Radlshuttle in München, eine tägliche CM

Die Lindwurmstraße ist eine enge und überfüllte Durchgangsstraße im Südwesten Münchens. Radfahrer werden in dieser Straße auf den benutzungspflichtigen Hochbordradweg gezwungen. Das lassen sich nicht mehr alle gefallen. Die Organisation Green City ruft alle, die auf der Lindwurmstraße stadteinwärts pendeln, zu einem Radshuttle ein:

„Sicher zum Arbeitsplatz! Unter diesem Motto organisierten wir am 11. Juni zum ersten Mal stadteinwärts auf der Lindwurmstraße einen Radlshuttle für BerufspendlerInnen. Dafür versammelten sich mit uns gute 30 RadlerInnen an der Ampel vor dem Stemmerhof in der Plinganser Straße, um gemeinsam auf einer der zwei Fahrspuren sicher und friedlich auf der Lindwurmstraße Richtung Innenstadt zu fahren – statt auf dem engen Radweg. Am Sendlinger Tor lösten wir den Radlshuttle auf. Diesen Service möchten wir fortan jeden Montag bis Freitag um 8:30 Uhr in der Lindwurmstraße anbieten und hoffen, dass er sich dort und anderswo in München etabliert.“

Auch heute kamen wieder viel mehr als die 16 Radfahrer zusammen, die nötig sind, um im Verband zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren, wie es der Paragraf 27 StvO vorsieht. Nächster Radlshuttle: Montag, 15. Juni um 8:30 Uhr

Green City: Radlshuttle in der Lindwurmstraße
Süddeutsche Zeitung: Glücklich strampelnd dem Stau auf der Spur

Foto: Green City e.V.

6 Gedanken zu „Radlshuttle in München, eine tägliche CM

Kommentare-Feed
  1. Entspricht doch irgendwie dem „Bildet Banden“ Konzept vom BUND, oder? Bin mal gespannt, ob man von solchen Versuchen noch mehr hört. Hätte ich täglich dieselben Wege, würde ich ein entsprechendes Angebot jedenfalls wahrnehmen.

  2. Ja, leider muss man nicht nur dieselben Wege, sondern ja auch dieselben Zeiten haben.

    Für jeden Verkehrsplaner, der an so einer Straße beteiligt war, die offenbar so schlimm ist, dass Radfahrer sich zu solchen Maßnahmen genötigt fühlen, ist das natürlich ein Schlag ins Gesicht.

    Die Straße hatte ich mir partiell in Streetview angeschaut, sah für mich jetzt nicht weiter besonders aus. Wenn sie so verkehrswichtig ist, fragt man sich natürlich, ob die eine Spur fürs Parken wirklich sein muss.

  3. berlinradler schreibt:
    Freitag, 12.06.2015 um 22:05

    Für jeden Verkehrsplaner, der an so einer Straße beteiligt war, die offenbar so schlimm ist, dass Radfahrer sich zu solchen Maßnahmen genötigt fühlen, ist das natürlich ein Schlag ins Gesicht.

    Glaubst Du ernsthaft, dass Verkehrsplaner so etwas juckt? Selbst lebensgefährlicher Radverkehrs-Murks, der immer wieder tote und verletzte Radfahrer produziert, schreckt diese Leute nicht ab um etwas zu ändern.
    Ganz im Gegenteil, sie bauen immer weiter solche Sachen.

    Diese CM Fahrt in München löst überhaupt nichts.
    Sie nährt nur wieder das Vorurteil was passiert wenn man die Radfahrer auf die „Strasse“ lässt. Wie übrigens alle CM, meiner Meinung nach.
    Da wird der Drang noch stärker Radfahrer von der „Strasse“ zu holen.

    Besser wäre wenn sich an solchen Stellen immer mal ein paar geübte Radfahrer treffen und zügig diesen Radweg benutzen.
    Ich hatte mir für solche Sachen mal ein Bäckerfahrrad zugelegt und bin damit über Kölns Radwege gef(logen)ahren.

  4. Aus der Erfahrung heraus glaube ich, dass das den Verkehrsplaner nicht juckt – keine Frage. Und die Wahrnehmung vieler wird wohl sein – da ist doch ein Radweg, was wollen die auf der Fahrbahn?

    Was würde es bezwecken, wenn geübte Radfahrer den Radweg benutzen würden? Mir ist die Intention der Aussage nicht ganz klar. Ich kenne viele hilflos überfüllte Radwege neben superbreiten Straßen und sehe nicht, dass dieser Zustand etwas ändert oder bewirkt.

  5. Kleine Korrektur – die Lindwurmstrasse ist keine enge Strasse – eng ist nur der Platz der auf dem wiederrechtlich, benutzungspflichtig ausgeschilderten Radweg zur Verfügung steht.

  6. Die Idee ist doch klasse. Man muss sich ja nur an Ampeln vor besonders blöd gemachten Streckenabschnitten ein bis zwei Ampelphasen lang sammeln und kann dann als Verband den Abschnitt befahren. Kostet eine kurze Wartezeit, bringt aber mehr Sicherheit und entspanntes Fahren.

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