„Der Tod griff nach den Radlern“

Der gestrige tödliche Verkehrsunfall einer 82-jährigen Radfahrerin hat ein großes Presseecho ausgelöst. In der BZ sind Radfahrerthemen eher selten, aber heute befindet sich auf der Titelseite ein großes Foto der Unfallstelle mit der Überschrift Der schwarze Montag für Radfahrer.

Wieder ein rechtsabbiegender Lastkraftwagen, aber in diesem Fall hätte auch ein Dobli-Spiegel nichts geholfen, denn die Radlerin befand sich auf dem falschen Radweg, kam also aus Sicht des Lastwagenfahrers von vorn. Ungeklärt scheint noch zu sein, ob die Radfahrerin ihr Rad gefahren oder geschoben hat.

B.Z.: Der Tag, an dem der Tod nach den Radlern griff
Tagesspiegel: Radlerin von abbiegendem Lastwagen überfahren
Morgenpost: Radfahrerin in Reinickendorf von Sattelzug überrollt und getötet

3 Gedanken zu „„Der Tod griff nach den Radlern“

Kommentare-Feed
  1. Unsere Gesellschaft opfert dem Gott des motorisierten Individualverkehrs und dem der Geschwindigkeit tatsächlich Menschenleben. Und es gibt welche, die bezeichnen die alten Kulturen als barbarisch.

  2. wie ArVo schon schrieb. und man spricht ja durchaus von OPFERN welche GEFORDERT wurden…
    ich möcht wissen, was sich ändern würde, wenn man die Strafen bzw. überhaupt erst mal die Verfolgung von Gefährdungen und Verletzungen, gar Tötungen im Verkehrsgeschehen an die sonstigen rigiden deutschen Verhältnisse anpasst.

    …wenn Raser oder Drängler, Totfahrer und Körperverletzer wirklich mit Haft etc. rechnen müssten…

    die Faszination des Motorisierten zog sich mindestens von den Futuristen über die Faschisten bis hin zu den heutigen Betonköpfen…

  3. Du sprichst mir aus der Seele Henry. In Diskussionen kommt meist ein lapidares „selbst Schuld“, wenn ein Fußgänger oder Radler totgefahren wurde – unabhängig von der tatsächlichen Schuld. Leider kann man nichts anderes feststellen als dass tatsächlich eine Abwägung zwischen Schnelligkeit des Autoverkehrs und Gefährdung des übrigen Verkehrs stattfindet – nicht selten zu Lasten der Sicherheit. Und das in einem Lebensraum, in dem auch Menschen mit eingeschränkten Verkehrsfähigkeiten (Kinder, Kranke, Alte) leben müssen. Diese Abwägung ist in weiten Teilen der Bevölkerung akzeptiert, das kann man nur langsam ändern, indem man immer wieder auf diese Kuriosität hinweist.

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