5 Euro für radfahrende Beamte

Heute will die Bundesregierung das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ beschließen. Ziel soll die Minderung der Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 sein.

Ein Sektor zur Reduzierung der CO2-Emissionen ist der Verkehrsbereich. Laut Umweltministerin Barbara Hendricks sind erhebliche Einsparpotenziale durch die Nutzung effizienter Technologien sowie durch Verkehrsverlagerungen möglich.

Die Bildzeitung berichtet, dass für Beamte „Anreize zur verstärkten Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie des Fahrrads durch entsprechende Kilometerpauschalen“ gesetzt werden sollen. Dafür ist geplant, das Bundesreisekostengesetz (BRKG) zu ändern. Für die viermalige Benutzung eines Dienstfahrrades sollen Beamte pauschal 5 Euro im Monat erhalten. Laut Bild kann dadurch bis zu 300 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Bild: Extra-Zuschlag für Radfahrer-Beamte

8 Gedanken zu „5 Euro für radfahrende Beamte

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  1. vielleicht isses nur ein erpel…

    der adfc spülte mir auf twitter jedenfalls das hier in die timeline:
    https://twitter.com/MSchroeren/status/540067970622689280

  2. vielleicht setzt sich ein Hartzer fürn Fünfer vier mal aufs Rad … aber ein Beamter … vielleicht wenn das Wetter wirklich schön ist und ein kräftiger Rückenwind weht

  3. Die Verkehrsmittelwahl hängt ja eher von der Beschaffenheit der Verkehrswege ab. Sind diese super aufs Auto ausgelegt, wird das genutzt. Gibt es gute Fahrradstrecken, wird auch das Rad genutzt.

    Würde man CO2-Einsparungen im Verkehrsbereich wollen, so müsste man so langsam mal anfangen zu handeln. Einfach auf das irgendwann verfügbare Elektroauto zu hoffen ist ziemlich armselig. Vielmehr muss der ÖPNV ausgebaut werden, die Subventionen müssen vom Auto dorthin verlagert werden. Sozusagen nach dem Motto: Schienen statt Parkplätze. Der Bus-Fernverkehr zeigt ja, dass ein Großteil der Leute einfach preiswert von A nach B will. Derzeit wird an keiner der vielen Stellschrauben gedreht, die finanzielle oder praktische Anreize zur Nutzung anderer Verkehrsmittel bringen:

    – Die Autobahnnutzung zahlt der Steuerzahler, die Schienennutzung der Fahrgast
    – Hochwertige Neubauten gibt es nur für Autofahrer, Radfahrer können sich über kleine Rampen, aufgemalte Streifen oder manche Asphaltdecke freuen – wie wäre es denn mal mit ECHTEN eigenen Wegen (vergleichbar mit der Stadtautobahn), Brücken und Tunneln zur Ampelvermeidung und Vergleichbarem?

    Wenn man weiter über Stadtautobahnen und das Ausklammern der deutschen Fahrzeugindustrie aus den Effizienzzielen (wo bleibt der wütende Autofahrer, den dieser Mehrverbrauch reales Geld kostet?) nachdenkt, dann will man im Verkehrssektor keine reale Treibhausgasreduktion erreichen.

  4. Was der ehemalige Verkehrsminister davon hält ist aber auch bezeichnend: Als lächerlich bezeichnete Ramsauer den Vorschlag, mehr Beamte zum Fahrradfahren zu animieren. «Das macht uns zum Gespött»

    http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/527837/unionspolitiker-kritisieren-klimapaket

  5. Die uralten DDR-Politiker wollten seinerzeit auch nicht einsehen, dass ein Wandel nicht mehr abzuwenden ist 😉

  6. mal die nebulösen ankündigungen bzgl. 5e für radfahrer hin oder her – das ganze ding ist ne echte krücke. ich darf von berufswegen mich damit teilweise befassen, und was jetzt rausgekommen ist lässt nix gutes hoffen.

    einziger lichtblick der essenziell ansetzt ist imho die steuerabschreibungsthematik für die heizungsmodernisierung. der rest ist extremst von den lobbyisten gepushter schwachfug.

    was am ende rauskommt ist iin der auswirkung für den normalverbraucher eher ne blöde aussicht. mieter dürften auf neue umlagen seitens der vermieter hoffen, der bausektor wird sich weiter richtig schwarzarbeit verschieben. es sieht aus als ob jedes thema wo mal was mit öko klima usw draufstand in den schubladen der ministerien zusammengefegt worden ist und zu nem brei verwurstet worden ist. ergibt leider kein schlüssiges ganzes.

    und mit sowas will sich siggi der ex-umweltdödel mal als kanzler bewerben. flachpfeife. sowas von arschkriecher bei den großen energie-dinos hab ich noch nich erlebt. eon verpennt seit zehn jahren den zug und siggi verteilt streicheleinheiten in der kohlebranche. zwei tage nachdem das ding in den eckpunkten final ist kommt eon mit seiner überfälligen neuausrichtung um die ecke, vattenfall versucht die lausitz loszuwerden und würde morrburg am liebsten nicht gebaut haben.

    der ganze scheiss ist bei strompreisen von unter 4ct am markt einfach nich mehr vermittelbar.

    okay, man hätte ja im wärmesektor sich etwas freischwimmen können von den dinos. dort mal was mit hand und fuß aufsetzen. aber nein. da wird rockwool & co der hof gemacht. die industrie jammert wie gewohnt auf hohem niveau. sich neuausrichten ist ja auch soooo schwer. mal von 3-jahre-payback denken wegzukommen und nen lifetime opex/capex zu rechnen – seems like rocket science. in ein paar jahren wird die westliche hemisphäre nur noch 10% der weltbevölkerung stellen. wozu sollen wir hier eigentlich alles mögliche produzieren? das ganze zeuchs wird sich doch eh in richtung der wachstumsmärkte verschieben. klar isses einfach auf den achso teuren wirtschaftsstandort schland zu schimpfen – das ist einfach der globale wettbewerb, nix anderes als genau diese industrien angefangen haben. sich jetzt auf papa staat berufen ist so dumm wie kurzsichtig.

    aber zurück zum thema – solange solche blasen wie die 5e radfahrprämie in der presse landen lenkt man auch weiterhin schön von den eigentlichen dicken brocken ab. und das dürfte eine menge leute beruhigen. nichts ist so schön wie unbemerkt seine lobby-lorbeeren einfahren können.

  7. Wie werden die 4 Radfahrten protokolliert/nachgewiesen? Wer erfasst das? Wie hoch ist der Verwaltungsaufwand dafür?

    Da stehen 5 Euro Gehaltsgutschrift (die der Beamte sich erbetteln muss) sicherlich 20-50 Euro für Bürokratieunsinn entgegen. Das ist Kosmetik vom allerfeinsten und Steuergeldverschwendung.

    Von diesem Geld wäre es sinnvoller Fahrradstellplätze, Duschen, etc. in den Behörden einzurichten oder zu modernisieren.

  8. Steht das nicht schon längst so im Bundesreisekostengesetz?
    Als Angestellter im öffentlichen Dienst hatte ich nämlich n paar Mal versucht dienstliche Fahrten mit dem Rad abzurechnen.

    Ist jedenfalls n kompletter Witz. Wenn ein Kollege alleine in seinem PrivatKFZ eine dienstliche Fahrt macht, bekommt er das problemlos abgerechnet. Problemlos bekommt man auch die Fahrkarte für BVG erstattet.

    Nur für’s Radfahren bekommt man nüscht! Außer eben die pauschalen 5 € bei vier nachgewiesenen Fahrten im Monat *Stirntipp

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