LEDs gegen Rechtsabbiegerunfälle

Die Stadt Kopenhagen hat an vier Kreuzungen LEDs angebracht, um rechtsabbiegende Kraftfahrer vor Radfahrern zu warnen. Die LED-Lichter werden von Sensoren unter dem Asphalt angesteuert. Sobald sich Radler auf den letzten Metern vor der Kreuzung befinden, beginnen die Lichter zu leuchten.
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13 Gedanken zu „LEDs gegen Rechtsabbiegerunfälle

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  1. Sehr schön! Aber (und Bezug nehmend auf die Diskussion zu vorangehendem Beitag um die in Mariendorf totgefahrene Radfahrerin): Ich sehe Leuchten mit kleinem Abstrahlwinkel am Boden und vor allem eine Masse an Radfahrern! Letzteres wäre der grösste Sicherheitsgewinn für „uns“ und ist es auch – etwa im Sommer. Riesenunterschied wenn man im Juli beispielsweise West-Ost Unter den Linden im Pulk Rad fährt oder aber vereinzelt auf der Leipziger Straße. Die baulichen Gegebenheiten sind natürlich Unter den Linden. auch besser (Busspur), aber bei mir überwiegt das Sicherheitsgefühl nicht allein als Radfahrer zu sein.

  2. Die Einführung einer solchen neuen Technik bringt das Problem, dass sich die Autofahrer möglicherweise darauf verlassen, dass sie durch die Lichter rechtzeitig gewarnt werden. Wenn die Technik jedoch aus irgendeinem Grund ausfällt, dann besteht die Gefahr, dass ein Autofahrer dann nicht mehr genau schaut, ob nicht doch ein Radfahrer kommt. Allerdings wird eine solche Technik nie 100%ig sicher funktionieren. Und auch wenn die Anzeige nicht komplett ausfällt, kann es immer noch sein, dass manche Fahrräder (insbesondere Kinderfahrräder und Räder aus Carbon oder Bambus) nicht zuverlässig erkannt werden.

    Meiner Meinung nach sollte man an der Ursache des Problems arbeiten und dafür sorgen, dass geradeaus fahrende Radfahrer grundsätzlich nicht mehr rechts von Rechtsabbiegern geführt werden.

  3. Zitat Jakob:
    „““Meiner Meinung nach sollte man an der Ursache des Problems arbeiten und dafür sorgen, dass geradeaus fahrende Radfahrer grundsätzlich nicht mehr rechts von Rechtsabbiegern geführt werden.“““

    Das würde ja dazu führen, dass Radfahren noch zur Gewohnheit wird.
    Ne ne, die Hauptursache muss schon bleiben. So kann man immer so tun als ob man etwas tut indem man versucht mit dem Problem zu leben ohne es zu lösen.
    Der ADFC macht ja vor wie es geht. Die wollen jetzt überall Radstreifen. Weil – die sind nicht ganz so schlimm wie Radwege.

  4. Der Fortschritt bringt Probleme, und diese dann durch noch mehr Technik bekämpfen zu wollen entspricht halt ganz dem Zeitgeist.

    Was nur wenige begreifen wollen, oder die Masse eben nur langsam begreifen kann, ist: Wir stehen an einer Zeitenwende.

    Ob nun Wirtschaftskrise, Bankenkrise, Energiekrise oder die allfällig anstehende Debatte um Verteilungsgerechtigkeit und Verkehrsgerechtigkeit – es kann nicht einfach weiter gehen wie bisher. Die Wende im Kopf muss her, und hier ist halt auch mal Köpfchen bei der Auto-fahrenden Fraktion gefragt.

    In dem vorhergehenden thread war kurz die Rede vom LKW Fahrer, der kürzlich die Frau in Mariendorf überrollte. Ich habe mich in der Tat auch gefragt wann endlich die LKW-Fahrer und sonstige Blechkisten-Benutzer mal ihre ständige Angst jemanden zu töten eingestehen und selbst eine bessere Regelung des Verkehrsraumes Stadt einfordern. Jeder der einmal einen nach hinten „blinden“ kleinen Robben & Wientjes Umzugs-LKW durch die volle Stadt lenkte weiß sofort was gemeint ist. Unübersichtliches Geschehen, an allen Seiten passiert was auf der überlasteten Kreuzung, überall genervte Leute, hinten hupt es, weil der dritte in der Reihe auch noch rechts abbiegen will, die Radler haben nicht dieselbe Beschleunigung wie die Pkw, oder doch recht unterschiedliche, und trödeln über die Kreuzung in gefühlten drei Ampelphasen, schummrige Jahreszeit …

    Mich wundert eigentlich, dass nicht noch viel mehr passiert. Ein Irrsinn! Ich bin froh, beruflich nicht Auto oder gar LKW in der Stadt fahren zu müssen. Nach schwerem eigenem Unfall (als mich im Frühjahr eine Diplomatin mit Mercedes vom Rad holte und Fahrerflucht beging) bin ich drei Mal auf der Hut und meide Hauptstraßen, suche mir lieber schöne Strecken bei http://www.bbbike.de raus. Zum Glück kann ich nach 9 Knochenbrüchen wieder Rad fahren.

    Zeitenwende begonnen, aber dauert wohl noch recht lange.

  5. @Joshua, sofern die Daten nachweisbar sind, könnte man den Diplomaten-Unfall ja mal thematisieren. Sicher kein Aushängeschild für das entsprechende Land.

    Was mir auf dem Video auffällt: Kaltes, dunkles Wetter und soooo viele Radfahrer! Ein Traum. Wann man dann noch etwas mehr Platz hätte – dem Verkehrsanteil entsprechend, wärs wirklich super.

  6. @berlinradler – die Daten sind nicht lückenlos, leider. War selbst erst bewusstlos und fand mich dann im Feuerwehr RTW wieder. Die Zeugen haben einen schwarzen Merceedes C-Klasse mit Afrikanerin drin beschrieben, Nummernschild „wahrscheinlich“ mit 0- beginnend. Der Rest ist Spekulation, aber die Polizei hat trot Vernehmung mehrerer Zeugen nach einem Monat die Ermittlungen eingestellt. Hinweise sind keine Beweise, man habe andernfalls 1800 Halter überprüfen müssen (häufig gebautes Modell), die Afrikanerin müsse ja nicht die Halterin gewesen sein, er Hinweis mit dem 0-er Kennzeichen dürftig, so lange keine weiteren Ziffern oder Buchstaben da. Bums, Ende. Der größte Witz war das erste Anschreiben der Pol an mich, sozusagen die schriftliche Kontaktaufnahme nachdem sie mich kurz nach der ersten OP im Krankenhaus angehört hatten (ging nämlich alles ziemlich schnell it Feuerwehr und dann OP Tisch). Der Brief beginnt mit „Zeugenaussagen zum Alleinunfall“. Alleinunfall – Haha! Als ich nachfragte was das soll bekam ich die Auskunft, der Beamte hätte keinen Schaden (an einem Pkw) aufgenommen, d.h. es habe doch gar keinen Zusammenprall gegeben (ohne Sachschaden kein Unfall = Autofahrerlogik). Ich legte dann den Unfall dar, wie der Wagen aus einer Supermarkteinfahrt rausrasend mich der ich auf der Busspir fuhr zu Fall brachte, und natürlich das mit der Fahrerflucht (alles schon eine Woche zuvor berichtet). Daraufhin wurde überhaupt nur ermittelt – zumindest wurde das behauptet. Alles lächerlich. Man hat die Feuerwehr-Anrufer über deren Handys ermittelt, dann die o.g. bruchstückhaften Angaben gesammelt, geschrieben, geheftet, das war’s. Bin auch mit Rechtsanwalt nicht weiter gekommen. Als ich Zettel aushing (aushängen ließ von Freunden) wegen etwaig weiterer Zeugen riefen Leute an, sinngemäss: „Gib‘ mir 3000 Euro und ich habe alles gesehen“. Leicht russischer Akzent, was keine Vorverurteilung sein soll – es war einfach so. Arme hin, Rad hin, irgendwie auch Rechtsbewusstsein hin. Habe jetzt schöne Narben, Metall im Körper und einen feinen DIN A 4 Ordner zusätzlich. Keiner meiner in 26 Jahren Fahrpraxis erlebten Autounfälle ging so blöde und herzlos aus. Hätte mich nicht gewundert wenn ich noch die Feuerwehr hätte zahlen sollen.

  7. Tröste Dich, Joshua – wenn das Ars… von Diplomat ermittelt worden wäre, wäre auch nichts passiert. Ein Bekannter ist mal von einem Personenschätzer vom Rad gefahren worden. Der türkische Botschafter raste in seinem Fahrzeug auf dem Radstreifen am Stau vorbei und der Mercedes mit den Personenschützern hinter ihm hat dann das Rad meines Bekannten gerammt. Alle Beteiligten wurden ermittelt, nichts ist passiert – nicht mal der Schaden am Rad wurde reguliert. Deutsche Beamten stehen offenbar über dem Gesetz – obwohl die keine diplomatische Immunität geniessen. Zum Glück war der Radfahrer nicht schlimm verletzt

  8. Zitat Joshua:
    „“Keiner meiner in 26 Jahren Fahrpraxis erlebten Autounfälle ging so blöde und herzlos aus.““

    Ist leider so. Als Radfahrer ist man nicht mehr viel Wert. Habe eine ähnliche Geschichte (Busunfall) auch hinter mir.

    Letztes Jahr habe mal die Polizei gerufen weil mich Jemand von der Strasse in den Grasstreifen gedrängt hat. Habe allerdings nicht extra dazu gesagt, dass ich mit dem Rad unterwegs bin.
    Ruck zuck waren sie ran. Als sie dann sahen, dass ich „nur“ ein Radfahrer war wollten mir sie vorwerfen ich hätte die Notrufnummer missbraucht. Ich hätte sie nicht in dem Glauben lassen dürfen mit einem PKW unterwegs zu sein.
    Ich sagte ihnen dann, dass Niemand danach gefragt hat und bat sie dann mir mal den Unterschied zu erklären.
    So siehts aus in Deutschland.

  9. An unseren Rechtsstaat und die Polizei glaube ich schon lange nicht mehr – auch wenn ich glücklicherweise noch nicht selbst betroffen war.

  10. Danke für eure Worte, es tröstet (so dumm es sich anhört), dass es auch anderen übel gegangen ist. Die Wut steigert es aber. Wie Johann schreibt – man kann schon Zweifel bekommen am Zustand von Rechtsstaat und Polizei. Ich muss betonen dass ich beruflich durchaus immer wieder mit Polizisten zusammen arbeite und deren berufsbedingte Frustration zu kennen meine. Die Fahrradfahrer-Probleme werden aber wirklich bestenfalls als vom anderen Stern kommend erlebt. Desinteresse gepaart mit pessismistischer Grundhaltung oder so. Und Staat / Autolobby – na ja, man muss sich ja nur die „Ideen“ und „Antworten“ auf die Wirtschaftskrise anschauen – sic! Denke mal: weitere krisenhafte Zuspitzung, es muss eben alles noch ein wenig schlimmer kommen damit es knallt. Und dann, hinterher, kann man sich nicht mehr vorstellen wie vorsintflutlich und unmenschlich es einmal gewesen ist (vergl. Mauerfall 1989). Bin gespannt wer dann plötzlich zum Ober-Fahrradfahrer mutiert und es immer schon gewusst haben will. Die Ereignisse 1989 und dass die meisten Bürgerrechtler und Teilnehmer des „Runden Tisches“ später in der Versenkung verschwanden geben mir noch heute zu denken. Ich bin übrigens Wessi.

  11. zurück zum Thema:
    was mir beim obigen Video auffällt (abgesehen von der unnötigen LED Blinklichtanlage), dass so gut wie alle Radler ohne Licht und wenn dann nur mit Funzel unterwegs sind.

  12. Gut beobachtet, topse. Das ist wirklich kein schöner Anblick.

  13. Wie sind denn die Beleuchtungsvorschriften in Dänemark?

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