Brandenburg: Fahrradstaffel der Polizei zieht Bilanz

Der Brandenburger Landkreis Havelland besitzt seit 2009 eine Fahrradstaffel der Polizei. Vier Beamte sind auf Rädern in den Städten Falkensee, Nauen, Rathenow und Premnitz unterwegs und „ahnden vor allem Verstöße von Radfahrern und Fußgängern.“ Christian Naethe, Leiter der Staffel: „Schwerpunkte sind das Radfahren ohne Licht oder auch die falsche Benutzung des Geh- und Radweges.“ Der Wirkungskreis der radelnden Polizei beschränkt sich nicht nur auf ordnungswidrige Fußgänger und Radfahrer sondern auch auf Autofahrer: „Man kann aus unserer Perspektive sehr gut sehen, ob sie angeschnallt sind oder gerade mit dem Handy am Ohr telefonieren“.

Insgesamt musste die Fahrradpolizei im vergangenen Jahr 430 Mal ein Verwarn- oder Ordnungsgeld verhängen, durchschnittlich mehr als ein Knöllchen am Tag. In der Pressemeldung wird nicht gesagt, in welchem Verhältnis die Ordnungsgelder gegen Radfahrer/Fußgänger beziehungsweise gegen Autofahrer verteilt sind.

Märkische Allgemeine vom 07.03.2011: Zahlreiche Delikte geahndet
Märkische Allgemeine vom 07.03.2011: Einsicht gefragt

(Dank an Gerrit für den Hinweis.)

12 Gedanken zu „Brandenburg: Fahrradstaffel der Polizei zieht Bilanz

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  1. Also irgendwie haben die Polizisten eine andere Erfahrungswelt als ich.

    Wenn ich Polizist wäre, so wäre in den letzten Tagen zu verbuchen gewesen:

    – 2x Ausparken ohne auf den Verkehr zu achten
    – 3x Nahüberholen, 1x so ungünstig dass ich vor einem Hindernis bremsen musste
    – 1x extreme Geschwindigkeitsüberschreitung
    – 1x Radfahrerin mit hoher Geschwindigkeit auf dem Gehweg und der Vorstellung, gegenüber der Fahrbahn Vorfahrt zu haben

    Und zudem natürlich dutzendfach Kleinkram, wie ihn die Polizei obenstehend nennt. Hauptsächlich darunter: Falschparken, Gehwegradeln und sowas.

    Übrigens wurde ich schon sehr lange nicht mehr angehupt, weil ich einen „Radweg“ nicht benutzt hab (kann den obenstehenden Polizisten bestimmt nicht passieren, hehe). Erkennen da andere auch eine Besserung?

  2. Ich weiß nicht, wie die Polizisten (auch bei Annahme von 50% Büropräsenz) selbst auf dem Land auf so wenig Owis kommen. Ich sehe bei ca. 1h auf dem Rad am Tag wesentlich mehr. Vielleicht sollten die mal in Zivil fahren.

    Gestern gab es mal wieder eine neue Art von Mordversuch: dicht überholen, in der folgenden Verkehrsinselbeengung schneiden und ausbremsen und knapp später Wendemanöver nach Rechtsschwenk ohne Zeichen…..ich hatte das Gefühl mich umschwirrt eine 2-Tonnen-Hornisse.

    ABer das Hupen nimmt auch nach meiner Auffassung ab, hatte ich zunächst auf die winterlichen Verhältnisse geschoben, als alles blockiert war. Mal abwarten, ob es bald wieder mehr wird, dann würde ich glatt einen Zusammenhang zu den diskutierten Frühlingsradlern herstellen……(-;

  3. also mir wurde heute so was von die vorfahrt genommen, rechtsabbieger.
    zum glück hab ich schon vorher angebremst, weil ich das umglück kommen sah, musste dann aber trotzdem noch volles pfund bremsen, als der arsch tatsächlich abbog.
    war kurz davor dem hinterher zu fahren und seine aussenspiegel mit meinem bügelschloß bekanntschaft machen zu lassen.
    aber dann is man ja eh wieder der arsch

  4. p.s. war auf dem fahrradstreifen katzbachstrasse ecke kreuzbergstr. richtung yorckstrasse.
    also nix mit sicht versperrt und so. aber wer nicht schaut, der sieht auch nix

  5. @Philip:

    Das ist an der Kreuzung Normalzustand.

    Wenn die Ampel Grünlicht zeigt synchronisiert man da zweckmäßigerweise die Geschwindigkeit so ca. mit dem dritten Pkw vor dem Kreuzungsbereich und bleibt in dessen Blickfeld. Dann bei Einfahrt in den Kreuzungsbereich leicht anbeschleunigen. So ist es dann rein technisch kaum möglich, abgeräumt zu werden.

    Zeigt die Ampel rot fährt man langsam ran und drüber, sobald kein Querverkehr mehr da. Da kann dann auch nichts passieren.

    Im Prinzip kann man das aber an allen Kreuzungen so praktieren, ist nicht örtlichkeitsspezifisch. Nur speziell da an der Katzbach sollte man sich halt nicht durch das Gefälle verleiten lassen, allzu forsch da geradeaus durchzuziehen.

  6. @dan:
    „Zeigt die Ampel rot fährt man langsam ran und drüber, sobald kein Querverkehr mehr da“

    Ampel rot = drüberfahren ???? Ist ja mal ’ne tolle Auslegung der Regeln 🙁

  7. @dan: fahre da täglich aufm weg zur arbeit lang. daher kenne ich die stelle ganz gut. wie gesagt, ich habe ja bereits damit gerechnet, dass der ar*** abbiegt.
    wenn man bei rot an der ampel steht, fahr ich halt los sobald die fußgänger grün haben. das passiert so ca. 2 sek. vor der autoampel

  8. Ich fahre seit 6 Jahren von Spandau nach Falkensee/Finkenkrug und zurück, das das sind ca 2mal 6km durch Falkensee und habe noch nie einen Polizisten auf Fahrrad gesehen.
    Vielleicht ist es der Polizei zu gefährlich auf den Rad durch Falkensee zufahren.

  9. Hallo zusammen! Entschuldigt bitte das Doppel-posting, unten stehendes habe ich ursprünglich in den Kommentaren zu „Unfall mit LKW plus Anhänger: Radfahrer schwer verletzt“ geschrieben. Aber vielleicht ist ja hier eine Mitleserin, ein Mitleser, die/der nicht „drüben“ liest und das kommentieren möchte. Mich interessiert ehrlich eure Meinung.

    Ich habe derzeit weite Strecken durch die Stadt, beruflich bedingt, mal eben morgens 17km, gerade eben wieder 12km, zwischendrin mal “nur” 5 oder 6km.

    Also: Ich fahre in der Früh gegen Acht die Amrumer Straße am Rudolf Virchow Klinikum nach Südosten entlang, auf der rechten Spur der zweispurigen Straße, so wie hier oft empfohlen “selbstbewusst dort, wo das rechte Rad des Autos spuren würde”. Halte ausreichenden Abstand zu dem Parkverkehr vom Krankenhaus, der morgens rege ist. Die Straße selbst aber recht flüssig befahrbar, das Überholen für die Autofahrer untereinander und auch von mir ist durch große Lücken eigentlich problemlos.

    Mich schneidet dann ein silberner Mercedes S-Klasse Kennz. B-SK (oder CK?) 747, er fährt wenige cm links von meinem Lenker mit den “innerstädtischen strammen 50″ vorbei. Allein der Windstoss und der rasende Blechhaufen jagen mir einen Riesenschreck ein. Ich fange das Rad ab, rufe noch “Hey” – und das hat der Automobilist wohl gehört (Fenster rechts vorne stand halboffen).

    Der Typ bremst ab, bremst mich aus, so ein junger blonder geschniegelter Bodybuildung Typ, Marke hormongeschwängert und keine Affektkontrolle, und brüllt durch das offene Fenster sofort los: “Du Scheisser mit Deinem Piss-Fahrrad – hau ab von der Straße!”.

    Sehr angenehmer Tagesbeginn.

    Es gibt keinen Radweg an der Stelle, ich habe Recht zu fahren wo ich gefahren bin, ich habe keine Ordnungswidrigkeit oder gar Strafttat begangen. Interpretation:

    – Meine Anwesenheit als Radfahrer reicht für eine heftige Provokation scheinbar aus.

    – Der Mercedesfahrer hat das Engüberholen durch seinen nachfolgenden aggressiven Kommentar klar als absichtlich geschehen zu erkennen gegeben, damit erfüllt sein “pädagogisches” Verhalten meiner Meinung nach klar den Strafbestand einer Nötigung.

    – Dazu kommt der Tatbestand einer Beleidigung.

    – Gefährdung.

    – Bedrohung.

    – Das Ausbremsen erneut eine Nötigung.

    Leute, bitte kommentiert das doch mal bzw. helft mir mit euren Vorschlägen wie man damit verfahren könnte. Der Typ war wie gesagt so ein eher als Schläger einzuschätzender aggressiver Mensch, mit dem man an Ort und Stelle ungern “argumentiert”. Er hatte eine Beifahrerin (= Zeugin “für jeden Quatsch” vor Gericht) mit drin, ich war, wie das so oft ist, als Radfahrer ohne Zeugen allein unterwegs.

    Wenn ich in der Vergangen der Verkehrspolizei solche Vorkommnisse meldete, machten die einem schnell klar: (Straf-) Anzeige aufgeben, sonst ist es eh egal. Dass die zu bestimmten Kennzeichen Auffälligkeiten im Straßenverkehr sammeln und dann ggfls. mal eine Medizinisch-Psychologische Untesuchung bei solchen meiner Meinung nach nicht verkehrstauglichen Autolenkern vornehmen ist reine Illusion.

    Andererseits muss man sich natürlich fragen, ob einem die Zeit und der Ärger, welche mit einer Anzeige verbunden wären, sowie auch das “gefühlte Bedrohungsszenario” durch eben solche unangenehmen Zeitgenossen das alles wert sind.

    Mich ermüden diese Vorkommnisse, ich weiß nie wohin mit meiner Wut und Hilflosigkeit. Fast möchte ich der Polizei mal mitteilen, dass ich die Leute verstehe die in Berlin Kraftfahrzeuge anzünden. Ich täte das nie, ich halte das klar für ungesetzlich und einen Rechtsbruch. Aber was die täglich erlebten Rechtsbrüche mit unmittelbarer Gefährdung meines Lebens angeht komme ich auch gelegentlich zu einer anderen Bewertung im Sinne einer Verschiebung rechtlicher Maßstäbe.

    In unserer Stadt passiert eindeutig zu wenig zum Schutz der nichtmotorisierten Mehrheit (auch Autofahrer sind oft nichtmotorisiert unterwegs). Ich fühle mich allein gelassen, als Steuerzahler und daduch indirekten Blechlawinen-Mitfinanzierer betrogen, belogen, links liegen gelassen, in eine Sackgasse gedrängt. Alles ähnelt einer Kapitulation: Nichts machen, nur noch Nebenstraßen befahren oder das Rad gleich stehen lassen, sich umfahren lassen mit Todes- oder”nur” Verletzungs-Folge, oder aber Zähne zusammenbeißen, stoisch nach vorne schauen, nicht nachdenken. U.s.w..

    Würdet ihr den Menschen anzeigen? Habt ihr solche Erlebnisse, gar wie ich häufig? Wie geht ihr damit um? Kann man mehr Öffentlichkeit schaffen ohne gleich als linker Spinner, Fahrradrambo oder Utopist zu gelten?

    Grüsse! Joshua

  10. ich hätte es eskalieren lassen, sonem typen wollt ich schon immer mal mein bordo durchs gesicht ziehen.

    Fertige erstmal ein genaues „gedächtnis protokoll“ an. Drage evtl. in de.rec.fahrrad nach da gibts bestimmt viele die sich mit der genauen Verfahrensweise auskennen.

    Dann sofort Anzeige erstatten, wie auch immer, es soll auch per Fax direkt an die Staatsanwaltschaft funktionieren. Unbedingt Anzeige erstatten, der Arsch fühlt sich bestimmt jetzt auch noch bestätigt und fährt weiter so rum.

  11. „Kann man mehr Öffentlichkeit schaffen ohne gleich als linker Spinner, Fahrradrambo oder Utopist zu gelten?“

    Wozu, meinst du es gibt auch nur einen einzigen Verkehrsteilnehmer in Deutschland, der nicht was dazu sagen kann? Die Öffentlichkeit ist da…das Problem ist der Mensch.

    Oder anders ausgedrückt, das Problem sind nicht Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, sondern die Individuen selbst. Ich werden von anderen Radfahrern nicht weniger bedrängt als von Autofahrern

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