Originelle Radfahrerbefragung

In Utrecht in den Niederlanden können Radfahrer noch bis heute an einer ungewöhnlichen Befragung teilnehmen, ohne abzusteigen. Nach dem Bau eines neuen Radwegs zwischen Utrecht und dem Vorort De Bit ließ die Provinzregierung große Transparente mit Fragen an die Radfahrer aufhängen. Die Antwortmöglichkeiten waren den Farben Grün für Ja, Rot für Nein und Gelb für Weißnicht zugeordnet. Die Radfahrer können sich für eine Antwort entscheiden, indem sie über einen farbig markierten Streifen fahren. Die Frage im Bild heißt: „Ist der jetzige Radweg besser als früher?“. Ein Mitarbeiter der Provinzverwaltung notiert sich die Antworten der Radfahrer mit Strichlisten. Wenn sich die neue Befragung als erfolgreich herausstellt, will die Provinz häufiger mit dieser Art von Interview arbeiten.

RTV Utrecht: Fietsers beantwoorden vragen enquete zonder te stoppen
via Hugo vd Steenhoven

4 Gedanken zu „Originelle Radfahrerbefragung

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  1. Strichliste … Alder, wie 70er ist das denn? Eine Matte mit ein paar Sensoren drin die nach Hause telefoniert!

  2. Faszinierend finde ich die Frage, ob der Radweg besser ist als vorher.

    So weit ist man in Deutschland noch nicht. Dass es schlechte Radwege gibt, merken nur wenige. Selbst bei der Gefahrenabschätzung ist, wenn ich das richtig verstehe, nur die besondere Gefahrenlage auf der Fahrbahn ausschlaggebend für eine Benutzungspflicht – ob der Radweg eigene Gefahrenlagen aufweist, spielt keine Rolle.

  3. So eine Befragung ist im Land der „Radfahrer absteigen“-Schilder geradezu utopisch… Erstens, dass Radfahrer überhaupt mal von der „Obrigkeit“ befragt werden und zweitens ohne dafür absteigen zu müssen.
    Trotzdem toll.

  4. In Hamburg wäre so eine Umfrage auf benutzungspflichtigen Radwegen nicht möglich, da es folgende Probleme gibt:
    – Der Radweg ist so schmal, dass ein Mountainbike allein durch die Reifenbreite über alle drei Streifen fährt.
    – Die Streifen wären zugeparkt.
    – Die Streifen wären überwuchert.
    – Die Radfahrer würden nicht drüber fahren, weil sie den Fußgängern, die auf dem Radweg gehen ausweichen.
    – Die Radfahrer können nicht nach belieben über die Streifen fahren, weil ihnen Geisterfahrer entgegen kommen.
    – Die Radfahrer würden nicht zu den Streifen finden, weil der letzte Kilometer (250 m Luftlinie) dorthin über 7 Ampeln (davon mindestens 5 rot) führt und über die Hälfte der Strecke um mindestens 90° von der gewünschten Richtung weg führt.
    – Die Radfahrer könnten nicht über die richtige Farbe fahren, da sie diese zu kurz vorher sehen, da sich die Autos vor ihnen auf der Fahrradstraße stauen um auf den entgegenkommenden Autoverkehr zu warten.
    – Man kann nur über den rechten oder den linken Streifen fahren, da davor oder dahinter eine Ampel auf dem Radweg steht (Okay, fairerweise muss ich sagen, dass ich nur einen Radweg kenne, auf dem eine Ampel mitten auf dem Radweg steht).

    Okay, das gilt nicht für alle neuen Radwege. Aber Hamburg ist die Stadt, in der man auf der Fahrradstraße zwischen zwei Reihen (parkenden) Autos fährt.

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