„Die Deutschen sind super gefährlich mit einem Fahrrad“

Die Französin Edwige Jeannenot fährt durch Leipzig und macht sich so ihre Gedanken zum Radfahren in Frankreich und Deutschland. Fahrradkolumne vom Uniradio mephisto 97,6 Leipzig.

mephisto 97,6: „Die Deutschen sind super gefährlich mit einem Fahrrad“
Fahrradkolumne von Edwige Jeannenot

11 Gedanken zu „„Die Deutschen sind super gefährlich mit einem Fahrrad“

Kommentare-Feed
  1. Jetzt wäre eine Statistik interessant! 😉

  2. Da kann man ja aufatmen, die Überschrift „super gefährlich“ ist humoristisch gemeint – sie macht sich lustig darüber, dass Radfahrer in der Leipziger Innenstadt (damit ist sicher die Fußgängerzone gemeint) nicht fahren dürfen, weil sie vermutlich zu gefährlich sind 🙂 Leider ist es oft so, dass attraktive Verbindungen einfach verboten werden, obwohl Alternativwege fehlen.

  3. Wer schon mal in Frankreich im Innenbereich einer größeren Stadt unterwegs war, weiß die hier so vielgescholtene Infrastruktur für Radfahrer sehr zu schätzen.

  4. @ozelot:

    In Frankreich kann man sich mit dem Rad hervorragend einfach ins Gewühl stürzen. Auch wenn es in einigen französischen Städten mittlerweile auch diversen Radwegeunsinn gibt, so ist der durchschnittliche Franzose hinterm Pkw-Steuer längst nicht so oberlehrerhaft drauf, wie man es hier in Deutschland erlebt. Fährt man als Radfahrer auf der Fahrbahn, kommt man eigentlich gut zurecht. Franzosen fahren im allgemeinen recht behutsam und neigen insbesondere nicht zu Raserei. Und sie beherrschen es auch gut, mit Augenmaß bei engem Verkehrsraum knapp zu fahren und gleichzeitig den Verkehr einigermaßen flüssig zu halten. Man darf da als Radfahrer nicht mit der Erwartung auf 1.5 Meter Sicherheitsabstand unterwegs sein. Dafür funktionieren diverse 20-cm-Manöver in Frankreich wunderbar, die in Deutschland akute Lebensgefahr bedeuten würden.

  5. Naja, ich glaube nicht, daß 20cm-Manöver in Deutschland gefährlicher sind als in Frankreich. Und ich weiß ja nicht wo Du dort unterwegs warst, aber ich fühle mich in D doch viel sicherer auf dem Rad. Eben weil ich nicht mit 20cm Abstand von einem zu schnell fahrenden Omnibus auf schlechten Straßen überholt werde.

  6. Du bist noch nie die Strecke des M44 abgefahren, schlechte Straße, zu schneller Bus und an jeder Haltestelle schön abgeschossen werden, ist das dann französisches Feeling ?

  7. Nee, die M44 bin ich noch nicht abgefahren, hab nach Deiner Beschreibung auch nicht besonders viel Bock drauf. Französisches Feeling bekomme ich morgen auch so, direkt an der Seine 🙂

  8. @ozelot:

    War u. a. durch mehrmonatige Frankreich-Radrundreise fast in allen Departements schon per Rad unterwegs, und auch in diversen Städten. Straßenmäßig war von gottverlassener dreistelliger Departementstraße oder kleinen C-Wegelchen bis zur fetten Nationalstraße mit sechs Fahrspuren pro Richtung alles dabei. Gerade bei so Zusammenführungen größerer Straßen, wie man sie im Großraum Marseille teilweise findet, ist es schon beeindruckend, dass man als Radfahrer null Streß hat, wenn man wegen zusammenlaufender Straßen plötzlich z. B. auf dem fünften von sechs Richtungsfahrstreifen auf einer Tempo-110-Straße rauskommt und sich einmal nach ganz rechts rüberschlängeln muss. In Deutschland würde es ein übles Hupkonzert und Verkehrschaos geben. In Frankreich wird niemand bremsen, aber alle machen Dir irgendwie Platz. Das fand ich immer, wenn ich in Frankreich war, extrem beeindruckend.

    @böser Kohl:

    Die M44-Strecke da unten Britzer/Buckower Damm kannst Du mit französischen Verhältnissen nicht vergleichen. Dein Unwohlsein „da unten“ auf der Strecke kann ich aber nachvollziehen. Da kommen Neuköllnische Chaosfahrmentalität und stadtauswärts der Faktor „endlich aus dem Verkehrskollaps raus, jetzt kann ich mal richtig Gas geben“ zusammen. Ungesunde Mischung das. Gibt’s in Deutschland bezeichnenderweise auf fast allen Ausfallstrecken aus Ballungsräumen heraus. Ist mir in Frankreich in dieser Form auch noch nie so aufgefallen.

  9. Naja das einzige was mir Unwohlsein bereitet ist wirklich das Verhalten der Berufskraftfahrer da unten, mit den „normalen“ Verkehrsteilnehmern hab ich selten Probleme mit Busfahrern regelmäßig, die BVG sagt dazu auch garnix, und das obwohl, oder vielleicht gerade weil ich mich spätestens alle 2 Wochen bei denen darüber beschwere.

  10. @dan: Hast schon recht, in Frankreich (und in England übrigens auch) sind die Autofahrer schon sehr viel kooperativer als in Deutschland. Dort stehen nicht die Verkehrsregeln im Vordergrund, sondern eher ein gutes Miteinander auf den Straßen. Hierzulande wird viel egoistischer gefahren, was nicht nur auf Autofahrer zutrifft.

    Trotzdem, wenn man täglich mit dem Fahrrad im Berufsverkehr unterwegs ist, ist man hier in Berlin doch viel besser dran als in der durchschnittlichen französischen Stadt.

  11. Autofahrer sind praktisch überall deutlich angenehmer als in Deutschland. Auch die angeblich so chaotischen Sizilianer sind viel gelassener als der kranke kaputte Deutsche. Und Berliner Autofahrer sind ganz besonders schlecht, noch schlechter sind nur noch Berliner Taxifahrer und die ganzen Zonendödel aus dem Umland.

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