Fahrradunfälle

Wieder wurde eine Radfahrerin auf dem Radweg von einem rechtsabbiegenden Lkw „übersehen“. Der Lkw-Fahrer bog gestern gegen 14:20 von der Charlottenburger Straße in die Klärwerkstraße ab, die 50-Jährige wurde schwer verletzt und musste notoperiert werden. Während Mängel an Fahrzeugen seit Monaten den S-Bahn-Verkehr in Berlin lahmlegen, stoßen Fahrzeuge, die beim Rechtsabbiegen ihren Fahrbereich nicht einsehen können, auf relativ geringes Interesse. Zur Polizeimeldung

Ein weiterer Radfahrer, der gerade einen Fußgängerüberweg überqueren wollte, wurde in Gesundbrunnen angefahren und dabei verletzt. Zur Polizeimeldung

47 Gedanken zu „Fahrradunfälle

Kommentare-Feed
  1. sommer is vorbei. radlerthemen ziehen nur im frühling und sommer. auch wenn solche unfälle das ganze jahr ein wichtiges thema wären.
    und es fahren jeden tag mehr leute mit der sbahn als mit dem rad, wenn ich mich nicht irre.
    is ja nur logisch, dass die zeitungen eine möglichst breite masse ansprechen will. und über das sbahn-thema können sich auch mehr menschen empören.
    themen werden nach interesse, nicht nach wichtigkeit ausgewählt.

    wünsche der frau und dem jungen gute besserung!

  2. Sorry aber irgendwie verstehe ich es nicht das sich diese
    Art von Unfall andauernd wiederholt.
    Als Erwachsener Mensch (Kinder ausgenommen) sollte ich doch wissen
    das ein LKW Stärker ist als ich und einen Toten Winkel hat.
    Nicht falsch verstehen… Ich bin für das ausmerzen des toten Winkels
    (Spezial Spiegel) und auch für die Veränderung der Radwegsführung.

    Ich lege ca. 1200 Km jeden Monat in Berlin zurück (mit dem Rad) und
    ich hatte auch schon einige brenzlige Situationen aber diese „Leute“
    die auf ihr Recht pochen und einfach Fahren verstehe ich nicht.
    Die Situation ist doch bekannt: LKW + Rechts abbiegen = Gefahr
    Und so lange es sich nicht etwas Grundlegendes ändert muss ICH
    auch auf die LKWs achten und führ die Fahrer mitdenken MEIN Leben ist
    mir dafür zu Schade (auf dem Grabstein steht „Ich hatte Recht“).

    So genug davon es bleibt ein tragischer
    Unfall der nicht hätte passieren dürfen.

  3. ich weiss nicht, ob euch das auffällt, aber ich lese hier verhältnismäßig viele über unfälle von/mit älteren verkehrsteilnehmern. anstatt den polizeiticker zu copy & pasten, fehlt mir ein wenig mehr message, weil ihr damit doch was sagen wollt, gell?

    auf der anderen seite wäre mal interessant zu erfahren, ob die einen helm getragen haben…

  4. @bernd:

    Sei Dir versichert: Bei LKW-Rechtsabbiegerunfällen nutzen Fahrradhelme einen feuchten Scheiß.

    So weit lehne ich mich dann doch mal aus dem Fenster.

    @boris: ich frage mich auch regelmäßig, wie man eigentlich zum Opfer solcher Unfälle werden kann. Und ich vermute, dass das meist ganz und Garnix mit „auf die Vorfahrt bestehen“ zu tun hat, sondern damit, dass Fahrzeuge mit langem Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse bei Kurvenfahren die Kurve automatisch ein Stück weit „schneiden“.

    Sprich: Ein Radfahrer könnte durchaus Willens seiend, den LKW sicherheitshalber vorzulassen stehenbleiben und warten – evtl. ein Stückchen zu weit vorne. Und der LKW-Fahrer biegt nun ab, ohne den Radfahrer zu sehen und schneidet die Kurve dabei ein bisschen arg, weil er einen Ticken zu früh begonnen hat einzulenken…

    …dann könnte ich mir Vorstellen, dass sich der Radfahrer plötzlich und unerwartet am/unter der Seite des LKW wiederfindet.

  5. Zum Kommentar von bernd: Ich finde es wichtig, dass solche Unfälle durch einen Blogeintrag dokumentiert werden. Die Pressemeldung der Polizei zu diesem Unfall wird in etwa vierzehn Tagen gelöscht und ist danach nicht mehr aus dem Netz abrufbar.

    Andererseits werden hier im Blog nicht alle Unfälle mit Radfahrern dokumentiert sondern es wird eine Auswahl getroffen. Zusätzlich macht die Pressestelle der Polizei ebenfalls eine Auswahl. Die Polizei berichtet nur von einem kleinen Teil aller Fahrradunfälle, die allermeisten Unfälle werden nicht in einer Pressemeldung veröffentlicht.

    Auf meinem eigenen Rechner speichere ich seit fünf Monaten die Polizeimeldungen, die Radfahrer betreffen. Seit April sind so 70 Meldungen zustande gekommen. Statistisch ausgewertet habe ich die Meldungen aber noch nicht. Dennoch wäre es sinnvoll, zu erfahren, wie viele der schwerverletzten Radfahrer zum Beispiel Opfer von Rechtsabbiegern waren.

  6. das schild an einem lkw hab ich anfang des monats beim warten an der ampel gemacht. hab ich so zum ersten mal gesehen.

    http://lh3.ggpht.com/_3zjEpjDjmqI/Sqy2l6zzj6I/AAAAAAAADX8/V4k9BX85nqs/DSC00236.JPG

  7. @Boris, ob eine 50-jährige Frau einfach nur von A nach B will oder „auf ihr Recht pocht“ – ich würde eher ersteres schätzen. Fehleinschätzungen gehören zum Straßenverkehr dazu, ich bin sicher, jeder von uns hat schon einmal jemandem die Vorfahrt genommen und es erst danach gemerkt. In den meisten Fällen hat aber der andere die Chance zu bremsen – ein „Blinder“ kann das jedoch nicht. Hier wird das Opfer zum Täter gemacht, das finde ich nicht in Ordnung.

    @bernd, die Kernaussage ist, dass für den Verkehr ungeeignete Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind und das scheinbar niemanden stört. Hier sehe ich skandalöse Versäumnisse. Auch im Straßenverkehr sollte man etwas für die Sicherheit tun, man sollte sich nicht auf die Sicherung von Flug- und Bahnverkehr konzentrieren. Solche Beiträge sollen einerseits das Problem bewusster machen, andererseits eine Diskussionsgrundlage darstellen.

    Die Frage nach dem Helm ist hoffentlich ein Scherz. Dass der unter einem Lkw nicht viel nützt, sollte bekannt sein.

  8. @berlinradler
    hier wird „nicht“ das Opfer zum Täter.
    Wer sich im Straßenverkehr bewegt muss, damit rechnen das sich
    andere falsch verhalten und jetzt kommt’s „Für diese mitdenken“
    das ist auf dem Fahrrad überlebenswichtig.
    Wie ich oben schon angemerkt habe „solange sich die Sache nicht grundlegend ändert“ müssen wir wohl oder übel damit (über)leben und
    besonders vorsichtig und umsichtig fahren.

  9. oh, mist. picasa mag keine direct links
    dann eben so
    http://img254.imagevenue.com/img.php?image=95398_DSC00236426_122_210lo.JPG

  10. @Boris, wenn Du auf dem Fahrrad nie Fehler machst ist das schön. Ich mache manchmal Fehler und kann mir daher viele Situationen vorstellen, in denen auch ich – einfach durch Fehlwahrnehmung (der hat mich gesehen) – unter einen Lkw gerate. Sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Am Verkehr teilnehmen darf jeder, selbst Kinder. Da sollte schon dafür gesorgt sein, dass grundlegende Regeln, z.B. die Grüne Ampel oder eben das Einhalten der Vorfahrt für Sicherheit sorgt.

    Dass Radfahrer in solchen Situationen bremsen müssen ist selbstverständlich, das muss man fast an jeder Kreuzung mit Radweg. Dass ihnen regelmäßig die Vorfahrt genommen wird, ist aber nicht ihre Schuld, auch nicht im Falle eines Unfalls.

    Ebenso könnte man Autofahrern moralisch die Schuld geben, wenn sie jemanden anfahren, der bei Rot gegangen ist. Motto: „Du musst mit Fehlverhalten anderer Rechnen und eben bremsen!“ Die Aussage, dass der überfahrene Radfahrer selbst schuld war, lese ich in jeder Diskussion zum Thema. Die Aussage, dass ein Autofahrer in ähnlicher Konstellation schuld war, nicht.

  11. @Philip, ich hab grad überlegt ob ich das Schild gut oder schlecht finden soll 😉 Finde es aber eher gut. Denn es spricht nicht vorfahrtberechtigte Radfahrer auf dem Radweg an, sondern Radfahrer auf der Fahrbahn. Tatsächlich gäbe es hier sicherlich welche, die sich bei blinkendem Lkw noch rechts daneben stellen würden.

  12. wenn man davor oder daneben ist sieht man nicht ob er blinkt, ob auf dem Radweg oder auf der Straße. Da hilft nur: LKW=DAHINTER bleiben. Oft hab ich auch das Gefühl dass nicht alle (LKW/Lieferwagen) Fahrer mit den Verkehrsregeln vertarut sind, die fahren so selbstbewusst um die Kurve dass ich mir sicher bin dass sie nicht schauen sondern meinen sie hätten Vorfahrt. Es gibt halt nicht überall Radwege

  13. Zum Schild: ArVo hat diesen Aufkleber mal mit Photoshop bearbeitet, siehe hier:
    http://www.radgefahren.de/blog/wp-content/uploads/2009/08/uberfahrene.jpg

    Das Foto ist in dem Beitrag „Wer hat den schwarzen Peter?“ enthalten:
    http://www.radgefahren.de/wer-hat-den-schwarzen-peter-225/

  14. ja, ich war beim ersten betrachten auch hin und her gerissen, ob ich gut oder schlecht finden sollte.
    traurigerweise kann man sich nicht beim rechtsabbiegenden darauf lkw verlassen, dass er einen sieht

  15. Boris hat völlig recht. Du mußt „abscannen“ was der andere Verkehrsteilnehmer macht. Ich sehe täglich radfahrende Menschen auf dem Radweg, die nicht nach links und rechts schauen, wenn sie über eine ampelgeregelte Kreuzung fahren.
    Es reicht ihnen GRÜN zu haben. Der abbiegende Kraftfahrer wird schon halten. Dieses Verhalten ist zwar rechtlich o.K., aber wenn Du tot bist, hilft es Dir nichts.

  16. So, nun zu dem 2. Fall.
    Radfahrer überquert Fußgängerüberweg und wird überfahren.
    Kann ich eigentlich wenig Mitleid haben. Als Radfahrer habe ich auf einem Zebrastreifen nix zu suchen. Mich nerven auch die Radfahrer gewaltig, die auf dem Bürgersteig fahren und oft auch noch auf der falschen Seite! Da sind nicht nur die Autofahrer genervt, auch ich der sich an die StVO hält, wird oft bedrängt.
    Ich beobachte jetzt häufiger Radfahrer auf dem Radweg, die mir entgegenkommen (also Falschfahrer). Sie machen nicht Platz, sondern erwarten, daß ihnen Raum gegeben wird. Das ist nicht zu akzeptieren und schadet uns allen.

  17. Heute (17.9.) hat es in Friedenau einen wohl recht heftigen Fahrradunfall gegeben, gegen etwa 18:00 in der Bundesallee am Friedrich-Wilhelm-Platz.

    http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Friedrich-Wilhelm-Platz+berlin&sll=52.523405,13.4114&sspn=1.595946,2.301636&ie=UTF8&ll=52.471457,13.328868&spn=0.00039,0.000562&t=h&z=21

    Was passiert ist, weiß ich nicht, ich sah nur ein Rad auf der Straße liegen und einen Polizisten Messungen vornehmen. Die Bundesallee war in Fahrtrichtung Süd gesperrt; das Rad lag etwas rechts unterhalb des Fussels im Google-Bild.

    Auf der Höhe der „Radweg“markierung, die hier von rechts oben über die Bundesallee verläuft, waren ominöse Flecken mit Kleidungsstücken abgedeckt.

    Ein Krankenwagen war nicht zu sehen; vermutlich schon weg.

    Das sah nicht gut aus.

  18. Hallo,

    es gibt da ein tolles Blog, welches von einem Lkw – Fahrer geschrieben wird. Auch dort befasst man sich mit diesem Thema:

    http://truckonline.de/blog/2009/02/21/sie-haben-post-6/

    Oder hier (der letzte Beitrag ganz unten):

    http://truckonline.de/blog/info/

  19. @Bernd Zanke, also ich muss schon zugeben, dass ich mich über Deinen Kommentar etwas ärgere.

    Zum einen ist im Polizeibericht gar nicht abzulesen, ob der Radfahrer geradelt oder zu Fuß gegangen ist. Es ist auch nicht ausdrücklich verboten, einen Zebrastreifen fahrend zu überqueren, nur hat man dann eben keinen Vorrang. Das weiss nicht jeder Radfahrer, einem 15-jährigen kann man nicht zutrauen, die STVO in jedem Detail zu kennen, wenn das nicht mal bei Erwachsenen klappt.

    Trotz der tollen entschuldigenden Umschreibung in der Polizeimeldung ist der Kraftfahrer seinen Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen – er hat den Zebrastreifen offenbar nicht beobachtet. Ob er nun einen Fußgänger oder einen Radfahrer angefahren hat, ist dabei eher nachrangig.

    Bei den anderen Punkten, insbesondere den nervigen Radfahrern auf dem Fußweg, gebe ich Dir Recht.

  20. @berlinradler
    ein Zebrastreifen ist für Fußgänger da. Sollte der Radfahrer sein Rad geschoben haben, ist er ein Fußgänger, dann hättest Du recht, der PKW muß halten.
    Sollte für den PKW ein Radfahrer (die Geschwindigkeit ist dabei auch wichtig) plötzlich vom Radweg über den Zebrastr. sausen, sieht die Sache anders aus. Habe ich leider schon oft beobachtet. Hier hat der Kraftfahrer kaum ne Chance rechtzeitig zu reagieren. Von diesem Fall gehe ich aus. Natürlich ist jeder Verletzte einer zu viel.

  21. und ganz aktuell, jetzt wo es früh dunkel. radler ohne licht; auch auf der strasse 🙁
    find ich auch als radfahrer echt schlimm, denn man sieht kaum bis gar nicht. ich frag mich, was sich solche menschen denken: die anderen haben doch licht? oder: das geht schon die paar meter ….
    ich denke, man kann fest damit rechnen, dass es demnächst dazu wieder schwerpunktkontrollen geben wird.

    und zum toten winkel: das beste wäre: geradeausspur für radfahrer links von den rechtsabbiegern und radwege einstampfen.
    eigentlich müsste doch ein toter-winkel-unfall ausreichen, um nen radweg zu sperren

  22. > Sollte für den PKW ein Radfahrer (die Geschwindigkeit ist dabei auch
    > wichtig) plötzlich vom Radweg über den Zebrastr. sausen, sieht die
    > Sache anders aus. Habe ich leider schon oft beobachtet.
    > Hier hat der Kraftfahrer kaum ne Chance rechtzeitig zu reagieren.

    Kaum ein Kraftfahrer weiß, daß er bei der Annäherung an einen Zebrastreifen (Fußgängerüberweg, Zeichen 293) das Tempo angemessen reduzieren muss, um solchen Situationen zuvorzukommen.

    So etwas dient nicht dem Überqueren der Straße durch fahrende Radfahrer, aber Kraftfahrer müssen auch mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.
    Das gehört zum Führen eines Kraftfahrzeuges dazu; wen das überfordert, der sollte vielleicht mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges aufhören.

    > find ich auch als radfahrer echt schlimm, denn man sieht
    > kaum bis gar nicht.
    > ich frag mich, was sich solche menschen denken:
    > die anderen haben doch licht?
    > oder: das geht schon die paar meter ….

    Vermutlich eher: Ich seh doch die anderen, müssen die mich doch auch sehen können.

    Als Überlebensmaßnahme empfiehlt sich DRINGEND die Verwendung eines Nabendynamos und einer anständigen Beleuchtung, wie z.B. einem IQ Cyo von B&M.

  23. @Radfahrer auf dem Bürgersteig. Grad vor ner Minute: ein erwachsener sympathisch und intelligent aussehender sportlicher Mann volle Kanne mit dem MTB in falscher Richtung auf dem Bürgersteig an 10 Hauseingängen vorbei. Das in einer ruhigen Tempo 30 Straße mit gutem Belag. Kann mir jemand erklären was sich so jemand dabei denkt? Wie blöd kann ein Einzelner sein? Sowas blamiert jedenfalls die ganze Innung. Und passt gut zur trad. Definition des „Radlfahrers“ wie wir in Bayern sagen: Nach oben buckeln (dem Autoverkehr ausweichen), nach unten treten (Fußgänger).

  24. … im will noch mal das Thema Flottenstilllegung aufgreifen – vielleicht könnte man aufgrund der aktuellen Diskussionen um die S-Bahn Berlin das Thema mal wieder in die richtige Dimension rücken.

    Hier wird ganz offensichtlich mit vollkommen unterschiedlichen Maßstäben gemessen:

    – im Straßenverkehr ist fast alles erlaubt, die Strafen für einen tödlichen Unfall sind nicht der Rede wert

    – in den Polizeimeldungen wird im Zweifelsfall nach wie vor eher der Radfahrer demontiert („er wollte noch vor dem Lkw über die Fahrbahn“ – ja klar, er hatte Grün, wann soll er denn fahren – vielleicht bei bei Rot?)

    – die Frage ob der Lkw einen Toter-Winkel-Spiegel hatte und ob der richtig eingestellt war, lässt sich mit ein paar kleinen Hilfsmitteln sofort vor Ort klären, es stand aber genaugenommen noch nie und schon gar nicht eindeutig in einer Pressemitteilung der Polizei

    – nimmt man die Maßstäbe die zurzeit an die S-Bahn angelegt werden, müssten vermutlich reihenweise Lkw stillgelegt werden, nicht nur wegen des oft noch fehlenden Toter-Winkel-Spiegel

    – in den letzten Tagen ist in Berlin ja wieder ein BVG-Bus abgeraucht, in den letzten Monaten sind mehrere verbrannt, hat hier irgendjemand mal was von Flottenstilllegung wegen Wartungs- oder Herstellungsmängeln gehört?

    Auch meiner Einschätzung nach werden von rechtsabbiegenden Lkw eher die „vorsichtigen“ Radfahrer übersehen, also die die im toten Winkel stehen bleiben, nicht stetig und unberechenbar Rad fahren. Der Anstoßpunkt ist fast immer beim rüberziehen an der vorderen rechten Ecke, bevor die Hinterräder den Radfahrer überrollen.

    Stetig fahren heißt übrigens nicht, nicht Bremsen zu können. So heißt es auch nicht, dass ich als Radfahrer Vorfahrt habe, nur weil ich ein gutes Licht habe. Rechtsabbiegeunfälle mit Lkw passieren – wie die meisten Fahrradunfälle – übrigens tagsüber, bei besten Lichtverhältnissen …

  25. @Bernd, warum gehst Du denn davon aus? In der Polizeimeldung ist umfangreich beschrieben, dass der Fahrzeugführer sich auf den rückwärtigen Verkehr konzentrierte und auf den Zebrastreifen gar nicht achtete.

  26. … weil die unterschiedlichen Maßstäbe an die Fahrzeugsicherheit so schwer nachvollziehbar sind, hier nochmal der Berliner Kurier von heute mit dem abgerauchten BVG-Bus von gestern:

    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/image/27765.html

    Werden jetzt doch alle BVG-Busse – und bei der Gelegenheit alle Lkw mit totem Winkel – stillgelegt?

  27. LKWs gibbet. Radfahrer gibbet. Alle sind Menschen und so oder so machen die Fehler oder sind auch mal blöde oder ignorant. Aber selbst im allergünstigsten Fall kann es leider passieren, dass ein sehr aufmerksamer Brummifahrer jemand im toten Winkel trotz aller Spiegel nicht sieht. Ich versuche es als aufmerksamer Radler daher auch garnicht erst wenn ich rechts vom LKW unterwegs bin noch meine grüne Ampelphase zu nutzen. Selbst wenn ich mit dem LKW Fahrer über dessen Rückspiegel Kontakt aufnehmen konnte, warte ich idR lieber. Sicher ist sicher ist sicher. Hoffentlich. Diese Konstellation ist offenbar einfach schei*e ungünstig. Auch eine bessere Verkehrsführung muss da nicht unbedingt hilfreich sein, denn selbst dann kann es Situationen geben, bei denen ein LKW nach rechts muss und ich mich gerade dort befinde.

    Ideal kann das keiner finden, weder Radler noch LKW-Lenkender. Denn wer will schon jemanden überfahren? Eher wenige denke ich. Irgendwelche Ideen?

  28. Hallo Linda

    Überleg mal warum ausgerechnet nur Radfahrer Probleme mit rechts abiegenden LKW Fahren haben und andere Fahrzeugführer so gut wie nie (Sichwort Radweg).
    Deine Variante mit dem stehen bleiben ist zwar im Moment sicher, doch trägt es längerfristig nur zu Verschärfung des Problems bei. LKW-PKW und besonders Busfahrer verlassen sich mittlerweile auf diesen Verzicht, ja sie fordern ihn ofmals sogar ein.
    Schlimm sind Radfahrer die dann noch meinen den LKW, PKW oder Bus, per Handzeichen durchzuwinken. Das sich der Kreuzung gleichzeitig auch noch andere Radfahrer nähern, die davon nichts mitbekommen, wird dabei nicht beachtet.
    Die tödlichen Radunfälle, durch rechts abbiegende LKW, haben schon etwas dazu beigetragen, dass das Problem erkannt wird. Ich trage meinen Teil dazu bei indem ich an solchen Stellen durch „kontrolliertes Draufhalten“ jedem Kraftfahrer ins Bewusstsein rücke, dass er fast einen Radfahrer umgefahren hat.
    Das versierte Radfahrer das Problem kennen hilft dem unerfahrenen Radfahrer wenig. Die Lüge, dass die Fahrbahn gefährlich und Radwege sicher, geistert weiterhin in unserem Land herum.

  29. Ja, als Radfahrer muss man sich immer schön devot verhalten und nie, niemals nie auch nur daran erinnern, daß man auch Rechte haben könnte. O nein, denn das ist falsch!

  30. ich denke, es wäre ein leichtes als erste maßnahme an gefährlichen kreuzungen einen entsprechenden spiegel an die vorhandenen ampel- oder schildermasten zu schrauben, so dass lkw-fahrer den gesamten radweg einsehen können.
    das darf aber auch nicht die endgültige lösung sein. geradeausfahrer dürfen einfach nicht rechts an rechtsabbiegern vorbeigeführt werden. das ist das grundsätzliche problem. da ein kreuzungsumbau selten kurzfristig und unbürokratisch vorgenommen werden kann, fänd ich son spiegel als kurzfristige maßnahme ne gute sache

  31. Ich bin wegen eines Umzuges kürzlich mal mit einem dieser Lieferwagen gefahren, sowas in der Art wie ein Sprinter.

    Meine Scheiße, damit sieht man beim Abbiegen ja überhaupt gar nichts. Was für ein Scheißgefühl, damit praktisch blind abzubiegen!

    Und das Teil war neu und hatte zwei rechte Außenspiegel, einen ziemlich großen und einen stark gewölbten kleinen. Da der Scheiß-Radweg durch den Parkstreifen soweit von der Straße entfernt ist, quert man den aber in einem Winkel von 45 .. 60° – und da hilft keiner der Spiegel. Man sieht *nichts*.
    Keine Chance. Da „hilft“ nur langsam fahren und beten.

    (Oder ein Beifahrer, der den Kopf aus dem Fenster streckt, aber ich hatte keinen).

    Glücklicherweise musste ich nur eine recht kurze Strecke in der Stadt fahren, und es waren nicht viele Radfahrer unterwegs.

    Wie unter diesen Umständen Lastwagenfahrer sich darüber aufregen können, daß ihre Verspiegelung verbessert werden soll, das ist mir absolut unverständlich.

    Ich bin die Spiegelsituation in meinem Auto gewohnt. Im Spiegel sieht man erheblich mehr, und ansonsten gucke ich halt über die Schulter durchs hintere rechte Seitenfenster. Kein Problem, da sehe ich jeden Radfahrer. In so einem Lieferwagen aber gibt es kein hinteres Seitenfenster, da ist Blech. Und unmittelbar hinter der Sitzbank ist noch mehr Blech. Und man sitzt 1.5m entfernt vom vorderen rechten Seitenfenster, da *kann* man nicht nach hinten gucken, da geht kein Schulterblick.

    Ich finde es massiv *verantwortungslos*, so blind durch die Gegend zu eiern. Meine Fresse, daß da nicht noch viel mehr Radfahrer bei draufgehen …

  32. @ siggi

    Wie ich schon gesagt habe, ich finde meine devote „Lösung“ mehr als suboptimal. Aber wie Prokrastes schreibt hilft mir mein Recht sehr wenig, wenn der LKW Fahrer mich nicht sieht. Und ja, das liegt an der Art wie Transportfahrzeuge gebaut sind und Radwege rechts der Fahrbahn machen die Sache nur noch schlimmer. Schön wäre es wenn man echte Alternativen hätte. Und bis dahin bin ich lieber vorsichtig. Bei PKWs, deren Bediener zu faul sind den Kopf kurz zu drehen, bin ich auch weniger „devot“, aber bei LKWs .. wie gesagt.

  33. @Linda
    Natürlich soll man sich nicht umfahren lassen. Mir gehen nur die Radfahrer gegen den Strich die, ganz wie selbstverständlich, auf ihre Vorfahrt verzichten. Das führt dann längerfristig dazu, dass ihnen Kraftfahrer, ganz wie selbstverständlich, die Vorfahrt nehmen.
    Ich bin auch davon überzeugt, dass bei den meisten tödlichen Radunfällen die Kraftfahrer den Radfahrer vorher irgendwann mal im Blickfeld hatten. Sie haben sich dann schlichtweg auf den, bei Radfahrern oft üblichen, Verzicht verlassen.
    Ich ein paar Jahre Fahrschülern das LKW fahren beigebracht. Daher weiss ich schon wie man eigentlich fahren müsste um keinen Radfahrer umzufahren. Allerdings würde solch eine Fahrweise den Verkehr in den meisten Städten wohl zum erliegen bringen.
    Daher liegt es in den Händen der LKW Fahren auf das Problem aufmerksam zu machen. Einfach mal „Dienst nach Vorschrift“ und der innerstädtische Verkehr bricht zusammen. Das machen die LKW-Fahrer aber nicht weil ihnen die von Radfahrer befreiete Fahrbahn doch wichtiger ist als Radfahrer beim Abbiegen zu sehen.

  34. Der tote Winkel spielt mit Sicherheit eine Rolle.
    Aber oftmals taugt der nur als Ausrede.

    Teilweise kann man die Zahnlücke vom Lkw-Fahrer im rechten Spiegel erkennen, er nimmt dir trotzdem einfach die Vorfahrt. Weil er *nicht* schaut, oder weil er sieht, daß er noch schnell abbiegen kann.

    Es gibt Unfallberichte und folgende Diskussionen, da wird seitenlang über den toten Winkel debattiert, der Radweg war aber nicht verschwenkt, einsehbar und der Lkw hatte durchaus geeignete Spiegel.

    Ich glaube Lkw-Fahrer verhalten sich da wie Otto-Normal-Autofahrer. Die einen schauen, die anderen vergessen’s und wieder andere sehen einen Radfahrer und gegen von 7,35 km/h aus. Wenn nicht ist er plötzlich aus dem Nichts gekommen (war also selber schuld) oder ist wie ein Rowdy gerast (war auch wieder schuld).

    Beim Auto prall ich gegens Blech, beim Lkw bin ich u. U. tot. Das ist ein Punkt, der andere ist wohl die Schleppkurve die die „rücksichtvollen“ Ich-laß-andere-durch-und-beharre-nicht-auf-der-Vorfahrt-Radfahrer gerne unterschätzen.

  35. „Schleppkurve“

    Dazu hab ich grade eine eindrückliche Animation gefunden: http://www.schulalltage.de/lkw_abbiegen.swf (unten links neben „Film abspielen“ klicken)

    Darum, dass im verlinkten Filmchen auch zum Vorfahrtsverzicht aufgerufen wird, gehts mir bei der verlinkzng nicht. Lediglich um die Darstellung der Schleppkurve, die ich tatsächlich als das letztliche und typische Verhängnis von LKW-Blindflug-Rechtsabbieger-Opfern vermute.

  36. @chris
    Schöner Film.
    Schau auch mal ob der LKW Fahrer den Radfahrer sieht wenn er den Radfahrer auf der Fahrbahn überholen würde. Der tote Winkel wird im Film ja sehr gut angezeigt. Das sagt eigentlich alles.
    Daher vestehe ich die LKW Fraktion nicht. Warum von denen nicht endlich auch gegen diesen Radwegwahnsinn vorgegangen wird.

  37. @zupzup
    Schön zu sehen auf den etwas sehr gafferischen Bildern: Spiegel sind zahlreich vorhanden. :-S

  38. Auch bei diesem Unfall bin ich davon überzeugt, dass der LKW Fahrer die Frau vorher noch im Blickfeld gehabt hat. Der Radweg ist auf der ganzen Strasse gut einzusehen.
    http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=oldenburg,+Melkbrink&sll=53.163922,8.20271&sspn=0.007127,0.01766&ie=UTF8&ll=53.156376,8.209357&spn=0.001782,0.004415&t=h&z=18

  39. Wie ist denn da die Radwegeführung im Kreuzungsbereich? Das Google-Bildmaterial ist da nicht genau genug.

    Ist der Radweg im Kreuzungsbereich in gerader Verlängerung weitergeführt oder muss man ein „bisschen“ nach rechts schwenken, um dann an der Fußgängerfurt entlanggeführt zu werden?

    Diese Radfahrertodesfallen sind besonders übel, da hier geradeausfahrende Radfahrer ein Abbiegemanöver vortäuschen müssen.

  40. @Prokrates
    Eventuell kann man auf dem Bild erahnen wie weit der Radweg verschwenkt ist.
    http://www.nwzonline.de/nwz-bilder/500/2009/09/22/UNFALL_A_DSC_1171_0.jpg

  41. Nö, auf dem Bild sehe ich keinen Radweg.

  42. @Prokrates
    Man sieht aber die Furtmarkierungen und den Verlauf des Kurvenradius. Daran kann man in etwa erkennen wie weit die Radwegverschwenkung im Kreuzungsbereich ist. Also nicht sehr weit.

  43. @Prokrastes
    http://tinyurl.com/y93expc
    ist ne BING Map

  44. Hmm. Das ist ja schlimmer, als ich dachte. Um geradeaus über die Kreuzung zu fahren, muss man also ein erstklassiges Rechtsbbiegemanöver antäuschen, um dann mit einem entschiedenen Linksschlenker die Rechts-Links-Kombi zu vervollständigen.

    Der hierfür zuständige „Verkehrsplaner“ macht sich damit meiner Ansicht nach mindestens des Totschlages schuldig.

  45. Ich glaube, dass es für viele dieser LKW-Rechtsabbiegeunfälle überhaupt nicht nötig ist, dass ein Radfahrer – wie in vielen Artikeln, vor Allem aber Leserkommentaren dazu vermutet bzw. suggeriert- auf seinen Vorrang besteht und bei Grün losfährt.

    Auch stehenbleiben reicht aus, um zu sterben. Stichwort „Schleppkurve“.

    Gut zu sehen unter http://www.schulalltage.de/lkw_abbiegen.swf (Links unten auf „Film ab“ klicken)

    Wer relativ weit vorne neben einem solchen LKW steht und auch „brav“ stehenbleibt, statt „auf seinen Vorrang zu bestehen“, der ist trotzdem tot, wenn der LKW rechts abbiegt. So schnell wie sich der Auflieger da schwer vorhersehbar und schwer berechenbar nähert, kommt da niemand noch einfach schnell zur Seite weg.

  46. obiger Beitrag versehentlich im falschen thread

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