Copenhagenize Bicycle Friendly Cities Index 2017

Heute um 15:00 Uhr wurde die neue Bestenliste des „Copenhagenize Bicycle Friendly Cities Index 2017“ veröffentlicht. Dieses von Copenhagenize erstelle Ranking fahrradfreundlicher Städte weltweit wurde nach 2011, 2013 und 2015 zum vierten Mal durchgeführt.

Die Siegerstadt kommt traditionell entweder aus den Niederlanden oder aus Dänemark. Nach zwei zweiten Plätzen und dem Sieg beim letzten Ranking kann sich Kopenhagen auch 2017 als fahrradfreundlichste Metropole der Welt schmücken. Amsterdam, das in den vergangenen Indizes immer der härteste Konkurrent Kopenhagens war, fiel in der aktuellen Rangliste auf Platz drei zurück. Das bot Utrecht aus den Niederlanden die Chance, sich den zweiten Platz in der Rangordnung zu greifen.

Berlin hat seinen Platz im Mittelfeld der Wertung konsolidieren können. Nach Platz 5 in der Wertung von 2011 war Berlin auf Platz 10 (2013) und schließlich auf Platz 12 (2015) durchgereicht worden. Nun hat Berlin wieder zwei Plätze gut gemacht und liegt auf dem zehnten Platz von insgesamt 20 Großstädten weltweit. Die Begündung liest sich wie ein Lobgesang auf Volksentscheid Fahrrad und wie Vorschusslorbeeren für die Verkehrspolitik von Rotrotgrün: „Berlins Aufstieg ist zum großen Teil einem außergewöhnlichen Aktivismus geschuldet. Der Volksentscheid Fahrrad ist die Antwort auf ein einzigartigesa Werkzeug im demokratischen Rahmen der Stadt. … Die Gruppe zeigt, wie moderner Aktivismus sein sollte und überall sein könnte.

Glücklicherweise kam eine neue Regierung an die Macht, die ihren Fokus auf die Mobilität und nachhaltigen Verkehr legt. … Was passiert, ist allerdngs noch nicht auf der Straße zu sehen.“

Copenhagenize Bicycle Friendly Cities Index 2017

8 Gedanken zu „Copenhagenize Bicycle Friendly Cities Index 2017

Kommentare-Feed
  1. Erst wenn die Würzelaufbrüche, Schlaglöcher, Plattentektonik und ähnliche Zumutungen
    auf meinen täglichen 40 Fahrradkilometern behoben sind, wäre ich bereit, mich von der Euphorie in diesem Ranking einfangen zu lassen. Einer Euphorie, die sich in der Tat aus den
    aktuellen Berliner Verhältnissen überhaupt nicht herleiten läßt.

  2. Bei diesem Ranking geht es auch nicht um aktuelle Verhältnisse, sondern eher darum, dass eine privatwirtschaftliche Agentur, die von Radwegplanung und Radweg-PR lebt Radwegkunden auszeichnet. Etwas überspitzt zuammengefasst:

    Radweg planende Agentur rankt Radweg bauende Kunden und fordert mehr Radwege für die Radweg planenden Agenturen und Radweg preisende PR-Unternehmen.

    Ob der Autoverkehr in den jeweiligen Regionen/Ländern zurückgeht ist dabei völlig nebensächlich.
    Hautpsache mehr Radwege.

    1. Jau, find ich gut.

    2. @Alfons Krückmann
      Gottchen. Und die bauen wirklich Radwege und keine Autostrassen? Schlimm! Sodom! Gomorrha!
      Scheinen manche ja Pickel zu kriegen, wenn mal nicht Autofahrer-Städte gerankt werden.

      Sitzt der ‚Hauptfeind‘ jetzt in Dänemark? Eben waren’s doch noch die Niederlande.
      Du, oder ihr, falls ihr ein Team seid, hast doch gleich mehrfach diesen komischen Bauernfänger-Beitrag zu Radverkehrssicherheit in den Niederlanden verlinkt, der hier

      http://velocityruhr.net/blog/2016/12/25/postfaktisch/

      als zusammengeschustertes Fake a la ‚Berliner Polizeipräsident‘ so überzeugend widerlegt wurde.

      Macht das doch auch einmal für Dänemark. Dürfte erstens für einen Hütchenspieler ja nicht so ein großes Problem sein. Und zweitens ist’s mal wieder Zeit für ‚richtige Argumente‘ gegen diese widernatürlichen ‚Fahrradstädte‘.

      (Mind the irony)

      1. „Autostraßen“ gibt es glücklicherweise nicht so oft innerhalb von Städten, also Stadtautobahnen und Kraftfahrstraßen. Alle anderen Straßen sind auch für Fußgänger mit Handkarren und sogar Radfahrer da. Einige, zum Glück sehr wenige, Autofahrer tun nur so als befänden sie sich auf „Autostraßen“.

      2. Das diffamierende ‚Gottchen‘ spricht mal wieder für sich, aber von schlechtem und abwertendem Benehmen mal abgesehen: wäre es nicht sinnvoller sich an Fakten zu orientieren, statt immer nur so tumb rumzupöbeln?

        Im 21.Jhd. gehts meiner Meinung nach nicht mehr zentral darum, ob die Menschen Skateboard fahren, Drachenfliegen, Radfahren oder schwimmen (körperliche Bewegung ist halt immer ganz gut), sondern es wäre für alle Nicht-Trump AnhängerInnen mal an der Zeit die radverkehrspolitischen Ansätze fundiert auf die jeweiligen ökologischen Erfoge oder Mißerfolge abzuklopfen. Bin kein Kohl Fan, aber der Satz ‚wichtig ist was hinten raus kommt‘ hat ja schon was für sich.

        Glücklicherweise wird ja heutzutage recht viel zahenmäßig erfasst.

        Wie siehts denn aus mit der länderspezifischen Entwicklung der Treibhausgase im Strassenverkehr der setzten 20 Jahre?
        Glaubt man den Strizzis, Storks und Co. dann wäre es doch selbstverständlich, dass sich die ökologische Bilanz in NL und DK diesbezüglich verbessert haben müsste, und ganz im Ggs. dazu in D eine Negativentwicklung festzustellen sein müsste.

        Ich empfehle die Abwendung von postfaktisch ideologischen ‚Diskursen‘ und stattdessen einfach mal kurz einen Blick in die Statistik zu werfen:

        http://ec.europa.eu/eurostat/data/database

        Die generelle Tabelle muss noch etwas spezifiziert werden, indem der Zeitverlauf weiter zurückgesetzt wird, und die Treibhausgase auf den Verkehrssektior eingegrenzt werden.

        Dann kommt raus:
        NL: 1995: 29.367 2015: 29.681
        DK: 1995: 10.751 2015: 11.579
        D: 1995: 168.846 2015: 154.589
        (Treibhausgas in 1000 Tonnen nur Strassenverkehr)

        Das hat nichts mit DK oder NL bashing zu tun. In der Tat gibt es dort viele nachahmenswerte einzelne Maßnahmen für den Radverkehr.
        Ich denke allerdings, dass es im 21.Jhd. nicht mehr angesagt sein sollte klimapolitische Zielsetzungen gänzlich außen vor zu lassen!

        Insofern bleibt bis auf weiteres festzuhalten: die vielgelobten Radweg-Bau-Länder reißen die Latte der ‚Zukunftsfähigkeit‘ ziemlich deutlich, was die ökologischen Auswirkungen ihrer Verkehrspolitik angeht.

        Hochglanzbroschüren Bildchen und Radwegbau Powerpointfolien sind halt nicht alles. Es gibt auch die Notwendigkeit der Reduktion von Treibhausgasen.

        Auch der ADAC hat ja auch jetzt die Radwegbauerei als Vorteil für die weitere Steigerung des Autoverkehrs (Reisezeitverbesserung!) entdeckt:
        http://adac-blog.de/neue-radwege-werden-autofahrer-ausgebremst/
        Genauere Zusammenfassung der Studie hier:
        http://www.zukunft-mobilitaet.net/126068/analyse/wirkung-radfahrstreifen-radweg-schutzstreifen-geschwindigkeit-pkw-fahrzeit-miv/

        Interessant wäre, wie die verkehrspolitische Ökobilanz der Metropolregion Kopenhagen (nicht Kommune !, und NICHT Colv.Anders. Powerpointfolien) in Zeitverlauf aussieht. Da wurde ja wenigstens mal ‚push & pull‘ ansatzweise durchgeführt. Hat jemand Zahlen?

        p.s.: Interessierte bitte mal selbst in der verlinkten Statistik ‚blättern‘. wer weiß, ob mir da nicht ein Fehler unterlaufen sein mag?

        Zahlen sind nicht ganz trivial zu finden:
        starten bei:
        http://ec.europa.eu/eurostat/data/database
        Da dann durchklicken:

        Umwelt und Energie
        Umwelt
        Inventare zu Luftemissionen
        Treibhausgasemissionen nach Quellsektor
        Auf ‚+‘ neben Quellsektoren klicken
        Alles abwählen außer Verbrennung von Brennstoffen im Straßenverkehr ‚
        ‚aktualisieren‘ klicken,
        ebenso Zeitleiste (time) erweitern bis in die 90er, da sollten dann obige Daten in Tabelle erscheinen.

        1. Hakt man mal bei einem Punkt nach und weist z.B. hiermit auf Unwahrheiten hin,

          http://velocityruhr.net/blog/2016/12/25/postfaktisch/

          im von dir bzw euch, Alfons, mehrfach verlinkten Artikel, dann passiert Folgendes (Ich will nicht ungerecht sein, der offenkundige Fake-Link wurde nicht nur von dir ausgerechnet mit den für sich selbst sprechenden Worten: „Nur mal zur Korrektur der Strizzi Falsch-Fakten Propaganda:-Fakelink-„, sondern auch z.B. von @Thalmayr, @Siggi verlinkt. Eine Richtigstellung blieb selbstverständlich aus.):

          Deine Reaktion:
          Der ohnehin hohe Aggressivitätslevel wird noch einmal gesteigert, der Einwand wird sofort unter einem Redeschwall azu einem neuen Thema mit haufenweise ’neuen‘ ‚Fakten‘ begraben. An denen soll das Gegenüber sich abarbeiten – das ganze Manöver natürlich ohne ein Wort, nicht mit einem einzigen, zu den vorgehaltenen Unwahrheiten.

          Aber gut, ich will mich nicht beschweren, das ist business as usual. Einen Denier festzunageln, da kann man auch versuchen, sich eine Frikadelle ans Knie zu nageln und drehen bis NDR kommt, wie man bei uns sagt. Kommunikation über Verkehrspolitk hat nun einmal sehr viele Strukturen mit der (Denier-) Kommunikation in der Klimapolitik gemeinsam.

          Dein neues Thema also:

          Deine Statistik beinhaltet den Güterverkehr auf der Strasse. Die Niederlande sind wegen ihrer Häfen, so befinden sich Rotterdam und Amsterdam und den 4 größten Häfen Europas, besonders mit Güterverkehr belastet. Besonders die Verkehre von dort nach und durch Deutschland müssen wegen Deutschlands sperriger Haltung zum Schienengüterverkehr überdurchschnittlich viel auf die Strasse verlagert werden.
          Deutschland wurde mit Druck aus der EU jetzt zu einem ‚Rettungspaket‘ getwungen.
          http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gueterverkehr-neben-der-spur-1.3557765?reduced=true
          (Lesesperre)
          „Kanzlerin Merkel bekam den Spott … zu spüren. … war die Kritik unüberhörbar. Holländer [sic!], Schweizer und Italiener waren … beim Ausbau der wichtigsten Gütertrasse Europas zwischen Genua und Rotterdam .. im Zeitplan. Die italienische Anschlusstrecke mit 2 Jahren Verspätung … In Deutschland soll der Trassenausbau erst 2035 abgeschlossen sein.“

          FR dazu: Kritiker sehen darin die Folge einer Auto- und Lkw-lastigen Verkehrspolitik in Deutschland.
          http://www.fr.de/wirtschaft/rotterdam-genua-ein-halb-jahrhundertprojekt-a-356204

          Ein anderer Punkt: Das Umweltbundesamt gibt andere zahlen heraus als Eurostat.
          https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/emissionen-des-verkehrs#textpart-1

          Da in deinen Eurostat-Zahlen der (in Deutschland) laut UBA um 16% gestiegene CO2 Austoß des Güterverkehrs enthalten ist, müsste der Pkw-Verkehr sogar weit mehr als die umgerechnet 8% reduziert haben.

          Das UBA: „Die gesamten Kohlendioxid-Emissionen des Pkw-Verkehrs sind zwischen 1995 und 2014 nur um 2 % gesunken…“

          Das UBA:
          „Allerdings stiegen die Treibhausgas-Emissionen zuletzt wieder an. So betrug die Minderung des verkehrsbedingten Treibhausgas-Ausstoßes im Jahr 2015 gegenüber 1990 nur noch 2,2 %. Nach einer Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes lag er im Jahr 2016 sogar um 1,8 Millionen Tonnen (1,1 %) über dem von 1990.“

          Deine Zahlen ergeben 8% Minderung.

          Die Frage wäre: Wer meldet an Eurostat? Vielleicht das BMVI?
          Deren Zahlenwerk zu Verkehr ist nicht besonders zuverlässig, sondern stark propagandistisch eingefärbt.
          Das BMVI muss in weiten Teilen als Ausführungsorgan der Kfz-Industrie betrachtet werden.
          Einige führende Mitglieder dieser Industrie, darunter der Markenvorstand von VW, sind nach dem US-Mafia Paragraphen (Verschwörung …, d.h. Organisierte Kriminalität) international zur Haft ausgeschrieben und können Deutschland nicht mehr verlassen …

          Mit deinen Anwürfen („pöbeln“ etc) befasse ich mich absichtlich erst zum Schluss. Ich finde nämlich, man sollte dieser besonders von Rechten und Lobbyisten gebrauchten Verstinkungsstrategie (möglichst viel verbalen Gestank verbreiten, um schon eine Diskussion des Themas so unangenehm wie möglich zu machen und viele abzuschrecken), nicht zu viel Raum geben und jedenfalls nicht seinerseits einen Beitrag damit beginnen.

          Dann ist er wenig einladend – und das wollen wir ja nicht, oder? 😉
          Ansprechen ja, aber unter ‚ferner liefen‘, also zum Schluss.

  3. In Zeiten von gefakten ADAC-Bestenlisten muss man sowas zwar nicht allzu ernst nehmen und die Führungsrolle von Kopenhagen hat natürlich ein Geschmäckle angesichts einer Kopenhagener Agentur, die die Liste erstellt. Aber darum gehts wohl auch gar nicht. Ein prima Zuckerl für diejenigen Städte, die aktiv etwas tun, ein Peitschenschlag für diejenigen, die sich hängen lassen. PR-mässig läßt sich sowas natürlich vor Ort immer gut gebrauchen, egal in welche Richtung es gerade geht.

    Also los, Berlin hat das Zeug zu Platz 1, auch wenns noch ein paar Jährchen dauern sollte 🙂

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