Radfahrer (in Amsterdam) sind schlecht

In Berlin wurden bei bezirksübergreifenden Verkehrskontrollen vom 26. bis 28. Oktober 1.569 Verstöße gegen die verbotswidrige Handynutzung im Straßenverkehr festgestellt, darunter waren 101 Radfahrer. Wenn in Amsterdam jemand auf dem Fahrrad zu seinem Telefon greift, dann passiert … gar nichts, weil es nicht verboten ist, auf dem Rad zu telefonieren. Die zuständige Ministerin Schultz van Haegen setzt auf Verkehrserziehungsmaßnahmen und nicht auf Verbote.

Viele Radfahrer in Amsterdam setzen sich mit einigen Bierchen intus aufs Fahrrad, sie fahren nachts ohne funktionerendes Licht, sie brettern über rote Ampeln und scheuen sich nicht, auch mal den Bürgersteig zu benutzen. Ein Besucher könnte auf die Idee kommen, dass Amsterdam der wilde Westen des Radfahrens ist.

Wieso wird nonkonformistisches Verhalten von Radfahrern in Amsterdam toleriert? Und was hat das damit zu tun, dass man in Holland einen Joint ohne Angst vor der Polizei rauchen kann?  Die folgende Animation von Lucas Brailsford sucht darauf eine Antwort.

Where is Lucas?: Cyclists behaving badly

5 Gedanken zu „Radfahrer (in Amsterdam) sind schlecht

Kommentare-Feed
  1. Hinzu kommt, dass Betrunkene, die sonst mit dem Rad führen, aufs Auto umsteigen könnten und somit nicht nur sich selbst gefährden würden.

  2. Ähm Bob naja wenn die dann betrunken Rad fahren gefährden diese Leute auch andere Leute.

    Interessant wäre zu wissen ob es denn tatsächlich so viel schlimmer in Amsterdam zugeht als in deutschen Städten, statistisch gesehen.

    Kann ich mir nämlich nicht wirklich vorstellen.

    Nichts desto trotz bleibts gefährlich und auch Helme etc. sind einfach wichtig sonst kann jede Fahrt die letzte gewesen sein, sollte man nicht leichtsinnig mit umgehen + man gefährdet evtl. andere Menschen was die Sache noch mal verschlimmert.

    Gruß euer Paul

  3. @Paul, gerade im Straßenverkehr, an dem ja jeder in irgendeiner Form täglich teilnimmt, kann man Gefahren sehr gut relativ objektiv einschätzen. Trunkenheitsunfälle nach Art der Verkehrsbeteiligung gehören zu jeder besseren Unfallstatistik. Daraus kann man zumindest eine Reihenfolge ableiten, inwieweit ein Betrunkener andere gefährdet. Am besten ist wohl, zu Fuß zu gehen oder auf Taxi / ÖPNV zu setzen. Am schlimmsten ist es, besoffen Auto zu fahren. Das Fahrrad liegt irgendwo dazwischen.

  4. […] setzt die rad-spannerei vergleichend dagegen. Das sind nur grob 6%, also deutlich unterrepräsentiert gemessen am entsprechenden Verkehrsanteil. Dennoch ist die Rad-Kultur im regelhörigen Deutschland unbestritten schwächer ausgeprägt als in den Niederlanden. Dort ist, so versucht es das Video darzulegen, das „non-konformistische Verhalten“ der Radfahrer essentieller Baustein des funktionierenden Systems. Nicht dass dort erlaubt wäre, was hierzulande verboten ist und nicht dass es in den Niederlanden nicht auch kontrovers diskutiert würde. Jedoch werden Regelverstöße auf dem Rad nicht/kaum geahndet und selbst bei Unfällen mit PKW scheint (mehr als hierzulande) regelwidriges Verhalten der Radfahrer geringer zu wiegen. […]

  5. Ich hab mich mal durch die im vorherigen Kommentar genannten rad[irr]wege geklickt. Das Ding hier ist ja mal wieder der Hammer: http://www.radirrwege.de/2015/10/20/wenn-privilegierte-gegenseitige-ruecksichtnahme-fordern/

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