Radfahr-Risiken

Das österreichische Blatt derStandard.at schreibt in einem Artikel über die Gefährlichkeit des Radfahrens. Von teilweise haarsträubenden Behauptungen abgesehen (mein Favorit: „Wer glaubt, dass zwei Räder sicherer sind als vier Räder, der unterliegt einem lebensgefährlichen Trugschluss.„), gibt es einige ganz interessante Zahlen aus Münster.

So wurden in der amtlichen Statistik 723 Fahrradunfälle registriert, während Unfallforscher im gleichen Zeitraum mindestens 2250 Unfälle ermitteln konnten – also 3x so viele. 25% der Verletzten trugen eine Kopfverletzung davon.

Hochgerechnet für Berlin gäbe das jährlich anstatt der amtlich erfassten 7.000 eine Anzahl von 21.000 Fahrradunfällen – und damit hochgerechnet auf den Verkehrsanteil etwa halb so viele Unfälle pro Fahrt wie bei Autofahrten. Nimmt man eine Anzahl von 500.000 Fahrradfahrten pro Tag an (siehe hier), so läge das Verunglückungsrisiko pro Fahrt bei etwa 1:8700. Auch wenn es uns oft gefährlich erscheint, sind die Risiken des Radfahrens wohl durchaus überschaubar.

Edit: Die Antwort de ADFC auf die zugrundeliegende Studie

42 Gedanken zu „Radfahr-Risiken

Kommentare-Feed
  1. ja, ein selten dämlicher artikel. wo doch gerade in den letzten monaten so viele gute artikel übers radlfahren im standard waren (u.a. auch über alltagsfahren, lastenräder, die bikekitchen (eine autonome selbsthilfewerkstatt)…
    die guten, objektiven und meist radfreundlichen artikel waren alle im (auto)mobil->fahrrad-ressort (http://derstandard.at/r4174/Fahrrad), und dieser hier nun etwas fachfremd im gesundheit->vorsorge-schubfach. klingt mir also irgendwie etwas nach versicherungsbezahlt oder so…

  2. ich stimme zu.

    Es ist wirklich erschreckend, wie einseitig der Artikel geschrieben ist, von unsicheren Bedingungen durch fehlende oder veraltete Radverkehrs-Infrastruktur kein Wort. Auch nicht, dass ein mehr an Radverkehr in der Regel auch höhere Sicherheit bedeutet, weil motorisierte Verkehrsteilnehmer dann aufmerksamer sind.

  3. Soo schlimm finde ich den Artikel gar nicht. Er enthält ein paar Ungenauigkeiten und Pauschalisierungen – aber das machen „wir“ (da nehme ich mich nicht aus) ja auch immer wieder.
    Nach meinen Erfahrungen ist das Radfahren, wenn man nicht völlig passiv fährt, nicht ungefährlich. Von diversen Unfällen, die ich in ca. 40 Radfahrjahren bisher (üb)erlebt habe, war ich in einigen Fällen selbst Schuld: Selbstüberschätzung, nicht angepasstes Fahrverhalten etc. pp. Das waren aber glücklicherweise Unfälle, die ohne „Gegner“ stattfanden. An allen Unfällen, in denen ich nicht alleine beteiligt war, waren meine „Unfallgegner“ – immer PKWs – Schuld. Wieviele dieser Unfälle in die Statistik eingeflossen sind? Ein Bruchteil. Ich würde mich zu der Aussage hinreißen lassen, dass jeder regelmäßige (Großstadt-)Fahrradfahrer in seinem Leben mindestens einen Unfall mit gesundheitlichen Folgen erlebt. In diesem Sinne leben Autofahrer wohl tatsächlich sicherer. Meine persönliche Statistik bestätigt dies jedenfalls – natürlich ist das statistisch nicht signifikant bzw. belegbar (ja, ich habe einige Seminare in Statistik belegt und weiß, wann eine Statistik tragfähig ist und wann nicht 😉 )
    Das hält mich nicht vom Radfahren ab – aber führt dazu, dass ich bewusst fahre und damit rechne, dass ich selber Fahrfehler begehen kann, die zu einem Sturz führen können (ein Grund für mich, immer Radhandschuhe und Helm zu tragen) und dass ich damit rechne, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler begehen, die mich gefährden können.
    Das Abschaffen von Radwegen ist dabei nur EIN Faktor zu erhöhter Sicherheit. Es ist m.E. zu kurz gedacht, wenn wir uns von der Abschaffung von Radwegen einen erheblichen Sicherheitsgewinn erhoffen.
    Eine Zunahme des Radverkehrs wird mit Sicherheit zu einer relativen Zunahme an Sicherheit in Bezug auf Unfälle mit dem Kraftverkehr führen. Die absolute Zahl an Unfällen wird jedoch eher steigen. Dies zu negieren wäre nicht seriös. Radfahren in der Stadt ist nicht völlig sicher und wird es nie sein. Aber es wird immer mehr Spaß machen!

  4. Angesichts der Widerlegbarkeit der meisten Thesen finde ich schon, dass der Artikel das Stadium der Ungenauigkeiten und Pauschalisierungen bei weitem überschreitet.

    So schützt der Helm nicht – wie behauptet – vor Unfällen, sondern soll deren Folgen abmildern. Alkohol ist in Münster ein unfallrelevantes Thema, dass das in anderen Städten weniger der Fall ist – ok, kleine Ungenauigkeit.

    Dass Radfahren gefährlicher sein soll als Autofahren, verkennt die Korrelation – Autofahren ist es, was alle anderen Bewegungsformen überhaupt „gefährlich“ macht. Ohne Autoverkehr gäbe es kaum Unfälle. Auch sind Autofahrer allenfalls innerhalb von Städten gut geschützt, in Flächenländern gibt es hohe Todesraten.

    Und wenn die 3 Säulen der Radfahrsicherheit in der Reihenfolge „Helm“->“Alkoholverzicht“->“Beleuchtung“ sein sollen, dann hat sich jemand geflissentlich um die Beschäftigung mit dem Thema, über das er einen Artikel schreibt, gedrückt.

    Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber der Artikel ist von dem Wissensstand, den die Community hier so hat, beispielsweise weit entfernt.

  5. In den anderen Punkten stimme ich Dir weitgehend zu, nicht dass mein Kommentar als totales Kontra verstanden wird 😉

  6. Den Satz „Ohne Autoverkehr gäbe es kaum Unfälle.“ würde ich nicht so stehen lassen. Gerade diese Statistik deutet es doch an: es gibt weitaus mehr Unfälle, als gemeldet werden. Und aus eigener Erfahrung sind dies sehr häufig Alleinunfälle oder Unfälle ohne PKW-Beteiligung: diese werden nämlich i.d.R. nicht gemeldet.
    Wenn du schreiben würdest: „Ohne Autoverkehr gäbe es kaum tödliche Unfälle.“ bin ich wieder dabei.
    Und das mit dem Helm und der Unfallvemeidung ist doch typische journalistische Ungenauigkeit. Das wird niemand ernsthaft behaupten. Gemeint ist natürlich Unfallfolge.

  7. @ BikeBloggerBerlin: „Eine Zunahme des Radverkehrs wird mit Sicherheit zu einer relativen Zunahme an Sicherheit in Bezug auf Unfälle mit dem Kraftverkehr führen. Die absolute Zahl an Unfällen wird jedoch eher steigen. “

    Das ist doch eine Binsenweisheit. Das einzig wichtige ist in diesem Fall ist für den einzelnen die Aussage zur relative Abnahme der Gefahr und die sollte man auch deutlich in der Öffentlichkeit herausstellen. Berichte in einer radspezifischen Umgebung können sich vielleicht auch mal mit den Gefahren des Radfahrens beschäftigen, ohne dass man gleich mit den Augen rollen muss – dann aber bitte mit Sachverstand. In einem Massenmedium so unreflektiertes Zeug zu schreiben („Ein nach den strengen Prüfkriterien zertifizierter Fahrradhelm … “ hahaha), nur weil gerade irgendwo eine neue Statistik den Anlass dazu bietet, ist eben Mist und dem Abwehrkampf gegen eine Zunahme des Radanteils geschuldet. In Österreich ist jetzt glaube ich auch gerade die Helmpflicht für Kinder eingeführt worden. Jetzt gehts dort halt weiter bis die allgemeine Helmpflicht durch ist. Sieht für mich nach einem Wettlauf aus: kriegen genug Leute rechtzeitig mit, wie RELATIV sicher das Radfahren ist, werden sie sich die Freude daran nicht mehr gefährlich reden lassen wollen.

  8. ja, in österreich wurde vor kurzem die kinderhelmpflicht eingeführt. gerade im standard wurde diese auch kritisch kommentiert (z.b. dieser artikel, der sich auch ausführlich mit den gegenstimmen befasst: http://derstandard.at/1302745360423/Radhelmpflicht-fuer-Kinder-Helm-oder-nicht-Helm-das-ist-die-Frage ; die anderen, meinungskommentare, die ich gerade nicht finde, gingen auch eher in die richtung, daß die pflicht unsinn ist, da viele kinder eh helme tragen, und der rest vom radeln abgehalten werden könnte).

    ich seh den artikel wirklich als ausrutscher eines fachfremden ressorts, der standard ist meiner meinung nach eines der wenigen wirklich lesbaren österreichischen blätter (ok, vielleicht noch die presse, die kenne ich nicht so, ist mir zu konservativ. alles andere sind revolverblätter oder lokalzeitungen…), der sehr viele radlfreundliche artikel schreibt (bzw. fast schon überproportional über die fahrradpläne der neuen grünen wiener verkehrsstadträtin berichtet). aber scheinbar haben sind dann halt doch unter 10 guten ein schlechter artikel.
    und das in wien der radlanteil, der z.b. weit hinter berlin und anderen deutschen großstädten liegt, ich glaub bei nur ca. 7%, gesteigert gehört, spricht sich auch immer mehr rum (ok, bei övp, fpö, bzö eher nicht, und auch der spö sind wohl oft parkplätze wichtiger als radinfrastruktur… aber es scheint etwas bewegung reinzukommen!)

  9. Naja gut, BikeBloggerBerlin, es stimmt schon, ich habe zwischen „echten“ Unfällen und Stürzen unterschieden. Stürze sind für Radfahrer und Fußgänger durchaus ein gewisses Risiko, das ich dennoch entkoppelt von den Verkehrsrisiken betrachten will. Unfälle zwischen Fußgängern gibt es wohl keine, zwischen Radfahrern schon und auch zwischen Radlern und Fußgängern.

    Auch wird die Dunkelziffer der Unfälle nicht unendlich viel höher sein als die der amtlich erfassten Unfälle. Faktor 3 scheint mir da schon realistisch.

    Nimmt man beispielsweise die verunglückten Fußgänger aus dem Jahr 2010, so gab es 1877 Unfälle zwischen motorisierten Fahrzeugen und Fußgängern und 412 Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern. Verglichen mit ihrem Verkehrsanteil sind motorisierte Fahrzeuge in den Statistiken fast immer besonders auffällig.

  10. von Michael S:
    „In einem Massenmedium so unreflektiertes Zeug zu schreiben […] nur weil gerade irgendwo eine neue Statistik den Anlass dazu bietet, ist eben Mist und dem Abwehrkampf gegen eine Zunahme des Radanteils geschuldet.“

    Das ist eigentlich genau der Punkt, den ich auch meine mit meinem Kommentar. Die Diskussionen um die angebliche Unsicherheit des Radfahrens suggerieren bei den meisten Leuten „oohooohoo, Rad fahren ist so unsicher, fahr ich doch mal weiter Auto…“ Das ist einfach keine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema gewesen und wirkt am Ende als totale Anti-Kampagne gegen das Rad als normales Verkehrsmittel. Wozu sowas führen kann, hat auch Mikael Colville-Andersen auf seinem Copenhagenize-Blog schon häuiger beschrieben. In Kopenhagen haben nämlich ähnliche Diskussionen zu einem leichten Rückgang des Radverkehrs geführt (zumindest nach seiner Aussage). Die Rolle des Autoverkehrs ist einfach komplett ignoriert worden in diesem Fall

    ich fahre seit mehr als 10 Jahren Rad in Großstädten und empfinde Fahrrad fahren als äußerst sicher, wenn man ein paar Grundregeln der Vorsicht und Aufmerksamkeit beachtet.

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war es übrigens keineswegs die Intention dieser Münsteraner Studie die Gefahren des Radverkehrs hervorzuheben. Die Studie ist nämlich schon länger draußen und die Autoren haben sich relativ differenziert mit dem Thema auseinander gesetzt – aber da müsste man nochmal genauer nachrecherchieren… (waren glaube ich sogar mal auf ner Velo-City Konferenz …)

  11. …viell. noch ein Zusatz: Ich will mögliche Gefahren gar nicht kleinreden, es ist sogar super wichtig, dass sich mit diesem Thema auseinander gesetzt wird, nur muss der Fokus dabei viel mehr auf die Ursachen gelegt werden, als darauf, wie man sich vor den Auswirkungen schützen kann…

  12. Ein Teil der Risiken sind doch viel mehr Selbstüberschätzung und Ignoranz. Um mal kurz http://www.fuss-ev.de/Fussgaenger-und-Radverkehr/Empfehlungen-Inneroertliche-Gehwege-und-Fahrradnutzung.html
    zu zitieren:
    „Während die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle in Deutschland in den letzten vier Jahren um etwa 2 % anstieg, stieg sie zwischen Fußgänger/innen und Radelnden von 2004 bis 2008 um knapp 11% auf über 4.000 pro Jahr! (Statistisches Bundesamt, Verkehrsunfälle, Tabellen UV 1E3)“
    oder „Laut einer Studie im Auftrag der Bundesanstalt für das Straßenwesen wissen 40% der Radfahrenden überhaupt nicht, dass sie auf Gehwegen nicht fahren dürfen“
    Ich möchte gar nicht ahnen, was diese 40% noch alles nicht wissen und trotzdem in der Stadt radfahren á la Kamikaze.

  13. …das sind in der Tat ziemlich traurige Zahlen und das ist ein Bereich, wo wohl etwas Aufklärung gegenüber Radfahrern notwendig ist… Man erlebt es ja leider täglich, wie selbstverständlich einige Gehwege ohne Rücksicht auf Fußgänger benutzen…

  14. Wo ist diese Studie? Wer hat sie gefunden? Mir kommt’s so vor, als ob das alles alter Wein in neuen Schläuchen sei, 2009 hat die Münsteraner Unfallchirurgie schon einmal zur Dunkelziffer von Radfahrunfällen publiziert; bezieht der Artikel sich darauf? Dann fände ich erstaunlich, wie sehr out-of-context hier der Leiter der Forschungsgruppe zitiert wurde bzw. für einen Spin sich hat instrumentalisieren lassen.

  15. Die Gefahren sind enorm und vor allem habe ich das Gefühl, das die Gefahr durch Autos besonders zunimmt. Fast alle Tage nimmt ein Auto beim Rechtsabbiegen mir die Vorfahrt.

  16. @Internetgenie:

    Diese Gefahr kannst Du massiv reduzieren, wenn Du Radwege meidest.

  17. > Fast alle Tage nimmt ein Auto beim Rechtsabbiegen mir die Vorfahrt.

    Zum Lösungsansatz von „nachtregen“ sei noch hinzugefügt, daß Du auch auf der Straße NICHT RECHTS vom restlichen Verkehr fahren darfst.

  18. „““““““““““
    Prokrastes schreibt:
    Montag, 09.05.2011 um 10:05

    Zum Lösungsansatz von “nachtregen” sei noch hinzugefügt, daß Du auch auf der Straße NICHT RECHTS vom restlichen Verkehr fahren darfst.
    „“““““““““““““““

    Dann dürfte es keine mehrspurigen Strassen geben.
    Der Unterschied auf Fahrbahnen ist eben, dass dort die Spuren logisch verteilt sind.
    Ganz im Gegensatz zum Radwegprinzip wo die Radwegbenutzungspflicht Radfahrer auch zwingt entgegen der Fahrtrichtung zu fahren oder rechts von Rechtsabbiegespuren geradeaus zu fahren.

  19. > Dann dürfte es keine mehrspurigen Strassen geben.

    Es gibt aber auf mehrspurigen Straßen (Helvetizist?) keine Rechtsabbiegerspuren links von Geradeausspuren.

    Was ich hier aber insbesondere meine, ist das „sich-selber-basteln“ einer eigenen Fahrspur dort, wo keine vorhanden ist. Durch extremes Rechtsfahren, durch sich-rechts-an-langsameren/stehenden-Fahrzeugen-Vorbeischlängeln.

    Letzteres ist zwar seit 1988 bei stehenden Fahrzeugen und _ausreichendem_ Platz erlaubt, ist aber lebensgefährlicher Unfug.

    Auf eine Fahrspur gehören nicht zwei Fahrzeuge nebeneinander.

  20. @Prokrastes
    Man muss halt aufpassen, wenn man rechts passiert. Ich kann das aber besser kontrollieren als die mit Null(ver)(ab)standüberholer.

  21. Wenn ich die Rechts-Vorbeischlängler so beobachte, können sie oft herzlich wenig kontrollieren. Manche stellen sich auch rechts neben Lkw. „Der blinkt ja nicht.“ Zudem wird man, wenn es grün wird, wirklich nah überholt. Meistens ist es sinnvoller, einfach hinter den Fahrzeugen zu warten, das Vorbeischlängeln macht wohl nur Sinn, wenn es lange Schlangen sind und man mehrere Ampelphasen warten müsste. Aber auch da sollte man sich – nach dem Vorbeischlängeln – vor einem Fahrzeug postieren und nicht daneben.

    Was Prokrastes schreibt, müsste Teil der STVO werden. Pro Spur ein Fahrzeug (auch Fahrräder), Überholen in der gleichen Spur generell verbieten.

  22. @nachtregen: Wobei man mal fairerweise zugeben muss, dass Radwege hier im Vergleich zu München doch Mangelware sind. Aber nichts destotrotz sollten doch eine Radfahrer erstmal bei sich schauen. Immerhin ist das die Klientel die sich an die wenigstens Verkehrsregeln hält

  23. „“““““““““““““““2
    berlinradler schreibt:
    Dienstag, 10.05.2011 um 12:05

    Was Prokrastes schreibt, müsste Teil der STVO werden. Pro Spur ein Fahrzeug (auch Fahrräder), Überholen in der gleichen Spur generell verbieten.
    „“““““““““““““““““““
    Damit dürfen sich dann auch Fahrräder untereineinder nicht mehr in der gleichen Spur überholen.
    Es sollte besser Teil der StVO werden, dass in ausreichend breiten Spuren rechts der nötige Platz freigehalten werden MUSS wenn man warten muss.

  24. „“““““““““““““222
    BerlinerReiselust schreibt:
    Dienstag, 10.05.2011 um 14:05

    Aber nichts destotrotz sollten doch eine Radfahrer erstmal bei sich schauen. Immerhin ist das die Klientel die sich an die wenigstens Verkehrsregeln hält
    „“““““““““

    Hast Du Zahlen die das belegen.

  25. Soviel Platz wird es nie geben, pro Spur ein Fahrzeug, wäre aber schön.

    Ich fahre auch nur rechts vorbei, wenn ich Ausweichmöglichkeiten habe, im letzten Fall (siehe Blog) wäre da eine Wiese gewesen. Ich fand es unerträglich, hinter einem stinkenden SUV Monster zu stehen, dessen Fahrer ohne ersichtlichen Grund einfach nicht weiter fährt. Außerdem habe ich da noch so eine spezielle Klingel ;.), die ich, seit sie montiert ist, immer noch nicht richtig einsetzen konnte.

  26. „“““““““““
    der_radler schreibt:
    Dienstag, 10.05.2011 um 15:05

    Soviel Platz wird es nie geben, pro Spur ein Fahrzeug, wäre aber schön.
    „““““““

    Dann müsste man mit dem Rad also immer in die Gegenspur wenn man einen anderen Radfahrer überholen will.
    Womit ein Fahrrad dann fast genau so unflexibel würde wie ein mehrspuriges Fahrzeug.

  27. @BerlinerReiselust, dass Radfahrer sich weniger an die Regeln halten als andere Verkehrsteilnehmer ist ein Ammenmärchen. Die Verstöße sind andere, bei Radfahrern oft Ampelverstöße und falsche Fahrbahnbenutzung, bei Kraftfahrern oft Vorfahrtverstöße und überhöhte Geschwindigkeit.

    Geht man davon aus, dass derjenige schlechter fährt, der mehr Unfälle pro Fahrt verursacht, schneiden Kraftfahrer ziemlich schlecht ab. Traurig dabei, dass viele ihre eigenen Verstöße gar nicht mehr wahrnehmen, in der Fahrradnewsgroup de.rec.fahrrad spricht man nicht ohne Grund von „Autisten“.

  28. 80 % aller Autofahrer fahren innerorts zu schnell (http://www.sueddeutsche.de/auto/verkehrsopfer-mit-sicherheit-am-ziel-vorbei-1.949009-3). Das heißt, sie halten sich nicht an die absolute Höchstgeschwindigkeit, verlängern fahrlässig ihren Bremsweg, gefährden sich und andere und beeinträchtigen so das Miteinander im Straßenverkehr. Wenn sich 80 % der Radfahrer nicht an irgendeine Regelung halten würden, wäre Radfahrer schon lange als sittenwidrig verboten worden. Die gewählte Fortbewegungsmöglichkeit ist eigentlich vollkommen egal, da man sich erst bei ausreichendem Kontrolldruck und drastischen Strafen an diese hält. Hier wird aber hochgradig fremdgefährdendes Verhalten gesellschaftlich akzeptiert, traurig.

  29. > Überholen in der gleichen Spur generell verbieten.
    >
    > Damit dürfen sich dann auch Fahrräder untereineinder nicht mehr in der
    > gleichen Spur überholen.

    und

    > Soviel Platz wird es nie geben, pro Spur ein Fahrzeug, wäre aber schön.
    >
    > Dann müsste man mit dem Rad also immer in die Gegenspur wenn man
    > einen anderen Radfahrer überholen will.

    ist natürlich kompletter Unfug.

    Die StVO kennt die Unterscheidung in ein- und zweispurige Fahrzeuge, daher ist eine Regelung, daß einspurige Fahrzeuge einander in einer Fahrspur überholen dürfen, mehrspurige aber einspurige nicht, relativ problemlos zu formulieren.

    > Es sollte besser Teil der StVO werden, dass in ausreichend breiten Spuren
    > rechts der nötige Platz freigehalten werden MUSS wenn man warten muss.

    NEIN. Das ist die Fortsetzung des tödlichen Unfugs, der dringend abgeschafft gehört. Das Rechtsüberholen in einer Spur ist (neben den Scheiß-Radwegen) eine der Hauptursachen für Unfälle mit Rechtsabbiegern.

  30. „Abgeschafft“ finde ich übertrieben, man muss ja nicht rechts vorbeifahren, aber man kann. Mein Leben setzte ich da SICHER! nicht aufs Spiel.

    Wenn ich mich umweltgerecht fortbewege, kann es nicht sein, dass ich den Dreck der motorisierten Verkehrsteilnehmer direkt einatme, – geht gar nicht.

    Was für mich ganz oben steht, um das Unfallrisiko für Radfahrer und andere nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer zu verringern, ist ein generelles Tempo 30 in den Städten. Natürlich müssen sich auch die Radfahrer daran halten.

  31. „“““““““““““““““““
    Prokrastes schreibt:
    Dienstag, 10.05.2011 um 23:05

    Die StVO kennt die Unterscheidung in ein- und zweispurige Fahrzeuge, daher ist eine Regelung, daß einspurige Fahrzeuge einander in einer Fahrspur überholen dürfen, mehrspurige aber einspurige nicht, relativ problemlos zu formulieren.
    „““““““““““““““““““““
    Hier wird aber ein generelles Überhlverbot in Fahrspuren gefordert.
    Die StVO regelt das Fahren in Fahrspuren heute schon ausreichend.
    Auch die Regelung, dass Radfahrer an wartenden Fahrzeugen rechts vorbei fahren dürfen wenn ausreichend Platz ist, gehört dazu.
    Von rechts in eine Fahrspur überholen, wie Du es oben genannt hast, steht da allerdings nichts. Daher braucht man diesen tödlichen Unsinn nicht abschaffen, da er garnicht erlaubt ist.

  32. > Hier wird aber ein generelles Überhlverbot in Fahrspuren gefordert.

    Ich glaube besser zu wissen, was ich fordere als Du.

    > Auch die Regelung, dass Radfahrer an wartenden Fahrzeugen
    > rechts vorbei fahren dürfen wenn ausreichend Platz ist, gehört dazu.

    Das steht da seit 1988 drin, ja.

    > Von rechts in eine Fahrspur überholen, wie Du es oben genannt
    > hast, steht da allerdings nichts. Daher braucht man diesen
    > tödlichen Unsinn nicht abschaffen, da er garnicht erlaubt ist.

    So wird es aber praktiziert, weil sich die Regeländerung von ’88 mittlerweile so halbwegs herumgesprochen hat, aber nicht verstanden wurde. Fahr doch einfach mal ’ne Weile in Berlin herum, und sieh Dir an, wie Radfahrer so fahren. Zum Beispiel in der Friedrichstraße, zwischen UdL und Leipziger Straße.

    Und da liegt das Problem, gegen das auch Tempo 30 nicht hilft.

    Deswegen gehört diese Regelung dringendst abgeschafft.

    > Wenn ich mich umweltgerecht fortbewege, kann es nicht sein,
    > dass ich den Dreck der motorisierten Verkehrsteilnehmer direkt
    > einatme, – geht gar nicht.

    Daß Du einen Schlauch auf die Auspuffendrohre der vor Dir fahrenden Autos stecken sollst, verlangt auch keiner. Ob Du nun aber lebensgefährlich rechts neben Autos vorbeifährst, oder 20 Sekunden an der Ampel hinter ihnen wartest, macht am Schadstoffeintrag in Deine Lunge exakt gar keinen Unterschied aus.

  33. „Ob Du nun aber lebensgefährlich rechts neben Autos vorbeifährst, oder 20 Sekunden an der Ampel hinter ihnen wartest“

    „Zum Beispiel in der Friedrichstraße, zwischen UdL und Leipziger Straße.“

    Da bräuchte man dann aber nicht nur 20 Sekunden länger für das Stückchen, sondern 45 Minuten,wenn man sich da anstellt. 😀

    Aber OK. Links überholen geht ja auch.

  34. „“““““““““
    Prokrastes schreibt:
    Mittwoch, 11.05.2011 um 14:05

    > Hier wird aber ein generelles Überhlverbot in Fahrspuren gefordert.

    Ich glaube besser zu wissen, was ich fordere als Du.
    „““““““““
    Hab auch nicht geschrieben, dass Du das gefordert hast. Willst Du falsch verstehen?

    „““““““““
    Prokrastes schreibt:
    Mittwoch, 11.05.2011 um 14:05

    So wird es aber praktiziert, weil sich die Regeländerung von ‘88 mittlerweile so halbwegs herumgesprochen hat, aber nicht verstanden wurde. Fahr doch einfach mal ‘ne Weile in Berlin herum, und sieh Dir an, wie Radfahrer so fahren. Zum Beispiel in der Friedrichstraße, zwischen UdL und Leipziger Straße.
    „““““““““

    Wo ist das Problem?
    Nur weil sich der Autoverkehr staut sollen Radfahrer auch warten, obwohl die Fahrspuren ausreichend breit sind um Radfahrer rechts vorbei zu lassen.
    Man sollte deshalb besser mal dieses asiozale Verhalten von Autofahrern verbieten aureichend breite Fahrspuren dicht zu machen.
    Ich glaube übrigens dass es schon nach der jetzigen StVO nicht erlaubt ist unbegründet diesen ausreichenden Platz zu blockieren.

  35. Rechts stehenden Verkehr langsam zu überholen, ist nach STVO erlaubt, und das ist auch gut so. Ich kann mich nur wiederholen, man kann, muss aber nicht.

    Von „exakt gar keinen Unterschied“ zu schreiben, wenn man auch nur 20 Sekunden hinter so einem Monster steht, ist schon merkwürdig.

    Dann wollen wir mal Haare spalten 🙂
    Ein Erwachsener atmet pro Minute ca. 15 mal. Dabei gibt es ein Atemzugsvolumen von 0,5 l (im Ruhezustand). Rechnet man das auf die 20 Sekunden, so atme ich hinter dem Auto 2,5 l konzentrierten Dreck. Es stinkt vor allem, das ist zwar subjektiv, muss aber doch nicht sein oder? 😉

    Ich überhole rechts nur, wenn es sicher ist, in meinem „letzten Fall“ war es auch nur eine Fahrzeuglänge und ich hätte nach rechts ausweichen können.

  36. > Rechts stehenden Verkehr langsam zu überholen, ist nach STVO
    > erlaubt, und das ist auch gut so.

    Nein, das ist es nicht. Weil es so zu den gefährlichen Abbiegeproblemen kommt: An der roten Ampel steht ein LKW, dessen Fahrer erst kurz vor dem Losfahren den rechten Blinker einschaltet. Die Radfahrer, die munter rechts neben ihm bis an die Ampel gefahren sind, bekommen das aber nicht unbedingt mit, ebenso bekommt der LKW-Fahrer nicht mit, daß sich da rechts neben ihm Radfahrer angesammelt haben.

    Dazu kommt, daß viel zu viele Radfahrer rechts überholen, wenn da eben NICHT ausreichend Platz ist – ausreichend ist der nämlich nur, wenn sowohl nach rechts als auch nach links ausreichender Sicherheitsabstand vorhanden ist. Es wird aber munter drauflos gefahren, auch wenn die Lücke zwischen LKW und rechts geparktem Lieferwagen nur 80 cm breit ist. Und diese 80 sind schon großzügig, ich beobachte oft Radfahrer, die sich mit einem Bein bereits auf dem Bordstein abstützen, um nicht vom Rad zu fallen, mit dem sie sich rechts an Autos vorbeiquetschen.

    Hinzu kommt: Was geschieht, wenn die rechts überholt werdenden Autos/LKWs plötzlich anfangen, loszufahren? Da befindet sich ein Radfahrer in einer nur 80 cm breiten Lücke, ohne jeden Sicherheitsabstand. Neben fahrenden Autos/LKWs.

    Daß das lebensgefährlich ist, sollte eigentlich jeder erkennen können.

    Die Erwartungshaltung, daß man doch bitte mit ausreichendem Sicherheitsabstand von Autos überholt werden möchte, die muss man auch an sich selbst stellen, und dann sind solche Manöver absolut tabu.

    Und auf üblichen Straßen ist rechts von Autos nie soviel Platz, daß da mit *ausreichendem* Sicherheitsabstand entlanggefahren werden könnte – denn der Sicherheitsabstand sollte jeweils einen Meter von den Lenkerenden nach außen betragen, d.h. die Lücke sollte etwa 2.60 m breit sein. Das aber ist eine komplette Fahrspur.

    Außerdem sollte man bei verkehrspolitischen Forderungen konsequent und konsistent sein.
    ENTWEDER fordert man ausreichenden Sicherheitsabstand durch überholende Fahrzeuge, ODER aber man scheißt auf Sicherheitsabstände, aber beides gleichzeitig ist Unfug.

    > Ich kann mich nur wiederholen, man kann, muss aber nicht.

    Jaja, und jeder ist seines Glückes Schmied. Mit dieser beknackten Einstellung kann man aber Verkehrsregeln ganz abschaffen, denn jeder kann, muss aber nicht.

    Viele der in Berlin unterwegs seienden Radfahrer können ganz offensichtlich diese Risiken nicht abschätzen und bringen sich so in Gefahrensituationen, für die die Auto/LKW-Fahrer nichts können (jedenfalls nichts, was über ihre reine Existenz hinausginge).

    Das ist nicht nur saudumm, das ist verdammt noch mal scheiß-Lebensgefährlich.

    > Dann wollen wir mal Haare spalten

    Du nimmst an, daß die Luft hinter einem Auto eine merklich andere Zusammensetzung hat als daneben.

    Was aber machen die Abgase, die aus einem Auspuff strömen? Sie verteilen sich, sie steigen nicht senkrecht nach oben.

    Und damit ist es wurscht, wo auf der Straße Du atmest, Du kriegst den Kram so oder so ab.

  37. Der Ton macht die Musik, sicherlich nicht jedermanns Sache.

    Sämtliche, von Dir aufgeführten Bedingungen treffen in meinem Fall nicht zu. Mag sein oder besser es wird so sein, dass es bei den Rechtsvorbeifahrern auch schwarze Schafe gibt.

    Aber Pauschalisierungen wie „alle Rechtsvorbeifahrer sind suizidal“ gehen mir auf den Keks. Das ist genauso undifferenziert wie die ramsauerischen Rambo-Radfahrer …

    Was ich überhaupt nicht verstehe, da haben Radfahrer einmal sozusagen ein Priveleg, um Autofahrer legal hinter sich zu lassen, einfach nur, weil sie schmaler und damit flexibler sind und dann ist das auch wieder nicht richtig.
    So, das war jetzt objektiv subjektiv. 😉

  38. <<>>

    Sind das tatsächlich die Fälle, in denen es zu den gefährlichen Abbiegeproblemen kommt, oder vermutetst Du das?

    <>

    Sicherheitsabstand zur Wahrung der Sicherheit von Autolack oder was? Schön und Gut. Aber das ist was ganz anderes als Sicherheitsabstand zur Wahrung der körperlichen Unversehrtheit.
    Im einen Fall richtet es die Versicherung oder der Verursacher, im anderen Fall ist nichts mehr zu richten. Das sind zwei vollkommen verschiedene Angelegenheiten, die vollkommen verschiedene Sicherheitsabstände erforderlich machen.

    <>

    Quatsch. Ein Ausreichender Sicherheitsabstand zu einem stehenden Auto ist selbstredend Dimensionen geringer, als ausreichender Sicherheitsabstand zu einem fahrenden Auto.

    <>

    Konsequent ist immer gut. Unfug ist es aber für zwei gänzlich verschiedene Dinge aus lauter Konsequenz dasselbe zu fordern.
    Selbstverständlich ist in beiden Fällen – fahrendes Auto überholt fahrendes Fahrrad und Fahrrad überholt stehendes Auto – ein ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten. Im ersteren Fall beträgt der laut Rechtssprechung je nach gefahrener Geschwindigkeit ca. 1,50 Meter im zweiten Fall reichen leicht auch 25cm. Denn im ersteren Fall geht um Leib und Leben im letzteren Fall um Lack.

  39. oh. mein zitierversuch ist ziemlich missglückt. Die Software hat meine Anführungszeichen verschluckt und Zeilenumbrüche eingefügt, wo keine waren. Sorry

  40. @der_radler:

    > Sämtliche, von Dir aufgeführten Bedingungen treffen in meinem
    > Fall nicht zu.

    Geht es hier um Risiken des Radfahrens im allgemeinen oder geht es hier um die spezifischen Risiken von Dir?
    Bedenke, daß Du als Radfahrer auch Vorbild bist für andere Radfahrer, die sich womöglich an Deinem Fahrstil orientieren.

    > Aber Pauschalisierungen wie “alle Rechtsvorbeifahrer sind suizidal”
    > gehen mir auf den Keks.

    Die Autos/LKWs, die losfahren oder rechts abbiegen, die differenzieren ganz sicher, ob der rechts von ihnen fahrende Radfahrer das tut, weil er davon überzeugt ist, dort gut aufgehoben zu sein, oder ob er suizidale Tendenzen hat. Gewiss. Die können das.

    @reclaim:

    > Sind das tatsächlich die Fälle, in denen es zu den gefährlichen
    > Abbiegeproblemen kommt, oder vermutetst Du das?

    Sind es, natürlich nicht ausschließlich, die Scheiss-Radwege tragen ihren übermäßigen Teil dazu bei. Die Verkehrssituation in der Friedrichstraße habe ich bereits erwähnt — beobachte die einfach mal, und sieh Dir an, was passiert, wenn da ein Auto-/LKW-Fahrer rechts abbieben will.

    Konfliktfreies Miteinander ist was anderes.

    Ich bin komplett gegen eine Separation von Rad- und Autoverkehr. Keine sogenannten „Radwege“, aber eben auch keine sogenannten „Radspuren“ auf der Straße, und sowas auch nicht in selbstgemacht, selbsterzwungen.

    Als Radfahrer sollte man genau da fahren, wo auch die Autos fahren, auf der Straße. Nicht daneben, nicht devot rechts an deren Rand. Sondern da, wo das rechte Rad des Autos langrollt.

    Wo Tempo 30 gilt, ist das kein Problem.

    Auf Rennstrecken mit Tempo 50 (sofern es die geben muss) kann man über Radspuren nachdenken, weil die Geschwindigkeitsdifferenzen sonst zu groß werden. Aber nur da.

    > Quatsch. Ein Ausreichender Sicherheitsabstand zu einem stehenden
    > Auto ist selbstredend Dimensionen geringer, als ausreichender
    > Sicherheitsabstand zu einem fahrenden Auto.

    Das mag zutreffen, allein, das stehende Auto bleibt kein stehendes Auto, irgendwann fährt es los. Und wartet nicht darauf, das alle neben ihm stehenden/fahrenden Radfahrer weggefahren sind.

    Damit wechselt der Sicherheitsabstandsbedarf des Radfahrers ohne dessen Einflussnahmemöglichkeit.

    > Im ersteren Fall beträgt der laut Rechtssprechung je nach
    > gefahrener Geschwindigkeit ca. 1,50 Meter im zweiten Fall
    > reichen leicht auch 25cm.

    Nein. Tun sie nicht. Einerseits kann — wie ich bereits dargelegt habe — das links vom Radfahrer befindliche Auto losfahren, andererseits kann eine Tür eines rechts vom Radfahrer geparkten Autos aufgerissen werden.
    Und wenn sich die beiden Situationen überschneiden, dann wird es richtig lustig. Oder wenn ein Fußgänger hinter einem geparkten Lieferwagen hervorkommt und den Kopf rausstreckt. Da reichen 25 cm auch nicht aus.

    Und in keinem der Fälle geht es um Lack, sondern um direkten Aufprall auf eine Tür oder einen Fußgänger, oder um Ausweichbewegungen beispielsweise in einen anfahrenden LKW hinein.

    25 cm Abstand sind auch beim Vorbeifahren an geparkten Autos ganz entschieden viel zu wenig.

  41. Wenn sich andere Radfahrer an meinen Fahrstil halten würden, Himmel auf Erden, ohne arrogant wirken zu wollen. 😉

  42. „““““““““““““““““““““““
    Prokrastes schreibt:
    Donnerstag, 12.05.2011 um 15:05

    Bedenke, daß Du als Radfahrer auch Vorbild bist für andere Radfahrer, die sich womöglich an Deinem Fahrstil orientieren.
    „““““““““““““““““““““““““““

    So etwas höre ich immer wieder.
    Wenn das wirklich so wäre müsste der Radverkehrsanteil in Deutschland bei über 90% liegen.
    Genau das Gegenteil ist der Fall. An Leute mit viel Erfahrung auf dem Rad wird sich am allerwenigsten orientiert. Zumindest von der Allgemeinheit.

    Noch ein Hinweis. Mach dir mal den Unterschied zwischen rechts überholen und rechts vorbei fahren deutlich. Dann wirst Du merken, dass viele deiner hier angeführten Argumente plötzlich vom Tisch sind.
    Das Rechts vorbei Fahren und rechts Überholen ist alltägliche Praxis auf innerstädtischen Fahrbahnen und deine Unfallszenarien kommen dabei einfach nicht vor.
    Erst wenn man so unlogische Verkehrsführungen wie Radstreifen oder Radwege installiert wird rechts überholen zum russischen Roulette.

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