Kreuz(ungs)gefährlich

Wer der Tangentialroute 8 von Dahlem nach Köpenick folgt, kommt derzeit – auch wegen des Ostkreuz-Umbaus – nicht um die Kreuzung Stralauer Allee / An den Treptowers herum. Auf der Stralauer Allee ist es für Radfahrer besonders gefährlich, in Ostrichtung geradeaus weiterzufahren.

Den Charakter der Straßenführung kann man bei Bing Maps sehr gut erkennen – der Hauptverkehr fließt von der Stralauer Allee nach rechts ab, zweispurig. Zwar führt der benutzungspflichtige Radweg gerade weiter in Richtung Stralauer Insel, dennoch entspricht die Situation (Geradeausverkehr Radfahrer / Rechtsabbiegeverkehr Kraftfahrer) eher einer Kreuzungssituation. Die Ampelphase wird dem leider nicht gerecht:

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Zwar haben Radfahrer und Autofahrer weitgehend unterschiedliche Ampelzeiten, dennoch überschneiden sie sich kurz, wie im Bild zu sehen. Das ist besonders gefährlich – ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit, vielleicht noch auf der linken der beiden Rechtsabbiegerspuren und mit verdeckter Sicht, rechnet ggf. überhaupt nicht mit „querenden“ Radfahrern.

Eine dringende Empfehlung an dieser konkreten Stelle ist, bei der Ampelplanung als Vorbild eine Kreuzungssituation anzunehmen. Wenn Radfahrer grün haben, haben Autofahrer rot – und umgekehrt. Auch an anderen Kreuzungen ist das Rechtsabbiegen aus zwei Spuren problematisch, auf so etwas sollte, wenn Radwege vorhanden sind, generell verzichtet werden.

Foto vom berlinradler (7.6.2009)

6 Gedanken zu „Kreuz(ungs)gefährlich

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  1. Ich befahre fast täglich diese Kreuzung, aber die weitgehend unterschiedlichen Ampelzeiten sind mir noch nicht aufgefallen. Radampel und Fahrbahnampel werden gleichzeitig grün. Die Rechtsabbiegerampel hat davor eine recht lange Grünphase.
    Problematisch ist dabei, dass die Rechtsabbiegerampel grün-gelb-aus schaltet und die Fahrbahn- und Radampel gleich darauf rot-gelb-grün. Für Rechtsabbieger gibt es keine merkbare Rotphase, es wird meist dem Herdentrieb gefolgt und munter weiter, wie im Artikel beschrieben, abgebogen.

    Eine noch dringendere Empfehlung von mir: den Geh- und Radweg, der auf Grund eines Baustellenzauns ohnehin viel zu schmal ist, frühzeitig verlassen und sich auf der Geradeausspur einordnen. Dabei wird man gesehen und nicht umgefahren.

  2. Ich hoffe, ihr bloggt nicht nur eine Empfehlung, sondert erstattet auch Anzeige.

  3. Meine Empfehlung aus der Praxis ist, sich vorher einfach im Geradeaus-/Linkabbiegefahrstreifen einzuordnen.

    Überhaupt ist mir ein Rätsel, wie man den „Radweg“, der an diese Stelle führt, überhaupt benutzen kann. Das Ding ist doch in den letzten paar hundert Metern vor dieser Kreuzung eh eine Baustelle und nicht wirklich befahrbar.

    Also: die übliche Empfehlung, ab auf die Fahrbahn.

  4. Meine Empfehlung ist – wenn man von Friedrichshain aus kommt – die parallel verlaufende Corinthstr. zu benutzen. Der „Radweg“ an der Stralauer ist unsäglich, das Verhalten einiger Autofahrer allerdings auch. Die Corithstr. ist ampelfrei, etwa in der Mitte nur für Radfahrer passierbar und daher relativ verkehrsarm. Lediglich ein kurzes Stück Pflaster muss man ertragen, das ist allerdings von der relativ erträglichen Sorte

  5. @Abwrackprämie, so mache ich das auch. Von der Corinthstraße in den Markgrafendamm, dort auf die Linksabbiegerspur. Scheint mir am stressfreisten. Dans Methode dürfte auch sicher sein, aber ich denke mal einige Verkehrsteilnehmer werden da viel Stress ausüben. Ich hab darauf keine Lust – zumal Stress ausüben auch oft heisst, dass die gewonnene Sicherheit durch den Stressmacher wieder aufgebraucht wird, indem er nah und schnell überholt.

  6. Ich find den Fahrbelag der Stralauer auch als sehr unangenehm. Und wenn man einem Schlagloch ausweichen will ärgern sich die Autofahrer..

    Werd das nächste Mal wenn ich da lang muss die Corinthstraße ausprobieren!

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