungen sowie Abschürfungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er stationär verbleibt.
Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 2 hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen.“

Glaubt man der Welt, dann ist der Radfahrer fast unversehrt geblieben: „Der ältere Herr kroch am Dienstag anscheinend nahezu unverletzt unter einem Lastwagen hervor, der ihn mit seinem Fahrrad erfasst hatte.“ Laut Welt wurde er lediglich vorsorglich ins Krankenhaus gebracht .
Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 2480 vom 05.07.2011 – 16:40 Uhr

14 Gedanken zu „Rechtsabbiegeunfall mit 87-jährigem Radfahrer

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  1. warscheinlich weil er einen Helm trug.

  2. Zwar kommt die Polizei-Meldung mal ausnahmsweise ohne schrägen Humor aus, aber an dem „verletzte sich dabei schwer“ störe ich mich doch. Wie wäre es mit „wurde dabei schwer verletzt“ oder einer anderen Formulierung, die nicht unterstellt, dass der Mann selbst schuld war?

  3. @ Wilfried: das hätte in der Meldung gestanden.

  4. Genau, „wurde dabei schwer verletzt“ muss es richtig heißen, ist nämlich passiv. Dieses: „geriet unter einen Lkw“ ist genauso falsch.

    Naja, und genau durch solche Formulierungen wird Auto-Normalverbraucher immer wieder suggeriert, dass der Radfahrer doch irgendwie schuld sein muss, zumindest mit schuld.

    Man sollte das aus Sicht des Unfallverursachers schildern: Ein Lkw-Fahrer nietete beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer um…

    Jedensfall bin ich froh, dass er nicht getötet wurde.

  5. Schlimm. Gute Besserung für das Unfallopfer! Auf einmal „Umnieten“ kommt ja geschätzt / gefühlt 500 bis 1000x „Fast-Umnieten“. Wehret den Anfängen, möchte man denken! Aber nur: wie? Seit drei Tagen hat sich ein Ford Transit Fahrer der Reederei Riedel (offenbar auf dem selben Weg wie ich und immer zur selben Zeit) ausgesucht, mich immer jeweils vor dem Rudolf-Virchow-Krankenhaus (sic!) eng überholend zu schneiden. Gestern fuhr direkt hinter ihm ein Opel der Berliner Polizei, der jedes Mal vorschriftsmässige große Bögen um mich und einen anderen Radler fuhr, ebenso ausweichend die überholende BVG. Platz war eh genug. Habe schon überlegt mal bei der Reederei in Kreuzberg anzurufen wegen dem Deppen. Die Polizisten fuhren zwar selbst nach StVO, interessierten sich aber im Übrigen nicht für die knappesten Manöver des Kleinlasters direkt vor Ihnen. Und dann denke ich auch: Eigentlich passiert mir das dauernd … Seufz! LG Joshua

  6. Die Polizei interessiert sowas nicht und diesbezüglich hab ich auch jede Erwartungshaltung aufgegeben. Weder von Pressemeldungen noch von der Unfallvermeidungsarbeit der Polizei ist viel zu halten.

    Der Polizei wird die Kritik an ihrer parteiischen Verkehrsarbeit ja nicht verborgen bleiben, zumal der eine oder andere sich ja auch mal beschwert. Entweder sie verstehen die Kritik nicht, oder sie interessiert sie nicht. Was trauriger ist, weiss ich nicht mal.

    Wenn die Firmen (Reederei Riedel, ich könnte auch ne ganze Palette nennen) gerne auf diese Art Werbung machen, sollte man ihnen mal die Plattform dafür geben. ICarGossip

  7. Ja das ist auch mein Eindruck, ob Polizei dabei ist oder nicht, die Leute fahren Fahrzeugart übergreifend wie sau. Aber es ist auch nicht anders zu erwarten, wenn die Polizei bei Gefährdung oder Halteverbotsverletzungen oder Vorfahrtnehmen vor ihren Augen nicht einschreitet, der Tiger hat die Zähne halt irgendwann verloren.

  8. Es gibt heute wieder 2 Fahrradunfälle in den Polizeimeldungen: Ein 16-jähriger Radfahrer, der beim Linksabbiegen von einem entgegenkommenden Fahrzeug erfasst wurde. Und ein 64-jähriger, der von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst wurde. Beide schwer verletzt.

  9. Es verstarb gestern ein vor 14 Tagen verunfallter Radfahrer:

    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/350488/index.html

    Traurig.

  10. Im Falle des 87-jährigen Radfahrers scheint es offenbar diesmal seine eigene Schuld zu sein. Was hat er überhaupt auf dem Überweg für Fußgänger zu suchen (ohne abzusteigen), wo sich doch daneben ein Radweg befindet.

  11. Woher kommt die Information?

    Na „ein Glück“, dass da kein Fußgänger über den Überweg wollte …

  12. @berlinradler: Offensichtlich ein Troll-Versuch von 123-online

  13. > Was hat er überhaupt auf dem Überweg für Fußgänger zu suchen (ohne abzusteigen),
    > wo sich doch daneben ein Radweg befindet.

    Da hat er natürlich recht, der „123-online“, denn es gehört systematisch alles überfahren, was sich auf einem Fußgängerüberweg bewegt und nicht so aussieht, wie ein ordentlicher deutscher Fußgänger.

    Es ist wirklich beeindruckend, wie große Arschlöcher es geben kann, man könnte meinen, die wären eine Tunneleinfahrt für eine vierspurige Autobahn.

  14. Von Lkw kann man sich nur fernhalten. Die fahren deutlich ignoranter ggü. anderen Verkehrsteilnehmern als jede andere Gruppe im Straßenverkehr: 75% aller Unfälle an denen Lkw beteiligt sind, werden von Lkw verursacht. Zum Vergleich:
    Senioren – 68%
    Mot. Zweirad – 53%
    Radfahrer – 41% und
    Kinder – 29%
    (Zahlen aus Brandenburg, 2010)

    Insbesondere der Vergleich zwischen Kindern und Lkw-Fahrern zeigt deutlich, wie schlecht sich die Berufskraftfahrer mit ihren Lkw im Straßenverkehr benehmen.

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