Fahrrad in der S-Bahn

Zum Thema Fahrradtransport in der S-Bahn hat Peter Neumann von der Berliner Zeitung den S-Bahn-Chef Tobias Heinemann interviewt:

Reisende mit Fahrrädern sind bei der S-Bahn willkommen. Nach Meinung mancher Fahrgäste sind sie allerdings zu willkommen, weil es zu viele seien. Wie haben sich hier die Zahlen entwickelt?

Wir haben in diesem Jahr bis Ende Mai im Durchschnitt rund 60 000 Fahrräder pro Tag befördert. Die Zahl der verkauften Fahrradkarten ist gegenüber 2007 um 40 Prozent gestiegen. Das sind die guten Botschaften. Die schlechten sind: Ein Fahrrad nimmt zweieinhalb Stehplätze in Beschlag – und immer mehr Fahrgäste beschweren sich bei uns, dass sie sich gestört fühlen. Wir bleiben aber dabei, dass die S-Bahn die Fahrradmitnahme weiterhin ermöglichen wird. Es wird auch keine Sperrzeiten geben. Für viele ist das Fahrrad ein unverzichtbarer Teil der Mobilitätskette, der Fahrradverkehr nimmt zu. Diesen Tatsachen möchte die S-Bahn Rechnung tragen.

Die S-Bahn hat in einem Wagen im Mehrzweckabteil probeweise Sitze ausgebaut, um mehr Platz für Fahrräder zu schaffen. Wie haben die Fahrgäste bislang darauf reagiert?

Die Resonanz war sehr positiv, viele Kunden teilten uns mit: Das ist eine gute Idee. Darum haben wir entschieden, dass in den nächsten Tagen neun weitere Wagen umgebaut werden. Wir werden insgesamt zehn Test-Fahrzeuge einsetzen.“
Berliner Zeitung: Auf dem Ring reichen sechs Wagen

4 Gedanken zu „Fahrrad in der S-Bahn

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  1. Naja ein paar längere Züge wären schon toll, morgens auf dem Ring mal wieder in einen Kurzzug gequetscht zu werden und blöd angemacht warum man denn das Rad dabei hat, darauf kann ich gern verzichten.

  2. Interessant waere es mal, diese Fragen jemanden von der DB Regio zu stellen. In den REs sieht es zu den Stosszeiten gerne mal richtig chaotisch aus – besonders bei schoenem Wetter ist es der Horror, das Rad im RE mitzufuehren.

    Verglichen dazu sind die Zustaende in der S-Bahn (zumindest auf der Stadtbahn) recht entspannt.

  3. Also das Problem ist meiner nach meiner Erfahrung nur deshalb virulent, weil so viele Leute in den Fahrradabteilen sitzen, auch wenn in anderen Teilen des Waggons noch genug Platz wäre.
    Mein Eindruck ist, dass viele Leute lieber in den Klappsitzen sitzen, weil dort die gefühlte Nähe zu anderen Fahrgästen geringer ist, so wie beispielsweise in den gegenüberliegenden Vierer-Sitzen.
    Das nervt mich doch schon sehr. Ich bekomme oft nur deshlab keinen verbünftigen Platz, weil die Fahrradabteile mit Leuten besetzt sind, die nichts dabeihaben, also keine Kinderwagen oder Gepäck und dennoch unbedingt dort sitzen müssen.
    Das hat wohl sozialphobische Gründe. Und deshalb baut die S-Bahn auch die Klappsitze aus, weil sie das Problem kennt, ihre Fahrgäste aber nicht verprellen will, ndem man Schilder aufstellt, dass diese Abteile Kinderwagen, Gepäck und Rädern vorbehalten sind. Wo keine Sitze sind, setzt sich natürlich auch niemand mehr.
    Schön wären natürlich richtige Stellplätze, denn bei dem Gewackel in der S-Bahn kann man ja wohl schlecht die Räder einfach nebeneinander stellen, die fallen ja wie die Dominosteine um.
    Man könnte doch tätsächlich wie in den Intercities solche Einhängvorrichtungen verbauen, da bekäme man gut und gerne 10 Räder in ein Fahrradabteil und könnte gegenüber trotzdem noch in den Klappsitzen sitzen.

  4. Genau das ist es nämlich. Die Fahrradstellplätze bzw. das Mehrzweckabteil ist besetzt, obwohl im restlichen Wagen genug Sitzplätze frei sind. Aber das betrifft nicht nur Fahrgäste mit Fahrrädern, auch Rollstuhlfahrern, Kinderwagen und Menschen mit Gepäck wird kein Platz gemacht. Außerdem finde ich es ärgerlich. daß die Fahrradmitnahme kein Recht ist, obwohl inzwischen dafür bezahlt werden muß. sondern zumindest bei der BVG ein Gnadenakt.

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