Streit um die Fahrradhauptstadt

Bei dem Begriff Fahrradhauptstadt assoziiert man sofort die Stadt Münster. Offziell ist die Stadt in Nordrhein-Westfalen jedoch nie zur Hauptstadt des Fahrrads gekürt worden. Münster hat sich einfach so genannt. Niemand wiedersprach und so war es gut.

Nun kommt aber eine schlechte Nachricht von der Ostsee. Die Verwaltung von Greifswald behauptet: „Greifswald ist Fahrradhauptstadt Deutschlands“ und stiftet große Verwirrung. Die Pressesprecherin von Greifswald wird mit den Worten zitiert: „In Greifswald nutzen 44 Prozent der Bürger täglich ihr Rad, in Münster nur 38 Prozent.“ Das sei das Ergebnis einer repräsentativen Studie, die die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald durchgeführt habe.

Münsters Verkehrsplaner Stefan Böhme kontert, dass Münster „zumindest gefühlt Fahrradhauptstadt bleiben wird“. Schließlich gebe es in Münster 22 Fahrradstraßen, in Greifswald nur eine. Und außerdem habe er kein einziges Fahrrad gesehen, als er sich gestern Morgen im Internet durch Greifswald-Webcams klickte.
Westfälische Nachrichten: Fahrradhauptstadt: Greifswald kontra Münster

2 Gedanken zu „Streit um die Fahrradhauptstadt

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  1. also ich komme aus münster und man kann das auch durch die einwohnerzahlen
    (50.000 zu 270.000) nicht gut vergleichen. und erst ab hunterttausen einwohner darf man „großstadt sagen.“ jetzt werden nicht auf einmal alle touristen nach greifswald kommen und sich die eine fahrradstraße angucken.münster hat 22

  2. … also das mit der Fahrradhauptstadt Münster ist wohl schon lange überholt – siehe http://www.benno-koch.de/frankfurter-allgemeine-sonntagszeitung-fahrradkultur-berlin2

    Als ich im September in Greifswald war, hatte ich nicht den Eindruck, dass sich die Stadt auch nur bemüht fahrradfreundlich zu sein: die ewig lange Fußgängerzone ist natürlich für Radfahrer verboten, ansonsten läuft auf den holprigen Radwegen auf Gehwegen samt Bettelampeln dort das übliche Radfahrer-Bashing ab.

    Richtig ist allerdings, dass auch mir vergleichsweise viele Radfahrer aufgefallen sind – die zu einem größeren Teil übrigens über den grauenvollen Ostseeküsten-„Radweg“ kamen. Stichwort alte B96 mit Kopfsteinpflaster auf fast zwanzig Kilometern … (soll allerdings nächstes Jahr asphaltiert werden … ). Ansonsten sind die Wege in Greifswald tatsächlich so lächerlich kurz – ähnlich der Innenstadt Münster – dass wir in Berlin dafür durchaus noch die eigenen Füße in Betracht ziehen würden. Also mit dem selbstverständlichen Radfahren über vergleichsweise lange Strecken wie in Berlin nicht vergleichbar … Zum Beispiel: Greifswald-Stralsund entspricht etwa dem R1 Brandenburger Tor – Erkner 😉

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