Einige Zahlen zur elektrischen Mobilität

Im Tagesspiegel gibt es einen interessanten Bericht über eine Studie der Universität Duisburg-Essen, die den heutigen Elektroautos bereits eine wirtschaftliche Nutzbarkeit (verglichen mit herkömmlichen Kfz) bescheinigt. Interessant sind dabei die Zahlen – bei einer Jahresstrecke von 15.000 km werden Stromkosten von 622 Euro veranschlagt, bei 24 ct/kWh. Dies entspricht etwa 2.590 kWh und damit ca. 0,17 kWh / Kilometer.

Laut Wikipedia lag der deutsche jährliche Stromverbrauch (2009) bei 617,5 Mrd kWh.

Die kumulierte jährliche Fahrleistung in Deutschland dürfte in etwa bei 580 Mrd Kilometern liegen (siehe Shell-Studie „Kraftstoff-Sparen in Deutschland“, S. 5)

Im Milchmädchenmodus ergibt sich daraus, dass in der wunderbaren neuen Welt der Elektromobilität mit einer zusätzlichen jährlichen Stromabnahme von 100 Mrd kWh zu rechnen ist, das entspricht einer Erhöhung des Stromverbrauchs um ca. 16%. Ein Sachverhalt, der in der öffentlichen Diskussion völlig untergeht.

30 Gedanken zu „Einige Zahlen zur elektrischen Mobilität

Kommentare-Feed
  1. …und wenn man dann den deutschen Strommix nimmt und nicht sinnloserweise nur Strom aus Erneuerbaren, dann wird man schnell drauf kommen, dass die hochgelobten Elektroantriebe schlicht und einfach dreckiger sind, als der Ottomotor. Ganz zu schweigen von der durchaus nicht ökologisch neutralen Herstellung und Entsorgung der Akkus. Aber das kann uns ja alles wurscht sein, passiert ja zum Glück in China.

  2. Naja, demr um 16 steigenden Strom“verbrauch“ ist allerdings der komplette Wegfall von Benzin- und Dieselverbrauch gegenüberzustellen, was wiederum weiterreichende Folgen haben dürfte: Keine Tankstelleninfrastruktur mehr und daher auch keine Versorgungsfahrten für diese mit Tank-LKW.

    Bei 580 Mrd km und einem (sehr optimistischen) Verbrauch von 5 Litern auf 100 km kommen wir auf knapp 30 Mrd Liter, die nicht mehr durch die Gegend geschaukelt werden müssen, nicht mehr in Raffinerien hergestellt werden müssen und auch nicht als Fein- und Feinstaub und diverse Abgase in die Luft geblasen werden.

    Der „Dreckgehalt“ des Stromes ist änderbar, der Dreckgehalt der klassischen Nutzung fossiler Brennstoffe nicht, daher ist ein „Vergleich“ wie der, den Konrad angestellt hat, vollkommen für’n Arsch.

  3. …kriegt halt jede blechkiste ein solarstromdach und gut ist.

  4. @solar sunny: Wenn das so einfach wäre. Ein Solardach in Autogröße würde nicht ausreichen.

    @Prokrastes, interessant fände ich die Frage, ob man Mobilität nicht dennoch autofreier gestalten könnte als heute. Der Flächenmissbrauch äh -verbrauch, die hohen Unfallzahlen und die gerine Lebensqualität in städtischen Gebieten sprächen schon dafür. Aber auch darüber spricht, ebenso wie über den steigenden Stromverbrauch, niemand.

  5. > interessant fände ich die Frage, ob man Mobilität nicht dennoch
    > autofreier gestalten könnte als heute.

    Innerhalb von Siedlungsgebieten ab einer gewissen Bevölkerungsdichte ist das ganz gewiss möglich, aber es leben einerseits nicht alle Menschen in Städten und andererseits viele nicht an Orten, die es ihnen ermöglichen, unter Nutzung von ÖPNV oder gar zu Fuß/mit dem Rad ihren Arbeitsplatz zu erreichen.

    Und wer „aufm Dorf“ lebt, der kann mit dem zweimal täglich fahrenden Bus schlichtweg nichts anfangen, weder, um mit dem den in der Stadt liegenden Arbeitsplatz zu erreichen noch um die Einkäufe zu erledigen.

    Wer in Berlin lebt und arbeitet, der braucht gewiss nicht unbedingt ein Auto dafür, aber bei der Qualität des ÖPNV ist auch das nicht immer auszuschließen. Es gibt genügend Gegenden, die nicht als ÖPNV-erschlossen zu bezeichnen sind – irgendwo, wo alle halbe Stunde mal ein Bus langzuckelt, ist nicht „erschlossen“ im Sinne von lebbar benutzbar.

    Es bedarf auch einer gewissen Realitätsverzerrung, um anzunehmen, daß alle Distanzen unter 10 km von jedem problemlos mit dem Rad zurückzulegen sind – das anzunehmen ist schlichtweg naiv.

    Solange wir also nicht das Leben komplett auf den Kopf stellen und alle Menschen nicht weiter als 2km entfernt vom jeweiligen Arbeitsplatz oder näher an einer leistungsfähigen ÖPNV-Verbindung dorthin konzentrieren, wird nichtmuskelkraftgebundener Individualverkehr nicht aussterben.

  6. @ Prokrates
    Warum das Leben auf den Kopf stellen?
    Das wäre doch wohl mehr ein auf die Füße stellen. Der größte Teil der Menschheit kommt ziemlich gut ohne Auto aus und kam es übrigens auch in Europa, bis vor recht kurzer Zeit das Automobil das Leben auf den Kopf stellte. Ohne Autos würden sich auch auf dem Land zwangsläufig andere Transportkulturen entwickeln.
    Aber ich gebe dir im Ergebnis recht: Was aber wohl tatsächlich nicht geht, ist das auf den Kopf stellen des Lebensstils. Das ist eine Frage der Bequemlichkeit und nicht der Möglichkeit und wer kommt schon da gegen an.

  7. @ Prokrastes
    Das hat mit Leben auf den Kopf stellen wenig zu tun, sondern mit Veränderung. Unser derzeitiges Mobilitätsverhalten (äh… also nicht meines, ich habe kein Auto mehr) ist nicht zukunftsfähig – da können wir uns auf dne Kopf stellen und es wird doch nicht zukunftsfähiger werden. Derzeit versuchen uns die Konzerne das noch weiszumachen, indem sie im Marketing Benzin durch Strom ersetzen (man kann halt nicht mehr richtig gut abstreiten, dass es da zukünftig mit dem Öl Probleme geben wird). Mit dem sich jetzt andeutenden Atomausstieg ist aber auch der Ersatz durch die autombilie Elektromobiliität in D schon überdeutlich Makulatur. Wir KÖNNEN nicht einfach umschichten: Oh, kein Öl mehr, hm – nehmen wir halt die passende Menge Strom. Auch der kommt nicht aus der Wand und es führt kein Weg am Energie-Sparen vorbei. Das wird zwangsläufig bedeuten, dass die Elektromobilität in der Tat die Benzinmobilität ersetzen wird, aber zukünftige Elektromobile werden nicht mehr die gleichen Kenndaten erfüllen, wie heutige Benzin-Autos. Sie werden leichter, langsamer, kleiner sein müssen, um einen angemessenen Verbrauch zu gewährleisten. Deshalb glaube ich auch an eine starke Rolle der Elektrofahrräder für einen großen Teil der Leute, die heute noch das Auto als Standardfortbewegungsmittel nutzen. Sie sind der einzig realistische Weg, angesichts knapper Resourcen das bisher gewohnte Leben halbwegs aufrecht zu erhalten.

  8. Ich schrieb nicht umsonst von „autofreier“, zwischen den Extremen der Nur-Auto-Gesellschaft und einem völligen Autoverzicht findet man viele Nuancen. Auch deutete ich nicht an, dass jeder alle Distanzen unter 10 km mit dem Rad zurücklegen könnte / sollte.

    Die schlechte ÖPNV-Anbindung ist oft eine Konsequenz übermäßiger Bevorzugung der Autofahrer und des daraus resultierenden Nutzloswerdens öffentlicher Verkehrsangebote. Das war / ist oft ideologisch geprägt und die Ausdünnung hatte immer zur Folge, dass mehr Leute aufs Auto umsteigen mussten – ein Teufelskreis. Derartige Mechanismen sind umkehrbar. Überangebote an Verkehrs- und Parkfläche kann man z.B. abbauen.

    Solange ich in den Bezirken Karten für die wenigen verbliebenen, für den Schulweg tauglichen Straßen erhalte und nicht umgekehrt vor den wenigen Gefahrenstellen gewarnt werden muss, steht unser Leben auf dem Kopf, da stimmt was nicht.

    Wenn alle paar Wochen ein großer Aufschrei durch die Medien geht, weil ein Mensch in der U-Bahn verprügelt wurde – gleichzeitig aber bei vergleichbarem Verkehrsanteil mehr Menschen auf der Straße schwer verletzt und getötet werden, ohne dass das jemanden interessiert, stimmt ebenfalls etwas in unserer Wahrnehmung nicht.

    Wenn Elektromobilität bedeutet, dass ich mich weiterhin in meiner Lebensqualität und -sicherheit einschränken muss, sehe ich das Thema durchaus kritisch. Diesen Diskussionsbereich habe ich aus dem Beitrag ganz rausgelassen, da mich besonders auch die Machbarkeit der Elektromobilität interessierte, die bei +16% Stromverbrauch wohl gegeben ist.

  9. Und wie viel Energie wird denn gespart, wenn die ganzen Raffinerien nicht mehr arbeiten müssen? Wie wird sich die Gesellschaft bis dahin verändern?

    Das ganze sind wohl Größenordnungen und Komplexitäten, in denen Milchmädchen nicht wirklich Sinn machen. 😉

  10. Die Idee der „Elektromobilität“ haben die Fronzosen
    eingeführt, um ihren ganzen Atomstrom nachts auch
    nutzen zu können. (Pumpspeicherkraftwerke und Elektrofahrzeuge)

    In Zeiten von Stromspargeräten (AAA+++) haben Merkel und Co.
    extra für ihre Geldgeber, also einige Stromerzeuger, einen Weg
    gefunden, den Stromverbrauch wieder anzukurbeln.

    Die Elektromobilität liefert so natürlich viele Argumente für neue
    Kraftwerke bzw. beibehalt der Atomkraft.

  11. @ Marco

    Soweit ich mich erinnere, ist in der öffentlichen Diskussion nie konkret die Frage nach dem Strom gestellt worden, der benötigt würde, um allein das 1 Mio.-Ziel 2020 zu betreiben. Es ist zwar offensichtlich, dass da ein Zusammenhang mit der Laufzeitverlängerung besteht, aber behauptet wurde immer, dass das mit regenerativen Energien realisiert werden sollte. Jeder Autokonzern hat dagegen ratz-fatz einen Energieerzeuger als Partner gefunden, als es um den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität ging. Kleine Lösungen waren da gar nicht gefragt. Dabei kann einem doch keiner weismachen, dass Energieerzeuger am Energiesparen Interesse hätten. Der neue Hype um Offshore-Windparks ist der Ersatz für die geplatzten Atomträume. Auch die sind nur mit den Großen der Energiebranche zu realisieren.

  12. @ Michael S
    Das finde ich gar nicht so problematisch. Ich will einen Stromanbieter, der Ökostrom pur anbietet. Wenn der irgendwann mal Eon oder Vattenfall statt wie heute Lichtblick oder Greenpeace-Strom heißt: warum nicht? Zur Zeit geht der Hype in Richtung Ökostrom-Anbieter. Und irgendwann werden sich auch die „Großen“ darüber ihre Gedanken machen.
    Das erinnert mich an die 80er, als man es ideologisch ablehnte, fair gehandelte bzw. Bio-Ware bei ALDI und Co kaufen zu wollen. Das ist inzwischen etabliert, und das ist ok. Schließlich will ich, dass diese Waren den Massenmarkt erreichen. Ebenso Ökostrom. Ökostrom für 80 Mio Menschen geht nicht mit kleinen Lösungen, sondern wird auch Offshore-Windparks der Stromgiganten beinhalten.
    Dass der Trend zur Elektromobilität den Stromverbrauch steigern wird, dürfte richtig sein. Richtig ist aber auch, dass in der Diskussion darüber unüberhörbar der Fokus auf die „Qualität“ des Stroms gelegt wird. Es wird noch einige Zeit dauern, bis niedrige Kosten von Elektrofahrzeugen ein Kaufargument sein werden. Zur Zeit ist das Kaufargument „umweltverträgliche Mobilität“, und die Käuferschicht denkt dabei auch über die Herkunft des Stroms nach – und erzeugt bzw. vergrößert den Markt für Ökostrom.

  13. @ BikeBlogger

    Auch regenerativ erzeugter Strom hat an sich noch nichts mit Öko zu tun. Wenn die übrigen Faktoren vernachlässigt werden, verschiebt man nur das Problem von CO2-Anfall oder Strahlengefahr auf andere Gebiete. Großkonzerne sind einzig und allein der Gewinnmaximierung verpflichtet. Das macht dann auf der positiven Seite ihre Leistungsfähigkeit und ihre Innovationsbereitschaft aus, auf der negativen Seite ist nicht Nachhaltigkeit vorgesehen sondern endloses Wachstum. Verbindet man das noch mit der unübersehbaren Einflußnahme auf die Politik, finde ich schon, dass das ein Problem ist.

    Man kann es drehen und wenden wie man will, ohne Energieeinsparung werden wir nicht weiterkommen. Das wird sicher Industrie und Haushalte betreffen, aber auch den Verkehrsbereich. Und da sehe ich ein großes Potential im Bereich Klein- und Leichtfahrzeuge. Ein Potential das sich nicht so leicht entwickeln läßt, wenn es – zum Nutzen der Großen – nie groß und schwer genug sein kann. Eine vernünftige Mobilität sieht so aus, dass der größte Teil zu Fuß (!), mit dem Rad oder ÖPNV erledigt wird, was so nicht geht über E-Fahrräder und Leichtfahrzeuge. Nur in Ausnahmefällen würden dann noch Fahrzeuge nach heutigem MIV Verständnis rumfahren. Das ist momentan für die meisten nicht vorstellbar und widerspricht auch den Lebensgewohnheiten der letzten Jahrzehnte (was widerum Einfluß darauf hatte, wie wir uns räumlich organisiert haben). Aber da werden wir uns eben umstellen müssen. Ist ja ein Überlebensmerkmal des Menschen 😉

  14. > Eine vernünftige Mobilität sieht so aus, dass der größte Teil zu
    > Fuß (!), mit dem Rad oder ÖPNV erledigt wird,

    Wenn man am Kollwitzplatz oder in Rufweite der Simon-Dach-Straße lebt, lässt sich so etwas leicht daherplappern, aber sobald man außerhalb größerer Städte lebt — ja, so etwas gibt es –, dann impliziert es brachialste Einschnitte in die Lebensgestaltung.

    Was bitte macht man „uff’m Dorf“, wo der nächste Lebensmittelladen 15 km entfernt ist, wo der nächste Arzt 20 km entfernt ist? Die Zahlen sind zwar willkürlich, dürften aber die Zustände in Brandenburg oder MeckPomm recht gut wiederspiegeln.

    Daß der dortige ÖPNV (der aus einem zweimal täglich verkehrenden Bus besteht) besser wird, ist noch unwahrscheinlicher als ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

  15. @Prokrastes: Die Realität ist doch, dass auch die Leute massiv aufs Auto setzen, die genügend Alternativen hätten. Nicht aus Dummheit, Umweltfeindlichkeit oder Bosheit, sondern weil sie eine Verkehrsinfrastruktur vorfinden, die das so vorsieht. Wenn nur diejenigen Auto fahren würden, die das müssen, gäbe es kaum Verkehrs- und Energieprobleme. Wie ich weiter oben schon anmerkte, spricht hier keiner von einem 100%igen Autoverzicht. So, wie es jetzt ist – nämlich Lebensräume, die primär nach den Bedürfnissen einer einzigen Mobilitätsgruppe geplant werden und alle anderen benachteiligen, muss es doch nun wirklich nicht weitergehen.

    @BikeBlogger: Die „Großen“ bieten durchaus „echte“ Ökostrompakete an. Problem dabei: Wenn sie nicht massiv in den Ausbau der Erneuerbaren investieren, dann kaufen ihnen ein paar von uns Ökospinnern den Ökostrom ab, während der Regenerativen-Anteil bei den restlichen Strombeziehern sinkt. Wichtig ist einzig und allein der Ausbau, den unterstützt man derzeit am besten mit den echten Ökostromanbietern.

  16. @Proskrastes: Henne-Ei Problem, der ÖpnV ist nur so schlecht weil er dank massiver verbreitung von Autos kaum genutzt wird „aufm Land“. Das sind Hausgemachte Probleme die man mit genügend politischen Willen ändern kann.

  17. Henne-Ei-II: Die Zersiedelung ist ja oft auch erst mit dem Auto möglich geworden.

  18. mich würde mal interessieren, wie otto normalberliner, der eine mietwohnung im 3 og bewohnt und nach feierabend auf parkplatzsuche um dem block eiert zu seinem ladekabel kommt? bekommt dann jeder parkplatz ne ladestation?
    spezielle e-parkpläte von vattenfall?
    oder doch kabeltrommel durchs küchzenfenster?

  19. Zum ÖPNV: Der kostetet auch Geld und wird meist von den Kommunen querfinanziert da die Fahrkartenpreise die Betriebskosten oft nicht decken und da wird es auch nicht helfen Dörfer im 10min-Tackt zu beliefern, selbst wenn dann mehr Leute faheren würden. Und da Städte und Gemeinden eh notorisch pleite sind wird eben an Bus und Bahn gespart. Warum bedient die DB eigentlich lieber Fernstrecken in Deutschland und Güterzüge in Indien und sonstwo?

    Zu den Stromriesen: Natürlich wollen die Strom verkaufen. Das Ziel den Stromverbrauch insgesamt zu senken halte ich so wie so für utopisch außer bei drastischem Bevölkerungsrückgang. Der Haushalts-Elektropark wird zwar sparsamer wächst aber durch Spielkonsolen, Computer und 3 DVD-Spieler immer weiter an; Ahnlich wie bei den Dosen, die so gesehen sparsamer werden aber durch den ganzen Elektro- und Sicherheitsgedöns dann wieder gleichviel verbrauchen.

    Zur Energiewende: Sie wird kommen, sie muss vom Staat und durch Emissionszertifikate forciert werden und kaufmännisch macht das nach dem Atomausstieg auch sinn, denn wo sonst kann ich ohne Brennstoffkosten Strom für lau produzieren? Das problem sind hier eigentlich die dummen Aktionäre die jedes Quartal einen Gewinn sehen wollen -> asoziales Pack.

    Zum Akkuauto: Ja, es brauch Infrastrucktur in Form von E-Zapfsäulen. Ich denke aber des zusätzlich noch diese Akkutauschstationen von diesem Israeli kommen werden -> einige Konzerne sollen sich ja auf eine Akkubauform geeinigt haben, zum anderen wird wohl an der Brennstoffzelle und dem H²-Auto nichts vorbeiführen. Wasserstoff scheint immer noch der beste Energiespiecher zu sein.

    Und da mir die Aussage so gut gefallen hat zitiere ich noch einmal Prokrastes:
    „Der “Dreckgehalt” des Stromes ist änderbar, der Dreckgehalt der klassischen Nutzung fossiler Brennstoffe nicht,…“
    Denn irgendwo muss man mal anfangen. Status quo steht, alles auf den Kopf stellen geht nicht außer man heißt Pol Pot. Wem es nicht gefällt der soll bitte asuwandern nach Baltrum, Juist, Spiekeroog, Wangerooge oder Langeoog. Aber vielleifch wäre eine City Maut für Berlin die richtige Lösung…

  20. @ Prokrastes: „Was bitte macht man “uff’m Dorf”, wo der nächste Lebensmittelladen 15 km entfernt ist, wo der nächste Arzt 20 km entfernt ist? “

    Ich dachte an eine Entwicklung, nicht an den heutigen Stand. Glaubst du, dass der nächste Lebensmittelladen und der nächste Arzt für die Landbevölkerung schon immer quasi unerreichbar waren? Das haben wir uns so hinorganisiert und das werden wir wohl auch zurückorganisieren müssen. Auf dem Land sind es schon jetzt gerade die Alten, Dagebliebenen, die unter der Ausdünnung der Versorgungseinrichtungen leiden. Die fahren nicht mit dem Auto zum nächsten Großmarkt, sondern kaufen ihre Milch am Edeka-Auto, dass 2 mal die Woche vorbeikommt. Die bezahlen den (Mehr-)Preis für die Supersonderangebote 5 km weiter im Großmarkt.

    Das Auto hat viel ermöglicht, an dem man festhalten möchte. Schön in der Stadt oder am Stadtrand wohnen und die Angebote nutzen, am WE raus ins Grüne und dem Stadtmief und Lärm entfliehen. Oder schön im Grünen wohnen mit all der Ruhe und heilen Welt und zum Shoppen und fürs Nightlife in die Stadt brausen. Das ist der Nutzeffekt von immer zum Spottpreis verfügbarer Mobilität: überwiegend ein reiner Luxus. Und das wird er zukünftig auch werden: ein Luxus und dann ists in Ordnung. Für den Alltag und für Normalsterbliche bleibt dann eben: zu Fuß, Fahrrad, ÖPNV, E-Räder und -Leichtfahrzeuge und eine Entwicklung in hiermit machbare Entfernungen.

  21. Vielleicht hilft ja folgende Überlegung, weshalb die elektrische Mobilität so vehement gefördert wird:

    Die Stromversorgung wird durch Grundlast-, Mittellast- und Spitzenlastkraftwerke sichergestellt.

    Typische Grundlastkraftwerke sind Kernkraft- oder auch Braunkohlekraftwerke. Bei der Grundlast handelt es sich quasi um den Stromverbrauch, der Tag und Nacht grundsätzlich verbraucht wird (Grundverbrauch – resultierend aus Industriebetrieben, die Tag und Nacht die gleiche Menge Strom benötigen, aus dem Stromverbrauch, der für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur rund um die Uhr benötigt wird, oder aus dauerhaft laufenden Haushaltsgeräten, z.B. Kühlschränken – alles im allen kalkulierbare, dauerhafte Verbräuche).

    Mittellastkraftwerke sind beispielsweise Steinkohlekraftwerke, die zu Zeiten absehbar höherer Stromverbräuche ans Netz gehen (z.B. in den Morgen- oder Abendstunden).

    Spitzenlastkraftwerke sind solche, die immer dann ans Netz gehen, wenn kurzfristig viel Strom gebraucht wird (dabei handelt es sich meist um Gaskraftwerke, aber auch Pumpspeicherwerke sind hierfür bestens geeignet, sie liefern nämlich nach Öffnen der Schleusen/Ventile innerhalb von drei Minuten Strom).

    Wann stehen Autos und/oder Fahrräder meistens ungenutzt herum und können aufgeladen werden? Eben, nachts, dann, wenn meist nur die Grundlastkraftwerke in Betrieb sind. Und, wer betreibt diese meistens? Eben, Eon, RWE, EnBW, Vattenfall. Und um was für Kraftwerke handelt es sich? Eben, Kernkraftwerke. So, und jetzt darf man raten, weshalb E-Mobilität so forciert wird.

    Die Fragen, wo die ganzen Grundstoffe für die notwendigen Speichermedien herkommen sollen (und wieder entsorgt werden müssen), wie groß die Effizienz der Speichermeiden ist (unter Berücksichtigung der Effizienzverluste bei der Stromproduktion und Stromverteilung irgendetwas von 20% [genaue Zahlen habe ich gerade nicht vorliegen]), welche Kosten für die Erstellung der Infrastruktur erforderlich sind und, grundsätzlich, weshalb man überhaupt ein E-Fahrrad benötigt, werden nicht gestellt und/oder beantwortet.

    Hinsichtlich des Energie-/Stromverbrauches sollte es doch Ziel sein, weniger zu verbrauchen.

    MfG
    Jürgen

    PS: Als Grundlastkraftwerke können möglicherweise auch große Windkraftparks auf hoher See angesehen werden, wo der Wind ununterbrochen weht.

  22. @Jürgen: „weshalb die elektrische Mobilität so vehement gefördert wird:“

    Was wird denn da vehement gefördert? Die „elektrische Mobilität“ wird nur in Form der AUTOelektrischen Mobilität gefördert, und zwar massiv. Auch für die wird eigentlich nur der Ausbau eines Versorgungsnetzwerks immer wieder gefordert (- ob das wirklich nötig ist oder eben auch nur ein weiteres Geschäftsfeld aufgemacht wird, mit dem man schon mal unliebsame kleinere Marktteilnehmer ausschließt, sei mal dahingestellt). Die E-Fahrräder müssen sich größtenteils allein verkaufen. Da wird nix groß gefördert, auch keine Infrastruktur wie z.B. sichere Abstellmöglichkeiten. Der Grund ist sicher eben der, dass da nur ein relativ geringer Energie-Verbrauch erfolgt, der Umsatz verglichen mit dem Umsatz für PKW gering ist und die Beschäftigten der Branche oft schon jetzt eher in China sitzen. Kein Anlass, sich damit fördernd zu beschäftigen, ausser dass es positive Folgen für den Energieverbrauch hätte und das ist ja nun wirklch kein ernstzunehmender Grund.

    Aber auf jeden Fall Danke für die prinzipielle Zusammenstellung und die Verdeutlichung der generell sicher richtigen Interessenlagen.

  23. @Michael S:

    Du hast Recht, dass in der Öffentlichkeit hinsichtlich Elektromobilität vorzugsweise von entsprechend betriebenen Autos gesprochen wird. Diese Art der E-Mobilität steht tatsächlich im Mittelpunkt der Förderung und der Propagierung. Das liegt einfach an der Größe und Bedeutung dieses Industriezweiges für Deutschland und der utozentriertheit der meisten Politiker. Der „Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung“ (August 2009) bezieht jedoch auch Fahrräder und Roller mit in den Entwicklungsplan ein.

    MfG
    Jürgen

  24. @ Jürgen: Hast Du eine Zahl, wieviele der fast 200 Projekte im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität sich auf Fahrräder und Leichtfahrzeuge beziehen? Meiner Ansicht nach ist das nur ein Feigenblatt bei der Aufzählung von Handlungsfeldern, in Wirklichkeit fließt das Geld nur an Automobilkonzerne und Energieunternehmen.

    http://www.konjunkturpaket.de/nn_774370/Content/DE/Artikel/2010/05/2010-05-03-elektromobilitaetsgipfel.html

  25. hab ungenau gelesen, dass sind nur einige der im Konjunkturpaket II enthaltenen. Aber wo du auch sonst blätterst und suchst, es geht immer nur um Autos.

  26. Soweit ich das sehen kann, werden in der Studie nur die reinen Stromkosten berücksichtigt. Meiner Meinung nach ist das unseriös, da auch die Kosten für den Akku zu den Verbrauchskosten zu zählen sind, da die Dinger nicht lange halten. Die Kosten für Ersatzakkus über die Lebensdauer des Fahrzeugs sind wahrscheinlich sogar wesentlich höher als die für den Stromverbrauch.

    Wenn ich alle zwei Jahre noch mal 10000 EUR in einen Fahrakku investieren muss oder entsprechende Mietkosten habe, sieht die Rechnung nochmal anders aus. Deshalb ist die Studie mMn völliger B***sh**.

    Ganz davon abgesehen müssen auch Rohstoffe für die vielen Akkus vorhanden sein. Bei LIon-Akkus sieht es da im Moment soweit ich weiss nicht gut aus.

  27. @Henning, danke für die Links, genau solche Zahlen habe ich bisher vermisst.

    In Deutschland sind etwa 40 Mio. Kfz zugelassen, die erste von Dir genannte Zahl (0,5% für 1 Mio Fahrzeuge) stimmt dann relativ gut mit den 16% für alle Fahrzeuge überein.

  28. ich hab meinen verbrauch für die strecken über 10 km (drunter bin ich so schon meist mit DEM rad gefahren > http://commonman.de/wp/?page_id=2688 ) von 8-12l (80-120kWh/100km) auf 0,7kWh mit diesem gefährt gesenkt > http://commonman.de/wp/?page_id=3074

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