Hund bringt Radfahrer zu Fall

Am gestrigen Sonntag wurde ein 38-jähriger Radfahrer von einem nicht angeleinten Hund zu Fall gebracht und schwer verletzt. Ein 25-jähriger Radfahrer war auf der Puschkinallee in Richtung Alt-Treptow unterwegs, sein Hund folgte ihm. Als der entgegenkommende Radler sich auf der Höhe des Hundes befand,  lief dieser unkontrolliert in seinen Weg, sodass er stürzte. Der Radfahrer kam mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus. Die Meldung der Polizei sagt nichts darüber aus, wer der beiden Radfahrer auf dem falschen Radweg unterwegs war.

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1160 vom 26.04.2010 – 09:25 Uhr

60 Gedanken zu „Hund bringt Radfahrer zu Fall

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  1. „Ein auf der Straße fahrender Radfahrer, der in derselben Spur fährt wie ein Auto, kann rein physikalisch nicht von diesem Auto beim rechtsabbiegen übersehen werden.“

    Das gleiche gilt für den Schutzstreifen. Nur daß der noch den Vorteil hat, dem Autofahrer klar zu zeigen wo er _nicht_ zu fahren hat.

  2. Naja, auf der Fahrbahn steht der Radfahrer vor oder hinter dem Rechtsabbieger. Auf dem Schutzstreifen oder Fahrbahnradweg steht er wieder rechts daneben. Ich fahr zwar auch ganz gerne Schutzstreifen – wobei es sehr auf die Ausführung ankommt – im Kreuzungsbereich pass ich trotzdem höllisch auf. Ich denke, das Rechtsabbiegerproblem lässt sich wirklich ausschließlich dadurch lösen, dass Rechtsabbieger und Radfahrer nicht gleichzeitig fahren. Entweder fahren sie schlichtweg gemischt, aber hintereinander. Oder werden einzeln signalisiert.

  3. ozelot, ich sehe das ganz genauso wie die anderen. Du redest hier vom „Recht des Stärkeren“ und wunderst dich dann über den Widerspruch. Das Recht des Stärkeren würde ja implizieren, dass jemand sich dir gegenüber (absichtlich und mit Gewalt) durchsetzen möchte.

    Auf dem Fahrrad wird man aber meist übersehen oder aus Unkenntnis der Physik (Engüberholen) falsch behandelt. Wenn es wirklich das Recht des Stärkeren wäre, wären bald alle Autofahrer in schweren LKW unterwegs.

    Das hatten wir doch letztens schon so ähnlich, dass du etwas nicht gesagt haben willst? Lern mal, dich unmissverständlicher auszudrücken oder steh dazu, was du geschrieben hast.

    Ich setz noch mal einen drauf: Du hast wahrscheinlich eine ausgeprägte Fahrbahnphobie(bzw. Radfahrerminderwertigkeitskomplex), was auch deinen Hang zu Streifen erklärt.

    Radstreifen (zumindest mir bekannte) lösen nur Probleme, die man ohne sie nicht hätte. Entweder ist die Fahrbahn breit genug, um einen Radfahrer mit dem Kfz überholen zu können oder nicht. Bei zu schmalen Fahrbahnen einen Streifen aufgemalt, bekommt man viele Engüberholer, während ohne Streifen die meisten eher dahinter bleiben. Bei breiten Fahrbahnen ändert sich genau garnichts.

    Den einzigen Sinn, den ich in den Streifchen erkennen kann ist, es ist erkennbar, dass dort Radfahrer auf der Fahrbahn richtig sind. Was wichtig sein könnte für Autofahrer, die nicht mehr dran gewöhnt sind und für Radfahrer, die sich dran gewöhnen wollen.

  4. Ach Kai, Du auch noch.

    Ich habe nirgends vom „Recht des Stärkeren“ geschrieben. Das hat erst Anke und Egon so hingedreht. Ich schrieb: „Im Zweifelsfall setzt sich der stärkere auf Kosten des Schwächeren durch.“ Was ich damit sagen wollte war, daß beim Crash Autofahrer/Radfahrer der Radfahrer immer den Kürzeren zieht. Steht da, daß ich das gut finde oder sonst wie propagiere?

    Wenn ihr das unbedingt mißverstehen wollt, bitte. Dann schafft doch alle Schutzstreifen ab, aber heult dann nicht über Nahüberholer. (Ich seh schon, als nächstes werde ich gebasht, weil ich die Schutzstreifen abschaffen will.)

  5. > “Ein auf der Straße fahrender Radfahrer, der in derselben
    > Spur fährt wie ein Auto, kann rein physikalisch nicht von
    > diesem Auto beim rechtsabbiegen übersehen werden.”
    >
    > Das gleiche gilt für den Schutzstreifen. Nur daß der noch
    > den Vorteil hat, dem Autofahrer klar zu zeigen wo er
    > _nicht_ zu fahren hat.

    Das stimmt doch einfach nicht. Auf dem Schutzstreifen kann ein Radfahrer _neben_ einem Auto oder _neben_ einem Lieferwagen herfahren. Damit ist die Übersehbarkeit beim Rechtsabbiegen wieder gegeben. Schließlich muss der Auto- oder Lieferwagenfahrer ja den Schutzstreifen überqueren, also die Geradeausspur der Radfahrer kreuzen.
    Der Berlinradler hat das ja auch schon beschrieben.

    Vor Nahüberholern schützt ein Schutzstreifen übrigens nur, wenn der _ausreichend_ breit ist bzw. mit _ausreichend_ viel Rand zum rechten Fahrbahnrand angelegt ist. Das ist aber nur zu oft nicht der Fall, so daß man, wenn man auf dem Schutzstreifen fährt und den erforderlichen Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos rechts einhalten will, man bereits auf der linken Randmarkierung des Schutzstreifens unterwegs ist.

    Das aber fordert Nahüberholer geradezu heraus, die mit pseudodidaktischem Rüpeltum den Radfahrer darauf hinweisen wollen, daß er doch gefälligt richtig auf seiner Spur fahren soll.

    Betrachtet man beispielsweise den Schutzstreifen in der Uhlandstraße (zwischen Berliner Straße und Hohenzollerndamm, auf http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=uhlandstra%C3%9Fe+berlin&sll=51.151786,10.415039&sspn=20.397525,33.310547&ie=UTF8&hq=&hnear=Uhlandstra%C3%9Fe,+Berlin&ll=52.491966,13.323448&spn=0.000603,0.001528&t=k&z=20 aufgrund des alten Bildmaterials nur nördlich der Uhlandstraße zu erkennen), dann ist dieser eindeutig zu nah an den parkenden Autos angelegt. Die parken hier rechtwinklig zur Fahrtrichtung, und müssen zum Ausparken die Radspur queren. Größere Lieferwagen sind so lang, daß sie in diesen Parkbuchten schon fast in die Radspur hineinragen, und daß man, wenn man auf der Radspur fährt, mit gerade mal 50cm Abstand daran vorbeikommt.
    Hinzukommt, daß Autofahrer aus diesen Parkbuchten sehr unachtsam ausparken, vor allem, wenn sie rückwärts ausparken – dann sehen sie prinzipbedingt zu Anfang des Ausparkvorgangs gar nichts.

    Zwischen diesem Radstreifen und der straßenseitigen Begrenzung müsste mindestens ein Meter Sperrfläche vorgesehen sein.

    Auf dem verlinkten Google-Bild ist auf der linken Straßenseite der Uhlandstraße sehr schön ein weißer Lieferwagen zu sehen (das siebte Auto nördlich der Kreuzung mit der Güntzelstraße), der die Probleme illustriert.

    Fährt man mit ausreichend Sicherheitsabstand an diesem Lieferwagen vorbei, muss man auf der breiten gestrichelten Begrenzungslinie fahren. Ein Eldorado für oberlehrerhafte Nahüberholer.

    Um die weiter oben verwendete Web2.0-Terminologie zu übernehmen:
    Radstreifen – EPIC FAIL.

  6. Wow… so kommt man also über unachtsame Hundebesitzer zu Darwin…
    1. In der Stadt sind Hunde anzuleinen.
    2. Wenn Du mit ’nem Auto auf der Landstraße fährst und dir „etwas mit Fell“ vors Fahrzeug läuft hast du nicht auszuweichen sondern draufzuhalten um nicht dich und andere zu gefährden.
    Genauso halte ich’s mit Hunden. Und… da die Polizei den oben beschriebenen Fall meist als Lapalie abtut und so von deren Seite keine Hilfe zu erwarten ist kommt noch die erziehende Wirkung ins Spiel: Beim nächsten Hund wird diese Person auch Radwege als solche wahrnehmen und etwas mehr Aufmerksamkeit spendieren.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich geh auch öfter „Gassi“ mit Hunden von Bekannten – halte es aber für selbstverständlich andere einfach mal nicht zu gefährden!

  7. ozelot, wenn drei Leute das so verstehen, liegt das an dir, nicht an uns. Lern, dich klarer auszudrücken.

    “Im Zweifelsfall setzt sich der stärkere auf Kosten des Schwächeren durch.” Das IST der Darwinsche Satz, den du angeblich nicht geschrieben haben willst, nur anders formulliert. Deine Erklärung kommt erst jetzt, nach Tagen: „Was ich damit sagen wollte war, daß beim Crash Autofahrer/Radfahrer der Radfahrer immer den Kürzeren zieht.“ Das ist eine Trivialität und braucht nicht extra erwähnt zu werden. Davor helfen Streifen aber auch nicht, wie du immer behauptest. Ein Streifen ist auch nur ein Strich auf de Straße. Und kann ganz schnell überfahren werden.

    „Steht da, daß ich das gut finde oder sonst wie propagiere? “ Nein, das steht da nicht und hat hier auch keiner so verstanden. Aber beschäftige dich mal mit deinen Ängsten vor dem Fahrbahnfahren, da wirst du die Antwort finden.

    „Dann schafft doch alle Schutzstreifen ab, aber heult dann nicht über Nahüberholer. “ Erstens will das keiner, wir haben nur darüber geschrieben, dass Streifen auch kein Allheilmittel sind. Nahüberholer gibt es da eher noch mehr, wie oben bereits schreib, weil die Streifen vor allen in engen Fahrspuren eingesetzt werden. Tut mir leid, dir immer wieder zu widersprechen, aber du hast einige absolute Basics nicht verstanden.

    Nur weil du vielleicht besonders Angst hast, mal von jemandem von hinten angefahren zu werden, propagierst du hier Streifen. Solche Unfälle passieren aber extrem selten. Kreuzungsunfälle sind aber viel häufiger und können tödlich sein, wie du weisst. Wenn man die Streifen genauso rechts von rechtsabbiegenden Kfz führt wie Radwege, hat man kaum Sicherheit dazugewonnen. Nur das gute Gefühl, sich sicher zu fühlen auf seinem Streifen. Das ist aber oft genauso trügerisch wie auf separaten Radwegen.

    Das heisst nicht, das es immer so ist. Die Führung mit Streifen kann zwischen Geradeaus- und Rechtsabbieger erfolgen, mit eigenen Ampelphasen usw. Meiner Meinung nach werden Streifen aber nur gebaut aus der irrationalen Angst heraus, von hinten „auf die Hörner genommen zu werden“. Ich schätze sogar, die meisten Radfahrer haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Fahrbahnphobie. Wir sind aber nicht mehr Jäger in der Savanne, sondern im 21.Jahrhundert. Solche Urängste kann man abtrainieren.

  8. Kai, danke für Deine ausführliche Erklärung. Jetzt habe ich auch verstanden, was ich da geschrieben habe, das war mir vorher gar nicht so klar. Auch Deine psychologische Analyse meiner Fahrbahnphobie hilft mir sehr weiter. Es ist beinahe erleuchtend, wie jemand, der nur meine wirren Ausführungen in einem Radblog liest, so viel über meine Urängste weiß. Ich werde Deinen Rat befolgen und in Zukunft nur noch auf der Fahrbahn zwischen Autos fahren, um diese irrationale Angst wegzutrainieren. Mir kann ja nix passieren!

  9. ozelot: Ich sehe die Ironie. 😉 Denk trotzdem mal drüber nach.

    Kannst ja letzlich machen, was du willst, sind ja auch deine Erfahrungen. Jeder hat andere Erfahrungen und Wohlfühlen gehört auch dazu. Hast ja nichts davon, wenn du meinen Empfehlungen jetzt folgen würdest und dich immer schlecht fühlst dabei. Ich wollte nur mal wieder die Aufmerksamkeit nach vorne lenken. Von da kommen die meisten Gefahren, vor allen an Kreuzungen. Von hinten kommt nur das Unwohlsein, aber praktisch nie die Gefahr. Die meisten Autofahrer kennen ihre Fahrzeugabmessungen ja leider viel zu genau, um einem mal einen ordentlichen Schreck einjagen zu können, aber noch einen Minimalabstand einzuhalten.

    Ist ja nicht so, dass ich mich immer super sicher fühle, mitten im Verkehrsgewühl. Streifen können durchaus nett sein. Ich fühle mich aber mitterweile auf manchen Radwegen so, wie andere Radfahrer auf mehrspurigen Strassen. Erhöhte Aufmerksamkeit, wahrscheinlich höherer Blutdruck, vermehrtes Umgucken und dann froh, wenn ich heil über alle Kreuzungspunkte, Einfahrten usw. gekommen bin. Immer damit rechnend, das einem plötzlich von rechts oder links ein Kfz auf den Weg schiesst und unmotiviert stehenbleibt, Fussgänger unberechbar rumirren, Hunde irgendwo rausjagen usw.

  10. Ohje, ich hab nur mal überflogen. Ist ja inhaltlich ganz interessant, aber kann man dieses Beiwerk des Streites nicht einfach weglassen?

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